Roboter steckt seit zehn Monaten fest und soll Forschungsstation werden - "Spirit ist nicht tot"
Washington - Der Marsrover "Spirit", der seit
sechs Jahren den Roten Planeten erkundet, wird nicht mehr rollen. Die
NASA hat ihre Bemühungen eingestellt, den seit zehn Monaten im Sand
steckengebliebenen Roboter zu befreien. Er soll nun zu einer
stationären Forschungsplattform werden, wie die Raumfahrtbehörde am
Dienstag mitteilte.
"Spirit ist nicht tot, er hat nur eine neue Phase seines langen
Lebens begonnen", sagte Doug McCuistion, Direktor des Mars-
Forschungsprogramms im NASA-Hauptquartier in Washington. "Wir haben
der Welt im vergangenen Jahr gesagt, dass unsere Versuche, unseren
geliebten Roboter zu befreien, vielleicht nicht erfolgreich sein
werden. Es sieht so aus, als würde Spirits derzeitiger Ort auf dem
Mars sein letzter Ruheplatz."
Gescheiterte Befreiung
Der Rover und sein Zwillingsbruder "Opportunity" waren im Jänner
2004 auf dem Mars gelandet. Ursprünglich war die NASA nur von einer
Lebensdauer von 90 Tagen ausgegangen, aber die beiden Rover
übertrafen alle Erwartungen: Sie liefen und liefen und liefen.
"Opportunity" rollt immer noch, aber "Spirits" Räder brachen im
Frühjahr vergangenen Jahres durch die krustige Marsoberfläche und
blieben im weichen Sand darunter stecken. Die NASA hatte dann in
monatelanger Arbeit ein Programm entworfen, um den Roboter Millimeter
um Millimeter, Zentimeter um Zentimeter aus seiner Sandfalle zu
befreien.
Nachdem dies gescheitert ist, will die Raumfahrtbehörde sich jetzt
darauf konzentrieren, "Spirit" durch den bevorstehenden Mars-Winter
zu bringen. Er hat sich leicht seitwärts geneigt festgefahren und
kann der NASA zufolge in dieser Position mit seinen Solarpaneelen
wahrscheinlich nicht genügend Sonne auffangen, um während des Winters
mit der Erde zu kommunizieren.
Jetzt will die NASA versuchen, den Neigungswinkel zumindest um ein
paar Grad zu verbessern. Als Forschungsstation kann "Spirit" unter
anderem mit Hilfe seines Roboterarms den Boden in seiner Nähe
intensiv erkunden. Er hat damit der NASA zufolge bereits begonnen. (APA)