Velojet: "Heavy Gold And The Great Return Of The Stereo Chorus"
Unfair ist's, wenn vier Komödien in der Kategorie Bester Film antreten und es dann doch wieder das einzige Drama ist, das den Oscar abräumt. Ähnlich sieht's in der Musik aus, wenn eine Band weitgehend ihr Tempo hält und dann ausgerechnet für eine Ballade Beifall kassiert. Aber was soll's: "The Money We Get Is The Price We Pay" ist nun mal ein klasse Song. Und ein bisschen illustriert er auch die Entwicklung zwischen dem zweiten und dem jetzigen dritten Album des Wahlwiener Quartetts.
Keyboarderin Irene Grabherr ist nicht mehr dabei. Durch eine Nach- bzw. Nachnachbesetzung (Katharina Auinger respektive Lisi Neuhold) blieb die Geschlechterparität erhalten, die schon Gitarrenbands wie Lush oder My Bloody Valentine zwecks Pop-Appeal gut zu Gesicht stand. Angeschlagen werden die Tasten nun aber eher im Klavier-Stil oder es wird überhaupt gleich ein Flügel benutzt. Kombiniert mit Chören, Bläsern und Streichern schiebt das den Band-Sound stärker in Richtung Pop klassischer Prägung. "The Money ..." weckt jedenfalls wieder einmal Beatles-Assoziationen - und insgesamt hätte sich "Heavy Gold" in jedem Abschnitt der Musikgeschichte, in dem Wert auf sorgfältigen Songaufbau gelegt wurde, gut gemacht. Erst recht wenn Velojet-typisch von Fuß- auf Handballtempo hochgeschaltet wird: siehe "Don't Lose Your Head" oder "Teenage Lies". (Wohnzimmer/Hoanzl)
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