Taliban dementieren geheimes Treffen mit UNO

30. Jänner 2010, 11:54

Sondergesandter Kai Eide soll in Dubai mit den Aufständischen verhandelt haben

London - Die radikal-islamischen Taliban haben Berichte über ein geheimes Treffen mit dem UN-Sondergesandten für Afghanistan, Kai Eide, als falsch zurückgewiesen. "Der Führungsrat betrachtet diese Gerüchte als unsinnig und bar jeder Fakten," teilte die Extremistenorganisation am Samstag auf ihrer Internetseite mit.

UN-Kreisen zufolge haben sich Vertreter der Vereinten Nationen und Kommandeure der radikal-islamischen Organisation am 8. Januar in Dubai zur Vorbereitung von Friedensverhandlungen getroffen. Der im März aus dem Amt scheidende Eide hat bereits erklärt, Anfang Januar habe es keine Gespräche gegeben.

Internationale Rückendeckung für Karzai

Eides Sprecher Aleem Siddique sagte, der UN-Sondergesandte habe sich in der Vergangenheit nicht dazu geäußert, ob er Kontakte zu den Taliban habe, und werde dies auch in Zukunft nicht tun. "Alle Friedensverhandlungen müssen von der afghanischen Regierung geführt werden", sagte Siddique.

Bei der Londoner Konferenz erhielt Afghanistans Präsident Hamid Karzai internationale Rückendeckung für seine Bemühungen um eine Strategie der Wiedereingliederung gemäßigter Taliban. Großbritanniens Premier Gordon Brown kündigte die Schaffung eines internationalen Fonds an, mit dem auch ein Wiedereingliederungsprogramm bezahlt werden soll. Deutschen Diplomaten zufolge wurden dafür 500 Millionen Dollar (358 Millionen Euro) zugesagt, Deutschland will 50 Millionen Euro geben. Für das erste Jahr seien insgesamt 140 Millionen Dollar zugesagt, sagte der britische Außenminister David Miliband der BBC.

"Friedensdsjirga"

Karzai kündigte zudem an, einen Rat für Frieden, Versöhnung und Wiedereingliederung sowie eine "Friedensdsjirga" einzuberufen. Jirga ist die Bezeichnung für ein Treffen traditioneller Stammesvertreter, bei dem nach einer einvernehmlichen Lösung für tiefgreifende Probleme gesucht wird.

Experten erwarten, dass echte Friedensgespräche - wenn es überhaupt dazu kommt - langwierig und kompliziert werden. "Das wird extrem schwierig", prognostiziert Afghanistan-Expertin Citha Maass von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), die unlängst acht Monate im Land verbracht hat. "Das heißt noch lange nicht, dass es in drei Wochen einen Erfolg gibt."

Ob wichtige Teile der Taliban sich überhaupt auf Verhandlungen einlassen, ist ungewiss. Sie sind so stark wie seit 2001 nicht mehr, als westliche Truppen unter Führung der USA einmarschierten. "Die Taliban wissen, dass es eine Exit-Strategie des Westens gibt. Also können sie auch in dem Glauben ausharren, dass die Regierungsposition zum Scheitern verurteilt ist", sagt Farzana Shaikh von der britischen Denkfabrik Chatham House. Der Westen dagegen muss handeln, für ihn gerät die Lage immer mehr außer Kontrolle. (APA/Reuters)

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plasticfly
00
31.1.2010, 11:33

egal was man von der einen oder der anderen Seite hält - wenn schon mal jemand daran denken kann daß Gespräche geführt werden müssen, ( weil einfach draufhauen nur weitere Radikalisierung bringt, und zwar auch bei denen die zu überzeugen wären ) sehe ich das als Zeichen daß der verfahrene Karren sich langsam in die richtige Richtung wendet - zumindest mir scheint das Anlaß zur Hoffnung

Linke Chuzpe
00
31.1.2010, 09:47
Die Nato treffen - mit Raketenwerfern?

Ava Tar
11
31.1.2010, 01:07
Wieder einmal der Lüge überführt, wie tragisch

Gesprochen wurde also nicht mit den Taliban, sondern mit den Vertretern der Bevölkerung, die sich angesichts der westlichen Gebarung den Taliban anschloß

Wieder geht's nicht um Frieden, sondern nur um Schwächung derer, die uns nicht in den Kram passen, um ihre Isolation um den Massenmord voran zu bringen

Wann wurden zuletzt Gefangene gemacht? Wer sich uns entgegenstellt, muß sterben, und da ist uns jedes Mittel recht

Uns Bevölkerung spielt man hinterfotzig Friedensbemühungen vor, damit wir es leiwand finden

Solange die "Bösen" immer wieder die "Guten" der Lüge überführen, wird das "Gute" an den "Guten" äußerst fragwürdig sein

Prof. Wolf
10
31.1.2010, 12:08

Ersten haben die "Bösen" die "Guten" nicht, der Lüge überführt es steht nur Aussage gegen Aussage.
Zweitens Böse erkennt man an ihrem Tun (was die Taliban tun und wo für sie stehen ist bekannt, also sind sie böse) und wer das Böse bekämpft ist gut. Natürlich macht das die Nato nicht ausschließlich gut, aber immerhin besser als die Taliban.
Drittens: Die "Isolation und (wenn nötig) Ermordung" der jennigen die uns ermorden oder versklaven wollen halte ich für Notwehr.

Ava Tar
11
31.1.2010, 13:13

Ad Erstens, es steht die Aussage notorischer Lügner gegen die Aussage von Einheimischen, die's eigentlich nicht nötig haben zu lügen weil die Bevölkerung eh hinter ihnen steht

Ad Zweitens, "was die Taliban tun" ist "bekannt", ja, aus Film, Funk und Fernsehen "bekannt"

Ad Drittens, die Taliban möchten Sie, Herrn Prof. Wolf, also ermorden oder versklaven

Aha.
Ich frag morgen beim Wasserwerk an, was die Ihnen ins Trinkwasser mischen ;o)

Student der Magie
11
30.1.2010, 21:53
am Ende hoffe ich,

dass sich sowohl die radikalen Nato-Staaten als auch die radikalen Taliban besinnen.
Radikalität, ob religiös oder kapitalistisch, ob als diktatorische oder religiöse Diktatur ist immer gegen die Menschen gerichtet, und man möge doch bitte nach so vielen Kriegen, Zerstörung und Leid, sich doch darauf besinnen, worum es auch im Leben geht:

jeder Mensch sollte mM nach das Recht auf ein glückliches Leben in Frieden haben mit Chancen sich zu entwickeln. Deshalb sollten auch alle Bemühungen in diese Richtung führen. Mit Gewalt, Krieg und Unterdrückung erreicht man dies aber nicht, also müsste von allen Seiten diesen 3 elementar gegen den Menschen gerichteten Verbrechen abgeschoren und entsprechend gehandelt werden.

alles andere is Mumpits

johann potakowskyj
 
10
31.1.2010, 04:47
was sie schreiben ist mumpits

... es gibt heutzutage trolls die glauben, hirarchische faschistsiche systeme sind so lustig,w ie die dazugehörigen shooterspiele. die kann man abschalten, diese realen systeme nicht.

wenn man den alten julturellen strukturen in afganistan nachgibt, ist die zahl derer , die dabei ein glückliches leben in ihrem sinn gestalten können, sehr sehr gering.

Naomh
02
30.1.2010, 19:09
irgendwie kommt mir vor..

es hat sich nichts geändert.
Der Raketenschild soll noch immer gebaut werden.
http://derstandard.at/126370632... itsvertrag

Die ehemaligen Verbündeten der USA weigern sich mit ihren alten Geldgeber zu reden (merken das dass Wort nichts wert ist)

Und es sind mehr Soldaten im Irak und Afganistan als zu Zeiten von GW.Bush.
Und in der Nähe von China wird aufgerüstet..
http://derstandard.at/126370634... mit-Taiwan
Irre ich mich? hab gestern eine Doku entdeckt, nicht alles glaub ich, aber wenn nur ein Teil davon wahr ist.. mach ich mir sorgen..
Obama, yes i can..
http://tinyurl.com/y94rrxd

Wieviel Demokratie ist es bitte?
02
30.1.2010, 15:30
Ok, nochmal

Kai Eide, Aleem Siddique, Hamid Karzai, David Miliband, Gordon Brown.

Kennen wir.

Aber warum haben diese radikal-islamischen Taliban mit denen laut den radikal-islamischen Taliban nicht verhandelt wurde, keine Namen und warum haben die radikal-islamischen Taliban die dementierten auch keine Namen?

Das ist der gleiche Schmarrn wie mit Al Qaida.

"Al Qaida hat gesagt, die radikal-islamischen Taliban haben verlauten lassen, blablabkla".

Aber wer ist das genau? Wissen die Verhandler nicht, mit wem sie verhandelt haben, oder weiß es nur die Presse nicht? Und wenn nicht verhandelt wurde, wer hat dementiert?

Wer also sind die radikal-islamischen Dörflers und radikal-islamischen Scheuchs am Hindukusch?

Gelsomina
00
31.1.2010, 01:20

Ich habe mir den originalen Reuters-Artikel angesehen.
http://tinyurl.com/yhhgfvx

Ein Sprecher der Taliban, der sich Qari Mohammad Yousuf nennt, hat verlautbart, dass die Fuehrung der Taliban sich noch nicht entschieden hat, ob sie teilnehmen werden.

Die Website der Taliban ist www.alemarah.info. Ein Teil der Website ist englisch, was ich sehr interessant finde. Offensichtlich finden auch die Taliban Public Relations nuetzlich. Jedenfalls werden Sie auf der Website sicher auch Namen finden.

Es ist also eher die Schuld der APA oder des Standard, dass wir hier keine Namen lesen.

kelchstein
02
30.1.2010, 16:23
Vermutlich waren Osama Bin Laden und der ebenfalls gesuchte Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar bei den Verhandlungen anwesend.

Spielverderber1
02
30.1.2010, 09:16
Ich verstehe das nicht..

Präsident Bush hat doch die bösen Taliban schon vor Jahren besiegt.. kann mich noch gut an die Pressekonferenz erinnern. : )

Carlito336
00
30.1.2010, 11:27
solchen Endsiege hatten wir schon öfter

Sheriff Jack Mauer
22
30.1.2010, 08:43

Mit religiösen (d.h stärkeren) Nazis wird verhandelt mit politischen nicht?

Wenn das der A. gewusst hätte wäre er Moh..... geworden.

Carlito336
00
30.1.2010, 11:30

hast du die letzten 10 jahre in der kuckucksuhr verbracht, oder haben dir die ausdünstungen der PR-Fuzzis vom Bush das hirn vernebelt?

plasticfly
00
31.1.2010, 11:29

scheint sich um mehr als 10 jahre zu handeln

139
02
30.1.2010, 01:26

Wie sieht ein Frieden mit (ja, durchaus pauschal gesagt) religiösen Fanatikern aus?

1116er
00
30.1.2010, 08:14
gegenfrage

wie sieht ein frieden mit (ja, auch pauschal) nicht nur-religiösen fanatikern a la george bush aus?

der wäre klar gewesen: unterwerfung und brav alles tun, was die business-men aus usa so wollen...

139
01
30.1.2010, 14:36

da will ich ihnen gar nicht widersprechen, aber das war für mich jetzt nicht thema
außerdem ist die bushära feinerweise vorbei

kelchstein
02
30.1.2010, 00:55
Ich glaube, dass von den 500 Millionen Dollar 400 Millionen einfach verschwinden werden und die neue Strategie folglicherweise an Geldmangel scheitern wird.

Es sei denn, es werden weitere Millionen für die Wiedereingliederung nach Afghanistan geschickt. Ein Programm, dem die Korruption im Wege zu sein scheint und von daher viel zu langwierig sein wird oder vollends scheitern wird.

Der Alte vom Berge
00
29.1.2010, 23:28
Eine Loya Jierga Pashtu...

...ohne westliche Einflussnahme auf deren Zusammensetzung würde Mr.Karzai zerquetschen wie ein Insekt. ^^

Der Alte vom Berge
02
29.1.2010, 23:24
Mohammed Sahir Baba e Melat,...

...der König von Afghanistan, welcher im Jahr 02 die Loya Dschirga Eröffnete [die nach der Beseitigung des Talibanregimes zur Entscheidungsfindung im Bezug auf die Umgestaltung Afghanistans massgeblich Beitrug] wurde für die folgenden, von Washington inszenierten Spektakel auf Anraten westlicher Experten "Ausgeladen" da diese den alten Mann, vor dem Hintergrund der damaligen Zielsetzung, als Risikofactor Einordneten.

Seit jenen Tagen ist die vom "Westen" zelebrierte Zusammenkunft für nahmhafte Persönlichkeiten wenig mehr als eine Möglichkeit Mr.Karzai zu Demütigen indem der Eingeladene seine Geringschätzung dadurch ausdrückt an Seiner statt einen Eingekleideten Bettler oder seinen Gärtner zu Entsenden.

Mr.Khalilzad lässt Grüssen.^^

Josef Wöss
01
29.1.2010, 21:25

gute strategie, zuerst hoffnung machen und dann fallenlassen und diese talibans mit ihren moralwächtern und frauensteinigern wieder ins boot holen. ihr brauchts euch nicht wundern, dass die leut kein vertrauen mehr haben, weder in afghanistan noch in der westl welt. um mit mundl zu antworten: euch ghört mitn a.. ins gsicht gfoan.

raymond a
31
29.1.2010, 19:37

Obwohl der Afghanistan-Krieg eigentlich der gute Krieg war, den Obama in seiner Agenda ganz oben positioniert hatte, reichen ein paar Terror/Tet-Offensiven aus, und schon würde man das Land am liebsten sofort wieder den “gemäßigten Taliban” in den Rachen schmeißen:

http://aron2201sperber.wordpress.com/2010/01/2... -prophecy/

Student der Magie
03
29.1.2010, 19:02
pfffff, tolle Strategen die, die Nato da am Werken hat:

.) Zersterst überfällt sie Afghanistan und zerbombt es völlig, was Abermilliarden kostet. Zahlen ja eh die Bürger für den Wahnsinn, bei dem Hunderttausende Unschuldige sterben.
.) Dann brauchen sie fast 9 Jahre und haben gerade mal Kontrolle über die Punkte, wo die Pipelines verlaufen sollen, aber sind weit weg das Land zu kontrollieren, oder die Bevölkerung auf die eigenen Seite gezogen zu haben: wie auch? Mit Bomben? Mit Uranmunition macht man sich halt keine Freunde...
.) Und nun sollen die einst von den USA geförderten Taliban-Verbrecher wie einst in der neuen Regierung sitzen: was hätte sich dann geändert zu vor dem Krieg?
Genau, das Land liegt in Trümmern und ist auf Grund der Uranmunition teilweise unbewohnbar
Toller Erfolg;(

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