Österreich lässt es an Verantwortung für Elefanten missen

31. Jänner 2010 17:09

Tierschützer beklagen liberale Haltung zum Elfenbeinhandel - Elefantenschicksal in entscheidender Runde

Brüssel/München - Das Schicksal des Elfenbeinhandels und damit insbesondere der Elefanten kommt demnächst in eine entscheidende Runde. Die Europäische Union legt am Dienstag ihre Position für das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) fest. Diese Konferenz findet im März statt.

Zentrales Thema ist dabei der Antrag Tansanias und Sambias, 110 Tonnen Elfenbein aus ihren Beständen zu verkaufen. 17 afrikanische Staaten haben bisher die EU zur Beibehaltung eines strengen Elefantenschutzes ermahnt, daneben appellieren auch zehn Tier- und Artenschutzorganisationen speziell an Österreich, von seiner liberalen Haltung abzukommen.

Lockerung als" fatales Signal"

Obwohl seit 20 Jahren weltweit ein Verbot für Elfenbeinhandel besteht, wurde dies seither systematisch gelockert. "Es gibt in Afrika noch große Lagerbestände, die seit 2007 vier Länder verkauft haben", erklärt Daniela Freyer, Biologin bei der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Derzeit drängen Tansania und Sambia darauf, auch ihre Bestände lockern zu dürfen. "Das wäre allerdings ein fatales Signal an die Wilderei, die dadurch in mehreren Staaten weiter steigen und gesellschaftsfähig werden würde", so die Expertin.

Der afrikanische Elefant ist als "gefährdet" eingestuft und verschwand etwa in Sierra Leone im Vormonat durch Wilderer völlig. Wie verbreitet die Elefanten-Wilderei bereits derzeit in den beiden Ländern ist, zeigen DNA-Analysen der University of Washington. 11,6 Tonnen des illegalen Elfenbeins, das in den vergangenen zwei Jahren in verschiedenen Ländern beschlagnahmt wurde, stammt demnach aus Tansania. Das lässt auf 30.000 getötete Elefanten allein aus diesem Land schließen. "Da die Gewinne dieses Handels und auch die Korruption in diesen Ländern sehr hoch sind, beteiligen sich oft sogar Wildhüter an diesen Jagden", berichtet Freyer.

Stimme der EU

Um ihren Elfenbeinverkauf zu legalisieren, benötigen Tansania und Sambia eine Herabstufung des Schutzstatus ihrer Bestände im CITES-Abkommen. Bei der Verhandlung über die entsprechenden Anträge Ende März in Doha spielt die EU eine wichtige Rolle. "Die EU tritt bei CITES als gemeinsame Stimme auf, muss ihre Position jedoch noch festlegen, was am 2. Februar im Europaparlament geschehen soll", berichtet Freyer. EU-Parlamentarier gehen davon aus, dass sich Europa im Falle der ausbleibenden einheitlichen Position der Stimme enthalten wird.

Österreich

Auch der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) forderte Österreich und die Europäische Union auf, sich aktiv für einen konsequenten Elefantenschutz einzusetzen und jede Aufweichung desselben zu verhindern. Gerade in jüngster Vergangenheit hätten österreichische Regierungsvertreter eine EU-Position für den konsequenten Schutz der Elefanten mit verhindert. "Mit seiner Haltung gefährdet Österreich das Überleben der Elefanten in Teilen Afrikas", so Peter Pueschel, Elefanten-Experte des IFAW. "Anstatt den Elefantenschutz aufzuweichen, müssen die grauen Riesen konsequenter geschützt werden. Wenn Österreich den Schutz verhindert, trägt es auch die Verantwortung für die dramatische Abnahme der Elefantenbestände."

Bisher trat Europa als wichtiger Elefantenschützer auf, so trat erst 2008 ein Moratorium in Kraft, das den Elfenbeinverkauf für neun Jahre verbietet. Diese Vereinbarung steht jedoch auf dem Spiel, so Freyer. "Während Deutschland, Polen, Ungarn und Rumänien signalisiert haben, hinter dem Handelsverbot zu stehen, wackelt die Position von England und Österreich. Österreich wird zwar den Abverkauf ablehnen, beurteilt die Herunterstufung jedoch grundsätzlich positiv." Begründet sei diese Haltung durch den hohen Einfluss der Jagdtrophäen-Lobby im zuständigen Ministerium, klagt die Tierschützerin. (pte/red)

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DirtyHarry
02.02.2010 12:42


Wenn man die Überschrift liest, dann muss man lachen. Österreich soll jetzt auch schon für Elefanten verantwortlich sein - kopfschüttel

Sollte in den nächsten Tagen eine Sternenkollision stattfinden dann ist Österreich auch daran schuld...

merz1
 
02.02.2010 14:26

wenn ich ihr post lese muss ich lachen.keine bange österreich ist für überhauptnix verantwortlich-siehe hypo und co...wär ö ne person-dann würd sie die ganze zeit rumlaufen und plärren "er/sie war schuld ich hab ja nix gmaaacht"...na und sie wissen eh wie solche leute nerven...

t-bonesteak
01.02.2010 23:26
lagerbestände

d.h. elfenbein von bereits nicht mehr existenten elefanten. warum das nicht verwerten?

Dark Funeral
09.02.2010 14:24

weil die wieder aufgefüllt werden....

HomerJ
01.02.2010 21:06

Da ist Österreich einmal liberal und dann passt es erst recht wieder nicht

Don schlau on
01.02.2010 19:26
warum überschwemmt man den Markt nicht mit historischen Elfenbein

aus Mammutgräbern. So das da frische Elfenbein stark an Wert verliert?

thomasthomasthomas
01.02.2010 17:34
"11,6 Tonnen des illegalen Elfenbeins, das in den vergangenen zwei Jahren in verschiedenen Ländern beschlagnahmt wurde, stammt demnach aus Tansania. Das lässt auf 30.000 getötete Elefanten allein aus diesem Land schließen."


Und wie wird aus der Menge des beschlagnahmten Elfenbeins auf die Zahl der getöteten Elefanten geschlossen?

duke box
02.02.2010 22:08

vielleicht durch zählung der stoßzähne.

thomasthomasthomas
03.02.2010 12:10

Sofern der Stoßzahn eines Elefanten mehr als 19 dag wiegt, kann man von 11,6 Tonnen Elfenbein in Form von Stoßzähnen durch bloße Zählung dieser Stoßzähne schwerlich auf 30.000 Elefanten kommen :-)

Offensichtlich wurde hier mit irgendwelchen Dunkelziffern gearbeitet; die Frage ist, mit welchen. Und die daran anschließende Frage wäre: Wie seriös ist eine solche Berechnung?

duke box
03.02.2010 13:04
Sofern der Stoßzahn eines Elefanten mehr als 19 dag wiegt,...

wieso sollten sie, die sind ja hohl :-)

im ernst, die 11,6 tonnen sind ja nur die beschlagnahmte ware. da wird vielleicht aus erfahrungswerten hochgerechnet, wieviel die polizei nicht erwischt hat.

Erisian Liberation Front
01.02.2010 13:14
Österreich lässt es an Verantwortung für Elefanten missen

So ein Blödsinn, wir haben ganze Parteien voll von denen und dann noch die staatsnahen Betriebe.
Österreich ist ein Paradies für Elefanten.

Gerhard Eigner
01.02.2010 12:11
Österreich lässt es an Verantwortung für Elefanten missen

ja, das ist mir auch schon aufgefallen. besonders im zillertal. genauso wie beim ameisenbären und mekong-delfin.

kalinka karechta
01.02.2010 11:17
Warum vergräbt man die Elefanten nicht für Lawinenexperimente im Schnee?

W.Hammerl
01.02.2010 13:57

Das ist doch klar. Weil man viel größere Löcher graben müsste als für Schweine.

baiping
01.02.2010 10:59
Deutschkurse für alle!

Österreich lässt es missen!
Österreich - lässt es missen?
Österreich - lässt es Missen!?
Vermissen? Verlassen? Es?
Österreich hat Verantwortung für die Elefanten dieser Welt! Lasst sie nicht fehlen!

soamist
 
01.02.2010 15:53
du miesmacher

Gerhard Eigner
01.02.2010 12:08
österreich lässt es mehrmals pro jahr missen

miss austria
miss oö etc.

Lernens Geschichte sprach Kreisky
01.02.2010 00:03
Ministerien sollten clean bleiben und sich nicht von Lobbies beeinflussen oder unterwandern lassen!

der bunte faschist
31.01.2010 23:10

das bild hat mich jetzt an würschtl am grill erinnert, beim flüchtigen drüberschaun.

dass österreich nicht dagegen stimmt, hat ganz einfach mit der großen jägerschaft und deren lobbying in der övp zu tun.

TanteMitzi
31.01.2010 19:05
Jagdtrophäen-Lobby

Hört sich bei den Elefantenstosszähnen die Idee des Tierschutzes für die Lodenjanker im "Lebensministerium" auf ?

leser 4712
31.01.2010 18:04
was soll das

sich wichtig machen und nur dann auf tierschutz pochen, wenn es persönlich angenehm ist.
wenn diese össis schon wichtig über "das sind wir unseren kindern schuldig" reden, elefanten, menschenaffen, wildkatzen oder nashörne müssen beschützt und erhalten werden!

t-bonesteak
01.02.2010 23:28
etwas weniger emotional betrachtet

könnte man einwenden, dass das vorhandensein von elefanten, tigern, nashörnern, etc. für österreich völlig egal ist.

dritter mann
 
01.02.2010 00:26
Und was bitte,

tut Österreich diesen Elefanten an? - Reflexschmarrenposting.

Rhodan73
01.02.2010 11:12

Artikel lesen, denken ... und dann posten!

dritter mann
 
01.02.2010 23:30
Lieber Rhodan,

ist schon in Ordnung und wir meinen es eh alle gut. Aber man sollte sich schon auch ein Bild an Ort und Stelle wie z. B. in Kenya machen. Nicht genug Futter für unsere geliebten Dickhäuter, die alles ratzeputz wegfressen, was in erreichbarer Nähe ihrer Rüssel ist - also verbrannte Erde hinterlassen, wo immer sie zugange sind und waren. Gezielte Abschüsse wären im Interesse anderer Tierarten wie Giraffen längst geboten, scheitern aber, solange die vorherrschende Devise lautet, dass das nicht sein darf und die Elefanten um Unsummen eher ins Hochland abzusiedeln sind. - Also: Machen Sie sich doch selbst einmal an Ort und Stelle ein Bild davon, ehe Sie hier klugscheissen.

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