Bundesbudget

Wifo-Chef für "Vitaminstoß" für die Wirtschaft

25. Jänner 2010, 13:27

Karl Aiginger für Haushalts-Konsolidierung im Jahr 2011, jetzt sollte die Regierung für mehr Wachstum und Strukturreformen sorgen

Wien - Das österreichische Defizit ist 2009 um rund eine Milliarde Euro niedriger ausgefallen als erwartet. Dieses Geld sollte nun nicht eingespart, sondern als "Vitaminstoß" erst recht der Wirtschaft zugeführt werden, empfiehlt Wifo-Chef Karl Aiginger. Die Konsolidierung des Haushaltes sei erst für 2011 angesagt, jetzt sollte die Regierung für mehr Wachstum und Strukturreformen sorgen. "Wir haben in einem Jahr gespart, in dem es nicht notwendig war", resümierte Aiginger am Montag. Wenn man das Geld nun ausgebe, sei realistischerweise mit einem Viertelprozentpunkt mehr Wachstum zu rechnen. Dabei müsse die Regierung drei Ziele parallel verfolgen: Die Arbeitslosigkeit senken, die Verschuldung abbauen und Strukturreformen angehen.

Zum Abbau der Arbeitslosigkeit empfiehlt Aiginger ein Bündel am Maßnahmen, von Weiterbildung bis zu "radikalen Umschulungen", höheren Forschungsprämien, Gesetze für Energieeffizienz im Bauwesen, oder einem "Handwerkerbonus", um Schwarzarbeit zu verringern.

Knapp 400.000 Arbeitslose

Das für Österreich prognostizierte mittelfristige Wachstum von 1,8 Prozent werde nicht reichen, um die Arbeitslosigkeit zu senken - ein Anstieg auf 8,3 Prozent bis 2013 sei zu erwarten, sagte Aiginger. Er geht davon aus, dass unbemerkt von der Öffentlichkeit jetzt knapp vor Ende Jänner die Arbeitslosenzahl wohl 400.000 erreichen wird, zum Stichtag am Freitag vor den Energieferien aber dann knapp darunter bleiben wird. Aiginger erwartet offiziell 397.000 Arbeitslose.

Arbeitszeitverkürzung solle für jene Menschen ermöglicht werden, die das selber wollen. Das könnte die Arbeitslosenrate um "den einen oder anderen Zehntelprozentpunkt" senken, so Aiginger. Eine allgemeine Verringerung der Arbeitszeit hält der Wifo-Chef nicht für sinnvoll.

Einsparungen "nicht mit dem Rasenmäher"

Um beim Defizit unter drei Prozent des BIP zu kommen, habe Österreich einen jährlichen Konsolidierungsbedarf von zwei Milliarden Euro. Aiginger plädiert für Einsparungen, aber "nicht mit dem Rasenmäher". Forschung und Bildung sollten ungeschoren davon kommen, auch dürfe man nicht die untersten Einkommen zu stark treffen. Aiginger sieht bis zu einer Milliarde Einsparungen im Gesundheitssektor als realistisch, wobei Studien bis zu drei Mrd. Euro an Einsparungen vorrechnen. Auch bei den Förderungen - von den ÖBB bis zur Landwirtschaft - sei viel Geld zu sparen. Zudem gehöre die Hacklerregelung "sofort zur Diskussion gestellt", Jobs im Staatsdienst bei natürlicher Fluktuation nicht nachbesetzt, eventuell Pensionen und Beamtenlöhne unter der Wachstumsrate erhöht. In Summe seien "zwei bis drei Mrd. Euro nicht unmöglich".

Dabei gehe es nicht so sehr darum, die von der EU vorgegebene Defizitschwelle zu unterschreiten, als vielmehr darum, "Handlungsspielraum" zu gewinnen. Die geringeren Staatsausgaben müssten durch mehr Konsum, Investitionen und Exporte wieder aufgefangen werden, damit das Wachstum nicht gestört wird. Sollte es keine ausgabenseitigen Maßnahmen geben, dann werden wohl mehr Einnahmen - also höhere Steuern - unvermeidlich. Auch in diesem Fall wäre aber eine Pauschalmaßnahme wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer "falsch". (APA)

Evolutionsteilchen
00
27.1.2010, 11:58
Es ist eine Frechheit

immer nur an seine eigene Klientel zu denken und dafür zu werben, dass das Staatsdefizit noch größer wird. Wenn der Staat etwas gespart hat, dann soll man es - wenn überhaupt - nicht für die Wirtschaft ausgeben.

Die Wirtschaft verhält sich schon genauso wie die Banken. Läuft alles gut, wird von "freier" Markwirtschaft gefaselt und der Staat soll sich raushalten, läuft es nicht gut, dann soll der Staat (= die Steuerzahler) die Wirtschaft stützen.

Österreich hat ohnehin schon eine viel zu sehr subventionierte Wirtschaft.

Chen Fu Chang
 
00
26.1.2010, 11:12
Um Radikal zu sanieren würde ich sagen

nicht am vole sparen und wenn ich wirtschaft höre wo was reingepumpt wird sind immer die falschen Ansätze.

wer bekommt förderungen nur die grossen
leine kmu´s haben keine chance

was ihnen dabei nicht einleuchtet ist es das die mehrheit der angestellten und arbeiter in KMU´s arbeitet und nciht bei grossfirmen.

weiters um die arbeitslosigkeit einzudämmen alle die keinen job haben und nicht österreicher sind nach hause. sie können ja wieder kommen wenn es uns wieder besser geht. dam it senken wir mal den pfusch und die arbeitslosenquote.

Chen Fu Chang
 
00
30.1.2010, 01:41
CA-Immo will ihre Rechte wahrnehmen

kein schwarzer tritt den anderen auf den schuh
kein grabräuber tut dem anderen was

abber eins könnts am sonntag in die kirche rasseln gehen , serits alles falsche 50ger ( noch in ATS ) der euro hät sein wert aber dort seits nicht

wäre ich österreicher würd ich den politikern meine staatsbürgerschaft iin den A..... schieben

KingKong Number 1
 
03
25.1.2010, 19:01
WIFO

die Verwahranstalt für verhaltensoriginelle Vorschläge: WSchratzenthalerin, Marterbauer, Aiginger...

Gogo Hagi
00
25.1.2010, 17:16
Di9e Berechnungen des Finanzministers

Jetzt ist es also heraus, der Finanzminister hat einen oder mehrere Rechenfehler begangen. Reden wir doch einmal darüber, daß der Finanzsepp nicht so allwissend ist, wie er sich gegeben hat. Wenn man sich um solche Summen "verschätzt", so hat das auch einen Grund. Ich gehe davon aus, daß man sich warm angezogen hat, bei den Budgetverhandlungen viel zu viel gekürzt und immer wieder auf die Kompetenz seiner Partei für Wirtschaftsfragen hingewiesen hat. Jezt sehen wir, daß der Bundessepp auch kein Hellseher ist und seine Leute ebenfalls weniger Ahnung haben, als sie vorgegeben haben.

rompitasche
04
25.1.2010, 14:43
Aiginger bleibt sich treu

Der ist immer dafür, mehr Geld auszugeben, völlig unabhängig von Wirtschafts- und Budgetlage.

Er ist allerdings so flexibel, seine Wünsche nach höheren Ausgaben mit gerade opportun scheinenden Argumenten zu untermauern.

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