"Endeavour"-Start

Fünftletzte Reise eines Shuttles hat begonnen

8. Februar 2010, 10:24

Am Sonntag musste der "Endeavour"-Start wegen dichter Wolken verschoben werden - Mit an Bord ist das Verbindungsmodul "Tranquility"

Washington - Der Space-Shuttle "Endeavour" ist mit sechs Astronauten an Bord zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Die Raumfähre hob am Montag um 4.14 Uhr Ortszeit (10.14 Uhr MEZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Es sei ein brillanter Nachtflug, sagte ein Sprecher der US-Raumfahrtbehörde NASA. Ein Startversuch am Sonntag war wegen schlechten Wetters abgebrochen worden. Es war der letzte Nachtstart und die fünftletzte Reise eines Shuttle insgesamt.

Die sechs Astronauten sollen letzte Bauteile zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Dabei handelt es sich um das Verbindungsmodul "Tranquility" (Ruhe) und eine Aussichtskuppel, die der Besatzung einen Rundumblick zur Übersicht der Roboter-Arbeiten und freie Sicht auf die Erde bietet. Die "Endeavour" soll 13 Tage im All bleiben. Für die Frau und die fünf Männer an Bord hat die Nasa drei Außeneinsätze geplant.

Der "Endeavour"-Besuch soll die ISS für ihre Bewohner noch mehr als bisher zu einem "Zimmer mit Aussicht" machen. Denn im Gepäck befindet sich das "Tranquility"-Modul, das letzte aus den USA stammende Teil für die Station. Die in Italien hergestellte Einheit bietet der Crew nicht nur zusätzlichen Platz und beherbergt hochmoderne Systeme zur Aufbereitung von Wasser und Herstellung von Sauerstoff, sondern verfügt auch über eine Aussichtskuppel mit sieben Fenstern, die den ISS-Bewohnern künftig unter anderem wissenschaftliche Beobachtungen gestattet.

Ausbau der Raumstation

Mit der Installation von "Tranquility" ist die Raumstation zu rund 90 Prozent komplett. Für den "Anbau" des Moduls sind insgesamt drei Außeneinsätze der Astronauten vorgesehen. Die Kuppel ist eineinhalb Meter lang, misst drei Meter im Durchmesser und wiegt fast zwei Tonnen. Fensterläden sollen das Spezialglas vor Meteoriteneinschlägen schützen, wenn niemand die Kuppel nutzt.

Am 19. Februar soll die "Endeavour" zur Erde zurückkehren. Nach der 13-tägigen Reise der "Endeavour" zur Internationalen Raumstation ISS sind noch vier Shuttle-Flüge geplant, bevor die "Arbeitspferde" der NASA gegen Ende des Jahre endgültig eingemottet werden.

Die letzten Shuttle-Flüge

Der letzte Shuttle-Flug findet voraussichtlich im September statt. Es gilt, noch so viele schwere und große Ersatzteile und Instrumente wie möglich mit den Raumfähren zur Internationalen Raumstation zu schaffen, denn anders als die Shuttles können die russischen Sojus-Transporter kaum große Lasten transportieren. Dies können auch automatische Transporter aus Europa (ATV) und Japan (HTV) nicht, die bereits erfolgreich an die ISS angedockt haben.

Seit Jahren gelten die US-Raumfähren als altersschwach und als Sicherheitsrisiko. Chronische Startverzögerungen der drei verbliebenen Vehikel "Atlantis", "Discovery" und "Endeavour" sind die Folge. Immer wieder sind Treibstofftanks oder Tanksensoren daran schuld. Ein Teil der Shuttle-Technik stammt noch aus den 60er Jahren. Shuttle-Kritiker sprechen geradezu von einem Geburtsfehler: Die Vehikel seien zu anfällig, weil schlichtweg zu kompliziert. (APA/red)

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11 Postings
LCD
10

OT:
"gegen Ende des Jahre endgültig eingemottet werden."
"des Jahre"???

BTT:
Die Russen haben schon vor Jahren erkannt dass diese art von Shuttles unsicher ist, und ihr einziges Exemplar "Buran" eingemottet.

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10
Bei denn Russen war's wohl eher das (fehlende) Geld

das zur Einstellung des Buran-Programms geführt hat.

yotix
 
00

... und natürlich die Erkenntnisse, die auch die russische Raumfahrtbehörde aus der Boebachtung der Probleme der US-Shuttles gezogen hat: Konzept nicht wirtschaftlich, einstellen.

Wehleidiger Indianer mit Höhenangst
06
28.1.2010, 17:51

Cool, der Start ist am Sonntag um 10:39 unserer Zeit! Sollte man sich auf nasa.tv Live anschauen, ist ein Erlebnis! War 1x live in Floriada dabei (STS-123) und DAS ist erst ein Kracher!

Thomas Felder
10
31.1.2010, 17:06

schade nur dass nun ein technologischer rückschritt erfolgt

Truthlobby
01
stimmt nicht,

Die Shuttles waren nach Meinung nahmhafter Raumfahrttechniker/Raumfahrer eine Fehlentwicklung. Bislang fehlen der Menschheit geeignete Materialien um ein "echtes" Raumschiff herzustellen wie sie es aus Science-Fiction Filmen kennen. Fragen sie Ulrich Walter an der TU-München!
Orion wäre eine sinnvolle Lösung für Mondprogramme, die Umsetzung ist momentan leider mehr als fraglich.

aRoma
00
Orion wurde mittlerweile auch storniert.

Die Shuttles werden ins Museum wandern,
ein eigenes Kapitel im Buch der Geschichte erhalten.

Und in 20 Jahren werden div. Verschwörungstheoretiker behaupten, es hätte sie nie gegeben.

LCD
32

Ach wo, nicht nur bei den Werkstoffen happert es noch, sondern auch an Technologie.
Wir haben zwar schon Möglichkeiten hochfeste Hüllen herzustellen, die den Anforderungen des Weltraumflugs genügen, aber nur bis zu bestimmten Geschwindigkeiten. bei 0.50c (halbe Lichtgeschwindigkeit) prallt jedes Staubkorn mit der Wucht einer Atombome auf die Hülle, deswegen braucht man für echte Raumschiffe:
Schutzfeld-Generatoren
Gravitationsfeldemitoren (alternativ müßte das Schiff konstant rotieren)
Trägheitsdämpfer (Das wohl schwierigste was zu entwickeln ist)
Space-Drive Antriebe
Quantenverschränkungs-Kommunikationsvorrichtung
Sensoren hoher Reichweite
Einiges auf der Liste haben wir bereits in Grundlagen erforscht, andere Sachen dauern noch etwas.

Club-der-dichten-Toten
00
bei 0.50c (halbe Lichtgeschwindigkeit) prallt jedes Staubkorn mit der Wucht einer Atombome auf die Hülle,

Ähem, da ist aber eher nicht der Schutz der Hülle, sondern das Erreichen dieser Geschwindigkeit das Problem...

kann man Glück shorten?
02
und den Flux Kompensator nicht vergessen!

denn: Unsere Wissenschaftler träumen vom Mars der 228 Mio. Km entfernt ist. Mit halber Lichtgeschwindigkeit müsstest Du wahrscheinlich schon bremsen bevor du überhaupt noch Gas geben hast.
;-)

da ist wohl a bisserl die Fantasie mit Dir durchgegenagen.

Mucosaprolaps
00

a) Schutzfelder und Strahlenschilde sind pure Scifi,
b) Gravitation künstlich erzeugen? *hust*
c) Rotieren lassen? Wie gehts dir nach 10 min in einem Ringelspiel?
d) ... klar, damit man nicht wochenlang mit 2 bis 3G beschleunigt, baut man einfach ein Kastl, das die Naturgesetze vorübergehend ausschaltet, klappt ja in Star Trek auch :)
e) Noch höhere Reichweite?

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