Ex-Technikdirektor sieht sich als Opfer

29. Jänner 2010, 17:47

Der entlassene Klaus Kretschmer will nur einen "Formfehler" begangen haben

Salzburg - Der Endbericht der Münchner Wirtschaftsprüfungskanzlei zum Thema Salzburger Osterfestspiele soll Mitte der kommenden Woche vorliegen. Auf Basis dieses Berichtes wird die interimistische Geschäftsführung - der Anwalt Peter Raue und Bernd Gaubinger, ein ehemaliger Abteilungsleiter der Wirtschaftskammer Salzburg - im Auftrag von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP) eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermitteln und Schadensersatzforderungen gegen den fristlos entlassenen Geschäftsführer Michael Dewitte gerichtlich einbringen.

Burgstaller will zudem als geschäftsführende Präsidentin der Osterfestspiel-Stiftung unverzüglich eine Sondersitzung des Kuratoriums einberufen; man rechnet mit einem Termin Mitte Februar. Auf der Tagesordnung soll die Neubesetzung der Geschäftsführung und die Umstrukturierung der Osterfestspiel-GmbH sein: Das Land und die Stadt Salzburg werden als Geldgeber Gesellschafter.

Neuigkeiten gibt es bezüglich der Sommerfestspiele. Der ehemalige Technikdirektor Klaus Kretschmer hält seine fristlose Entlassung für ungerechtfertigt. Gegenüber den Salzburger Nachrichten räumte er aber ein, trotz Verbotes für die Osterfestspiele gearbeitet und dafür Geld erhalten zu haben. Sich selbst sieht er als "Bauernopfer" , das bei der Suche nach Material gegen den entlassenen Osterfestspiele-Geschäftsführer Michael Dewitte zwischen die Fronten geraten sei. Er habe für die Osterfestspiele gearbeitet, seit diese keinen Technikdirektor mehr hatten. "Was ich geleistet habe, wurde je nach Aufwand abgerechnet. Ich habe Know-how zur Verfügung gestellt und dafür Honorarnoten geschrieben. Es gab nie einen schriftlichen Vertrag, nur mündliche Vereinbarungen." Dass er diese Tätigkeiten trotz klarer Anweisungen nicht gemeldet habe, bezeichnete er als "Formfehler" : "Ich hatte den Eindruck, das sei längst bekannt gewesen und werde geduldet." (trenk, APA, DER STANDARD/Printausgabe, 29./30.01.2010)

nikita nixe
00
selbstmordversuch?

stimmt das?

man of constant sorrow
00
Opfer!

Zeige mir einen beschuldigten, bezichtigten, verurteilten Österreicher, der sich nicht als Opfer sieht, und ich zeige dir einen Ausländer.

boris5
21
31.1.2010, 12:21
Die Politiker und ihre Kulturschickeria, die brauchen sich nicht an Gesetze bzw. Verträge halten;

Wenn man sie dann erwischt, sind sie die armen Bauernopfer. Wieviel verdient dieses Bauernopfer?
Wieviel muss er dafür leisten?
Ist es ein Fulltime-Job, oder kann er tatsächlich noch jede Menge Nebentätigkeiten natürlich entgeltlich ausüben?

Manchmal scheint mir, dass die Bankmanager im Verhältnis zu den Kulutermanagern Waisenknaben sind;

Seria
01
30.1.2010, 21:40

Inkompetenz schützt nur Politiker vor Strafverfolgung

mehrpunschindiekrapferl
00
30.1.2010, 19:27
Tragisch

Wenn die Plitiker einen Schuldigen brauchen, finden sie auch einen; Die eigene Weste muss ja auch immer schön sauber bleiben...

dr. kokos
 
00
30.1.2010, 16:25

wieso musste nach material gegen dewitte gesucht werden? liegt am ende gar nichts gegen ihn vor? steckt da ganz was anderes dahinter?

Weltenbürger Demosthenes
02
30.1.2010, 08:19
Auslassung

Der Bericht sticht durch die Weglassung des wichtigsten Sachverhalts hervor:
Dass der technische Direktor Kretschmer seit 15 Jahren so gearbeitet hat, wie das den Führungsdamen der Festspiele jetzt angeblich ganz neu und bisher nicht bekannt gewesen sei.

Hoffentlich geht das vors Gericht, dann wird man sehen, ob und WER dann schuldig ist.

boris5
00
31.1.2010, 12:18
ist es deswegen erlaubt, Ersitzung eines Rechtes ......

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.