Ex-Armeechef Fonseka in Hotel festgesetzt - Amtsinhaber Rajapaksa siegte bei Präsidentenwahl, Fonseka will Ergebnis anfechten
Colombo - Sri Lankas Präsident Mahinda
Rajapaksa ist bei der ersten Wahl nach Ende des jahrzehntelangen
Bürgerkrieges offiziellen Ergebnissen zufolge im Amt bestätigt
worden. Der Oppositionsführer und frühere Armeechef Sarath
Fonseka sprach von Betrug und forderte die Wahlkommission auf,
das Ergebnis zu annullieren. Soldaten umstellten in der
Hauptstadt Colombo das Hotel, in dem sich Fonseka am Mittwoch
mit Anhängern aufhielt. Ein Militärsprecher warf Fonseka vor,
400 Deserteure um sich gescharrt zu haben. Es bestehe die Gefahr
eines Putsches. Daher sollten die Überläufer festgenommen
werden. Fonseka bezeichnete die Angaben über seine Gefolgsleute
als Unsinn.
Nach Angaben der Wahlkommission erhielt Rajapaksa bei der
Wahl 57,8 Prozent aller Stimmen, Fonseka 40,2 Prozent. Demnach
nahmen 10,4 Millionen der insgesamt 14 Millionen
Wahlberechtigten des Inselstaates im Indischen Ozean an der
Abstimmung teil. Der Chef der Wahlkommission, Dayananda
Dissanayake, räumte jedoch Unregelmäßigkeiten ein. In drei
Wahlbezirken sei es zu Übergriffen auf Stimmenzähler gekommen.
Welches politische Lager dafür verantwortlich war, sagte er
nicht.
Anschlag auf Tempel
Zu den befürchteten Gewalttaten kam es am Wahltag nicht.
Rund 68.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Aber Stunden vor
Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses am Mittwoch kamen
bei einem Anschlag auf einen buddhistischen Tempel nach
Militärangaben zwei Menschen ums Leben. Vier Personen wurden
verletzt. Ob bei dem Attentat in der Stadt Gampola ein
Zusammenhang mit der Wahl bestand, blieb zunächst unklar.
Rajapaksa hatte die Präsidentenwahl zwei Jahre vor dem
offiziellen Ablauf seiner sechsjährigen Amtszeit ausgerufen. Er
hoffte nach Kriegsende von einer Sympathiewelle zu profitieren
und seine Macht auf diese Weise zu zementieren. Der Bürgerkrieg
war 2009 zu Ende gegangen. Im Mai hatten die beiden Konkurrenten
um das Präsidentenamt noch gemeinsam den Sieg über die
aufständischen Tamilen gefeiert. Später wurden sie zu
erbitterten Rivalen. Inhaltliche Unterschiede gab es jedoch
kaum. Politik-Neuling Fonseka, der im November die Armee
verlassen hatte, sorgte am Wahltag für eine Überraschung, als er
einräumen musste, sich nicht als Wähler registriert zu haben. (Reuters)