Frankreich fordert Auslieferung des Ex-Diktators
Washington - Panamas Ex-Machthaber Manuel Noriega will
vor dem Obersten Gericht der USA weiter gegen seine Auslieferung nach
Frankreich kämpfen. Noriegas Anwälte kündigten am Dienstag an, gegen
die Entscheidung der Richter vorzugehen, einen Einspruch gegen die
Auslieferung abzulehnen. "Wir haben 25 Tage Zeit, einen Antrag auf
erneute Überprüfung zu stellen", sagte Anwalt Frank Rubino. "Wir
werden das bei dem Gericht beantragen." Das Anwaltsteam des
75-Jährigen hatte Anfang Juli Berufung gegen die Entscheidung der
US-Justiz eingelegt, Noriega an Frankreich zu überstellen.
Der frühere Machthaber Panamas war 1999 in Frankreich in mehreren
Anklagepunkten wegen Geldwäsche in Abwesenheit zu einer zehnjährigen
Haftstrafe verurteilt worden. Die französische Justiz will zudem ein
neues Verfahren gegen Noriega eröffnen. Sie beschuldigt ihn, in den
80er Jahren rund 3,15 Millionen Dollar (2,2 Millionen Euro) aus
Drogengeschäften auf Konten französischer Banken gewaschen zu haben.
Drogendelikte
Noriega hatte in den USA eine langjährige Haftstrafe wegen
Drogendelikten verbüßt und blieb danach wegen des juristischen
Streits um seine Auslieferung in US-Gewahrsam. Er war 1992 zu 40
Jahren Haft verurteilt worden, die wegen guter Führung schließlich
auf 17 Jahre reduziert wurden. Auf Noriega wartet auch in seiner
Heimat eine 20-jährige Haftstrafe wegen der Beteiligung an der
Ermordung politischer Gegner. Allerdings würde er die Strafe aufgrund
seines hohen Alters als Hausarrest antreten.
Noriega war von 1971 bis 1983 Chef des militärischen
Geheimdienstes Panamas und regierte das mittelamerikanische Land von
1983 bis 1989. Unterstützung erhielt er von den USA. Da er aber nach
Einschätzung der US-Geheimdienste zunehmend mit den Drogenkartellen
zusammenarbeitete, marschierten US-Truppen Ende 1989 in Panama ein
und nahmen Noriega gefangen. (APA)