Bauprojekt

Linzer Kunst-Uni - Ja trotz Neins zum Glasaufbau

28. Jänner 2010, 17:53
  • Artikelbild
    foto: apa/krischanitz/ big

    Das Denkmalamt sagt Nein zu den Plänen von Krischanitz für den Umbau der Kunst-Uni Linz. Das Ja zum Vorentwurf erhielt er dennoch

Das Bundesdenkmalamt sagte Nein zu den Siegesplänen - Trotzdem wurde der Auftrag für den Vorentwurf an Architekt Krischanitz erteilt - Laut Denkmalamt muss die Außenansicht unverändert bleiben

Linz - Fast ein Jahr lang passierte nur das eine: Das Siegerprojekt wurde mehr und mehr zerredet. Der Wiener Architekt Adolf Krischanitz wurde im Februar 2009 als Gewinner des internationalen Architektenwettbewerbs für den Umbau der Linzer Kunst-Uni präsentiert. Das war der Anfang vom (vorläufigen) Ende. Denn das Bundesdenkmalamt sagte Nein zu den Siegesplänen. Diese Woche nun erteilte der Eigentümer des Gebäudes, die Bundesimmobiliengesellschaft BIG, auf einmal den Auftrag für den Vorentwurf. Das Wiener Architekturbüro bestätigt dies, will aber sonst keine Details bekanntgeben.

Bau aus der Nazizeit

Die Linzer Kunst-Uni befindet sich in einem Bau aus der Nazizeit, im Brückenkopfgebäude West. Der Platz dort ist zu beengt, weshalb die Uni auch in das zweite, leerstehende Gebäude Ost einziehen soll. An den von Krischanitz geplanten Brückenkopfumbauten stößt sich jedoch das Bundesdenkmalamt. Denn der Architekt will auf die Gebäude gläserne Aufbauten setzen. „Laut Orientierungsrichtlinie der Denkmalpflege muss die Außenansicht unverändert bleiben", begründete Landeskonservator Wilfried Lipp die ablehnende Haltung.

Gespräche mit Denkmalschutz

„Die Krischanitz-Pläne sind aktuell", sagt jetzt, elf Monate später, der Rektor der Linzer Kunst-Uni, Reinhard Kannonier. Im Zuge der Leistungsvereinbarung der Uni mit dem Wissenschaftsministerium im Dezember habe es grünes Licht für „die Detail- und Kostenplanung gegeben", erklärt Kannonier. Und die BIG bestätigt, dass sie das Büro Krischanitz mit dem Vorentwurf beauftragt habe. Im Herbst sei mit Ergebnissen zu rechnen. Zudem sollen Gespräche mit dem Denkmalschutz und der Stadt Linz, die das Projekt von Anfang an unterstützt hat, geführt werden.

Adaptierung der Höhe möglich

„Ich bin optimistisch, dass auch die Glasaufbauten realisiert werden", meint der Uni-Rektor. Eine Adaptierung der Höhe wolle er nicht ausschließen, grundsätzlich benötige die Uni aber die neuen Räume. So sollen in den Glasaufbauten der Aktsaal und Veranstaltungsräume Platz finden.

„Ich werde mich nicht zu irgendwelchen präjudiziellen Äußerungen verleiten lassen", antwortet Landeskonservator Wilfried Lipp dem Uni-Rektor. Bisher sei weder die BIG noch Krischanitz an ihn herangetreten, um Fragen des Denkmalschutzes zu klären. Deshalb gelte nach wie vor: Keine Glastürme auf die geschützten Brückenkopfgebäude. (Kerstin Scheller, DER STANDARD Printausgabe 29.1.2010)

Kommentar posten
12 Postings
David-Lauritz
11
Unverschämtheit!

Die unnötigen Glaskobeln gehören verhindert, weil sie das Gesamtesemble zerstören. So wie man den Karlsplatz in Wien zerstört hat, will man nun auch den Linzer Hauptplatz ruinieren.

Die SPÖ hat bei den letzten Wahlen massiv verloren. Wie deutlich muss man ihr noch klarmachen, dass sie nicht gegen die Bevölkerung regieren kann. Wir brauchen keine Geschmackserziehung von oben.

max winter
00
29.1.2010, 15:36

Das Siegerprojekt hält sich nicht an die Vorgaben die von den übrigen Wettbewerbsteilnehmern eingehalten wurden - und gewinnt.

Die "Verlierer" werden sich verar...t vorkommen.

Typisch Ö. wie schon Alfons Haider mit Verlaub festgestellt hat: ein versch.. Land

chefverhandler
00
18.3.2010, 17:47

sind die vorgaben für den wettbewerb irgendwo einsichtlich? würde mich interessieren, ob dem wirklich so ist.

max winter
00
29.1.2010, 11:45

das Projekt von Arch.Krischanitz hat den Wettbewerb gewonnen hält sich aber nicht an an die Bedingungen die von den übrigen Wettbewerbsprojekten sehr wohl einzuhalten waren.
Also muß sich jeder Mitbewerber verarscht vorkommen
- frei nach A.Haider: Ö ist ein versch..... Land

sag nüt
00
29.1.2010, 11:05
Denkmalschutz in Linz ???

Da werden die letzten Gründerzeitbauten am (Hessenplatz, Lederergasse, etc.) geschliffen die Voest tut auch was sie will, auf der Gugl verschwinden Villen aus den 30ern usw. und jetzt hat sich der Herr Lipp einfach in seiner Meinung verrant ..... das würde dem Hauptplatz richtig gut tun .... oder die Kunstuni geht wieder in die Tabakwerke und und die Big muss sich da neue Mieter suchen ..... wird sicherlich ganz ganz einfach bei den Auflagen.....

natoll
10
29.1.2010, 11:31

na um die gründerzeithäuser ist aber ned wirklich schad.

ka-r-li
00
29.1.2010, 13:44

seit wann is 30er gründerzeit?

natoll
00
29.1.2010, 13:53

die dinger am hessenplatz sind niemals in den 30ern erbaut worden.

ka-r-li
00
30.1.2010, 07:06

keine ahnung, bezog mich nur auf den text

Gij bent'm
33
29.1.2010, 09:49
glasaufbauten gut.

diese totalitären nazibauten brauchen die glaskisten dringend - platz und gebäude erhalten so eine zeitgemäße aufwertung, die werden dringend gebraucht. der platz ist miefig. ich weiss nicht, was der landeskonservator sich aufregt. es wird ja nichts abgerissen, sondern nur verbessert.

far out
56
29.1.2010, 07:32
Katastrophe

Das kommt dabei raus, wenn die Provinz progressiv sein will: während man europaweit erkennt, dass diese glaskobel, weil nicht menschgerecht, nicht funktionieren, verschandeln die linzer noch schnell ihren hauptplatz damit.sauteuer, energiefressend, potthässlich - her damit!

chefverhandler
00
18.3.2010, 17:52

in der weltmetropole wien würds das nicht geben!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.