Proteste gegen Chavez bereits den fünften Tag in Folge - Studenten demonstrieren gegen Schließung eines regierungskritischen Kabelsenders
Caracas - Mit Tränengas ist die Polizei in Venezuela am Donnerstag
gegen Tausende Studenten vorgegangen, die gegen die Schließung eines
regierungskritischen Kabelsenders protestierten. Die Demonstranten in der
Hauptstadt Caracas warfen Präsident Hugo Chávez vor, Kritiker mundtot zu machen.
Einige warfen Steine gegen Einsatzkräfte. Die Studenten demonstrierten bereits
den fünften Tag in Folge, nachdem die Behörden am Sonntag den Sender Radio
Caracas Television (RCTV) stillgelegt hatten.
"Wir werden keine weitere Schließung von Medien zulassen, die die Wahrheit
sagen", sagte Studentenführer Nizar El Sakih. Chávez warf den Demonstranten vor,
Gewalt zu schüren. Einige versuchten, das Land "in Brand zu stecken", erklärte
er in einer Fernsehansprache und kündigte ein hartes Einschreiten bei
gewaltsamen Protesten an. Am Montag wurden bei Demonstrationen zwei Jugendliche
getötet, Dutzende Menschen wurden in den vergangenen Tagen verletzt. Chávez
zufolge wurden außerdem am Mittwoch zwei Soldaten in der Stadt Merida von
Unbekannten beschossen und verletzt.
22 Demonstranten festgenommen
In der Stadt Barcelona warfen die Behörden zehn Studenten Störung der
öffentlichen Ordnung vor, wie ihr Anwalt dem Fernsehsender Globovision sagte. Am
Mittwoch war es dort nach Protesten zu Zusammenstößen mit Polizisten gekommen.
Studentenführer Jonathan Zambrano sagte dem Sender, 22 Demonstranten seien in
der Stadt Barinas vorübergehend festgenommen worden. Sie seien wieder
freigekommen, nachdem sich Studentengruppen zu einem Verzicht auf
Demonstrationen bereiterklärt hatten. (APA/apn)