Wiener Korporations-Ball

Hundert Anzeigen bei Gegenveranstaltung

30. Jänner 2010 08:39
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    Die Polizei hat rund 200 Menschen rund um den Westbahnhof eingekesselt

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    Rund 500 Leute sind anfangs laut Polizei eingetroffen. Sie demonstrierten lautstark gegen die Abhaltung des Balls sowie die Absperrungen der Polizei.

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    Nachdem die Demonstration behördlich untersagt worden war, hatte die Polizei die Auflösung der Versammlung angekündigt.

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    Es gab mehrere Festnahmen, zwischen 150 und 200 Protestierende der anfänglich knapp 500 Menschen rund um den Westbahnhof waren gegen Ende noch am Christian-Broda-Platz eingekesselt.

14 Festnahmen und mehrere Verletzte nach Auflösung der behördlich untersagten Demonstration

Wien - 14 Festnahmen und mehrere Verletzte - so lautet die Bilanz der Auflösung der behördlich untersagten Demonstration gegen den Korporationsball am Freitagabend in Wien. Zudem kam es laut Polizei auch zu Sachbeschädigungen. Zwei Demonstranten zündeten demnach einen Einsatzwagen der Wiener Polizei an und bei einem Geschäftseingang sei durch pyrotechnische Gegenstände ein Brand verursacht worden.

Die Verhaftungen erfolgten laut Polizeiaussendung großteils wegen Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Am frühen Abend hatten sich mindestens 500 Demonstranten zu der Kundgebung gegen den Ball der rechtsgerichteten Studentenverbindungen am Christian-Broda-Platz versammelt. Gegen 20.00 Uhr löste die Polizei die Demonstration Schritt für Schritt auf. Zwischen 150 und 200 Protestierende waren gegen Ende noch am Christian-Broda-Platz eingekesselt.

Lediglich Richtung Stumpergasse gab es einen Ausgang - wer durch die Sperren wollte, musste seinen Ausweis vorlegen: Das betraf nicht nur die Demonstranten sondern auch Menschen, die den Freitagabend für Einkäufe auf der Mariahilfer Straße nutzen wollten.

Der Sprecher der Bundespolizeidirektion Wien, Roman Hahslinger, schätzte im Gespräch mit derStandard.at Freitag Abend, dass sich kurz nach dem Einkesseln noch mindestens 150 Demonstranten und "unter einhundert Polizisten" vor Ort befinden, aber: "Das verschiebt sich immer wieder."

Zwei weitere Kundgebungen friedlich

Der neuerliche Versuch einiger Demonstranten, sich im Bereich der inneren Stadt zu versammeln, wurde von der Polizei unterbunden. Zwei weitere angemeldete Kundgebungen - am Albertinaplatz und im Sigmund-Freud-Park - verliefen friedlich.

Rund einhundert Anzeigen

Jeder, der sich danach noch innerhalb der Absperrung befindet, wurde von der Polizei aufgenommen und angezeigt. Ingesamt gab es rund einhundert Anzeigen. Laut Hahslinger wurden die Demonstranten wegen Verwaltungsübertregung nach dem Versammlungsgesetz angezeigt, nachdem sie sich geweigert hatten, den Versammlungsort zu verlassen. Die Demonstration war zuvor wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit untersagt und aufgelöst geworden.

Heftige Kritik am Polizeieinsatz kam von den Hochschülerschaften der Universitäten Wien und Graz sowie vom Verband Sozialistischer StudentInnen, der Sozialistischen Jugend und der Grünalternativen Jugend. In einer Aussendung der ÖH Wien ist von "massiver Polizeigewalt" die Rede, Demonstranten seien "krankenhausreif geschlagen, angezeigt und bedroht" worden.

Auch der Landessprecher der KPÖ-Wien, Didi Zach, zeigte sich empört über den "Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas" sowie die Verhaftung von Demonstranten. Diese hätten nur "ihren Unmut gegen das Treffen der Creme de la Creme der heimischen und der europäischen rechtsextremen Szene" kundtun wollen.

Augenzeugen-Bericht

Clemens M. befand sich Freitag Abend unter den "Eingekesselten". Er erzählt im Gespräch mit derStandard.at, dass er sich zusammen mit etwa rund 20 anderen Demonstranten in ein Wettcafe innerhalb der abgesperrten Zone zurückgezogen hatte, als die Ausschreitungen begonnen haben. "Die Polizei hat mit ihren Schildern die Tür zugehalten und gesagt, dass jeder, der rauskommt, festgenommen wird." Hinaus sei nur gekommen, wer seine Daten mitgeteilt hätte. Irgendwann musste auch er schließlich wieder hinaus, Toiletten habe es keine gegeben und auch die Luft in dem kleinen Cafe stand schnell. "Sie haben die Tür wieder aufgemacht und langsam wird jeder hinausgelassen, wo seine Daten aufgenommen werden."

Der Vorsitzende der freiheitlichen Arbeitnehmer AUF, FPÖ-Nationalratsabgeordneter Werner Herbert, forderte in einer Aussendung den Rücktritt des Grünen Abgeordneten Karl Öllinger, der laut "übereinstimmenden Berichten seriöser Augenzeugen" an der Kundgebung teilgenommen haben soll. Herbert nannte die Demonstration eine "hemmungslosen Gewaltorgie skrupelloser Aktivisten". Dieses Vorgehen habe "nichts mehr mit Bürgerrechten oder Demonstrationsfreiheit zu tun".

Anzeige: Jarolim gegen Olympia

Im Zusammenhang mit dem Ball hat SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim die Burschenschaft Olympia angezeigt. Das berichtet DER STANDARD in seiner Wochenend-Ausgabe. Der Grund: Die auf der Webpage vertretene Ansicht, dass "Niemals vergessen" dort ihre Berechtigung hat, wo es um Leistungen des deutschen Volkes gehe.

Demonstration untersagt

Eine angekündigte Gegendemonstration vor der Hofburg wurde am Mittwoch polizeilich untersagt. Linke Studentenorganisationen, die Österreichische Hochschülerschaft und die Grünen hatten daraufhin mit heftiger Kritik reagiert (derStandard.at berichtete: "Kritik am Demoverbot beim Burschenschafter-Ball"). (red/APA, derStandard.at, 29.1.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2776
Straches Witzfiguren
09.02.2010 21:17
Das nenne ich treu bis in den Tod!

Claus_W
08.02.2010 23:07
Freie Meinungsäuserung?

This is what democracy looks like
http://www.sprword.com/videos/thisiswhat/

rorschach
08.02.2010 15:11
die kriminalisierung hunderter demonstranten ist ein skandal

schreibts euch das hinter eure mensurzerfetzten ohren - demonstrationsverbot gegen rechtsextreme umtriebe ist ein skandal - auch dieses permanente weinerliche opferbild das von der polizei gezeichnet wird - so als ob eine bis an die zähne bewaffnete polizei mit zwei wasserwerfern hier um ihr überleben kämpfen mußte - und als beispiel wird ein kaputter seitenspiegel und eine eingedepschte Frontscheibe von einem Polizeiauto gebracht - lächerlich

chelene chirsch
08.02.2010 15:31
skandal...skandall...

ich entnehme ihren worten, dass sachzerstörung, gewalt und das ignorieren von verboten e.g. durch skinheads durchaus in ihrem sinne wäre - sowas kann man doch nicht verbieten, ned wahr ?

da bleibt nur noch die frage, wozu es denn überhaupt wasserwerfer, kaputte spiegel und frontscheibe braucht ? warum die aggression gegen die staatsgewalt ?

wenn sie das alles ok finden, protestiere ich halt auch eine runde - sagens halt, wo ich ihr auto finde...

Herr und Frau Österreicher
 
09.02.2010 12:47
"sachzerstörung, gewalt und das ignorieren von verboten e.g. durch skinheads durchaus in ihrem sinne"

Es muss nicht gleich in meinem Sinn sein, doch man kann schon feststellen, dass die Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit (welche den rechtsrechten immer zugestanden wird) höher wiegt, als mögliche Sachschäden! Das ist nunmal so - das nennt man Freiheit!

thorberg
15.07.2010 15:51

die Rechten wissen sich wenigstens zu benehmen,
hab noch nie gehört, dass sie Autos in Brand stecken
und Schaufenster einschlagen. Sind zwar auch nicht
unbedingt meine Freunde, aber immer noch besser als
der linke Mob.

chelene chirsch
09.02.2010 15:33
sie finden den burschenschafterball also in ordnung...

denn dort wurde nichts zerstört und versammlungsfreiheit ist das höchste gut, nicht wahr ?

fein, dann brauche ich nur noch eine erklärung: was sollte die linke randale ?

ausserdem ist das versammlungsrecht immer noch nicht so lax, dass sich einfach 100 leute zusammenschliessen und die strasse auf- und ab marschieren können. dafür braucht es eine anmeldung und genehmigung, die im gegensatz zu den "rechten" den linken definitiv gefehlt hat.

Waxolunist
08.02.2010 08:05

Also wer sich hier aufregt, wegen Verstoss gegen die Demokratie ist ja nicht ganz dicht.

Es gab 2 genehmigte Kundgebungen und eine verbotene. Reichen 2 nicht?

Aber in Zürich macht sich der linke Mob gar keine Gedanken mehr wegen Ankündigung oder Anmeldung. Da wird einfach nur mehr drauf losgeschlachtet.

http://www.20min.ch/news/zuer... y/22256104

Herr und Frau Österreicher
 
08.02.2010 13:40

D E M O N S T R A T I O N S F R E I H E I T!
Das Recht auf Unversehrtheit! Schutz vor staatlicher Willkür! Keine Anklage ohne Straftat! Usw. usf.

Wie hieß das nochmal? Demokratie? hmmm....

Waxolunist
08.02.2010 14:30

Es gibt Demonstrationsfreiheit. Es wurden 2 Kundgebungen genehmigt. 1 nicht. Zurecht, wie sich herausstellte. Es gab Verletzte und Sachbeschädigungen. Das ist keine Freiheit.
Hier gehen einige zu weit.
Das ist nicht mehr rechtens.

rorschach
08.02.2010 15:12
was rechtens ist und was nicht

entscheiden nicht sie

Waxolunist
09.02.2010 06:49

Nein, hab ich auch nicht. Aber der offensichtliche Hausverstand sollte einem sagen, dass auf eine nicht genehmigte Demonstration zu gehen strafbar ist.

Herr und Frau Österreicher
 
08.02.2010 15:00

Auf eine Demo zu gehen, egal ob "erlaubt" oder nicht, ist erstmal weder Anstößig noch "verboten". Es gab einen Polizeikessel! Man konnte nicht weg! Die Polizei hat wahllos angezeigt und wahllos Gewalt angewendet! Wie auch immer die Umstände sind, stimmt bei der Österreichischen Polizei die Wahl der Mittel nicht mit dem Ziel überein. Und wenn ich, nur weil ich auf eine Demo gehe, damit rechnen muss, festgehalten und verprügelt zu werden, dann stimmt was nicht!

Waxolunist
09.02.2010 06:51

Es ist eben nicht gestattet auf eine nicht genehmigte Demo zu gehen. Sonst hätte man sie ja genehmigt. Aber man hat es nicht aus gutem Grund.
Das ist ganz einfach und leuchtet einem 3-jährigen Kind ein, dessen Niveau sie aber noch nicht überschritten haben.
Das ist ganz einfach. Nein es ist nicht erlaubt.
Dafür gibt es Genehmigungen und Regeln. Es gab genehmigte Kundgebungen die friedlich verliefen.
Die Polizei hat offensichtlich nicht wahllos angezeigt.
Hat sich einer der Demonstranten bei den verletzten Polizisten entschuldigt?
Nein.
Die Wahl der Mittel der linken Demonstranten stimmte eben diesmal ganz und gar nicht mit dem Ziel überein.

Herr und Frau Österreicher
 
09.02.2010 12:45

Nein, so ist es nicht! Die Versammlungsfreiheit gilt immer! Eine Demonstration muss im Prinzip nicht mal angemeldet werden. Die Polizei KANN eine bestehende Versammlung auflösen, das bedeutet aber nicht, die Anwesenden einzukesseln und zu prügeln - DAS nimmt man mal als 3 jähriges Kind so an.

Waxolunist
09.02.2010 15:22

Also wo im Gesetz wird eine Unterscheidung zwischen einer Versammlung und einer Demonstration gemacht? Und eine Versammlung MUSS angemeldet werden (siehe Versammlungsgesetz). Diese muss nicht genehmigt werden. Ein Verstoss dagegen ist eine Gesetzesübertretung. DAS leuchtet jedem ein.
Österreicher haben das Recht sich zu versammeln. Das gilt immer. Und das wie ist im Versammlungsgesetz geregelt.
Und die Polizei kann eine Versammlung unter bestimmten Bedingungen untersagen/auflösen. Wenn sich dann die Demonstranten, der nicht genehmigten Demonstration, dagegen mit Gewalt wehren, ist das Widerstand gegen die Staatsgewalt.
Sie versuchen hier sich ihr eigenes Recht zusammenzuschustern.

chelene chirsch
08.02.2010 15:32
"Das Recht auf Unversehrtheit!"

gilt wohl weder für den staat an sich (repräsentiert durch die polizei) noch deren (bzw. durch meine qualität als steuerzahler auch "meinen") materiellen gütern.

wie vertreten sie diese aussage ?

Herr und Frau Österreicher
 
09.02.2010 12:41

Sie vermischen jetzt die behauptete Tat EINIGER DemonstrantInnen mit der Beamtshandlung ALLER DemonstrantInnen!!! Da gibt es keine Legitimation dafür!

r.i.p ernst kirchweger
07.02.2010 15:46

ja die burschis haben eine interessante vergangenheit.arierparagrapfen vor den nazis eingeführt.
ernst kirchweger ermordet, bombenterror in südtirol,
und ehrenhafte mitglieder wie gottfried küssel oder gerde honsik (und andere an der spitze des neonarzismus). darüber hinaus gedenken sie immer noch der nazi-mörder! - am 8.mai wollen sie in wien wieder der "totalen niederlage" gedenken- also am tag der befreiung österreichs vom faschismus!!!! ich möchte an diesem tag alle,die sich hier über die olympia und die andern faschogruppen aufregen, hier posten und auf betroffen machen auf der strasse sehn um diesen naziaufmarsch am 8.mai zu verhindern!!NIE WIEDER!!

*Herr der Fliegen
 
06.02.2010 01:08
Wenn Polizisten DemonstrantInnen einkesseln

kann man auf freiheitsentzug klagen (ab 10 Minuten glaub ich) nur mal nebnbei

Herr und Frau Österreicher
 
08.02.2010 11:40

Mit großer Aussicht auf Erfolg...nur so nebenbei.

chelene chirsch
09.02.2010 12:59

na dann - wenns hilft...

als rechtsstaatliche bürger werdet ihr sicher auch herausfinden können, warum der schwarze block mitmarschiert und wer hier krawall gemacht hat. wenn nicht, kommt die rechnung für den schaden sowie personalkosten wohl gleich mit...

Alexander Reiter
04.02.2010 17:02
An die Pauschalisierer hier:

"Während der Großteil der Teilnehmer passiv sowie friedlich agiert, tauchen immer wieder – meist vermummte – Aufwiegler auf, die durch gezielte Attacken, zum Beispiel auf Polizisten, die Stimmung anheizen und bewußt eine Eskalation provozieren." - sagt notabene die Olympia!

rorschach
04.02.2010 16:43
rofl ist das sowas wie sport in

der fpö-zentrale? immer irgendein rechter troll der ganz oben was schreiben muß ....

na wie auch immer - nicht locker lassen dieses skandalöse vorgehen gehört aufgeklärt ...

Fwd Pol
 
04.02.2010 14:44
für unsere armen demonstranten

mal suchen...

http://www.youtube.com/watch?v=UQ7YYS8U4i4

russland, da gehts zu. aber bei uns sollen ja die polizisten so böse sein und mit dem mord drohen...

mehr handlungsspielraum für die polizei!!!
sturm nach vorne, wenn die meute sich nicht benimmt...
egal links oder rechts...

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