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SV-Nummer bleibt weiter in Bildungsdokumentation

Sebastian Pumberger, 27. Jänner 2010 16:47
  • Der Bericht zum Download.

Alternativen würden laut Ministerium finanzielle Mehrbelastung und administrativen Mehraufwand bedeuten

Seit 1. Jänner 2008 gilt in Österreich das Bildungsdokumentationsgesetz. Dieses wurde notwendig, um bislang durch Verordnung erlassene Erhebungen im Bildungsbereich gesetzlich zu verankern und zu kontrollieren. Datenschützer und Elternvertreter kritisierten die Erhebungen. Vor allem die Übermittelung der Sozialversicherungsnummer zur Registrierung der Daten wurde bemängelt (derStandard.at berichtete). Das Gesetz setzt weiterhin auf die Sozialversicherungsnummer als Kennziffer, die Statistik Austria verschlüsselt diese jedoch und wandelt sie in die "Bildungsevidenzzahl" um, die im Ministerium zur Bearbeitung der Daten herangezogen werden. Datenschützer kritisieren jedoch weiterhin eine mögliche Verknüpfung zwischen Soziaversicherungsnummer und Schülerdaten. Dadurch würde ein Missbrauch möglich.

13 Merkmale der Schüler werden erhoben

Bei der Bildungsdokumentation müssen die Schulen 13 Merkmale über ihre Schüler aufzeichnen und speichern - darunter Angaben über Schulerfolg (also Aufstiegsberechtigung, Wiederholungsprüfungen und Anzahl der "Nicht genügend"), Fremdsprachen, im Alltag gebrauchte Sprachen, Teilnahme an Lateinunterricht und Ganztagsschule. Die von den Schulen erhobenen Daten - darunter die Sozialversicherungsnummer - gehen direkt an die Statistik Austria, dann erst weiter ans Ministerium.

Das Gesetz sah auch vor die Verwendung der Sozialversicherungsnummer zu überprüfen, bis Ende 2009 sollte das Ministerium einen Bericht vorlegen. Das Bildungsministerium beauftragt Nikolaus Forgo, Professor für Rechtsinformatik an der Universität Hannover, mit der Erstellung einer Expertise.

Drei mögliche Alternativen

Forgo untersucht dazu drei mögliche Alternativen. Die mögliche Verwendung eines bereichsspezifischen Personenkennzeichens (bPK) nach dem E-Government-Gesetz würde zu einem erheblichen Implementierungsaufwand an den Schulen selbst führen. Hierbei wird jedoch die Sozialversicherungsnummer weiter erhoben. Eine weitere Alternative ist die Nutzung der Melderegisterzahl (ZMR-Zahl), die Forgo jedoch aus datenschutzrechtlichen Gründen ausschließt. Eine dritte Option ist die Schaffung einer - zentralen oder dezentralen - Schülermatrikelnummer, die jedoch Probleme bei der Registerzählung mit sich bringen könnte. All diese Alternativen sind datenschutzrechtlich nicht zwingend.

Ministerium: "Keine machbare Alternative"

Das Ministerium betont in seiner Stellungnahme, die der Studie vorangestellt ist, das es keine "machbare Alternative" gibt, die datenschutzrechtliche Verbesserungen bringt. Ein Umstieg auf ein alternatives System würde finanzielle Mehrbelastungen für die Schulverwaltung, Schulpartner oder die Statistik Austria bedeuten und eine "Minderung der Datenqualität" mit sich führen.

Schülermatrikelnummer "deutlich beste Lösung"

Nimmt man jedoch den reinen Datenschutzaspekt her - und klammert finanzielle oder administrative Mehrkosten aus - so sieht Forgo sehr wohl eine Alternative, die datenschutzrechtlich besser wäre - die Schaffung einer Schülermatrikelnummer. Dies sei die "deutlich beste Lösung, um eine Datenzusammenführung aus unterschiedlichen Bereichen" - also einen Missbrauch - zu unterbinden. Diese Variante sei jedoch "datenschutzrechtlich nicht zwingend", so Forgo. Nachteil hierbei wären die vermutlich hohen finanziellen Kosten und technische Probleme die auftreten könnten. Eine Schülermatrikelnummer wäre aber technisch vollständig unabhängig und mit anderen Verwaltungsbereichen inkompatibel. (seb, derStandard.at, 27.1.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
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Aracni Santini
02.02.2010 09:46
die zukünftilgen Poiitiker werden dann über die SV Nr. abgefragt

dann ist wohl nichts mehr mit schwindeln...

Daisy Lord
30.01.2010 22:40
Früher gab es

unter den Schülern immer wieder sogenannte "U-Boote", Kinder, die illegal hier waren.
In der Schule wurden weder Aufenthaltsgenehmigungen noch SV-Nummern kontrolliert, und so hatten die Kinder wenigstens Zugang zur Schulbildung. (Scholz lehnte diese Kontrolle damals ab; die Schule sei nicht die Fremdenpolizei).
Nun ist das nicht mehr möglich, wer keine SV-Nummer hat, fliegt auf...

schweinebucht
29.01.2010 19:25

In OÖ wird das mit eSa umgesetzt. Da ist auch ein zeugnis-druck-programm dabei. Also wird auch ALLES eingetippt! Es funktioniert jedes jahr besser, aber dieses Java-ding läuft online und kein damit beschäftigter lehrer kann sagen, was an daten wo ankommt!

Das ist auch eine vorratsdatenspeicherung, allerdings auf 60 jahre nicht nur 6 monate!

Graf Drakul
28.01.2010 15:00
Was ist Datenschutz wert?

Unseren Politikern offensichtlich gar nichts. Wo kommen wir den hin, wenn die nächste Imagekampagne des/der Minister/s/in dünner ausfallen oder gar gestrichen werde müsste? Nein so wichtig kann Datenschutz gar nicht sein.

Rent a Democracy
28.01.2010 11:09
So ein Thema hat fast keine Postings.

Aber wenns um Windows versus Linux geht, ist das Forum voll ... *kopfschüttel*

Horstl Schorschl
28.01.2010 10:54
Jaja unsere Politiker...

wozu Datenschutz, wenn's a billige Lösung auch gibt.

Dann bleibt mehr Geld für unsere unnützen Politiker.

cHL
28.01.2010 10:50

mah da würd die statistik austria doch tatsächlich geld in die hand nehmen müssen um statistiken zu erstellen. sowas gemeines aber auch...

Doper
28.01.2010 08:06
In einem Land, in dem das Wählen nur noch mit Handschuhen geheim möglich ist,

braucht einen dieser vorprogrammierte Datenmissbrauch nicht mehr aufregen.

Parzi Fist
28.01.2010 07:39
Theater

Das ist doch eh schon egal, einmal mehr halt, sonst nichts. Die haben eh schon alles von jedem von uns xxxx-Mal gespeichert.

Die DDR war ein Paradies gegen den Überwachungsstaat Eurpa. Herr Ali Baba (oder wie der heißt) war ein guter Vorwand dafür.

Kein Schritt mehr, kein Autokilometer mehr, kein Handygespräch mehr, keine besuche iNetSeite mehr, kein bestelltes Buch mehr .... ist unser stilles kleines Geheimnis! Weil jeder von uns kann ja ein Terrorist sein und wer nicht zu verbergen hat, der braucht eh keine Angst zu haben, der sollte für 24 stündige Rundumoffenlegung seines Leben dankbar sein und Punkt!

GUX
28.01.2010 05:53
Steuergeldabfluss

Warum beauftragt das Bildungsministerium einen Professor für Rechtsinformatik an der Universität Hannover? Gibt es keine Experten im Lande, damit unsere Steuergelder zumindest in die eigene Bevölkerung und somit eigene Wirtschaft zurückfliessen?

Tino67
 
28.01.2010 07:50
Nikolaus Forgo ist meines Wissens Österreicher!!

Aber dass ein Österreicher an der Uni Hannover lehrt ist wohl etwas zuviel für ihren kleinen Horizont!

GUX
28.01.2010 16:39
Tino mit dem Riesen Horizont

zuerst lesen, denken, schreiben. Ich schrieb nicht von einer Vergabe an österreichische Staatsbürger sondern an Experten im Lande. Süss, dass du dir über meinen Horizont Gedanken machst. Ich freue mich immer wieder mit so intelligenten, intellektuellen wie dich - mein süsser Kleiner mit dem riesen Horizont - zu unterhalten.

Übrigens: Die Standard Zensur ist ärgerlich!
 
28.01.2010 11:28
das war aber nicht das argument, tino

der herr professor kann 10x "österreicher" sein.
das argument von gux bleibt aufrecht, wenn wir annehmen, dass der herr professor in hamburg arbeitet und wohnt. denn dann ist er "hamburger", durch und durch.
aber dazu reicht ihr kleines wissen wohl nicht ...

LCMSMS2
28.01.2010 11:05
Und Einkommenssteuer zahlt er in Österreich?

Miete? Mineralölsteuer? MWSt?

GUX
28.01.2010 05:51
SV Key wird offensichtlich zur Verknüpfung von Daten vewerdet!

Wo liegt das Problem, dass Sie einfach einen random unique key generieren??? Nichts einfacher als das! Der Grund kann nur darin liegen, weil sie diese Daten mit anderen Daten anhand des SV-Keys verknüpfen wollen. Sehr durchsichtig! Mehrkosten? Jede Datenbank führt einen eigenen Unique Key von Anfang an im Hintergrund mit (d.h. es muss einer vorhanden sein). Noch dazu ist dieser von Nöten, da ja die SV Nummer in Österreich nicht unique ist - D.h. es gibt Fälle wo mehrere Personen die gleiche Nummer haben, was schon des öfteren zu Problemen geführt hat.

rosa roh
28.01.2010 07:59
little BRAZIL auf österreichisch

z.B. beim Finanzamt, wo gleiche SVNR und Vorname zu Problemen führt.

Bei meiner Arbeitnehmerveranlagung hatte ich vor einigen Jahren plötzlich zusätzliche Einkünfte. Über Finanzonline hatte ich sogar Einsicht in den Jahreslohnzettel der Person, die meinem Steuerakt zugewiesen wurde. Nach 3 Jahren, unzähligen urgieren und Vermerken schafften sie es endlich meinem Steuerakt richtig zu führen.


Soviel zur Verknüfung von Daten und zum Datenschutz!!!!

Papageninho
28.01.2010 02:54
13 Merkmale sind viel zu wenig!

ich schlage vor, weitere zu erfratscheln:

-Datum der ersten gerauchten Zigarette
-Datum des ersten Geschlechtsverkehrs
-durchschnittliche Kirch- oder Moscheegangshäufigkeit
- wie oft im Erhebungszeitraum in der Finsternis von der Polizei aufgegriffen?
-mit wieviel Promillen im Durchschnitt
-wieviel Geld beim Zocken mit Automaten und anderen Glücksspeilen verloren
-wie oft beim Schwarzfahren erwischt
-wie oft beim Fahren ohne Führerschein

um nur die wichtigsten zu nennen.

Mit de wearma de G'frasta schon hinkriag'n, mia von da Stadistik!

Parzi Fist
28.01.2010 07:39

Glaubst wirklich, dass die das noch nicht irgendwo gespeichert haben?

Ich glaub schon!

janosch83
28.01.2010 09:59

wär super, würden mich selbst auch interessieren die daten. dann wüssten "die" mehr über mein leben als ich. vielleicht könnten "die" mir dann aufgrund diverser daten auch helfen endlich die frau meines lebens zu finden - partnerbörse auf staatlicher basis so zusagen!

Papageninho
29.01.2010 17:41
was heisst finden?

Zuteilen werden sie Dir die!

roter mob
28.01.2010 00:19
habe mich damals dagegen gewehrt

und das soweit getrieben bis die sektretärin auf meiner uni ein paar graue haare mehr hatte unc ich vom bildungsministerium einen beschied mit einer strafandrohund von bis zu 2000 euro bekommen habe.

wenn in nicht allzu ferner zeit die leute darunter stöhnen komplett gläsern zu sein, hebe ich mir den bescheid aus un rahme ihn mir.

nur um festzustellen,dass es damals, als alle davon geredet haben, wie sie eh nix zu verbergen haben auch widerstand gab, der leider aufgrund mangelnder solidarität verhallt ist!

Harry Meier
 
28.01.2010 09:08
Mir reicht schon das Meldegesetz, welches

.. jedem Deppen der meinen Namen und mein Geburtsdatum kennt, sofort meine Adressdaten aushändigt.

Einer Behörde stehe ich es noch zu meine Adressdaten abzufragen aber sonst möchte ich selbst entscheiden wer meine Daten bekommt.

tiggerle
28.01.2010 10:52

sorry, hab eine bildungslücke: wo kann man bitte einfach die daten von leuten abrufen?

Harry Meier
 
29.01.2010 19:54
Sie brauchen nur aufs Meldeamt ..

. zu gehen und nach der Adresse des Herrn xy zu fragen. Die wird ihnen dann ohne weiteres ausgehändigt. Ist kostenpflichtig um die zwei Euro und sie müssen sich ausweisen. Das wars dann aber auch.

Parzi Fist
28.01.2010 07:40

Irgendwann? Wann lebst du? Das ist schon längst soweit!!

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