"Bereiten uns auf den Tag nach dem Beitritt vor"

29. Jänner 2010 17:56

Kroatien will noch heuer die EU-Verhandlungen abschließen - Kein Kommentar zur Hypo-Affäre

Wien - Seit genau fünf Jahren ist Vladimir Drobnjak Chefverhandler für den EU-Beitritt in Kroatien. In dieser Zeit hat der 53-jährige Jurist sein Land bis auf wenige verbliebene Hürden an die Union herangeführt. Spätestens 2012 will er die letzte davon übersprungen haben, sagte er am Freitag bei einem Besuch in Wien im Gespräch mit dem Standard.

"Die Herausforderungen in er Endphase dieses Prozesses sind die üblichen: Strukturfonds, Regionalförderungen oder das Agrarkapitel. Dazu kommen sehr, sehr strenge Kriterien im Justizkapitel. Aber das werden wir schaffen. Daneben bereiten wir uns schon jetzt auf den Tag nach dem Beitritt vor. Denn wenn wir nicht gleich alle Vorteile ausschöpfen können, ist die Mitgliedschaft nur halb so viel wert." Noch heuer sollen die Verhandlungen in allen 35 Kapiteln abgeschlossen, 2011 der Beitrittsvertrag unterzeichnet sein. Dann, erklärt Drobnjak, müsse man sehen, wie rasch der Ratifikationsprozess in den Mitgliedstaaten vorankomme. Dass könne Zagreb nicht mehr kontrollieren.

Dass etwa Slowenien den Beitritt Kroatiens wegen des Seegrenzenstreits in Istrien doch noch blockieren könnte, glaubt der Chefverhandler nicht. "Unsere Regierungen haben einen Kompromiss gefunden. Wir haben ihn im Parlament ratifiziert, die Slowenen müssen das noch tun. Wir sehen darin die Lösung nicht nur des Grenzproblems, sondern auch anderer bilateraler Streitigkeiten. Das sollte unseren Beitrittsprozess also nicht mehr belasten." Zuletzt hätten sich die Beziehungen zu Laibach nicht nur verbessert, man arbeite auch in verschiedenen Bereichen gut zusammen.

Im letzten Fortschrittsbericht für Kroatien warf die EU-Kommission Zagreb noch immer eine endemische Korruption vor, es gebe zwar Verhaftungen, aber die gerichtliche Verfolgung der Verdächtigen gehe nur sehr langsam voran. Drobnjak dazu: "Wir haben sehr große Fortschritte in dieser Frage gemacht. Die Top-Priorität unserer Regierung in 2010 ist der Kampf gegen die Korruption. Premierministerin Kosor hat erklärt, dass niemand geschont wird."

Die Affäre um die Hypo Alpe-Adria-Bank wollte Drobnjak nicht kommentieren, das sei nicht Gegenstand der Beitrittsverhandlungen. Er kenne keine Details und wisse auch nichts davon, dass der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber Kroatien gedroht habe, es könne Probleme beim Beitritt bekommen, wenn es seinen Markt nicht für die Hypo öffne: "Ich kenne alle Details in den Beitrittsverhandlungen, dieses berührt sie jedenfalls nicht." (Christoph Prantner/DER STANDARD, Printausgabe, 30./31.1.2010)

 

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Lucky Luke 1988
12.05.2010 21:55
die kroaten sollten sich lieber mal

auf die zahlungen und die eingeschränkte selbstbestimmung vorbereiten... wenn die jugoländer mal in der EU sind werdn sie sich wünschen dass tito ausm grab steigt und die piefken wieder aus dem land jagt.

Dr.Neda Caktas
 
18.02.2010 23:45

Nichtsdestotrotz sollte die EU das Beitrittsdatum nicht zu weit nach hinten verschieben, denn: „Kroatien ist das positivste Signal, dass die EU den Ländern des westlichen Balkans geben kann.“

kroate 061
31.01.2010 22:31
abwarten

ob es gut ist für kroatien so schnell in die EU aufgenommen zuwerden bezweifle ich.mit was will kroatien auf dem europäischen markt konkurieren??unternehmen die profitabel waren sind schon längst in ausländischen händen.vielleicht wäre es besser noch 10 jahre zu warten bis man die eigene wirtschaft auf vordermann gebracht hat.als bittsteller hat man immer schlechte karten

Zagreb 1969
30.01.2010 16:28
Kroatien ist bankrott !

Es ist nicht verwunderlich, warum Kroatien so schnell bestrebt ist, in die EU aufgenommen zu werden. Zur Zeit liegt die Wirtschaft am Boden. Die letzten Monate haben alle Cash Reserven in den Unternehmen aufgebraucht. In Kroatien und Zagreb werden Rechnungen zwischen Unternehmen nur mehr in Tauschhandel beglichen (Kompensation).
Alle positiven Prognosen der kroat. Nationalbank für 2010 sind auf den Zufluss von ausl. Kapital aufgebaut. Sollte dieses nicht kommen - sieht es düster aus im schönen Kroatien. Überall kann man lesen, dass es Kroatien nicht mehr aus eigener Kraft schaffen wird, aus der Krise zu kommen. Da müssen natürlich die Fonds und Kapitalquellen der EU angezapft werden. Sonst müsste sich die Politik ein Scheitern eingestehen.

Is Keynes alive?
31.01.2010 18:21
Leider ist

Kroatien bereits bei den Wahlen im April bzw. Mai 1990 gescheitert. Seither geht es sowas von bergab, dass wir uns von diesen Irrfahrt nie wieder erholen werden.

Eigentlich wäre es sinnvoll aufzulösen, es ist ein gescheitertes Projekt!

SilenT EnigmA
31.01.2010 19:41
D3PP

Macinorgo
31.01.2010 19:38

Geh bitte, das einzige was gescheitert ist, ist Tuposlavia. Die Versailler Missgeburt gibts nicht, Hrvatska schon :P

P(h)urger
04.02.2010 22:14

Ach so.Hrvatska existiert. Das heißt Hrvatska ist keine Mißgeburt. Und Hrvatska ist nicht gescheitert.
Frei nach Franz T.: "Imamo Hrvatsku".Da die Leute wahrscheinlich 91-95 für mehr krepiert sind als nur "imati" würde ich an Ihrer Stelle den Post überdenken. Es ging wohl eher um Wohlstand, Demokratie, und eine bessere Gesellschaft.Ob das heutige Kroatien sich so positiv von Jugoslawien unterscheidet wage ich zu bezweifeln.

Macinorgo
08.02.2010 12:54

Das ist wieder typisch für den Morbus Croaticus, sudern, jammern und nie zufrieden sein mit dem Erreichten. Heute ist Kroatien näher an einer funktionierenden Zivilgesellschaft als zu Zeiten Sugoslaviens oder des habsburger Völkerkerkers. Also Ärmel aufkrempeln und ein bisschen mehr Disziplin wäre ratsamer als schmollen. Ich weiß nach Jahrhunderten der Fremdherrschaft, Diktatur und Unterdrückung ist das recht schwer, aber gerade das "imati" ist das Fundament auch für Ihre bessere Gesellschaft. Denn heute gibt es keine Italiener, Deutsche, Ungarn oder Serben auf die man sich leicht ausreden kann. Zivjeli Gospon P.

P(h)urger
08.02.2010 21:30
Der Zweck heiligt die Mittel-Arme perverse Einstellung

Das sog. "imati" ist es aber nicht wert, wenn dabei Frauen vergewaltigt, Kinder zu Waisen oder Leute vertrieben werden.Dann sollte das "imati" doch lieber hinten anstehen.Wenn Sie das gut finden, gibts dafür sicher Medimente.

Macinorgo
09.02.2010 00:47

Nicht so emotional Herr Purger, bitte. Das "imati" ist eine historische Errungenschaft, ein bisschen mehr Respekt und Stolz würden Ihnen guttun. Auch der Opfer willen.

P(h)urger
09.02.2010 09:11

Ich kann Ihren morbiden Gedanken nicht folgen:
Wenn man all das Leid zwischzen ca. 90-95 rückgängig machen könnte, könnte ich sofort auf das "imati" gerne verzichten. Und ich bin mir sicher auch eine Menge Leute in HR BIH und sonstwo.
Ich sag es Ihnen nochmal: Wenn die stolz geschwollene Brust irgendwann abschwellt geht es um Essen, Trinken, Bildung, Dach überm Kopf.Da hilft auch kein Flaggen küssen auf irgenwelchen Burgen.

Z. Ristic
12.02.2010 12:14

Absolut richtig.

Macinorgo
09.02.2010 11:23

Ja das ist ein schöner Gedanke, nur so funktionieren Geschichte und Politik nicht. Es ist errschreckend, wie schnell man die Euphorie und Opferbereitschaft von damals vergisst, und dabei hat man den Krieg gewonnen. Ich könnte nie auf das "imati" verzichten und genauso gerade die Leute, die am Meisten dafür gaben. Eine solche Polemik ist bei einer derartigen Erfolgsgeschichte anderswo unvorstellbar!

Superhoyuelos
23.02.2010 00:25

welchen Krieg hat Kroatien gewonnen, gegen wen?

Macinorgo
24.02.2010 01:17

Den kroatischen Unabhängigkeitskrieg.

P(h)urger
09.02.2010 18:01
Zwecklosc

Sie stehen für das Schwert, mit Blut getränkten Boden, und Gewalt.Nur um das Ziel zu erreichen.Das ist der Unterschied.Ich nicht. Ich denke Sie sind sehr jung, haben keine Kinder, und sehen das alles sehr romantisch.Krieg mit tollen Idealen ist immer lobenswert. Ich lass Sie mal in dem Glauben.Zbogom.

P(h)urger
04.02.2010 17:54

Hrvatska über a...
So redet ein sogenannter Super-Hrvat.
Nix zu fressen, aber Hauptsache Cro Cro Cro bis der Arzt kommt.

Is Keynes alive?
01.02.2010 02:06
Gegen Versailler...

da hat doch Ihr Vorbild aus Braunau auch dagegen gekaempft...

Jugoslawien wurde vor Versailles gegruendet. Aber da haben Sie wohl nicht aufgepasst oder Sie sind in der Schule noch nicht so weit.

Jugoslawien war mehrheitlich gewollt und das u.a. auch bei uns Kroatien und in Zagreb. Aber einer so indokr. Person wie Ihnen brauche ich dass nicht zu erklären.

PS: Lesen Sie einmal nach wer Strossmayer und Racki waren.

kosinac
 
02.02.2010 06:50

Kann mich nicht erinnern, dass das Volk 1918 gefragt wurde, ob es in einem serbisch dominierten Gebilde leben wollte. Also behaupten Sie doch nicht, dass Jugoslawien mehrheitlich gewollt war, nur weil Sie es so gerne hätten.

Z. Ristic
12.02.2010 12:17

Wurde das Volk denn gafragt in einem von Deutschen, Franzosen und Engländern dominierten Gebilde zu leben?

Macinorgo
01.02.2010 11:36

Mehrheitlich gewollt, mehrheitlich ungewollt, das ist bei solchen künstlichen und oktroyierten Gebilden schwer zu sagen bzw. das ist kein Faktum. Was aber eindeutig mehrheitlich gewollt war, ist die Unabhängigkeit Kroatiens. Das ist Fakt und der wesentliche Unterschied zwischen dem autoritären Völkerkäfig und der freien Welt.
Was Indoktrinierung und Gehirnwäsche angeht sind Sie doch der Experte. Zivio i zivjela Hrvatska :P

Z. Ristic
12.02.2010 12:18

Wenn die Unabhängigkeit so wichtig wäre, würde man sie zwecks EU-Beitritt wohl kaum wieder abgeben wollen, oder?

Macinorgo
24.02.2010 01:18

EU und Unabhängigkeit? Handelt es sich vielleicht um eine Verwechslung?

marko serbe
30.01.2010 20:51
Zagreb

Ja und ?

Wer ist nicht Bankrott ?

Deutschland ?

Österreich ?

USA ?

Die Jungs finden schon die Kohle :-)

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