Exil-Tibeter zu Gespräch in China eingetroffen

26. Jänner 2010 10:14

Dialog nach fast 15-monatiger Unterbrechung wieder aufgenommen

Peking - Die USA und Tibet-Aktivisten hoffen auf Fortschritte bei neuen Gesprächen zwischen den Gesandten des Dalai Lama und der chinesischen Regierung. Die beiden Unterhändler trafen am Dienstag in China ein, um den Dialog nach fast 15-monatiger Unterbrechung wieder aufzunehmen. Bei der letzten Runde hatte die chinesische Regierung weitreichende Forderungen nach Autonomie für das tibetische Volk zurückgewiesen.

Der Sprecher des Außenministeriums in Washington äußerte die Hoffnung, dass das neue Treffen "positive Ergebnisse hervorbringt und eine Grundlage für weitere Diskussionen zur Lösung ausstehender Fragen legt". Die International Campaign for Tibet (ICT) wertet die Vorlage eines neuen Entwicklungsplans für Tibet an diesem Wochenende als mögliches Zeichen neuen Interesses in Peking, die Probleme zu lösen.

"Wir hoffen, dass es diesmal Anzeichen gibt, dass sich die chinesische Seite auf einen ergebnisorientierten Dialog einlässt", sagte ICT-Vizepräsidentin Mary Beth Markey in einer Mitteilung. Es ist die neunte Gesprächsrunde seit 2002. Die chinesische Regierung wirft dem religiösen Oberhaupt der Tibeter "Separatismus" vor. (APA)

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blind blind
26.01.2010 13:39
F-ck Chinese Goverment

G. P.
27.01.2010 06:59
ihr

name sagt alles!

something in the air
26.01.2010 13:14
ob man's mag oder nicht - china macht intelligente politik...

china hatte über jahrhunderte mit ein paar nachbarvölker gröbere militärische konflikte... mongolen, turkmenen und tibeter haben china immer wieder angegriffen. vergessen wird oft, dass china heutzutage diese (grenz)gebiete soweit in seinen herrschaftsbereich eingebunden hat und auf diese weise seine grenzen sichert...
und schon jetzt an alle pro&kontra-poster... tibeter waren über jahrhunderte eine gefürchtete militärmacht in zentralasien... seit 1720 aber war tibet von china annektiert. die 45 jahre tibetische unabhängigkeit als DAS ding hinzustellen, ist oft übertrieben. dennoch war die chinesische politik in den vergangenen jahrzehnten in tibet oft mehr als daneben. "dreck" haben beide seiten genug gemacht.

Hardcoreboson
26.01.2010 16:48
also

das tibet eine grosse militaermacht war (lang ists her) und teilweise auch china unterjochte - das wissen wir ja alle (ok nicht alle), tut aber wenig zur sache. jetzt ist china die militaermacht und boxt so seine konflikte (grenzstreitigkeiten) bei den nachbarn durch.

die 45 jahre um die gehts ja auch nicht. ueber einen viel laengeren zeitraum war tibet naemlich in suszenitaet mit china - daraus kann man auch so einiges ableiten. und selbstbestimmungsrecht von voelkern hat einfach wenig damit zu tun wie lang oder kurz oder ob ein volk unabhaenig war.

Der Oley
26.01.2010 11:35
Was immer wieder gerne übersehen wird

Tibet war vor dem Einmarsch der Chinesen eine theokratische Diktatur mit schwersten Menschenrechtsverletzungen. Ein Feudalstaat mit Leibeigentum und keinerlei Rechten für große Teile des Volkes.

Die Menschen wurden in Unwissenheit gehalten und lebten zwischen Aberglaube und einem Budhismus, welcher in erster Linie die Herrschaftsstrukturen stützte.

Ich finde den Dalai Lama auch nett. Aber Tibet wäre vermutlich heute noch ein Feudalstaat und würde am Pranger der Menschenrechtsorganisationen stehen ohne die Chinesen.

Bezeichnet übrigens, daß die meisten Dalai Lamas in der Geschichte Tibets eines unnatürlichen Todes starben.

Hardcoreboson
26.01.2010 16:44
was sie uebersehen

vor dem einmarch gabs in tibet reformen die z.b. die todestrafe abschafften.

und selbst wenn es so waere: eine andre kultur als grund fuer kolonialismus? rueckstaendlichkeit genuegt um ein land zu ueberfallen? also rein nach irak und am besten auch gleich china unterwerfen ....

h 90
12.02.2010 12:31

link zu diesen Reformen?

Panda123
26.01.2010 12:54
Was auch immer wieder gerne übersehen wird

China ist seit der Herrschaft der KP eine scheinkommunistische Dikatatur mit schwersten Menschenrechtsverletzungen. Ein Feudalstaat mit Leibeigentum und keinerlei Rechte für große Teile des Volkes.

Die Menschen werden in Unwissenheit gehalten und leben zwischen Aberglaube und einem Regierungsform, welche in erster Linie die Herrschaftsstruktur stützt.

h 90
26.01.2010 12:34

Meine Frau die Buddhistin ist, verwehrt sich schwer dagegen das in Tibet Buddhismus zu nennen.
Sie nennt es Lamaismus.

Ergaenzend zur Nettigkeit des DL: http://newschecker.blogspot.com/2007/10/d... world.html

Jürgen Rembremerding
 
26.01.2010 19:38
filippinho
26.01.2010 19:54
Língchí

Mir war's bis jetzt immer zu grauslich nach Língchí-Bildern zu suchen, aber ich denke die Herren und Damen "Tibet das Land der Hautabzieher" haben jetzt etwas zum Nachdenken.

beowulf2
 
27.01.2010 13:49
Lingchi wurde eigentlich immer bei schon hingerichteten praktiziert bzw. diese mit dem ersten Schnitt getötet. Der Aspekt der Schändung des Körpers stand da im Vordergrund.

G.E. Morrison: "Ling Chi [was] commonly, and quite wrongly, translated as 'death by slicing into 10,000 pieces' — a truly awful description of a punishment whose cruelty has been extraordinarily misrepresented ... The mutilation is ghastly and excites our horror as an example of barbarian cruelty; but it is not cruel, and need not excite our horror, since the mutilation is done, not before death, but after."

Übrigens geht es beim Status Tibet nicht darum, wie die Menschenrechtslage dort war u. ist. Die chinesische Darstellung ist natürlich einseitig, stellt aber auch nur den Spiegel zur Shangrila Darstellung der Exiltibeter dar.

Yuan Wu
28.01.2010 11:31
Lingchi war ein Bestrafungsform der Nomadenvoelker!

In dem Strafgesetz aufgenommen wurde sie in der nicht chinesischen Liao-Dynastie (907-1125, Kitanen), die fast zeitgleich mit dem Song ueber Nordchina geherrscht hatten. All die Nomadenvoelker (Kitanen, Jurchen, Mongolen, Mandschuren), die ueber Nord- bzw Ganzchina geherrscht hatten, hatten diese Art von Bestrafung in ihren Gesetzbuch. Die Chinesen der Ming hatten dieser Art der Bestrafung von den Mongolen der Yuan Dynastie uebernommen.

http://tinyurl.com/ydad6ou
http://en.wikipedia.org/wiki/Slow_slicing

Die Lingchi ist eindeutig nicht han-chinesischer Ursprungs.

beowulf2
 
28.01.2010 12:15

Naja - aber übernommen wurde es schon. Es ist sicher kein Teil der chinesischen Geschichte auf den man stolz sein kann.

Was mich persönlich ärgert, ist, dass die Lingchi Geschichte vor allem in Europa während der Kolonialzeit verbreitet war. Zur gleichen Zeit, als z.B. die Engländer Aufständische vor Kanonenrohre fesselten und zerfetzten.

Diese Empörung ist für mich immer etwas verlogen und dient alleine der Dämonisierung und politischen Instrumentalisierung. Ja - auch die KP benützt diese Vorgehensweise bei Tibet. Das finde ich persönlich genauso falsch. Aber! - diese Argumentation wird vor allem wegen der - politisch motivierte - Verklärung des alten Tibets verwendet. Das Thema hat nichts mit dem Status von Tibet zu tun.

Yuan Wu
28.01.2010 16:46

Natuerlich kann man darauf nicht stolz sein. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es nicht die Chinesen waren, die diese abscheuliche Bestrafungspraktiken erfunden hatten, sondern ihren Nachbarn, die Nomadenvoelker. Aber hier in den Forum wird ja gerne die These vertreten, dass es die Chinesen sind, die ihren Nachbarn nicht in Ruhe lassen konnte und nicht umgekehrt. China hat in ihre mehrtausendjaehrige Geschichte staendig mit der Bedrohung durch diese Nomadenvoelker leben muessen, die Europaer wurden in dieser Zeit zweimal von diesen Steppenvoelker heimgesucht, aber die Furcht, die sie in den kollektiven Bewusstsein der Europaer hinterlassen dauern bis heute an.

filippinho
27.01.2010 19:54

Was Língchí betrifft habe ich andere Quellen. Solche, die von Verunstaltung von Leichen berichten genauso wie solche, die von Anwendung an durch Drogen betäubte Personen berichten. Wie auch immer, grauslich genug - lassen wir das mal.

Beim 2.Absatz weiß ich nicht genau worauf sie hinaus wollen.
Daß es die Minderheiten deutlich härter haben als die Chinesen sehe ich als gegeben an. Wobei man berücksichtigen muß, daß dies in den meisten Entwicklungsländern der Fall ist. Ich denke etwa an die Vietnamesisierung von Minderheiten in Vietnam um ein Nachbarland zu nennen. Trotzdem bzw. gerade deswegen erfordert das Thema höchste Aufmerksamkeit.

Jürgen Rembremerding
 
26.01.2010 19:35
h 90
27.01.2010 04:36

Abgesehen, dass das ein halbes Jahrhundert vorher war und niemanden Beine und Haende abgehackt wurden, ist natuerlich klar das die Chinesen auch recht grausam waren (die Japaner noch mehr).
Aber selbst Mao war schockiert von Tibet und Mao war bekanntlich auch nicht zimperlich.

filippinho
27.01.2010 22:20
Na No Na hat der Mao gesagt er sei "schockiert"

Er wollte ja auch der ganzen Welt verklickern wie rückständig Tibet nicht sei, also was wird er wohl sagen. Wobei ich pauschal sage: Selber Schuld wer Mao auch nur ein Wort glaubt.
Was soll dieses 50 Jahre früher? Wird jetzt ausgerechnet "Ah die waren vor so und soviel Zeit so und so lange so und so viel böser als die anderen"?

Daß Sie hier "Körperteile abschneiden" durch die Bemerkung das wäre ja kein "Beine abhacken" relativieren, läßt mich schon sehr an der Ehrlichkeit Ihrer Empörung zweifeln.

Hardcoreboson
26.01.2010 16:43
ihre frau ist

im guangxi der thailaendischen chinesen. na klar wird die nix positives ueber tibet sagen ...

langzen
26.01.2010 13:23
gähn

wie oft haben sie diesen abstrusen link schon gepostet?

Meine Vermutung zu ihrer Frau: Kulturrevolution in China erlebt, verliebt in Mao, Reisticket gelöst und jetzt im bösen Westen die Speerspitze der chin. Nation.

h 90
26.01.2010 15:15

wenigstens zweifeln sie den inhalt des links nicht an

something in the air
26.01.2010 13:22
nicht-wissen ist die halbe miete

Ernst Guevara
26.01.2010 12:25
naja,

leider werden die feudalen verhältnisse in tibet oft herangezogen, um die gegenwärtige unterdrückung dort zu rechtfertigen. umgekehrt funktioniert das ja genauso, wie der monarchist rembremerding demonstriert: auch die fans der feudalen handabhack-mönche in tibet wie rembremerding verweisen gerne auf mao, weil sie gerne wieder mittelalterliche zustände in tibet einführen möchten. aber beides ist nicht richtig. ich denke, die menschen in tibet haben weder bock auf feudale noch auf moderne unterdrückung durch china. am sinnvollsten erscheint mir das engagement für einen gemeinsamen kampf der tibeter und chinesen für demokratie und soziale gerechtigkeit. jede parteinahme für den jeweiligen nationalismus ist nicht vernünftig.

Hardcoreboson
26.01.2010 16:50
nun

warum ist bhutan jetzt eine demokratie, wo es doch einst genauso rueckstaendlich war als tibet? das wurde nicht mal von china 'befreit'...

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