STANDARD-Interview

Zähe Klimaverhand­lungen mit den Ländern

Johanna Ruzicka, 27. Jänner 2010 17:49
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    Foto: standard/matthias cremer

    Will noch heuer ein Klimaschutzgesetz: Umweltminister Berlakovich.

Für klare Ländervorgaben beim Klimaschutz spricht sich der zuständige Minister Nikolaus Berlakovich aus. Die Umsetzung in ein Gesetz ist allerdings mühsam

Für klare Ländervorgaben beim Klimaschutz spricht sich der zuständige Minister Nikolaus Berlakovich im Gespräch mit Johanna Ruzicka aus. Die Umsetzung in ein entsprechendes Gesetz ist allerdings mühsam.

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STANDARD: Derzeit findet in Wien eine Konferenz - Wachstum im Wandel - darüber statt, welche wirtschaftlichen Kennzahlen anstelle des BIP treten könnten. Steht es um das BIP so schlecht?

Berlakovich: Ich will die Diskussion darüber führen, ob der Wohlstand einer Gesellschaft sich nur vom BIP her ableiten soll. Nämlich vom derzeitigen Mengenwachstum. Es gibt da kuriose Ausformungen. Wenn irgendwo ein Unwetter stattfindet und es zu Aufräumarbeiten oder Erneuerungen danach kommt, steigt der Reichtum der Volkswirtschaften. Das versteht niemand, und daher wollen wir andere Formen diskutieren. Ein Mehr an Wirtschaftswachstum ist nicht immer die Lösung.

STANDARD: Und welche Lösungsansätze gibt es?

Berlakovich: Im Sinne der ökosozialen Marktwirtschaft denken wir, dass neue Dinge einfließen sollten: ein ressourcenschonendes Wachstum, Energieeffizienz, Verteilungsgerechtigkeit, Klimaschutz. Man muss ein qualitatives Wachstum in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung einbringen.

STANDARD: Gerade was Klimaschutz, auch ressourcenschonendes Wachstum betrifft, ist Österreich aber ziemlich hintennach.

Berlakovich: Nein, das ist so nicht korrekt. Österreich ist bei der Energieeffizienz an dritter Stelle innerhalb Europas. Ich will das nicht schönreden. Wir erreichen derzeit bei den Treibhausgasen die Ziele nicht. Und trotzdem liegen wir bei den Treibhausgasen, gemessen pro Kopf, im europäischen Durchschnitt. Unsere Effektivität, die Industrieproduktion - da ist schon viel passiert. Aber die Ziele erreichen wir nicht.

STANDARD: Derzeit wird an der Energiestrategie gearbeitet, bei der Österreich bis 2020 einen 34-prozentigen Anteil am Gesamtenergieverbrauch erreichen soll. Droht da nicht ein ähnliches Fiasko wie bei den Klimazielen?

Berlakovich: Wir sind derzeit am Bewerten der hunderten von Maßnahmen, die von Experten dazu erarbeitet wurden. Das ist sehr breit aufgestellt ...

STANDARD: ... wobei auch CCS, Carbon Capture and Storage, eine Rolle spielen soll, also das sehr umstrittene Bunkern von Treibhausgas in aufgelassenen Gasfeldern.

Berlakovich: Das ist so nicht gegessen. CCS ist wissenschaftlich überhaupt noch nicht ausgereift, nicht die Technologie und damit auch nicht die Sicherheit oder das Risiko.

STANDARD:: Umso wichtiger wäre es, sich klar davon zu distanzieren.

Berlakovich: Nein, in diesem Stadium ist es sinnvoll, Wissen darüber zu intensivieren und zu forschen, etwa in Sicherheit. Das ist auch der Stand der Dinge in der EU.

STANDARD: Doch meinen gerade die Vertreter der ökosozialen Marktwirtschaft, also Ihre Parteifreunde, dass die ganze Kraft, also auch die finanziellen Mittel, in die Alternativenergien fließen sollen. Gibt es da nicht genug zu forschen?

Berlakovich: Wir sind jetzt dabei, im Rahmen der Energiestrategie die vorgelegten Maßnahmen zu bewerten und sie erst dann zu präsentieren. Energieeffizienz und Energieeinsparung wird dabei ein wichtiges Thema sein.

STANDARD: Was planen Sie mit dem Klima- und Energiefonds, der derzeit ja auch vom Rechnungshof untersucht wird?

Berlakovich: Der Klimafonds ressortiert bei BMVit und Lebensministerium und steht einmal so, wie er ist, bis 2011. Wir sind jetzt am Beginn der Diskussion, wie und ob er weiterentwickelt werden soll. Dazu müssen wir auch die Effizienz des Fonds bewerten. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir eine Struktur für Klimaschutzprojekte brauchen.

Berlakovich: Wie sieht es jetzt mit dem seit gut drei Jahren angekündigten Klimaschutzgesetz aus?

Berlakovich: Da gibt es zwischen Bund, Ländern und den betroffenen Bundesstellen eine intensive Diskussion. Es ist ein sehr mühsamer Weg, weil viele Stellen Klimaschutz nur als Lippenbekenntnis begreifen und dann keine Verantwortung übernehmen wollen. Insbesondere in den Bundesländern. Wir betreten mit dem Gesetz ja Neuland - aber es zeigt sich hier Föderalismus pur.

STANDARD: Wo genau sind die Knackpunkte?

Berlakovich: Im Klimaschutzgesetz soll festgelegt werden, wer in Österreich für welchen Treibhausgasausstoß verantwortlich ist, und zwar umgelegt auf die einzelnen Sektoren wie Verkehr, Raumwärme etc. Damit ließe sich dann genauer festmachen, wer Ziele verfehlt und dafür Verantwortung zu übernehmen hat. DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.01.2010)

Zur Person

Der 49-jährige Burgenländer ist Landwirt und ÖVP-Landwirtschafts- und Umweltminister.

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greenling
28.01.2010 09:13
oh wie schön,

nerven diese skeptikertrolle "klimaschwindel!" nur noch mich?
oder wieso bekommen sie haufenweise grüne striche?

Barry aus DC
28.01.2010 12:59
d.h. wenn man dem Klimawandel bzw. besser gesagt den URSACHEN welcher ihn bedingt

skeptisch gegenübersteht ist man in Ihrer Welt ein Troll? Sehr weitsichtig....

Snieftaps
28.01.2010 07:52
Laengst ueberfaelliges Reformpaket:

Weg mit den Laendern, weg mit der Hofburg, weg mit dem Konkordat.

kalinka karechta
28.01.2010 07:29
Gab es jemals Verhandlungen mit den Ländern, die nicht zäh oder gar von vorne herein aussichtslos waren?

Bettina92
28.01.2010 07:19
Die Klimalüge soll die Bürger also weiterhin abzocken?

Wie schon das Waldsterben, der saure Regen, das Ozonloch, das bodennahme Ozon, SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe,..
Lauter Luftblasen um zu rechtefertigen, dass die Leute massiv abgezockt werden.

A ndreas Bogeschdorfer
28.01.2010 09:46
Ihre Aufzählung zeigt Ihre Ahnungslosigkeit.

Zahlreiche der von Ihnen genannten Themen wurden nur deshalb nicht nachhaltig problematisch, weil Maßnahmen rechtzeitig ergriffen wurden.

Fragen Sie mal einen Australier nach dem Ozonloch und den Problemen die er damit hat.

Dass Sie Waldsterben und sauren Regen als zwei einzlene Themen nennen, belegt, dass Sie tatsächlich null Ahnung haben. Denn der durch Maßnahmen gestoppte saure Regen war ja die Ursache für die Waldprobleme. Ohne dessen Beseitigung hätten wir heute vermutlich wirklich keine Wälder mehr.

Danke liebe Klima"skeptiker", dass ihr eure Unfähigkeit zur Beurteilung solcher Fragen stets so plump zur Schau stellt. So wissen die halbwegs Intelligenten wenigstens, was sie davon zu halten haben.

Hrabal
28.01.2010 06:00
was für ein seltsamer interviewton

der Typ hat vor und nach Kopenhagen nichts zusammengebracht. die Mär mit dem Vertrag mit den Bundesländern hat auch schon einen langen Bart und herausgekommen ist nichts.
Soll er doch den Schriftwechsel und die Sitzungsprotokolle mit den Ländern veröffentlichen. Dann sehen wir wer will und wer bremst. Ich tippe auf die hauptsächliche Gegnerschaft bei den schwarzen Ländern, die sich hinter dem Föderalismusdogma verstecken und nur die Hand aufhalten können. Dafür verjubeln sie unser Geld, so wie der Sobotka in NÖ bei der Wohnbauförderung.

bösartigster Schlechtmensch
28.01.2010 02:22

Das ist ein Trauerspiel und eine Schande zugleich.
A Burgenländler, ha ha ha.

EN ISO 9000
 
27.01.2010 23:41

Es gibt da wirklich kuriose Ausformungen von Wohlstand. Wenn irgendwo ein Umweltminister Rehe abknallt und verkauft, steigt der Reichtum der Volkswirtschaft.

http://derstandard.at/126370596... 5&_seite=1

Wenn ein Bauer mit Dünger und Pestiziden das Grundwasser vergiftet, steigt der Wohlstand.

Wenn ein Umweltminister den Straßenverkehr und Unfälle nicht reduziert, steigt der Wohlstand.

Der Wohlstand der ÖVP-Klientel. Bauern, Banker und IV.

Nicht verhandeln, sondern Bundesländer abschaffen.

styx12
28.01.2010 08:59

Wenn ein armer Arbeiter möglichst billige Lebensmittel haben möchte, dann wird der Bauer nicht anders können, als mit Dünger und Pestiziden zu arbeiten.

Wenn ein armer Arbeiter einen Arbeitsplatz zum Überleben haben möchte, dann wird dem Staat nichts übrig bleiben, als Straßen zur Verfügung zu stellen (denn nicht alle Österreicher wohnen und arbeiten innerhalb des Wiener Gürtels).

Also da ist auch der Wohlstand Ihrer Klientel davon betroffen. Vielleicht denken Sie mal nach, anstatt blindlinks auf andere einzuschlagen.

E_Rybin
28.01.2010 07:59
danke für ihr posting, 100%e zustimmung

Ferrero Kuesschen
28.01.2010 04:44

Volksbegehren zur Abschaffung der Bundeslaender? Ich unterschreib!

http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_w... ehren.aspx

europa fassen
27.01.2010 23:39
Die österreichische Klimapolitik besteht leider noch immer nur darin, die schlechten Ergebnisse schön zu reden.

Exakt dasselbe hörte ich schon bei Rauch-Kallat, Bartenstein, Molterer und Pröll. Haben die immer noch denselben Text in der Lade?

FakkFeijs
28.01.2010 00:24

eigentlich unpackbar dass ich da draufgeklickt hab...wer finanziert so einen sch... eigentlich?

europa fassen
27.01.2010 23:28

Aus dem durchaus interessanten Ansatz in Ihrem Programm_kurzversion.pdf

"0 Subventionen
0 direkte Steuern (zB Einkommensteuer)
0 Sozialabgaben
Daraus resultiert nahezu
0 Arbeitslosigkeit."

.. wird im Laufe des Textes ein fantasieloses "0 Staat mit ein bisschen halbherzigem Umweltschutz und ein bisschen halbherziger EU und ein bisschen ...".

Nicht böse sein, aber das Programm erscheint mir etwas zu simpel gestrickt, für die heutige Zeit.
Und - wie schon gesagt - fantasielos liberaloid.

googlehupf
28.01.2010 10:54
liberaloid

Ich liebe Sie für diese Wortschöpfung!
:-)

I bis
28.01.2010 10:07

Die Leute berufen sich zwar im Namen auf die Vernunft, aber sie fordern Dinge, die mich eher an Verschwörungstheoretiker und Esoterik-Gurus erinnern:
* CO2 ist gut, das bisschen, das der Mensch freisetzt kann überhaupt keine schädliche Wirkung haben.
* Die Anschläge vom 11. September müssen unabhängig untersucht werden - klingt nach "in Wirklichkeit war´s der Mossad"
* mehr alternative Heilverfahren - ausgerechnet jemand der sich auf Vernunft beruft, plädiert für Homöopathie ...
* Uranmunition ist das größte Kriegsverbrechen - von den Fakten haben die Leute offensichtlich keine Ahnung

In Summe also eine ziehmlich schräge Mischung - Vernunft finde ich da nicht viel.

bebop
27.01.2010 19:29
Für alle geistigen Nachzügler:

Der Klimawandelschwindel hat sich selbst entlarvt

I bis
28.01.2010 10:17

Tut mir leid - habe ich etwas verpasst?

Oder glaubst du wirklich, ein paar Mails aus dem Jahre Schnee, die anonyme Hacker ausgegraben haben und eine einzelne falsche Behauptung, die in den letzten IPCC-Bericht und durch die Kontrollen gerutscht ist, würden den Treibhauseffekt widerlegen?!?

Die Physik hinter dem Treibhauseffekt ist bestens verstanden und sonnenklar. Dass es schwirig ist, die konkreten Auswirkungen exakt zu prognostizieren, und dabei auch zu Fehlern kommt, ändert an der Physik gar nichts.

Snieftaps
28.01.2010 07:50
ach ja?

Jedes respektable Forschungsinstitut, beinahe alle themenrelvanten Wissenschaftler, jede Umweltbehoerde und der Grossteil der denkenden Bevoelkerung sind wohl alles "geistige Nachzuegler".
Ganz anders die erleuchteten Klimaleugner: Ihr habt mit euren kunterbunten Blogs und Verschwoerungstheorien natuerlich den totalen Durchblick. Wo Argumente Fehlen, kommt eben Arroganz und Realitaetsverweigerung.

russiaTV
28.01.2010 04:19
so ist es

trotzdem sollten wir die bundesländer abschaffen und die effen und die övp mit nassen fetzen davonjagen

Searles
 
27.01.2010 20:23

Richtig, weiss doch mittlerweile jedes Kind, dass CO2 IR-Strahlung absorbiert und somit durch mehr CO2 zwangslaeufig auch mehr Energie auf die Erdoberflaeche strahlt.

Loggo
27.01.2010 19:00
Nicht wirklich konstruktiv...

aber egal: Weg mit den "deppatn" Laendern.

Das sind doch alles nur mehr blockierende Betonschaedel, die niemanden was bringen und zuviel "Macht" haben.

sir osis of liver
 
28.01.2010 07:07

und sie glauben, der dicke seppl tät den onkel erwin von seinen pfründen vertreiben?

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