Freistadt

Der "Meilenstein" des Sisyphus

29. Jänner 2010, 18:58
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    foto: der standard/david

    Der Durchgang ist Anfang dieses Jahres eröffnet worden

Den neuen Durchgang auf dem Westbahnhof gilt es erst einmal zu überwinden

"Wutanfall! Täglich", schnaubt die Frau. Denn täglich durchquert sie den Westbahnhof auf dem Weg zur U6. Tagtäglich leidet sie mit den ankommenden und abfahrwilligen Reisenden mit, die sich durch den neuen Durchgang fluchen. Der ist Anfang dieses Jahres eröffnet worden und ist von den ÖBB aussendungsmäßig als "Meilenstein beim Umbau des Westbahnhofs" gepriesen worden.

Aber diesen "Meilenstein", den die ÖBB ihren Kunden da in den Weg gebaut haben, gilt es erst einmal zu überwinden. Dieser Schlurf im weiß angestrichenen Bretterverhau ist für jene, die von den Zügen kommen, nun der logische Abgang zur U6. Geradewegs vom Bahnsteig kommend, folgen die Massen dem Hinweisschild, geraten in den Durchgang - und stehen dann vor dem Abgang. Mit zwei Treppen. Noch mühseliger trifft's jene, die vom Europaplatz kommend zu den Zügen eilen: Keuchend und schnaufend schleppen sie Sisyphus-gleich ihr Gepäck die mehr als 20 Stufen rauf.

Gewiss, es gäbe da noch den Seiteneingang zur äußeren Mariahilfer Straße hin. Auf diesem Weg gibt's im provisorischen Bahnhofsgebäude sogar Rolltreppen (sofern die in Betrieb sind) - aber kaum sind sie draußen, erwarten sie - schon wieder Stufen. Hier ein paar halbes Dutzend nur, aber immerhin.

Und dann gäbe es noch den Hinterausgang zur Langauergasse, wo die Beladenen zwei Lifte zur U3 hinab nützen könnten. Aber erstens gilt es den einmal zu finden - und zweitens sind zwei Lifte für ganze Zugladungen als Angebot auch nicht gerade ein Meilenstein des Transportwesens.

Die mitleidende Frau schnaubt noch einmal: "So eine Verarschung."(Roman David-Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 30./31. Jänner 2010)

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Posting 1 bis 25 von 53
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die Resi-Tant Evil
00

""Wutanfall! Täglich", schnaubt die Frau"

Wegen 20 Stufen?! Jessus!
In meinen Zwanzigern wohnte ich eine zeitlang im 5. Stock ohne Aufzug. Nach 6 - 8 Wochen Akklimatisierung nimmt man das mit Einkaufssackerl im Schnellaufstieg, zwei Stufen auf einmal.
Nach 6 - 8 Monaten staunt man, warum allfällige Begleitung an der Wohnungstüre angekommen schnaufen muss und wortkarg wird, während man selber flachatmend weiterplaudert, nach 5 Stockwerken.
... und bitte, dies als Raucher!

CapeCode
00
na also

vier wochen später kommt auch freissl drauf.

Technologie Experte
03
Kritik überzogen

Aus Sicht eines Pendlers, der diese Stiege fast täglich nutzt, ist sie ein Meilenstein. Sie spart mir 200 m Umweg, 2x am Tag.
Es ist groß gekennzeichnet, dass dieser Zugang nicht barrierefrei ist. Natürlich ist es nicht optimal, wenn man einen weiten Umweg auf sich nehmen muss, aber immerhin gibt es eine derartige Option am Wiener Westbahnhof. An zahlreichen Bahnhöfen (St. Pölten, Hütteldorf) gibt es (noch) keine Lifte!!
Die Dame, die sich täglich ärgert, tut mir leid. Sie sollte - als tägliche Nutzerin - den barrierefreien Weg kennen. Im übrigen ist es nur 1 Stockwerk und ein paar Stiegen täglich würden vielen Mitbürgern nicht schaden.

Stephan Weinberger
00

Ich versteh's auch nicht. Wenn man mit der U-Bahn kommt kann man leicht durch die Passage gehen, wo es beim Ausgang Gerstnerstraße einen Lift gibt oder die Rolltreppen zur äußeren Mariahilferstraße, wo es dann nur 6 Stufen bis zum Bahnhof sind; niedriger als in den Zug hinein, das sollte man mit Reisegepäck also wohl schaffen - notfalls ist sicher jemand da er helfen kann.
Wenn man mit dem Taxi anreist kann der Taxler auch problemlos zum Standplatz Gerstnerstraße fahren oder einen bei der Garageineinfahrt in der Felberstraße rauslassen, von wo man stufenlos auf die Bahnsteige gelangt.

Nur wenn man mit der Tram anreist muss man einen erwähnenswerten Umweg in Kauf nehmen.

piroschka d.
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schaden tut es nicht, aber es ist wirklich aergerlich mit gepaeck.

ich hab schön gschaut letzte woche - ich, mein koffer, stiegen ?! nicht so toll.

luzifer debruille
00

fett?

unterwegs in Österreich
02
Als in London die Ubahn zum Terminal 4 in Heathrow

eingestellt war, musste man 2 Stationen vorher in den Heathrow Express umsteigen. Ubahnstation ohne Aufstiegshilfe.
Dort waren ständig 5-10 kräftige Männer in Warnwesten, die den Fahrgästen unaufgefordert die Koffer abnahmen und über die Stiegen trugen.
Wien ist anders

Feldschwirl
00
also am westbahnhof

würd ich angst haben wenn mir ein kräftiger mann meine koffer abnimmt ;-)

aequitas
01
31.1.2010, 19:39
umsteigesituation CAT in U4 Landstrasse ist ähnlich genial

ich liebe die mienenspiel jener touristen, die in diese falle tappen.

ein stetes gaudium für alle wiener, die diese lektion schon gelernt haben!

Stephan Weinberger
00

Landstraße ist von den Wegen generell eine gaaaanz eigene Kategorie. Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, warum man den Bahnhof trotz Totalumbau letztlich wieder in genau der selben Form errichtet...

byron sully
12
31.1.2010, 14:54
jein,

ich find den neuen provisorischen durchgang zwar auch nicht so toll, aber gegenüber dem vorigen provisorischen durchgang hat er den vorteil, daß man wenigstens nicht mehr mitten am radweg landet, wenn man am europaplatz rauskommt und zu den straßenbahnen möchte.

Die dritte Seite der Medaille
05
31.1.2010, 14:26

naja, so schlimm find ich die zwei Treppen jetzt auch nicht.. und es gibt eine komplett stufenfreie Variante, die dauert halt länger, weil mit Umwegen verbunden..

(ganz hinten bei der U3 Station gibts nen Aufzug zum unteren Teil des bahnhofs.. und da gehts weiter ebenfalls entweder mit Aufzug oder Rolltreppe)


Ganz ehrlich, manchmal sind die Leute schon bequem.. es ist ja ein Provisorium, solange es eine stufenlose Möglichkeit gibt und die spätere neue Station gut geplant ist, find ich die Aufregung kindisch.

Powiso
01
31.1.2010, 14:20
Die Westbahnhofis solln nicht jammern

Erstens haben die sicher keinen "sicheren Übergang" der im Winter insuffizient geräumt ist und zu den man nur über eine stark befahrene Straße kommt. Von der Tatsache das man den Straßenbahnen in der D-Schleife andauernd vor die Nase läuft, ganz zu schweigen.

Und dann haben die noch ein richtiges Ersatzaufnahmegebäude, nicht eine Containerfront die zu drei Seiten der Witterung ausgesetzt ist, und von der der meiste Platz im Warmen natürlich für betriebliche Infrastruktur draufgeht.

Die paar Stufen tun erstens der Gesundheit gut, und zweitens haben Pendler sicher nicht immer riesen Gepäckstücke mit!

Petzi Petz
11
31.1.2010, 10:25
Die, die das planen, fahren selbst doch bitte nicht mit dem Zug.

Also warens mit solchen Problemen noch nie konfrontiert! Und nach dem Umbau wirds vielleicht ähnlich wie in Meidling? Alles so modern, überall Rolltreppen (sofern sie funktionieren), nur eben nur nach oben. Schon mal mit Kinderwagen oder schwerem Koffer die Treppen runtergestolpert?! Toll ist das wenn man vollbepackt vor Stufen steht und Angst hat, dass einem irgendwas runterfällt. Und leider gibts net überall nette Menschen, die dir dann helfen!

Tipp-Assistent
13
31.1.2010, 15:18

Haben Sie die Aufzüge in Meidling übersehen?

Petzi Petz
21

Haben Sie schon mal gesehen, wieviel Menschen mit viel Gepäck reisen? Va. bei Langstreckenzügen? Da ist es natürlich sehr praktisch, einen kleinen Lift zu haben als eine vernünftige Rolltreppe zu bauen. Gell?! Und bitte, ich bin höflich und lasse alte Menschen oder Menschen mit Kindern zuerst mit dem Lift fahren. Aber is doch super, dass Sie mir raten, den Lift zu nehmen. Sie wären auch sicherlich so jemand, der einen noch auslacht, wenn man mit sich deppert schleppt mit viel Gepäck oder sich auch noch vordrängt....

Stephan Weinberger
11
31.1.2010, 14:58

Wie wär's in Meidling einfach die Aufzüge benutzen?

BraS
 
12

Sudern ist einfacher, als zu schauen oder sich zu informieren.

täätteree
00
31.1.2010, 08:59
am südahnhof

siehts leider nicht anders aus.
bis jetzt unerwähnt blieben Mütter mit Kinderwagen...

ausserdem:
wochenlang vor Schließung des Südbahnhofes wurden infofolder verteilt, die inhaltlich sinnlos waren... jetzt, wo alle umherirren und sich keiner auskennt muß der Zeitungsverkäufer als Infostelle herhalten.
schon komisch

max ritz
00
31.1.2010, 14:20
muß der Zeitungsverkäufer als Infostelle herhalten

vielleicht noch einer mit Migrationshindergrund!

Powiso
01
31.1.2010, 14:33

Die Pächter der einzigen Trafik am Südbahnhof (Ostbahn) sind sehr nette Personen und wenn sie es so haben müssen "echte Österreicher". *rolleyes*

Kommunikationsproblem hatte zumindest ich noch keines!

Karl Kraus
 
12
30.1.2010, 23:32
schön langsam....

hat man das gefühl das es immer mehr stinkt im lande. das gesuder der wirtschaft bei lohnverhandlungen, die entfremdung der politik vom volk bzw. vonallem was nachvollziehbar wäre, der suizid der aua, die wahnwitzigkeit der öbb 3 der wichtigsten bahnhöfe wiens zum gleichen zeitpunkt umzubauen, pratervorplatz, die nichtgebaute brücke am wienerberg, die neue city(ghetto) am flugfeld aspern, die ruine sofiensäle, den neuen hauptbahnhof ohne u-bahn-anschluß.......usw etc....die letzten 10 jahre waren ein rückschritt in einer dimension die uns erst klar wird wenn wir alles aufzählen und dann fühlen wir uns in unserem bewußtsein der mißstände sehr einsam, weil wir es tatsächlich sind.

Jambala Magdalena
03
30.1.2010, 21:45

Man sieht eben die Gäste nicht als Kunden, wir sind ja in Österreich. Die ÖBB möge einmal nach Japan schauen, was die den Kunden bezüglich Gepäcktransport anbieten.

Mensch01
02
30.1.2010, 20:10
Für ein Provisorium ziemlich gut

Ich find's toll, was die ÖBB da auf die Beine gestellt haben. Dass sie als Provisorium gleich ein kleinen Bahnhof neben den alten großen Bahnhof gestellt haben, find ich beachtlich.

Solange es eine einzige Möglichkeit gibt, barrierefrei umzusteigen, und falls dieser Weg als barrierefrei beschildert ist, find ich die Situation ganz in Ordnung. Weiß aber jetzt nicht, wie's um die Beschilderung tatsächlich steht. Habe selber auch keine Probleme mit Stufen...

Theorie-Praxis
00
30.1.2010, 18:42
nicht nur am Bahnhof

Der neue Zugang zur Schnellbahn, der anläßlich der Schließung am 13. Dezember, eröffnet wurde, hat bis heute noch keinen Aufzug - eine Rolltreppe war ohnehin nie geplant gewesen.

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