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Die neue Welt des Arbeitens braucht Menschen, die Informationen verarbeiten und nicht Daten bewusstlos in sich hinein schaufeln.
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Dass Information ein zentraler Unternehmenswert ist, kostet heute vielen nur ein müdes Lächeln. Dabei ist diese Aussage viel weniger ein Gemeinplatz als eine Kampfansage gegen den Datenmüll, der mit jedem Mausklick zunimmt. Die reflexartige Anhäufung von Daten, die durch immer günstiger werdende Speichermedien angeregt wird, verstellt die Sicht auf das Wesentliche. Datensätze können jedoch Schätze sein, wenn sie ausgewertet werden und damit Unternehmen wendiger und Reaktionen präziser machen.
Wer glaubt, dass es hier nur um Schnelligkeit und Echtzeit geht, der negiert dabei die entscheidende Einheit, in der Produktivität gemessen wird: den Menschen und die Bedingungen, in denen er seine Kreativität entfalten kann. Überfüllte Posteingänge belasten ihn ebenso sehr wie der Terror des Gleichzeitigen, der keine Unterscheidung kennt zwischen dem, was dringend und dem, was wichtig ist. Aktuelle Studien belegen, dass mittlerweile 1/3 aller Krankenstände stressbedingt sind. In einer solchen Situation kann es nicht darum gehen, immer größere Portionen immer schneller zu servieren, sondern nur darum, die Rezepte zu verfeinern und gut aufbereitete Informationshappen dann auf den Tisch zu stellen, wenn man Hunger hat. (Wie man krankhaften Informationshunger besser nicht stillt, lesen Sie hier.)
Die Zeit der Universalgelehrten ist vorbei. Das liegt nicht an den Gelehrten, sondern an den unermesslichen Datenhalden, die dafür vom Einzelnen zu durchstreifen wären. Was uns bleibt, sind Informationsnischen, in denen wir uns komfortabel einrichten können. Oder wir setzen auf Tools, die uns helfen, Spezialwissen miteinander zu vernetzen und komplexe Datensätze in einfachen Ansichten (Dashboards) aufzubereiten und zugänglich zu machen, ohne die vertraute Arbeitsumgebung verlassen zu müssen.
Die neue Welt des Arbeitens braucht Menschen, die Informationen verarbeiten und nicht Daten bewusstlos in sich hinein schaufeln. Sie braucht keine Verdauungsmaschinen, sondern Systeme, die Daten selektieren, aufbereiten und zusammenstellen, und Menschen, die in virtuellen Arbeitsräumen miteinander verbunden sind und relevante Daten heranziehen, um präzise Entscheidungen zu treffen. Die richtige Reihenfolge lautet: Daten, Informationen, Handlungen, Wissen. Denn Wissen kommt vom Tun und nicht umgekehrt, wie uns viele einreden wollen. Wissen ist eben nicht „anwendbare“ Information, sondern entsteht durch „angewandte“ Information.
Wohlgemerkt, wir reden hier nicht von isolierten Datensilos, in denen bereinigte Daten vor sich hin dämmern. Wir reden von gelebtem Knowledge Management – einer Disziplin, die von der Yankee Group, einem amerikanischen Beratungsunternehmen folgendermaßen definiert wird: „Es schafft die effiziente Verbindung von denen, die wissen, mit denen, die Wissen benötigen und die gleichzeitige Umwandlung von persönlichem in organisatorisches Wissen.“
Diese Umwandlung wird in einem dynamischen Arbeitsmarkt mehr und mehr zur Schlüsseldisziplin für Unternehmen. Nicht nur, weil es darum geht, Anreize zu schaffen, das vom Mitarbeiter erworbene Wissen ins Unternehmen zurück zu spielen, sondern auch, weil Unternehmen umso produktiver sind, je besser es ihnen gelingt, diese Prozesse der Wissensgenerierung nicht hierarchisch, sondern in Teams abzuwickeln. Je bunter diese Teams, umso besser. Denn Wissen wird mehr, wenn man es teilt.
Content Creation & Development. New Media Consultant. Content Curator
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Und wer wird dafür bezahlt? Hut ab für Letztere übrigens. Seit Jahrzehnten bekanntes no na net Gewäsch auch noch in Geld zu verwandeln, ist eine Leistung.
Bin ein ganz ganz grosser Bewunderer aller Unternehmensberater, Personalisten, Seminaristen, Coaches und sonstiger Näbel der Unterehmenswelt.
Interessanter Ansatz! Doch gesichertes Wissen ist solches erst nach der Anwendung von Vermutungen. Doch sind Vermutungen nicht Fragen nach Informationen, sie besitzen den Charakter von Wissen, da sie aus als bewährt angesehenen Wissen abgeleitet sind. Wissen ist also mit Systematik und Theorie verknüpft. Nach Popper sollen Hypothesen etwas mehr sagen, als die allgemeinen Sätze einer Theorie. Dieses »mehr« beinhaltet die Sicherung der vermuteten Umstände durch Bewährung, und nichts, was in der Hypothese nicht schon enthalten wäre. Das neue Wissen entsteht demnach nicht einfach durch angewandte Information, diese muß erst in neuen Vermutungen eingebaut werden, die falsifizierbar sein müssen.
Danke für den Erweiterungsversuch. Lassen wir die Popper-Terminologie und seine Falsifikationstheorie beiseite (die übrigens der Wissenschaftsrealität nur sehr mangelhaft entspricht - siehe Thomas S. Kuhn und sein Standardwerk über die "Struktur wissenschaftlicher Revolutionen") und einigen wir uns darauf, dass ein bloßes Mehr an Information nicht die Handlungen wird ersetzen können, die auszuführen wir versäumt haben und Daten ohne unser Zutun nie zur kritischen Masse werden. Ohne uns nur Daten. Ohne Handlungen, die Information auslöst, keine Erfahrung. Und ohne Erfahrung, kein Wissen. Den ersten Schritt beschreibt übrigens Peter Glaser hervorragend: ”Keinem Computer wird jemals, nachdem er zwanzig Jahre lang Western gesehen hat, an einem Abend im Mai plötzlich auffallen, daß er während der ganzen Zeit nie einen Indianer mit Bart gesehen hat.” (Peter Glaser, 24 Stunden im 21. Jahrhundert).
Popper hat noch ganz andere Probleme: Entweder Duhem oder Nicht-Falsifizierbarkeit allgemeiner empirischer Sätze, weshalb später eine Strukturtheorie eingeführt wird. Insbes. aber die Behandlung des Energieerhaltungssatzes verweist auf Probleme seines mit Universalien zu interpetierenden Satzsystems. Mein Punkt war, daß wir Informationen aus unserer Erfahrung entnehmen, und nicht unsere Erfahrung aus Informationen zusammengesetzt ist, I. ist also das Ergebnis einer Analyse. In diesem Punkt scheint Einigkeit herstellbar. Kuhns Epochenbestimmung bleibt zwischen Methodengeschichte und Ontologiegeschichte unklar und führt selbst keineswegs zur besseren semantischen Bestimmung. Kuhn verstehe ich als Anleitung für den historischen Einzelfall.
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