Facebook kriegt es nicht und nicht hin

28. Jänner 2010, 12:28
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    Facebook-Gründer Marc Zuckerberg

Benutzer können ihre Privatsphäre nicht einfach kontrollieren

Interessanter Nebenaspekt zum Google-Konflikt mit der kommunistischen Regierung in Peking: Seit ein paar Wochen ist Facebook in China wieder zugänglich. Das soziale Netzwerk war seit dem vergangenen Sommer (2009) gesperrt und konnte allenfalls über Umwege erreicht werden (auch die große chinesische Internetmauer hat Löcher).

Was das genau zu bedeuten hat, ist schwer abzuschätzen, möglicherweise findet es das Regime besser, beobachten zu können, was Dissidenten so treiben, als sie in den Untergrund zu drängen, wo ihre Aktivitäten schwerer kontrolliert werden können.

Facebook kriegt es nicht hin

Abgesehen von China: Obwohl sie ständig daran herumschrauben, kriegt Facebook es nicht und nicht hin, seine Benutzer auf einfache Art und Weise ihre Privatsphäre kontrollieren zu lassen.

Es stimmt zwar, dass man für jede einzelne Statusmeldung, für jedes Bild oder für die Angaben zur Person bestimmen kann, wer sie zu Gesicht bekommt. Und man kann jede Meldung, jedes Bild jederzeit wieder löschen - eine nicht geringzuschätzende Qualität. Facebook versichert, dass es damit auch aus den Indizes diverser Suchmaschinen verschwindet, falls man seine Einträge nicht ohnehin vor der Neugier von Google & Co verbergen will (eine Einstellung, die irritierenderweise nicht Standard ist, sondern erst vorgenommen werden muss).

Mühsam

Aber diese Einstellungen sind so mühsam, dass selbst ständige User sie schwer durchschauen. Statt automatisch bei jedem Eintrag zwingend definieren zu müssen, für wen ein Text oder ein Bild bestimmt ist, geschieht dies über Listeneinstellungen. "FreundInnen" können Listen zugewiesen werden, und für jede Liste kann eine andere Einstellung gelten, was die Betreffenden sehen können oder auch nicht.

Aber diese Listeneinstellungen zu finden und wiederzufinden ist mühsame Sucharbeit. Ebenso beim Upload von Bildern: Wenn man nicht nachkontrolliert, kann es leicht sein, dass ein Upload vom Handy plötzlich für alle sichtbar ist. Listen und Einstellungen sind offenbar für die allermeisten Benutzer weiterhin ein spanisches Dorf - man braucht nur mal unter "FreundInnen" fragen, wie viele diese Funktion verwenden.

Und so weiter. Die einfache Antwort, die manche Menschen darauf geben, ist diese: Facebook nicht verwenden. Stimmt natürlich. Aber man verzichtet damit auf eine gute Möglichkeiten, Kontakt zu anderen zu halten oder auf Informationen aufmerksam zu werden, die man nicht selbst gefunden hätte. Darum ist uns Facebook, auch wenn wir nicht dafür zahlen (aber durch Nutzung dem Betreiber ermöglichen, Geld zu verdienen), einfachere Lösungen schuldig. Facebooks Chefingenieur Mike Schroepfer beteuert, dass das soziale Netzwerk den Schutz von Privatem als sein wichtigstes Anliegen ansehe. Man wird sehen; jedenfalls wäre ein hoher Preis zu zahlen, wenn dies nicht gelingt: eines Tages wieder in der Versenkung zu verschwinden. (helmut.spudich@derstandard.at, DER STANDARD Printausgabe, 28. Jänner 2010)

 

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flux.
10
31.1.2010, 21:28
manche facebook user kriegen es einfach nicht und nicht hin

sollte es mmn nach heißen!

aber dann wär sich nicht der "im-3tage-rhythmus-facebook-bashing" artikel ausgegangen.

was ist daran sooooo schwer?

http://tinyurl.com/y8944f8

oh yeah, just eat 'em!
11
30.1.2010, 12:41

Wie immer ist Hirn der beste Schutz. Ich gehe einfach nicht davon aus, dass irgend etwas, das ich dort poste, vor irgend wem geschützt ist und fertig. my_drunken_projectile_vomit.jpg wird einfach nicht gepostet. Und schon hat sich das. Wie auch bei Viren und so weiter hilft mitdenken.

Die Polterer von wegen 'ich brauche das nicht!' finde ich immer wieder lustig. Das sind dieselben, die haben sich schon bei der Einführung des elektischen Stroms breitbeinig hingestellt, die Arme verschränkt und dieselbe Litanei abgelassen.

Fox77
12
29.1.2010, 17:31

"man verzichtet damit auf eine gute Möglichkeiten, Kontakt zu anderen zu halten oder auf Informationen aufmerksam zu werden, die man nicht selbst gefunden hätte." Gibt's da etwa keine Wege um Facebook herum?? Email? Newsgroups? Zeitungen? ICQ? Simple Chat? (Notfalls auch) MySpace oder LinkedIn?? Kaffeehäuser? Telefon/SMS? Mit alle Respekt für andersdenkende: ...Ich brauche WIRKLICH kein Facebook...

oh yeah, just eat 'em!
01
30.1.2010, 13:07

Ja, und MySpace oder LinkedIn machens anders... sehr schlau. Auch Kontakthalten mit Freunden über Newsgroups, ja, das funktioniert, vor allem außerhalb der Totalmegaübernerdszene. Und die eigene Erbostheit so atemlos-überg'scheit präsentiert noch dazu. Das ist immer ein Zeichen des wahren Kenners der Materie.

Fox77
00
30.1.2010, 16:10

Ja, Myspace und LinkedIn machen es ein wenig anders. "Notfalls" war auch meine Wortwahl. ...und erbost oder übergscheit bin ich auch nicht. Ich respektiere andersdenkenden. Bin nur mitteilungsbedürftig, aber das sind wir hier doch alle.

Super-Zyniker
00
29.1.2010, 21:41

@Fox77

> Ich brauche WIRKLICH kein Facebook

Richtig erkannt.
Ich brauche den Schrott ebenfalls nicht.
Wenn man WIRKLICH der ganzen Welt etwas mitteilen oder sich präsentieren will, kann man das nach wie vor konventionell über eine persönliche Homepage tun.
Pubertäre Freundschaftsspielchen, wo meist ohnehin nur Belang- und Sinnloses gepostet und fragwürdige Fotos etc. veröffentlicht werden, führen dazu, daß dies Jahre später, wenn die daraus folgenden Konsequenzen den Spaßfaktor längst ersetzt haben, meist sehr bereut wird.
Nur ist es dann eben zu spät.
Soziale Netzwerke sind und bleiben eben wie öffentliche Plakatwände - auch wenn komplizierte und nicht immer wirksame bzw. umgehbare Sicherheitseinstellungen etwas Anderes suggerieren.

Jon Tomes
00
29.1.2010, 12:28
Ganz einfach:

Pseudonym verwenden.

Nachteil: man wird nicht von den Volksschulkollegen gefunden. Kann aber auch Vorteil sein.

Zoltan K.
02
29.1.2010, 11:22
Ich bin wenigstens ehrlich.

Mein FB Profil dient zu 99% der Selbstdarstellung.

Ringweltler
00
29.1.2010, 13:32

endlich mal einer, der es zugibt. wie ich damals single war, hab ich auch ein Profil auf studi/meinvz gehabt. auch zur selbstdarstellung um mädls zu finden (mit erfolg!).

Gut informierter Leser
02
29.1.2010, 13:10
99% Selbstdarstellung

...und wozu dient das letzte Prozent? ;-)

drumherum gibts nix
11
29.1.2010, 11:10

ich versteh die ganze FB diskussion eigentlich nicht....
1. man muss gar nix angeben bzw. preisgeben
2. jeder der beitretet macht das freiwillig
3. natürlich macht FB kohle mit jedem der dabei ist
4. ...und btw jeder der im internet surft sich wo anmeldet oder online shoppen geht hinterlässt spuren
uuhhhhh angst haben ...geh bitte was wollns denn

die manipulation durch medien hat schon lange vor FB begonnen, siehe google....

sorry kann die ganze panik und angst mache nicht mehr nachvollziehen, der GLASMENSCH wurde schon längst geboren und von uns adaptiert,.....oder fährt von euch niemand mehr auf urlaub z.B.: in die USA oder nach Australien aber auch Thailand ist ganz gut bei INfosammeln

so long der pirat der unterwelt

natoll
02
29.1.2010, 11:20

wenn man entwicklungen kritiklos hinnimmt werden sie rasant schlimmer.

geruetzel
00
30.1.2010, 14:52

ja und posten im standardforum hilft, oder was?

Ringweltler
00
29.1.2010, 13:34

richtig! aber das ist scheinbar die neue generation - dass man immer alles hinnimmt. "ja kann man eh nix machen" "ja wird scho irgendwie passn"

drumherum gibts nix
00
29.1.2010, 11:29

...es geht doch net um enwicklungen die man unreflektiert hinnimmt,....hast du dir schonmal ueberlegt das es durchaus sein koennte dass die tschickautomaten die jetzt deine EC Card wollen bevor sie dir ein packerl geben,..einfach die daten auch an die krankenkasse weiterschicken könnten,...wird noch nicht passieren aber möglich ist es...

...also es geht eher um das bewusstsein machen, so wie man ist sich bewusst das man 145 km/h und net 130 auf der autobahn fährt,....ein gewisses hirnvolumen ist natürlich schon voraussetzung

Cerberus303
00
29.1.2010, 10:27
ich find die einstellungen...

... eigentlich ganz einfach... ein bissl mitdenken sollte man schon draufhaben, find ich. Die Systematik ist logisch und wenn man bedenkt, wie groß das Kontaktvolumen bzw. der Freundepool werden kann, sind sie auch sinnvoll und überleg umgesetzt. Keine Ahnung, warum es da solche Aufregungen gibt. Die einzige Schweinerei, die mir seit der letzten Änderung aufgefallen ist - man kann sich bei den Einstellungen, wie man gefunden werden kann, nicht mehr ganz abnabeln - mindestens Freunde von Freunden können einen finden. Vorher konnte man sich sein eigenes überschaubares Netzwerk bauen und gegen angrenzende privat halten - jetzt regnets Friendsanfragen, die ich persönlich garned wollte...

parisienne10
01
29.1.2010, 11:29

Fanseiten und Freundesliste kann aber jeder sehen ... das finde ich eine Schweinerei. Ich hätte mein Profil gern GANZ privat!

Ringweltler
00
29.1.2010, 13:36

verständlich. aber dann wäre es ja wie ne private homepage, welche gratis ist. und das ist nicht im sinn von facebook.

eisenkreuz
03
29.1.2010, 09:40
gendering

bei facebook wird niemals das wort "FreundInnen" verwendet, es ist immer nur von "Freunden" die rede. die mehrzahl von freund/freundin wird nunmal mit der dritten person in männlicher form als plural ausgesprochen und lautet somit FREUNDE.

Kojote46
00
29.1.2010, 11:08
..

mal ganz abgesehen von den ganzen anderen Rechtschreibfehlern in diesem Artikel...

freezingbreath
01
29.1.2010, 10:49

eigentlich müsste man sich als Mann aufregen, dass man kein eigens Wort für die Mehrzahl besitzt sondern das Mehrzahlwort für beide gender benutzt wird xD

Ringweltler
01
29.1.2010, 13:39

ja richtig. am anfang, wie dieses Gender gekommen ist, hab ich gerne MitarbeiterInnen geschrieben - um dem ganzen Ausdruck zu verleihen. aber nun nervt es schon tierisch und du hast recht, es stehen dann eigentlich die frauen dann im Vordergrund. Bevor das ganze Gender-Zeugs kam, dachte ich bei "Mitarbeiter" und "Leser" immer an uns alle - Menschen (egal ob bubi oder mädi) ... naja ....

Ringweltler
15
29.1.2010, 10:28

das gendering nervt echt total!!!!!!

vanessa79
01
29.1.2010, 13:19

Mich auch!!! Dieser Gendering-Wahn ist sowas von Unsinn und entstellt unsere Sprache nur!

Ringweltler
02
29.1.2010, 14:52

oh und das von einer Frau - aber wäre eh quatsch, wenn man glaubt, dass alle Frauen dafür sind. Ich denke, die klugen Frauen würden sich eher über ein gleiches Gehalt freuen, als eine MitarbeiterIn zu sein.

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