New York

Investoren geben "Stuyvesant Town" auf

25. Jänner 2010, 15:58

Nachdem sich die Bewohner erfolgreich gegen die Umwandlungs-Pläne zur Wehr gesetzt hatten, wurde die Siedlung nun den Kreditgebern überlassen

New York - Die Wirtschaftskrise wirbelt den New Yorker Immobilienmarkt durcheinander. Investoren haben ein ganzes Stadtviertel aufgeben müssen, das sie 2006 für die Rekordsumme von 5,4 Mrd. Dollar (3,8 Mrd. Euro) gekauft hatten. Die Gruppe um die Immobilienfirma Tishman Speyer und den Vermögensverwalter Blackrock überließen die sogenannte Stuyvesant Town samt ihrer kleineren Schwestersiedlung Peter Cooper Village ihren Kreditgebern.

Die einzige Alternative zu einer Insolvenz sei die Übertragung der Liegenschaft an die Gläubiger gewesen, zitiert das "Wall Street Journal" am Montag aus einem Schreiben der Investoren. Zuvor hatten sich beide Seiten nicht über eine Umschuldung einigen können. Auf dem Gebäudekomplex lastet laut der Zeitung eine Bürde von 4,4 Mrd. Dollar.

Nur noch ein Drittel der Kaufsumme wert

In der Wirtschaftskrise waren die Häuserpreise und Mieten in New York deutlich gefallen. Parallel stiegen die Zinsen für Kredite. Das hatte die Kalkulation der Investoren durcheinandergebracht. Laut US-Medien ist das Areal aktuell gerade noch 1,8 Mrd. Dollar und damit ein Drittel der Kaufsumme wert.

Die Stuyvesant Town und das Peter Cooper Village sind während des zweiten Weltkriegs gebaut worden. Sie bestehen aus 56 Backstein-Gebäuden mit gut 11.000 Wohnungen, in denen rund 25.000 Menschen leben. Die Mieten sind großteils gedeckelt. Daher können sich auch weniger gut betuchte New Yorker das ansonsten sehr teure Wohnen in der Mitte von Manhattan leisten. Kaltmieten von 2.000 bis 3.000 Dollar für kleine Wohnungen sind am freien Markt eher die Regel denn die Ausnahme.

Pläne gescheitert

Die Investoren hatten die komplette Siedlung zu Boomzeiten vom US-Versicherer Metlife übernommen. Niemals zuvor war für einen zusammenhängenden Wohnkomplex in den USA mehr gezahlt worden. Sie wollten die mietpreisgebundenen Apartments auf den neuesten technischen Stand bringen, somit in Luxuswohnungen umwandeln und dann teuer verkaufen.

Doch die Bewohner der mehrstöckigen Backsteingebäude setzten sich gegen die Pläne erfolgreich zur Wehr. Zunächst gingen die Umwandlungen langsamer als von den Investoren erhofft vonstatten, dann schlug sich auch ein New Yorker Gericht im Streit um die geplanten Mieterhöhungen in Höhe von insgesamt 200 Millionen Dollar auf ihre Seite.

Der nunmehrige Verlust für Tishman Speyer und Blackrock hält sich nach der Aufgabe des Projekts aber in Grenzen: Sie hatten jeweils gut 112 Mio. Dollar eigenes Geld in das Projekt gesteckt. Zu den größten Gläubigern zählen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge die staatlich kontrollierten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae and Freddie Mac sowie der Stadtstaat Singapur. (APA/red)

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13 Postings
Diana Rigg
02
26.1.2010, 11:37
die haben also

pro wohnung ca. 500.000 bezahlt. und sie haben das gebiet nicht "aufgegeben", sondern sie sind pleite gegangen, weil sie an den warmen eislutscher (=ewig steigende immopreise) geglaubt haben.

Andreas Steinschaden
00
Leider nicht....

Sie hängen nur mit 112 Mio Dollar drin, die Schulden tragen die Gläubiger, Singapur, Fanny Mae, Freddy Mac. Und damit wieder jene Menschen, die ihre Kredite bezahlen.

die_eidechse
 
02
26.1.2010, 09:33
sehr gut! immobilien spekulanten sind wirklich das letzte!

mit den grundbedürfnissen des menschen geschäftemachen...die leute gehören aufgeziegelt.

alla riscossa
31
26.1.2010, 23:28
was daran sehr gut ist, möcht ich wissen!

die geringsten verluste haben die spekulanten und die kreditgebenden banken musste der staat auffangen! was bitte ist daran sehr gut???

die_eidechse
 
02
27.1.2010, 09:28
sie finden es also o.k. den leuten mit solchen spekulationen die miete zu ver x-fachen und sie so quasi auf die straße zu setzen? das schicksal wünsch ich ihnen auch!

politisch verfolgt
61
25.1.2010, 16:13
Fannie Mae and Freddie Mac

wo immer die beiden namen auftauchen, wird steuergeld verbrannt. und schuld ist dann für unsere linksliberalen wieder "der kapitalismus".

steve low
10
26.1.2010, 16:08
Sie haben eine Ahnung!

Was bei Fannie Mae & Freddy Mac hat NICHT mit Kapitalismus zu tun?

Michael Holzermayr2
00
26.1.2010, 17:35
Sie und alle anderen Rotstrichler können

mit dem Begriff Sarkasmus offenbar nichts anfangen.

Michael B
00
26.1.2010, 19:35
Netter Versuch!

nemo sander
11
26.1.2010, 14:17
..und für die staatlichen hilfsgelder in dreistelliger milliardenhöhe

für private unternehmen in den usa ist wer verantwortlich?
warum haben die rechten neoliberalen sich nicht selber aus den finanzielle sumpf gezogen?

Anyuser
 
01
26.1.2010, 13:26

Und die rechtskonservativen tun das, was sie am besten können - die Wahrheit verdrehen...

Michael B
02
26.1.2010, 13:17
Fannie Mae war ursprünglich staatlich finanziert,

und wurde 1968 privatisiert. Gleichzeitig wurde Freddy Mac gegründet, zur Monopolverhinderung.
Damit begann der Einstieg in die private Finanzwirtschaft. (In den "Kapitalismus")
Der Gipfel waren dann die unzähligen unfinanzierbaren Hauskredite, die beide Institute (und zahlreiche andere) fast oder ganz in den Bankrott trieben.
Der linksliberale Präsident Bush mußte dann Milliarden an Steuergeldern loseisen, um diese Banken, Versicherungen und Institute zu retten.

Sarang He
02
25.1.2010, 21:24
Fanni Mae und Freddie Mac sind ja Musterbeispiele dafür

wie sich die meisten Grosskonzerne über Wasser halten - damit es gut läuft muss der Staat über öffentliche Aufträge und Subventionen für die Gewinne sorgen und wenn es trotzdem den Bach runter geht dann muss der Staat ja wieder mal das Unternehmen auffangen.

Bei obigen läuft´s wie bei der Bahn - verstaatlichen-sanieren-privatisieren-runterwirtschaften-verstaatlichen- usw.

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