Spielbericht

"Die haben uns verarscht"

27. Jänner 2010, 09:33
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    Dagur Sigurdsson ärgerte sich über die Referees und lobte sein Team: "Hätten einen Punkt verdient."

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    Österreich lieferte dem Favoriten einen harten Kampf: Markus Wagesreiter im Duell mit Ivano Balic.

Emotionale 23:26-Niederlage Österreichs nach grandiosem Kampf gegen Kroatien - Halbfinaltraum ist ausgeträumt

Wien - Österreichs Handball-Nationalteam hat am Dienstag auch das zweite Match der EM-Hauptrunde in der Wiener Stadthalle verloren. Nach dem 27:30 gegen Norwegen unterlag die ÖHB-Mannschaft dem zweifachen Olympiasieger Kroatien nach hartem Kampf 23:26 (10:11). Die Österreicher blieben vor 8.000 begeisterten Zuschauern bis zum Schluss knapp an der Sensation, im Finish setzten sich jedoch die abgeklärten Kroaten knapp durch. Die theoretischen Halbfinalchancen waren nach dem glatten 38:30 Islands gegen Russland allerdings  schon vor der Partie dahingewesen. Im letzten Hauptrundenspiel am Donnerstag trifft die Truppe von Dagur Sigurdsson noch auf die punktelosen Russen (18.00 Uhr). In diesem Duell geht es um Platz fünf in der Gruppe I.

Ärger über Referees

Einige umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen sorgten im Match gegen Kroatien für Aufregung. Teamchef Dagur Sigurdsson, der nach überschäumenden Emotionen die Rote Karte sah, resümierte kurz: "Die haben uns verarscht." Nicht nur die schwedischen Referees wurde kritisiert, der gesamte Schiedsrichtertisch sei arrogant aufgetreten. "Es gab Strafen für jede Kleinigkeit, die wollten für die größeren Nationen pfeifen. Ich verstehe das überhaupt nicht", sagte der Isländer. Man konnte Sigurdssons Empörung schon nachvollziehen, die Herren Canbro und Claesson pfiffen tatsächlich eine Vielzahl strittiger Entscheidungen für den Vize-Weltmeister und -Europameister und kaum einmal für den Gastgeber. Von Heimvorteil konnte jedenfalls keine Rede sein

Österreich startete mit seiner Standardaufstellung und einer extrem offensiven Deckung und hatte gleich in den ersten Minuten viel Pech. Robert Weber verpasste im Gegenstoß die Chance auf das 1:1, kurz darauf scheiterte Bernd Friede, auch sein Schuss ging an die Latte. Kroatien, das in der weit aufgefächerten, weil offensiven rot-weiß-roten Defensive immer wieder Löcher fand, ging schnell mit 3:0 (7.) in Führung. Erst Vitas Ziura brach in der siebenten Minute den Bann. Kroatien, das seine Möglichkeiten im Gegensatz zu den Österreichern fast immer nützte, hielt die Gastgeber aber auf Distanz.

Sechs-Tore-Rückstand wettgemacht

Österreich tat sich in der bestens gefüllten Stadthalle im Angriff schwer, suchte teilweise zu überhastet den Abschluss oder scheiterte an Kroaten-Goalie Mirko Alilovic. Auch sein Gegenüber, Nikola Marinovic kam freilich immer besser in Form und ermöglichte es seinem Team zumindest halbwegs in Schlagdistanz zu bleiben. Dennoch führten die Kroaten in der 24. Minute erstmals mit sechs Toren Vorsprung (11:5). Österreich, hinten inzwischen wesentlich defensiver aufgestellt, arbeitete sich aber dank großem Kampf auf 9:11 zurück. Wagesreiter vergab im Gegenstoß sogar eine weitere Riesenchance - der Ball ging aber über das Tor (27.). Weil Marinovic in der 30. Minute einen Siebenmeter hielt, gelang durch Wiczynski sogar der Anschlusstreffer zum 10:11 - ein Stand, mit dem es auch in die Pause ging.

Offener Schlagabtausch

Nach Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit dem Weltklassegegner, mehrmals schafften die Österreicher den Ausgleich, zuletzt zum 18:18. Was die Schiedsrichter auf der einen Seite als Stürmerfoul pfiffen, gaben sie auf der anderen Seite freilich gerne als Tor. Kroatiens Superstar Ivano Balic, der in der ersten Hälfte nur in Unterzahlsituationen für rund eine Minute auf dem Parkett gestanden war, kam erst nach Wiederbeginn, auch das eine Anerkennung österreichischer Stärke. Er wurde aber über weite Strecken gut in Schach gehalten. Marinovic hielt weiter stark - seine beste Partie bei dieser EM.

Helle Aufregung auf der heimischen Bank herrschte in der 52. Minute: Nach einer Zweiminuten-Strafe und einem Siebenmeter wurde der darob aufs Höchste erregte Trainer Sigurdsson ebenfalls mit einer Zweiminuten-Strafe bedacht, womit ein weiterer Österreicher vom Feld musste. Dennoch gelangen sogar mit zwei Spielern weniger zwei Treffer, Österreich blieb mit 21:22 dran (54.). Beim Stand von 21:23 und einem durch die Referees unterbundenen Gegenstoß der Österreicher sah der neuerlich tobende Sigurdsson die Rote Karte, wieder war man in Unterzahl - und die Partie gelaufen. Kroatien spielte die Partie denkbar knapp nach Hause. (rob/APA)

ERGEBNISSE Hauptrundengruppe I, in Wien:

Kroatien - Österreich 26:23 (11:10). Wien, Stadthalle, SR Canbro/Claesson /SWE), Tore: Cupic 6, Duvnjak 5, Zrnic 3, Kopljar 2, Vukovic 2, Buntic 2, Strlek 2, Balic 1, Vori 1, Gojun 1, Valcic 1 bzw. Schlinger 5, Szilagyi 5, Weber 3, Ziura 2, Abadir 2, Friede 2, Fölser 1, Günther 1, Wilczynski 1, Wagesreiter 1

Russland - Island 30:38 (10:19). Tore: Tschipurin 7, Aslanjan 5, Filippow 5, Predibajlow 3, Starjik 3, Kajnarow 2, Rastworzew 2, Kowalew 1, Tschernoiwanow 1, Kamanin 1 bzw. Gudjonsson 7, Petersson 7, Asgeirsson 5, Gunnarsson 3, Stefansson 3, Svavarsson 3, Hallgrimsson 3, Atlason 2, Sigurdsson 2, Palmarsson 2, O. Gudmundsson 1

Kommentar posten
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morgensterns engel
00
29.1.2010, 07:43
unglaublich...

...
ich will eine österreichische Mannschaft und Nation erleben, die nach einer Niederlage das offensichtliche tut. Dem Gegner ob des Sieges gratulieren und weitertrainieren. Stattdessen wird in diesem Artikel davon ausgegangen, dass Österreich nunmehr auch Weltklasseteams paroli bieten kann und es nur (wiedermal) Pech war, weshalb man nicht gewann. Das ist der richtige Weg, nichts über sich selbst zu lernen und beim nächsten Mal nicht besser zu sein. Und dann fragt ihr euch, warum Österreicher mit ein paar Ausnahmen (die sehr oft im Ausland beschäftigt sind/waren) nur Nieten im Sport sind?

sen.
00
29.1.2010, 08:46
haben sie das spiel gesehen?


warum darf man ihrer meinung nach spieler trainer zuschauer kritisier aber ja nicht die schiris

Silvio Lackner
00
28.1.2010, 11:09
Versteh nicht,

warum die "ic´s" in den Ballsportarten so gut sind.

Filicijo
00
28.1.2010, 14:44

sie verstehen, eigentlich auch nicht, sie spiellen und spiellen und spiellen und überall und immer und zwar seit sie noch sehr klein sind. das ist die formel.

Zeeh
11
27.1.2010, 15:11

Fehlpfiffe demoralisieren ein Team extrem, in entscheidenden Spielphasen noch viel stärker. Als erfahrene und erfolgreiche Mannschaft steckt man derartiges leichter weg, als die österreichische Mannschaft, die extremst Motiviert (eventuell sogar übermotiviert, wenn man sich die hohe Fehlerquote ansieht) und noch nie in einer Hauptrunde bei einer A-WM war.
Keine Frage es gab Fehlleistungen, allerdings muss man auch sagen, dass in der österreichischen Abwehr teilweise Technik und Können mit Härte kompensiert wird. Teilweise dermaßen ungeschickt, dass man sich wundert warum nicht öfter gepfiffen wird/wurde.

Die kroatische Taktik ging auf, die österreichische nicht.

Franz Fuchsberger
00
29.1.2010, 13:24
Na endlich mal einer ders hier etwas unbefangener angeht.

OnkelLauli
00
28.1.2010, 09:49
Die Österreicher haben sich sehr gut geschlagen,

aber leider machen sich auch im Handball, sowie in anderen Sportarten, die Maulaufreisser breit. Es scheinen Parallellen auf wie:
gekaufter Schiedsrichter
Gegner spuckt
dauerndes verstecktes Haxelstellen des Gegners, besonders die Nummern 4, 6 und 11
der gegnerische Tormann rülpst unseren Stürmern dauernd ins Gesicht
Ball zu hart aufgepumpt
zu schlechte Luft in der Halle
absichtliches Verschlechtern der Luft durch die gegnerischen Reservespieler (dauerndes Furzen)
usw usw usw
WI SOLL MA DA GWINNAN KÖNNEN, NET ???

au contraire
00
27.1.2010, 15:11
Mal was ganz (?) anderes:

Warum hat der ORF-Studioexperte bei den Videoanalysen nciht die Möglichkeit, das Band selbst vor- und zurückzuspulen bzw. das Bild anzuhalten?
Ständig dieses "Stop bitte" und "Weiter bitte" nervt mich.

Wenn der Experte eh schon den Lichtgriffel hat, um im Bild zu markieren, soltle es doch ein leichtes sein, auch Play/Pause/Forward/Rewind-Buttons ins Interface zu integrieren, oder? Immerhin könnte er so auch verzögerungsfrei exakt an dem Einzelbild stoppen, das er tatsächlich zeigen will...

we oppose cunning and deceit
01
27.1.2010, 18:06

daran ist der schneckerl schuld...

au contraire
00
27.1.2010, 23:31

Grün.

schneida helga
03
27.1.2010, 13:52
aufruf an alle: NIE WIEDER ZU IKEA!

max1210
00
27.1.2010, 13:20

Kenn mich mit Handball nicht aus, aber wenn eine Entscheidung nicht eindeutig ist, sollte es einen eingenen Schiedsrichter geben der die Videos analysiert und die Enscheidung ggf. revidiert, das Spiel ist solange unterbrochen. Wenn sich z.B. ein abgebrochener Angriff als Fehlentscheidung herausstellt dann soll die Mannschaft eben statdessen einen 7Meter schießen dürfen.

au contraire
05
27.1.2010, 13:19

Denen, die Dagur Sigurdsson für seine Kritik an den Offiziellen an die Wand stellen wollen, sei eines gesagt:

Unser Nationalteam ist in der (eigentlich glücklichen) Lage von sich behaupten zu können, von den Schiedsrichtern aktiv am Matchgewinn gehindert worden zu sein.
Das ist zum Großteil der Verdienst von Dagur Sigurdsson (samt Betreuerstab), der es geschafft hat, die Akteure auf und neben dem Spielfeld so einzustellen, dass man "die Großen" überhaupt erst ernsthaft fordern und in die Enge treiben kann.

Wer nun Sigurdssons Kopf fordert, weil er die Offiziellen kritisiert hat, hat etwas sehr wichtiges übersehen.

(Ich kenn mich im Handball auch nicht SO aus, aber DAS hab sogar ich verstanden...)

Christian S
103
27.1.2010, 12:39
Die Gemeinsamkeiten zwischen Hand- Und Fußball

1) stets wir gut gespielt (sagen zumindest alle), aber unglücklich verloren
2) Die Schiedsrichter sind Schuld
3) Das Schicksal ist Schuld
4) der Ball ist Schuld
5) Wer die angebliche Stärke des österreichischen Teams nicht erkennen konnte, versteht halt nichts von diesem Sport.

DER-STANDARD-JURIST
05
27.1.2010, 15:47
lassen Sie mich raten:

Sie haben kaum je ein handballspiel gesehen.
Sie haben selbst nie handball gespielt.
Sie kennen sich eigentlich im handball gar nicht aus.
Sie fühlen sich gut, wenn Sie die leistung anderer niedermachen, da dies Ihre unzufriedenheit kompensiert, selbst nie irgendwas sportlich relevantes
geschafft zu haben.

wenn zumindest einer der punkte zutrifft, ist es vermessen und arrogant, überhaupt eine wortspende zu tätigen.

Christian S
31
27.1.2010, 18:14
Das sagte ich ja bereits unter Punkt 5)

Wer die angebliche Stärke des österreichischen Teams nicht erkennen konnte, versteht halt nichts von diesem Sport.

So wird jede objektive Einschätzung und Bewertung verhindert. Gut so! Mit dieser Mentalität werden wir auch weiterhin so "erfolgreich" bleiben.

Ich habe eine überhart spielende, dafür aber sehr schwache Mannschaft gesehen, Sie -als großer Handballexperte- eine starke Mannschaft.
Na okay; bitte sehr.
Dann erklären Sie mir mal, wieso unsere Rüben in fünf Heimspielen nur einmal gewinnen konnten.
Die sind doch so gut, nicht wahr?

Und zum vorletzten Punkt: Gott sei Dank brauche ich in meinem Beruf nicht fünf Anläufe, um einmal gewinnen zu können. DAS wäre ja wohl traurig.

DER-STANDARD-JURIST
00
27.1.2010, 19:52
ich wollte ja, dass Sie selbst analysieren,

ob einer dieser punkte zutrifft.

sollten Sie selbst handball gespielt haben oder sich sehr gut mit diesem sport auskennen, dann lass' ich Ihre meinung eh gelten.

ich hatte nur den starken verdacht, dass dem nicht so ist.

ich selbst spiele noch immer (hobbymäßig) handball und habe jahrelang im verein gespielt. deshalb maße ich mir auch eine meinung an.

Filicijo
53
27.1.2010, 12:32
falsche taktik

1. österreicher haben gut und leidenschaftlich gespielt, aber warren insgesamt nicht besser als die kroaten
2. trainer sigurdsson's taktik die schiedsrichter unter druck zu setzen hat nicht funktioniert und es ist für handball gut so

mohog
00
27.1.2010, 16:43

sehe ich auch so, auch wenn ich es gerne anders hätte.

19k
00
27.1.2010, 15:06
nicht besser als die kroaten

Wären sie besser als die Kroaten, wären sie wahrscheinlich Weltmeister - Kroatien ist nämlich Vizeweltmeister

sen.
03
27.1.2010, 12:25
Gratulation unseren Handballern.

Die Spiele der Österr. Handballer sollten ein Pflichttermin für unsere Fußballer sei.
Einsatz, Tempo, Emotionen, Herz, Kampzgeist......

ravenna
44
27.1.2010, 12:21
Trainer schlechter als Schiris

Ein Trainer, der eine Mannschaft 2 Zeitstrafen kostet, hat auf der Bank nichts verloren.

Die Teamführung gehört auch abgewatscht, weil einem bekanntermaßen so agierenden Trainer gehört wenigstens ein Aufpasser beigestellt.

Ohne die 2 Zeitstrafen wäre bei dem Match gegen Kroatien vielleicht noch was zu holen gewesen.

Quante N. Sprung
00
27.1.2010, 12:08
Schuss

Ich kenn mich im Handball ueberhaupt nicht aus, aber mir faellt auf, dass der obige Artikel das Wort "Schuss" verwendet. Heisst das im Handball wirklich so ("schiessen" und "Schuss")? Reden die Handballer nicht von "werfen" und "Wurf"?!? Ich kann mich natuerlich taeuschen.

DER-STANDARD-JURIST
00
27.1.2010, 15:48
Sie haben recht.

bibliothekar
00
27.1.2010, 12:07

Was soll diese ausdrucksweise? Selbst wenn unter sportlern dieses niveau üblich sein sollte, hier hat sie nichts zu suchen.

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