Kunstschnee mit sehr geringer Dichte ist natürlichem Schnee sehr ähnlich
Wien - Eine neue zum Patent angemeldete Erfindung eines Forschungsteams der Technischen Universität (TU) Wien und der Universität für Bodenkultur in Wien (Boku) erzeugt "grünen" Kunstschnee, also naturähnlichen Kunstschnee. Während bestehende Technologien zur künstlichen Schneeerzeugung durch einen hohen Energie- und Wasserverbrauch gekennzeichnet seien und der Kunstschnee aufgrund seiner Konsistenz (gefrorene Wassertropfen) ökologische Nachteile für Flora und Fauna auf Skipisten entstehen lassen könne, mache es die neue Erfindung namens "Dendrite Generator" bei geringerem Ressourcenverbrauch möglich, naturähnlichen Schnee zu erzeugen, also echte Schneekristalle mit hoher Porosität und geringer Dichte, gab die TU Wien am Freitag in einer Aussendung bekannt.
Bau des Prototypen
Im Februar soll der Bau des Prototypen beginnen. Der Bau sei dank "Prize", der Prototypenförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie
und Jugend, auf ein Jahr gesichert. Das Prinzip: Der Behälter besteht aus einem Leichtbaurahmen mit Wandelementen zur Isolierung. Darin werden Bedingungen simuliert, wie sie auch in der Atmosphäre bzw. in Wolken
vorkommen. Die physikalischen Parameter bleiben kontrollierbar. Kalte und feuchte Luft wird im Behälter vermischt, die entstehenden Eiskristalle wachsen durch die ständige
Zufuhr von Feuchtigkeit und werden dabei in Schwebe gehalten.
Auf diese Weise
können aus den Eis-Nuklei ("Eisteilchen") Schneekristalle unterschiedlichster
Art entstehen, wobei bevorzugter Weise dendritische Formen erzeugt werden. Die
fertigen Schneekristalle und Schneeflocken werden am oberen Ende des Behälters
ausgeblasen und in die Umgebung verteilt. Durch die geringe Dichte des Schnees werden keine aufwendigen und leistungsstarken Düsen bzw. Propeller benötigt, um eine gleichmäßige Verteilung im Umkreis zu erreichen, so die TU Wien.
Bei der von ihnen entwickelten neuen Technologie sprechen die beiden Unis von
einer "Revolution in der Beschneiungstechnik". Der geringe Energieaufwand und
die spezielle Technik der Schneeerzeugung würde einen weitreichenden
Einsatzbereich, auch außerhalb von Skipisten, ermöglichen - zum Beispiel in der kleinflächigen Beschneiung in Wohnhausanlagen, Parks oder Schulen wie auch in der Beeinflussung des lokalen Bio- und Mikroklimas. Zudem gebe es keine
Lärmentwicklung. (red)