Putschgefahr: Armee belagert Wahlverlierer

27. Jänner 2010, 16:56
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    foto: reuters/caballero

    Soldaten umstellten ein Hotel in Colombo, wo sich der Gegenkandidat Fonseka aufhielt.

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    Anhänger des wiedergewählten Präsidenten jubeln verhalten.

Ex-Armeechef Fonseka in Hotel festgesetzt - Amtsinhaber Rajapaksa siegte bei Präsidentenwahl, Fonseka will Ergebnis anfechten

Colombo - Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa ist bei der ersten Wahl nach Ende des jahrzehntelangen Bürgerkrieges offiziellen Ergebnissen zufolge im Amt bestätigt worden. Der Oppositionsführer und frühere Armeechef Sarath Fonseka sprach von Betrug und forderte die Wahlkommission auf, das Ergebnis zu annullieren. Soldaten umstellten in der Hauptstadt Colombo das Hotel, in dem sich Fonseka am Mittwoch mit Anhängern aufhielt. Ein Militärsprecher warf Fonseka vor, 400 Deserteure um sich gescharrt zu haben. Es bestehe die Gefahr eines Putsches. Daher sollten die Überläufer festgenommen werden. Fonseka bezeichnete die Angaben über seine Gefolgsleute als Unsinn.

Nach Angaben der Wahlkommission erhielt Rajapaksa bei der Wahl 57,8 Prozent aller Stimmen, Fonseka 40,2 Prozent. Demnach nahmen 10,4 Millionen der insgesamt 14 Millionen Wahlberechtigten des Inselstaates im Indischen Ozean an der Abstimmung teil. Der Chef der Wahlkommission, Dayananda Dissanayake, räumte jedoch Unregelmäßigkeiten ein. In drei Wahlbezirken sei es zu Übergriffen auf Stimmenzähler gekommen. Welches politische Lager dafür verantwortlich war, sagte er nicht.

Anschlag auf Tempel

Zu den befürchteten Gewalttaten kam es am Wahltag nicht. Rund 68.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Aber Stunden vor Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses am Mittwoch kamen bei einem Anschlag auf einen buddhistischen Tempel nach Militärangaben zwei Menschen ums Leben. Vier Personen wurden verletzt. Ob bei dem Attentat in der Stadt Gampola ein Zusammenhang mit der Wahl bestand, blieb zunächst unklar.

Rajapaksa hatte die Präsidentenwahl zwei Jahre vor dem offiziellen Ablauf seiner sechsjährigen Amtszeit ausgerufen. Er hoffte nach Kriegsende von einer Sympathiewelle zu profitieren und seine Macht auf diese Weise zu zementieren. Der Bürgerkrieg war 2009 zu Ende gegangen. Im Mai hatten die beiden Konkurrenten um das Präsidentenamt noch gemeinsam den Sieg über die aufständischen Tamilen gefeiert. Später wurden sie zu erbitterten Rivalen. Inhaltliche Unterschiede gab es jedoch kaum. Politik-Neuling Fonseka, der im November die Armee verlassen hatte, sorgte am Wahltag für eine Überraschung, als er einräumen musste, sich nicht als Wähler registriert zu haben. (Reuters)

Link:

BBC

Jo-Jo
00
28.1.2010, 08:18
Reisserische Überschrift - nix dahinter

"Late at night, Gen Fonseka finally left the hotel in a BMW and was not arrested. "Why should we persecute him?" asked Defence Secretary .... From his home, the general .... poke to the BBC again."

http://news.bbc.co.uk/2/hi/sout... 484216.stm

Franz Klug
00
28.1.2010, 10:34
In der NZZ steht es anders:

In der heutigen NZZ wird Sri Lanka eine ganze Seite gewidmet und berichtet, dass die Soldaten vorsorglich vor dem Hotel zusmmangezogen wurden um im worts case Fall: Gewinn der Wahlen von Fonseca ihn verhaften zu lassen. Klingt irgendwie galubwürdig, da es ja völlig unnötig ist überhaupt Soldaten beim politischen Gegner aufmarschieren zu lassen, wenn man nicht eine best. Absicht hat. Aber jetzt ist ja das neue Königreich Rajapakse installiert und Fonseka keine politische Gefahr mehr!

Jo-Jo
00
28.1.2010, 11:15
Ich möchte nicht Partei ergreifen

Aber man hätte Fonseka wohl auch unauffälliger um einen (hypothetischen) Wahlsieg bringen können. Z. B. je ein Dutzend Soldaten an einigen Punkten in der Nähe des Hotels postieren. Falls das Ergebnis nicht passt, hätten sich diese vor dem Hotel versammeln können. Aber aus der Sicht der Argumentation der NZZ passte das Ergebnis ja. Was die Argumentation der NZZ nicht allzu gut aussehen lässt.

Sie scheinen hier auch von der Printausgabe zu schreiben. Diese musste eventuell zu einem Zeitpunkt druckfertig sein, der zeitlich vor dem Verlassen des Hotels von Fonseka lag.

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