USA fliegen wieder Verletzte aus

1. Februar 2010, 09:10

Scharfe Kritik an mangelnder Koordination der Hilfe - Lebensmittelvergabe vorwiegend an Frauen

Port-au-Prince - Schwer verletzte haitianische Erdbebenopfer können darauf hoffen, wieder zur Behandlung in die USA geflogen zu werden. Ein Sprecher des Weißen Hauses teilte am Sonntag in Washington mit, die USA wollten die ausgesetzten Evakuationsflüge aus Port-au-Prince wieder aufnehmen. Unterdessen startete das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen am Sonntag einen neuen Versuch, in einer großangelegten Aktion Lebensmittel zu den notleidenden Haitianern zu bringen.

Soldaten der UNO-Stabilisierungsmission MINUSTAH, der US-Armee und haitianische Polizisten überwachten die Verteilung. Zunächst wurden keine gewaltsamen Zwischenfälle bekannt. Nach jüngsten Schätzungen sind bei dem Beben am 12. Jänner 180.000 Menschen getötet und etwa 200.000 verletzt worden.

Die Flüge nach Florida waren am Mittwoch ausgesetzt worden, weil die Finanzierung der Behandlung der Verletzten nicht geklärt war. Zuvor hatte sich der Gouverneur des US-Staates, Charlie Crist, bei der Regierung in Washington darüber beklagt, dass die Krankenhäuser an die Grenze der Belastbarkeit geraten seien. Crist forderte außerdem die Freigabe von Bundesmitteln, zusätzliches Personal und Evakuierungsflüge auch in andere US-Staaten.

Verteilungsaktion

An der Verteilungsaktion des WFP sind mehrere internationale Hilfsorganisationen beteiligt, die seit gut zwei Wochen versuchen, Lebensmittel auszugeben, ohne Gewalt nach sich zu ziehen. Erneut werden die 25-Kilo-Säcke mit Reis vor allem an Frauen abgegeben: "Wir verteilen zu etwa 85 Prozent an Frauen, weil sie für ihre Familien sorgen", sagte ein Mitarbeiter der Organisation Goal. "Aber wenn es in einer Familie keine Frauen mehr gibt, werden natürlich auch Männer versorgt", fügte er hinzu. Die Empfänger der Hilfe mussten sich durch einen Gutschein ausweisen.

Im Stadtteil Petionville kam es zu lautstarken Protesten von Erdbebengeschädigten, die keinen Gutschein erhalten hatten. Bewaffnete Sicherheitskräfte hielten eine Menschenmenge hinter einer Barriere zurück.

Das WFP richtet 16 feste Verteilstellen in Port-au-Prince ein. In den kommenden beiden Wochen sollen auf diese Weise zwei Millionen Menschen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die haitianische Regierung hat das Weiterverkaufen von Lebensmittelhilfe für illegal erklärt.

Viele Haitianer kritisieren den Einsatz der zahlreichen Sicherheitskräfte bei der Verteilung. "Die Soldaten schaffen erst Unruhen, weil sie die Leute einschüchtern und arrogant auftreten", sagte ein Beobachter. "Sie behandeln die Bedürftigen wie Unmündige", meinte er. Je länger die Leute auf die Verteilung warten müssten, desto größer werde ihre Sorge, möglicherweise nichts abzubekommen. 

Ausschreitungen

Bei früheren Aktionen nach dem Erdbeben war es mehrfach zu Ausschreitungen bei der Verteilung von Lebensmitteln gekommen. Die Sicherheitskräfte hatten in die Luft geschossen, um die Menge einzuschüchtern. Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele. Das dominikanische Rote Kreuz bringt Lebensmittel in kleinen Einheiten zu den Menschen. Und der Inhaber einer Pizzeria in Port-au-Prince verteilt seit mehr als zwei Wochen Lebensmittel an Bedürftige in seinem Stadtteil. Obwohl keine Sicherheitskräfte im Einsatz sind, ist es dort bisher noch nicht zu Rangeleien gekommen. 

"Viele Länder engagieren sich und haben guten Willen, zu helfen. Aber unsere Regierung wird nicht eingebunden, und man stimmt sich nicht ab", sagte der haitianische Präsident Rene Preval am Freitag am provisorischen Sitz der Regierung in einem Polizeigebäude nahe des Flughafens in Port-au-Prince. "Die Hilfe geht direkt an die ausländischen Organisationen." Die Regierung will demnächst einen eigenen Nothilfe-Koordinator ernennen. (APA)

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Der Ätzer
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Wenn den Haiti-Männern die bei Aufräumarbeiten Rationen und etwas Geld gegeben wird, ist es sicher ein Ansporn.

Wer sich um seine Familie für Essen und Trinken kümmern muß, wird alles tun um dieses Ziel zu erreichen.

Es mag billiger sein, den männlichen Anteil der Bevölkerung umkommen zu lassen, aber am Ende wird es der teuerste Weg sein.

Darum glaube ich solchen Meldungen nicht.

eze eze
 
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Wenn man schon keine Medienberichte verfolgt, würde schon ein bisschen Querlesen in den bisherigen Postings reichen, um daraufzukommen, dass es hier absolut nicht darum geht, die männliche Bevölkerung Haitis "auszurotten" - im Gegenteil, die Männer, die unbrutal und nicht skrupellos sind, werden nun überhaupt erstmals halbwegs reelle Chancen haben, an die ihnen zustehenden Nahrungsmittel zu kommen.

rudi rednose
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Nach bald 3 Wochen sollte man sich doch endlich auf einen

Hauptverantwortlichen geeinigt haben, dann würde auch die Koordination leichter fallen - lauter Kapitäne und keine Matrosen.

Es bestätigt mich in meiner Meinung, dass die USA für Hilfseinsätzen, wo sie federführend beteiligt sind, nur bedingte Eignung aufweisen.

Das Problem dieser Nation beginnt in den Köpfen der Verantwortlichen. Humanitäre Katastrophen lassen sich nicht in monetärem Profit/Verlust für Krankenflüge und ähnliches messen.

die_eidechse
 
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immer ois gratis haben wollen und sich dann a nu beschweren, die voodoo zauberer...

OidaVoda
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sind sie dieser gestörte bischofsanwärter, dessen name mir jetzt entfallen ist?
der der angedeutet hat, dass das erbeben eine strafe gottes sein könnte.

vermieter2
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Haitis Erdbeben, HAARP und das Rote Kreuz

Hugo Chavez behauptet, dass das Erdbeben in Haiti Folge eines Waffentests der USA gewesen ist. Andere Vermutungen gehen davon aus, dass das Beben durch HAARP ausgelöst wurde.

und das Rote Kreuz ?

... "was hat das mit all dem zu tun" werden sich jetzt jene fragen welche die Überschrift gelesen haben

weiterlesen und sich eine eigene Meinung bilden kann / soll jeder selber (der will)... ->

http://wunderhaft.blogspot.com/2010/01/haitis-
erdbeben-haarp-und-das-rote.html

Fisch^^Fisch
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Aua. :(

Alfred Helmer
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James Bond ist keine Doku

Ihnen ist aber schon klar, dass es sich bei "James Bond" Filmen um fiktionales Programm und keine Dokus handelt.

vheissu
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Sehr ...äh... interessant... fehlt nur eine schlüssige Erklärung, wie HAARP Erdbeben auslösen kann.

Srta. Ofelia
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"...Aber unsere Regierung wird nicht eingebunden, und man stimmt sich nicht ab", sagte der haitianische Präsident Rene Preval"

Und das ist auch gut so !

NONE
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Die USA sind absolut überfordert.

MCU
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Und welcher Staat leistet mehr?

die_eidechse
 
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der vatikan. gemessen am seelischen beistand.

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
01
180.000 tote, 200.000 verletzte, gebäude, infrastruktur, kommunikation, straßen, regierung und verwaltung, alles in schutt und asche.

wenn da jemand ohne vorbereitungszeit kurzfristig einspringt und für ordnung im chaos sorgen will, dann geht das natürlich nicht ohne probleme über die bühne. wer da an jedem problem rumkritisiert als wären alle inkompetent, eigennützig und/oder böswillig, der lebt fernab der realität. schon mal selber irgendwas organisiert? ein faschingsgschnas oder so? die proportionen im auge zu behalten sollte nicht zu viel verlangt sein.

die haitianische regierung ist nach wochen(!) kurz davor, einen koordinator zu ernennen, und fühlt sich zu wenig eingebunden?

also bitte erst mal die propaganda einstellen bis sich der staub gelegt hat, dann kann man immer noch die fehler analysieren. jetzt muss man die leute mal arbeiten lassen.

St. Tkocz
 
00
"Propaganda einstellen" ...

... genau, bitte.

Wo bereits Zeit und Ressourcen vorhanden sind, "Maritime Parks" und Fußballstadien zu planen (unter Beteiligung von MINUSTAH, USAID & Co)*, darf wohl Kritik geübt werden, wenn gleichzeitig die absoluten basics nicht funktionieren, nämlich, die Menschen vor dem Verhungern und vor der Ausbreitung von Seuchen mangels sauberem Wasser zu bewahren. Natürlich ... reduziert das die (arme) Überbevölkerung noch ein bisschen mehr ...

* CNN-Bericht: http://tinyurl.com/yajr83d

Wer angebrachte Kritik diskreditiert, redet dem Fakten-Schaffen das Wort - über die Zukunft des Landes, das Selbstbestimmung nach 200 Jahren mehr als verdient hat. Die bisherige Politik war ausnahmslos fremdbestimmt. Wirkliche Recherche lohnt sich ...

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
00

in dem artikel ist eigentlich erklärt, dass es darum geht port au prince (aus plausiblen gründen) nicht mehr so aufzubauen, und da wird halt schon angedacht was man mit zerstörten gebieten hinterher machen kann. von konkreten planungsarbeiten, die die unmittelbaren hilfeleistungen behindern, hab ich da eigentlich nichts gelesen.

das kann man jetzt gut oder schlecht finden, aber wer daraus eine verschwörung konstruiert ist mir suspekt.

St. Tkocz
 
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Lassen wir die Verschwörung beiseite: mir geht es darum, dass Haiti als ein Land von ausnahmslos dummen / ungebildeten, korrupten, gewalttätigen und unfähigen Menschen gesehen wird, die eh selbst nichts Vernünftiges entscheiden können. (Cui bono? )
Diese Menschen beweisen aber seit Ewigkeiten, dass sie sich eben nicht für dumm verkaufen lassen, und jetzt soll wieder über sie hinweg entschieden werden? Zu echter Hilfe gehört Respekt und ein partizipativer Ansatz - wenn schon Selbständigkeit gefordert wird. Und vielleicht auch ein tieferer Blick auf die Ursachen der Unselbständigkeit: ~21Mrd.$ Reparationen an FR von einem überw. agrarischen Land; Embargos; (wahrscheinlich finanzierte) "Rebellionen"; jetzt ein Marshall-Plan ... ?
Cui bono ...?

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
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ok, also wir haben jetzt wirklich keine zeit, über die flächenwidmung von port au prince nachzudenken, um eine erneute übersiedlung zu verhindern. aber für partizipative ansätze ist immer zeit? na da hat jemand andere erfahrungen mit der effizienz von partizipativen ansätzen gemacht als ich...

St. Tkocz
 
00

... da sind wir wieder (fast) beim Ausgangspunkt: Fakten schaffen, weil ja keine Zeit für partizipative Ansätze ist?

Ich hoffe sehr, die Menschheit lernt irgendwann, dass kurzfristige Effizienz langfristig nicht nur schädlich, sondern sogar tödlich sein.

Ich hoffe das, weil ich die Erde mit all ihren Geschöpfen als solche, weil ich das Leben selbst für wertvoll halte.

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
00

also alles was recht ist, aber wenn ich unter einem trümmerhaufen lieg ist mir die US-armee mit schwerem räumgerät lieber als eine sondersitzung des sicherheitsrats...

Horst Schlemmer
26
Verteilung in erster Linie an Frauen

in haiti läuft es wie in den meisten ländern der dritten
welt so, dass sich primär die frauen um die versorgung
der familie mit nahrungsmitteln kümmern.
deshalb liegt es auf der hand, dass die verteilung der
nahrungsmittel-hilfsgüter in erster linie an frauen geht.
wer hierbei eine diskriminierung der männer vermutet,
liegt einfach falsch.
die wahrscheinlichkeit dass männer die erhaltenen
hilfsgüter eher am schwarzmarkt verkaufen würden
ist sehr hoch, zumal die soziale struktur in haiti sehr
speziell ist. viele männer haben mit verschiedenen frauen kinder um welche sie sich nicht immer kümmern, somit wären diese ohne ausreichende
versorgung.

ronny012
 
78
seh' ich ja gar nicht ein...

wieso gib's Hilfe nur für Frauen - haben Männer kein Recht auf Leben - hätte ich das gewußt, hätte ich nichts gespendet!

Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
12

vor ort müssen in katastrophenfällen oft harte entscheidungen getroffen werden.

aber warum muss man sich von hier aus ohne not zum richter über leben und tod aufspielen?

StSteiner
01
Sinnerfassend lesen hilft!

Es geht überhaupt nicht um richten über Leben und Tod, sondern darum, die Nahrungsmittel möglichst ohne Umwege bei den richtigen Adressat/innen ankommen zu lassen. Nicht die Rede davon, dass Männer verhungern müssen:

" Erneut werden die 25-Kilo-Säcke mit Reis vor allem an Frauen abgegeben: "Wir verteilen zu etwa 85 Prozent an Frauen, weil sie für ihre Familien sorgen", sagte ein Mitarbeiter der Organisation Goal. "Aber wenn es in einer Familie keine Frauen mehr gibt, werden natürlich auch Männer versorgt", fügte er hinzu. "

Wenn Sie in Ö einem Sample von Männern und einem von Frauen je einen Sack Reis zukommen lassen: wer, meinen Sie, kann im Durchschnitt mehr damit anfangen? Und warum sollte das in Haiti anders sein?

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