Wiener Erfindung erzeugt "grünen" Kunstschnee

29. Jänner 2010, 16:19

Kunstschnee mit sehr geringer Dichte ist natürlichem Schnee sehr ähnlich

Wien - Eine neue zum Patent angemeldete Erfindung eines Forschungsteams der Technischen Universität (TU) Wien und der Universität für Bodenkultur in Wien (Boku) erzeugt "grünen" Kunstschnee, also naturähnlichen Kunstschnee. Während bestehende Technologien zur künstlichen Schneeerzeugung durch einen hohen Energie- und Wasserverbrauch gekennzeichnet seien und der Kunstschnee aufgrund seiner Konsistenz (gefrorene Wassertropfen) ökologische Nachteile für Flora und Fauna auf Skipisten entstehen lassen könne, mache es die neue Erfindung namens "Dendrite Generator" bei geringerem Ressourcenverbrauch möglich, naturähnlichen Schnee zu erzeugen, also echte Schneekristalle mit hoher Porosität und geringer Dichte, gab die TU Wien am Freitag in einer Aussendung bekannt.

Bau des Prototypen

Im Februar soll der Bau des Prototypen beginnen. Der Bau sei dank "Prize", der Prototypenförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend, auf ein Jahr gesichert. Das Prinzip: Der Behälter besteht aus einem Leichtbaurahmen mit Wandelementen zur Isolierung. Darin werden Bedingungen simuliert, wie sie auch in der Atmosphäre bzw. in Wolken vorkommen. Die physikalischen Parameter bleiben kontrollierbar. Kalte und feuchte Luft wird im Behälter vermischt, die entstehenden Eiskristalle wachsen durch die ständige Zufuhr von Feuchtigkeit und werden dabei in Schwebe gehalten.

Auf diese Weise können aus den Eis-Nuklei ("Eisteilchen") Schneekristalle unterschiedlichster Art entstehen, wobei bevorzugter Weise dendritische Formen erzeugt werden. Die fertigen Schneekristalle und Schneeflocken werden am oberen Ende des Behälters ausgeblasen und in die Umgebung verteilt. Durch die geringe Dichte des Schnees werden keine aufwendigen und leistungsstarken Düsen bzw. Propeller benötigt, um eine gleichmäßige Verteilung im Umkreis zu erreichen, so die TU Wien.

Bei der von ihnen entwickelten neuen Technologie sprechen die beiden Unis von einer "Revolution in der Beschneiungstechnik". Der geringe Energieaufwand und die spezielle Technik der Schneeerzeugung würde einen weitreichenden Einsatzbereich, auch außerhalb von Skipisten, ermöglichen - zum Beispiel in der kleinflächigen Beschneiung in Wohnhausanlagen, Parks oder Schulen wie auch in der Beeinflussung des lokalen Bio- und Mikroklimas. Zudem gebe es keine Lärmentwicklung. (red)

Kommentar posten
16 Postings
Florian Machl
02
30.1.2010, 17:41

Die großartigen amerikanischen Freunde benutzen inflationär das Wort "grün" was ihrer Ansicht nach "umweltfreundlich" ist. Warum der Standard von einer sinnvollen Übersetzung dieses Modewortes überfordert ist, entzieht sich meiner Kenntnis, erscheint mir als Leser aber insbesondere in einem Titel als höchst unerfreulich.

Reblaus
00
30.1.2010, 17:57
Wo in diesem Artikel

ist irgendetwas amerikanischer Herkunft, was zu übersetzen wäre??
Die Wiener Tu stand letztens noch in Wien, (wahrscheinlich jetzt noch immer) und publiziert in Deutsch, oder?

Veniamin Kostitsin-Teterin II
00
31.1.2010, 11:19
leseschwäche ?

als amerikanismus wird hier das wort, nicht die uni angeprangert.

Florian Machl
00
31.1.2010, 15:53

Sehr richtig. Und nachdem Unis in Österreich zum Glück großteils gute Arbeit leisten, ist zumindest zu hoffen, dass die Arbeit oder zumindest ein Abstract in englischer Sprache verfasst wurden. Ist aber ohnehin irrelevant, da das Wort "grün" in seiner neuen Bedeutung mit ziemlicher Sicherheit über uns drüberschwappen wird, schlußendlich ist es in den USA an jeder Ecke zu lesen - und das seit Jahren.

K R
00
11.2.2010, 02:05
"ist zumindest zu hoffen"


haben sie komplexe bezüglich der sprache goethes?
das ist keineswegs angebracht!

Andreas Zwettler
00
30.1.2010, 16:31

So wie das beschrieben wird ist das ja die goldene Eier legende Woll-Milchsau.

Quintus Beckloeffel
01
30.1.2010, 09:50
"grüner Kunstschnee"

Fehlt nur noch weißer Kunstrasen.

Nick Tameer
00
30.1.2010, 08:14
Konsequent weiterforschen!

In manchen Landesteilen wird man auf blauem Schnee bestehen.

nichtkaefer
00
29.1.2010, 20:42
Hauptsache patentiert

des brauch' ma.

herois
00
29.1.2010, 19:46

klingt langsam,

und warum will ich meine wohnanlage beschneien?

Theo Dor
04
29.1.2010, 20:04

aus purer Bosheit.

plasticfly
00
29.1.2010, 22:07

genau, damit die von gegenüber, die sich immer über Lärm beschwert, ausrutscht

Dyne
00
29.1.2010, 19:29

Kombipräparat : Schnee mit Absynth ?

der kleine prinz
 
014
29.1.2010, 17:31

ach schade. ich dachte der wäre eingefärbt.

Kaerntner_und_nicht-bzoe-waehler
00
29.1.2010, 19:02

bei ihnen schneits ;)

denk mal
01
29.1.2010, 17:04
Und der geringe Ressourcenverbrauch kann spielend über die Stückzahl ("kleinflächige Beschneiung") wettgemacht werden!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.