Korrespondentin des Schweizer Radiosenders DRS machte sich bei Pressekonferenz unbeliebt
Colombo/Bern - Sri Lanka hat einer Schweizer Journalistin, die über
die Präsidentschaftswahlen berichtet hatte, das Visum entzogen. Sie muss das
Land innerhalb von zwei Tagen verlassen. Die Korrespondentin des Schweizer
Radiosenders DRS in Neu Delhi, Karin Wenger, müsse Sri Lanka bis Montag
verlassen, bestätigte Andreas Notter, Sprecher von Radio DRS, am Freitag eine
Meldung der Nachrichtenagentur AFP. Dies werde in einem Brief des
Immigrationsdienstes verlangt.
Eine Begründung sei nicht angegeben worden. Anlass sei offenbar, dass Wenger
bei einer Pressekonferenz der Regierung kritische Fragen zu den Wahlen vom
Dienstag gestellt hatte, führte Notter aus. Sie sei die einzige ausländische
Journalistin bei diesem Termin gewesen. Radio DRS halte die Reaktion der
Regierung in Colombo für unangemessen.
Zweifel an Präsidentschaftswahl
Menschenrechtler hatten die Rechtmäßigkeit der Präsidentschaftswahl
angezweifelt, die der bisherige Präsident Mahinda Rajapakse mit großer Mehrheit
gewonnen hat. Das Informationsdepartement der Regierung Sri Lankas hatte Wenger
ursprünglich eine Akkreditierung und ein Visum bis zum 17. Februar
ausgestellt. (APA/sda)