Rede zur Lage der Nation

Obama erklärt Jobs zum wichtigsten Thema

28. Jänner 2010 06:24
  • Die gesamte Rede Obamas

Der US-Präsident räumte Fehler ein - Versprochener "Change" kam nicht schnell genug - Nur geringer Anteil der Rede zur Außenpolitik

Washington - Nach einer Reihe von Rückschlägen ist US-Präsident Barack Obama mit einer kämpferischen Rede zur Lage der Nation in die Offensive gegangen. In seiner vom US-Fernsehen übertragenen Ansprache vor beiden Kongresskammern erklärte er am Mittwoch (Ortszeit) den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zum Schwerpunkt seines nächsten Amtsjahres. Zugleich nahm er die oppositionellen Republikaner in die Pflicht, an Reformprojekten wie der von Obama geplanten Gesundheitsreform mitzuarbeiten.

Wirtschaftspolitik Priorität

Wie erwartet, verschob Obama mit der Rede seine politischen Prioritäten hin zur Wirtschaftspolitik. Er betonte jedoch zugleich seine Entschlossenheit, sein wichtigstes Wahlkampfversprechen, jedem US-Bürger eine Krankenversicherung zu ermöglichen, umzusetzen. "Geben Sie die Reform nicht auf. Nicht jetzt. Nicht, wenn wir so kurz vor dem Ziel stehen."

Fokus Arbeitsplätze

"Unser Fokus muss 2010 zuerst auf Arbeitsplätzen liegen", sagte Obama vor dem Kongress. "Die Menschen haben keine Arbeit. Sie leiden. Sie brauchen unsere Hilfe." Von den Abgeordneten verlangte er, ihm sofort ein Gesetz zur Schaffung neuer Jobs vorzulegen. Obama kündigte das Ziel an, innerhalb von fünf Jahren die Exporte verdoppeln zu wollen, um die Beschäftigung anzukurbeln. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote bei zehn Prozent, dem höchsten Wert seit Jahrzehnten.

Einfrieren von Haushaltsposten

Angesichts der hohen Verschuldung seines Landes sprach sich Obama zudem für ein dreijähriges Einfrieren bestimmter Haushaltsposten aus. Um das Budgetdefizit in den Griff zu bekommen, werde er notfalls von seinem Vetorecht Gebrauch machen, betonte Obama.

Regulierung der Finanzmärkte

Der US-Präsident bekräftigte seine Pläne für eine strengere Regulierung der Finanzmärkte. Er werde jeden Gesetzentwurf zurückweisen, der keine "wahre Reform" bedeute. Gegenüber der Wall Street hatte der US-Präsident bereits in den vergangenen Wochen kein Blatt vor den Mund genommen und die Banker wegen ihrer riskanten Geschäftspraktiken für die Wirtschaftskrise mitverantwortlich gemacht.

Es gehe nicht darum, die Banken zu bestrafen, sagte der Präsident. "Ich bin daran interessiert, unsere Wirtschaft zu schützen." Das könne nur geschehen, wenn es einen Schutz gegen dasselbe leichtsinnige Verhalten gebe, das beinahe die gesamte Wirtschaft zum Zusammenbruch gebracht habe. Zugleich verteidigte Obama das Rettungsprogramm für die Banken. "Wir alle haben das Bankenprogramm gehasst", sagte der Präsident. "Es war ungefähr so populär wie eine Zahnwurzelbehandlung." Aber er sei er mit dem Versprechen angetreten, nicht nur das zu tun, was populär, sondern was notwendig sei.

Gesundheitsreform in Gefahr

Die Gesundheitsreform in ihrer bisherigen Form ist seit der Nachwahl eines Senatspostens für Massachusetts in der vergangenen Woche in Gefahr. Die oppositionellen Republikaner gewannen bei der Abstimmung ihren 41. Sitz in der Kongresskammer und können nun mit ihrer Sperrminorität wichtige Reformvorhaben blockieren.

Obama forderte die Republikaner auf, den US-Bürgern zu zeigen, "dass wir gemeinsam erfolgreich sein können". Er warf dem politischen Gegner vor, aus wahltaktischen Grünen die Verabschiedung von Gesetzen verhindern zu wollen. "Keine Partei sollte Gesetzesvorhaben verzögern oder systematisch zu verhindern suchen, nur weil sie es kann", sagte er.

Zuversichtlich zu Afghanistan

Kurz vor Beginn der Afghanistan-Konferenz in London zeigte sich Obama zuversichtlich, dass der internationale Einsatz in dem Land ein Erfolg wird. Mit der Aufstockung der US-Truppen und den verstärkten Bemühungen um eine Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte komme man dem Ziel näher, die Truppen ab 2011 schrittweise wieder nach Hause zu holen, ergänzte er.

Außenpolitisch sprach er von einer wachsenden Isolation Nordkoreas und des Irans wegen deren nuklearer Ambitionen und richtete eine Warnung an an Teheran. "Wenn die iranischen Führer weiter ihre Verpflichtungen ignorierten, dann sollte es keinen Zweifel daran geben: Auch auf sie (wie Nordkorea) werden stärkere Konsequenzen zukommen."

McCain enttäuscht

Obamas Rivale bei der Präsidentenwahl 2008, John McCain, zeigte sich von der Rede enttäuscht. Der Präsident habe wiederholt seinem Vorgänger George W. Bush die Schuld gegeben, statt sie auf sich zu nehmen, sagte der Senator der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Experten zeigten sich zurückhaltend. "Der Teufel steckt im Detail", sagte Andrew Neale von Fogel Neale Wealth Management zu den Job-Plänen des Präsidenten. "Eine Rede zu halten und die Dinge geschafft zu kriegen, das sind zwei sehr verschiedene Sachen."

Die Demokraten verloren seit November drei wichtige Wahlen. Die Niederlagen spiegelten die eine Unzufriedenheit über die langsame Wirtschaftserholung wider. Obama wird angelastet, sich zu sehr auf die Gesundheitsreform zu konzentrieren und sich zu wenig um die wirtschaftlichen Nöte der Menschen zu kümmern. Im kommenden November stehen die nächsten Kongresswahlen an - die Demokraten fürchten herbe Verluste. (APA/Reuters)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 295
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Wahl 2010
02.02.2010 09:39
macht nix

schulden sind sozial
© spö

F S 3
01.02.2010 23:24
16 Lügen in 7 Minuten…




http://www.breitbart.tv/16-lies-i... breakdown/

Aber das FS3 muß eingestehen, daß es der gute Mann nicht leicht hat. Schließlich ist ja das G'schichterl mit seinem wahren Geburtsort noch immer nicht ganz ausgestanden. Seit voriger Woche beim OGH.

elle(s)
30.01.2010 00:31
http://www.msnbc.msn.com/id/211345... 7#35147797

wie der präsident versucht, 'bipartisan' zu agieren.
it looks sincere to me. and passionate.

der Ringe
29.01.2010 17:26

Steve Jobs ? oder wen jetzt ?

Chien de Pique
29.01.2010 17:47

Etwa jedes dritte Posting besteht aus diesem kongenialen Witz.

WU-ler
29.01.2010 15:16

Obama, der Mann der seine Seele an den Teufel verkauft hat.

http://video.google.com/videoplay... on+deutsch

Grillparzer
29.01.2010 17:19
Vielen Dank für diesen Link, WU-ler.

Ich hab' mir den Film nur zur Hälfte anschauen können, bin etwas geplättet. Die darin geschilderten Bilderberg-Assoziationen sind ja keineswegs neu; aber so dicht wurden sie meines Wissens noch nie präsentiert. Wasserfeste Beweise und "smoking guns" fehlen halt, sind aber aufgrund der etablierten Bilderberg-Strukturen vermutlich nur unter Gefahr für Leib & Leben zu beschaffen.
Es steht einem buchstäblich das Hirn. Aber wer, der noch an Demokratie und unveräußerliche Menschenrechte glaubt, mag sich damit abfinden, dass (beginnend mit Carter) alle US-Präsidenten nur Marionetten waren? Von einer "1984"-ähnlichen Weltregierung im Wartestand an straffen Fäden dirigiert?
Wenn man aber die Marionetten in der EU und ihren Ländern betrachtet ...

Grillparzer
29.01.2010 14:20
Was die europäische Presse ...

... geflissentlich in Obamas Rede überhört hat: Er setzt auf Kernenergie und will sofort etliche Dutzend Milliarden Greenbacks dafür lockermachen:

http://www.bloomberg.com/apps/news... 7VY11v6aMw

Ich halte dies zwar für einen vernünftigen und logischen Schritt, besonders wenn man auf die CO2-Gehirnwäsche hereingefallen ist wie Obama und die gesamte EU — aber in Europa wird es zweifellos ein Aufheulen geben.
Als hätte der arme Kerl nicht eh schon genug Tsores.

freilife
29.01.2010 14:19
Was haben Obama und Steve Jobs gemein?

Für beide ist das Hauptthema: Jobs

Christian S
29.01.2010 11:50
Wäre ich US-Amerikaner und Anhänger der Republikaner

ich würde bei den nächsten Wahlen unbedingt Obama wählen.

Nach einem Jahr Obama sind die USA republikanischer als jemals zuvor.

Die Kriegspolitik wurde fortgesetzt, sogar noch verstärkt. Budgets für Homeland Security, Geheimdienste und USAF florieren. War on terror wurde und wird im Bewusstsein der Bevölkerung präsent gehalten. Unternehmen dürfen nun endlich ohne Beschränkungen Kampagnen unterstützen; der Weg in die Oligarchie wurde damit endgültig frei. Im neuen Budgetvorschlag wird -wenn man genau hinsieht- nur bei den Kleinen eingespart.

Und diese ganzen linken Sachen (Gesundheitsreform, Arbeitslosigkeit usw.)... darüber wird eh nur schön geredet. Reden darf er ja, solange er nix tut.

Der beste republikanische Präsident seit Nixon!

xEurocent
29.01.2010 15:12
Man könnte auch sagen:

Der Irak-Krieg wird gerade beendet.
Der Afghanistan-Krieg hätte längst beendet sein können, wenn der Irak-Krieg nicht gestartet worden wäre.
Die Phrase "War on Terror" wurde aus dem Weißen Haus verbannt.
Die Entscheidung des Supreme Court hat nichts mit Obama zu tun, sondern mit den fünf konservativen Höchstrichtern die von den republikanischen Präsidenten in der Vergangenheit eingesetzt wurden. (Die von Clinton und Obama bestimmten haben dagegen gestimmt.)
Arbeitslosengeld wurde verlängert, Mittelklasse bekam Steuersenkungen, die Reichen zahlen wieder mehr. (Bush Tax-Cuts sind im neuen Budget nicht mehr enthalten.)

Was wollen sie also mit ihren Lügengeschichten? Er ist ganz sicher nicht perfekt, aber es wäre schlimmer mit McCain/Palin.

Odo
30.01.2010 13:56
Die Phrase "War on Terror" wurde aus dem Weißen Haus verbannt.

Bis Ende letzten Jahres. Aber nach dem versuchten Terroranschlag in Detroit nahm Präsident Obamas Pressesprecher Anfang des Jahres wieder den Begriff "War on Terror" in den Mund. Auch Obama sprach vom "Krieg gegen Al Kaida".

Der Abzug der US-Truppen aus dem Irak bis Ende 2011 wurde von Präsident George W. Bush mit der irakischen Regierung vereinbart. Obama setzt den Abzug nur um. Im übrigen wäre der Abzug nicht möglich, wenn sich Obama mit seiner Position 2007 durchgesetzt und es keine "Surge" gegeben hätte.

Und was die Steuersenkungen George W. Bushs für die "Reichen" anbelangt. Da hatte Obama im Wahlkampf versprochen den US-Kongress dazu zu drängen, diese vorzeitig aufzuheben. Nun lässt er sie lediglich Ende 2010 auslaufen.

xEurocent
30.01.2010 16:01

Im übrigen wäre der Abzug nicht möglich, wenn sich Obama mit seiner Position 2007 durchgesetzt und es keine "Surge" gegeben hätte.

--
Und was wäre gewesen, wenn sich Obama mit seiner Position von 2003 durchgesetzt hätte?


Und ja, die Sache mit den Bush Tax-Cuts war ein weiteres Entgegenkommen von Obama in Richtung Republikaner auf Kosten seiner liberalen Basis. Und wie haben sie es ihm gedankt?

WU-ler
29.01.2010 15:19

googlen sie doch mal nach der doku "the obama deception". vielleicht ändern sie dann ihre meinung...

xEurocent
29.01.2010 15:42

Warum genau soll ich mir einen von Rechtsextremisten erstellten Propagandafilm ansehen? Und wieso sollte dieser meine Meinung ändern? Ich verachte diese Leute bereits jetzt schon, da brauch ich mir nicht ständig ihre Werke ansehen.

Das Posting von oben enthält übrigens nur eine einzige Zeile mit meiner Meinung, nämlich dass ich glaube, dass es unter McCain/Palin schlechter wäre. Der Rest sind objektiv nachweisbare Fakten, keine Meinungen.

WU-ler
29.01.2010 20:13

leider weiss ich jetzt nicht genau, wen sie als rechtsextremisten bezeichnen? etwa menschen, die etwas dagegen haben, dass ihnen systematisch alle menschenrechte und freiheiten weggenommen werden? hm. komische sicht der dinge. ich würde ihnen trotzdem empfehlen sich die doku anzusehen. mag sein, dass sich dadurch ihre meinung nicht ändert, es schadet aber nicht mal über den tellerrand zu schauen. in diesem sinne...

Sheriff Jack Mauer
29.01.2010 13:45


Nur weil einem linke europäische Jammerlappen zujubeln ist man noch lange,lange,lange kein fähiger Politiker.

Die jubeln doch allen Lügenbaronen zu die ihnen irgendwas versprechen.

Da hilft nur Lagavulin!
29.01.2010 10:26
Steve Jobs?

Gerhard Bichler1
29.01.2010 09:26
Die Jobs sind das wichtigste Thema.,.

Deshalb wurde auch die AlQaida erfunden, damit ein Heer von einfachen Menschen mit Sicherheitsüberprüfungen auf Flughäfen, als Soldaten in Irak, Afghanistan, Pakistan, Jemen und Hunderten von Auslandsstützpunkten, als Folterknechte in AbuGhraib, Guantanamo und zahlreichen Geheimgefängnissen, als Arbeiter in der Rüstungs- und Überwachungsindustrie usw. beschäftigt werden können. Ohne Krieg gegen den Terror würden die meisten Amerikaner nur mehr beschäftigungslos in ihren Slums herumlungern und auf Sozialhilfe dahinvegitieren. Gepriesen seien Clinton, Bush und Obama, die das Volk mit Versprechungen und Lügen an der Nase herumführen und beschäftigt halten damit es auf keine revolutionären Gedanken kommt.

cochon
29.01.2010 09:17

Obama erklärt Steve Jobs zum wichtigsten Thema?

Mostbluzer
29.01.2010 09:02
ja der friedensnobelpreisträger

US-Präsident Barack Obama will im kommenden Jahr sieben Milliarden US-Dollar für die Aufrechterhaltung des Kernwaffenpotenzials bereitstellen. Das sind 600 Millionen mehr als die vom Kongress im vergangenen Jahr gebilligte Summe. Das teilte US-Vizepräsident Joe Biden in einem auf der Webseite der Zeitung Wall Street Journal veröffentlichten Beitrag mit.

gibt sicher ein neue jobs im atomwaffenbusiness ...

Christian S
29.01.2010 12:03
Indianer würden sagen: Obama redet mit gespaltener Zunge!

Überall, wo man genauer hinschaut, merkt man: Obamas reale Politik ist das genaue Gegenteil von dem, was er sagt.

In Prag erzählt er uns von seinen Visionen einer atomwaffenfreien Welt. Alle sind gerührt ob dieser edlen Absichten.
Tatsächlich aber ist es vor allem sein eigenes Militär, das sich nicht vom nuklearen Potential verabschieden will. Und Obama steckt denen sogar mehr und mehr und immer mehr Geld in den Hintern.

Man bekommt den Eindruck: Steht der Typ auf der Bühne, lässt er all seinen edlen und schönen Gefühlen freien Lauf und redet von Frieden und Abrüstung.
Sitzt er dann im Büro seinen Beratern und Generälen gegenüber, ist er plötzlich wieder ganz brav auf deren Linie und erlaubt jede Militäraktion und Budgeterhöhung.

Kritifaxe
29.01.2010 18:42
Tatsächlich aber ist es vor allem sein eigenes Militär, das sich nicht vom nuklearen Potential verabschieden will

Genau das Gegenteil ist der Fall, oh Christian#

short cut
29.01.2010 09:01
das wird dem Steve freuen...

Jobs - kann man nicht deutsche Wörter verwenden?

soziales netz
29.01.2010 11:01

schon. so ist es aber noch viel coolerer.

siehe: http://de.wikiquote.org/wiki/Jil_Sander

war schon immer so!

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