Die Arbeitslosenrate stieg auf den höchsten Stand seit 1998. Mit über 21 Prozent sind vor allem Jugendliche betroffen
Luxemburg/Brüssel - Die Arbeitslosenrate in der Eurozone ist im Gefolge
der Wirtschaftskrise im Dezember auf 10,0 Prozent gestiegen und hat damit den
höchsten Stand seit August 1998 erreicht. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am
Freitag mitteilte, kletterte die Arbeitslosenquote in der gesamten EU im
Dezember auf 9,6 Prozent - den höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im
Jänner 2000. Im November hatte die Arbeitslosigkeit laut Eurostat in der
Eurozone 9,9 Prozent betragen, in der EU 9,5 Prozent.
Österreich meldete im Dezember eine Rate von 5,4 Prozent an Eurostat (im
November 5,5 Prozent). Dies ist hinter den Niederlanden mit 4,0 Prozent der
zweitniedrigste Stand in der EU.
Nach Schätzung von Eurostat waren im Dezember in der EU rund 23 Millionen
Menschen arbeitslos, davon 15,8 Millionen in der Eurozone. Die höchsten Quoten
verzeichneten Lettland (22,8 Prozent) und Spanien (19,5 Prozent). Alle
EU-Staaten verzeichneten über ein Jahr betrachtet einen Anstieg ihrer
Arbeitslosenquote.
Jugendarbeitslosigkeit bei 21 Prozent
Im Jahresvergleich stieg die Arbeitslosenquote der Männer in der Eurozone von
7,8 Prozent auf 10,0 Prozent und in der EU von 7,5 Prozent auf 9,8 Prozent. Die
Arbeitslosenquote der Frauen nahm im selben Zeitraum in der Eurozone von 8,7
Prozent auf 10,1 Prozent zu und in der EU von 7,9 Prozent auf 9,3 Prozent.
Die Jugendarbeitslosigkeit stieg im Dezember in der Eurozone auf 21,0 Prozent
und in der EU auf 21,4%. Ein Jahr zuvor hatte sie noch 17,0 Prozent bzw. 16,9
Prozent betragen. Die niedrigste Arbeitslosenrate bei Personen unter 25 Jahren
verzeichneten die Niederlande mit 7,6 Prozent, Österreich meldete unverändert
gegenüber November einen Stand von 12,0 Prozent für diese Altersgruppe. Die
höchste Jugendarbeitslosigkeit verzeichnet Spanien mit 44,5 Prozent, gefolgt von
Lettland mit 43,8 Prozent. (APA)