derStandard.at-Interview

"Taliban müssen wieder in die Regierung"

Florian Niederndorfer, 26. Jänner 2010, 12:52
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    Matthew Hoh, mittlerweile wieder in Washington.

  • Matthew Hohs Rücktrittsbrief zum Download.

Matthew Hoh war Marineinfanterist im Irak und US-Zivilbeamter in Afghanistan - Im Herbst trat er zurück, weil er im Krieg keinen Sinn mehr sieht

Er sei kein Hippie und auch kein Pazifist, sagt Matthew Hoh, 36. Schließlich hat er vier Jahre lang als Marine im Irak gekämpft. Und auch die Invasion in Afghanistan 2001 sei richtig gewesen. Doch seit er als Zivilbeamter des State Department im Südosten Afghanistans anheuerte, habe er den Glauben an die Sinnhaftigkeit des Krieges am Hindukusch verloren. Im Oktober 2009 trat er mit einem aufsehenerregenden und vielzitierten Brief von seinem Posten zurück. Im Gespräch mit derStandard.at erzählt Hoh, mittlerweile wieder in Washington DC, von seinen Beweggründen.

***

derStandard.at: Sie haben gerade einmal fünf Monate in Afghanistan verbracht, Ihr Vertrag wäre im März ausgelaufen. Warum glauben Sie besser zu wissen was die USA in Afghanistan tun und lassen sollen, als Leute, die sich seit Jahren damit beschäftigen?

Matthew Hoh: Ich sage ja nicht dass ich es besser weiß. Aber viele Menschen stimmen mit mir überein, was die wahren Gründe des Konflikts in Afghanistan betrifft und welche Lösungen es dafür gibt. Zum Beispiel Ahmed Rashid, ein prominenter pakistanischer Journalist in seinem Buch "Descent Into Chaos". Auch im US-Außenministerium und im Militär gibt es Leute die so denken wie ich. Trotzdem hält der Präsident - aus innenpolitischen Gründen und weil es die Öffentlichkeit von ihm verlangt - an einer militärischen Lösung fest.

Auch die Armee will diesen Krieg nicht verlieren, sondern militärisch gewinnen. Dieser Krieg ist militärisch aber nicht zu gewinnen, weil er schon seit 30 oder 35 Jahren andauert und es politische Lösungen braucht. Die von uns installierte afghanische Regierung schließt ein Drittel der Bevölkerung von vornherein von der Mitsprache aus, nämlich die ländlichen Paschtunen im Süden und Osten. Solange man kein System findet, das diese Menschen an die Regierung und an ihren Teil der Ressourcen bindet, werden sie Bomben werfen.

derStandard.at: Der Einsatz von militärischer Gewalt zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus war einer der Schlüsselpunkte der Bush-Doktrin. Sie haben vier Jahre im Irak gedient und sind nun, nicht einmal ein Jahr nach Beginn der Ära Obama, öffentlich zurückgetreten. Warum sind Sie überhaupt nach Afghanistan gegangen?

Matthew Hoh: Mein Rücktritt hatte nichts damit zu tun, wer im Oval Office sitzt. Er war Ergebnis eines Prozesses, der acht Jahre lang gedauert hat. Ich dachte, ich könnte in Afghanistan zur Verbesserung der Lage beitragen und wollte einerseits meiner Regierung als Zivilbeamter dienen und anderseits auch Erfahrung in Afghanistan sammeln.

derStandard.at: In Ihrem Rücktrittsschreiben argumentieren Sie Ihren Unmut damit, dass die USA in einem internen Bürgerkrieg Partei ergriffen hätten. Wie hätte man denn sonst in den Krieg ziehen sollen, wenn nicht aufseiten einer Partei?

Matthew Hoh: Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat der Westen klug reagiert, die Invasion in Afghanistan war der richtige Schritt. Nur haben wir es seither nicht geschafft, den Konflikt richtig einzuschätzen. Wir haben die Kultur, die Völker und die Geschichte des Landes, das wir besetzen, nicht verstanden und so in einen Bürgerkrieg eingegriffen, ohne die wichtigsten Akteure zu kennen. Nachdem wir das Taliban-Regime durch eine Regierung der Nordallianz ersetzt haben, haben wir acht Jahre lang nichts gemacht, um die eigentlichen Gründe des Bürgerkriegs zu lösen.

Außerdem: was bringt der Krieg unseren Nationen eigentlich? Warum schicken wir unsere Kinder, Ehemänner und Väter in einen Kampf, der ein Bürgerkrieg ist und nichts mit Al Kaida zu tun hat? Wir sollten Al Kaida bekämpfen, ihre Strukturen und ihre Anziehungskraft zerstören. In einen Bürgerkrieg einzugreifen, der mit dem Westen nichts zu tun hat, ist irrsinnig.

derStandard.at: Schon einige Wochen vor Ihren Rücktritt hat Peter Galbraith, Vize-Sondergesandter der UN in Kabul, seinen Job quittiert. Im derStandard.at-Interview sagte er, der dramatische Wahlbetrug Präsident Hamid Karzais habe ihn dazu veranlasst. Wie lange können die USA Karzai noch unterstützen, ohne vollends ihre Glaubwürdigkeit zu verspielen?

Matthew Hoh: In meinen Augen haben die USA ihre Glaubwürdigkeit längst verspielt, indem sie Präsident Karzai unterstützen. Junge Amerikaner und Europäer für ein korruptes und illegitimes Regime sterben zu sehen, hat auch bei mir zu großer Frustration geführt. Die Karzai-Regierung ist eine Kleptokratie, die nur ihrem eigenen persönlichen Nutzen dient und das afghanische Volk nicht vertritt. In zehn oder fünfzehn Jahren werden wir zurückblicken und uns fragen, warum wir unsere jungen Menschen dort haben sterben lassen.

derStandard.at: In einem Kommentar für das britische Magazin New Statesman zeichnet Außenminister David Milliband ein düsteres Bild: die Karzai-Regierung laufe Gefahr, von den Taliban wegen ihrer Korruption "outgoverned" zu werden. Was kann der Westen tun, um dieser Gefahr zu begegnen?

Matthew Hoh: Wenn man in die ländlichen Gebiete des Ostens und den Südens fährt, erkennt man schnell, dass die Kabuler Regierung, die vor allem aus städtischen Paschtunen wie Hamid Karzai, Usbeken und Tadschiken besteht, als Besatzungsregime betrachtet wird. Es ist so ähnlich wie im amerikanischen Bürgerkrieg, als die Carpetbagger aus dem Norden in den besiegten Süden kamen, um sich an Macht und Ressourcen zu bereichern. Auch in der afghanischen Armee sind der Süden und der Osten des Landes kaum vertreten. Deshalb wird auch die afghanische Armee als Besatzungsmacht gesehen.

Die einzige Lösung ist in meinen Augen, die Macht der Zentralregierung einzuschränken und den Regionen so etwas wie Autonomie zu geben. Am Ende des Tages geht es auch im die Ressourcen des Landes, zu denen derzeit nur wenige Gruppen Zugang haben. Und um endlich wirklich alle Gruppen der Bevölkerung einzuschließen, wäre eine Loya Jirga ein guter Weg, weil so Probleme in Afghanistan traditionell angegangen werden.

derStandard.at: Sollen die Taliban also wieder in die Regierung kommen?

Matthew Hoh: Ja, absolut. Anders wird es nicht gehen, wenn man den ländlichen Süden und Osten Afghanistan nicht länger ausgrenzen will.

derStandard.at: Haben die USA nicht eine moralische Verpflichtung etwa den Frauen gegenüber, die vom Taliban-Regime grausam unterdrückt wurden?

Matthew Hoh: Die Taliban sind ja nur eine extreme Sekte der paschtunischen Kultur. In den paschtunischen Gebieten Afghanistans werden die Frauen heute noch genauso behandelt wie vor dem Sturz der Taliban-Regierung. In Qalat (Stadt in der Provinz Zabul im Süden Afghanistans, Anm.), wo ich stationiert war, wohnen 3.000 Menschen neben etwa 3.500 amerikanischen, rumänischen und afghanischen Soldaten. Sogar dort leben die Frauen völlig rechtlos, genau wie damals, als die Taliban an der Macht waren. Die Frauen müssen sich komplett verhüllen, dürfen das Haus nicht ohne männliche Begleitung verlassen, Mädchen werden, wenn sie zwölf Jahre alt sind, weggesperrt.

derStandard.at: Was schließen Sie daraus?

Matthew Hoh: Der Westen kann nicht durch Krieg die Kultur und die Gesellschaft eines Landes verändern. Wer das mit der Waffe in der Hand versucht, darf sich nicht wundern, wenn sich die Menschen wehren und revoltieren. Anderseits sieht man in Afghanistan durchaus erste Anzeichen der Moderne, etwa, dass viele Afghanen mit Handys herumlaufen. Wenn man die Lage der Frauen ändern will, muss man das mit Information tun, mit Bildung und vor allem mit Zeit. Man muss die Taliban wieder in den politischen Prozess einbeziehen, ohne sie kann es keine Stabilität und kein Ende der Gewalt geben.

derStandard.at: In Ihrem Rücktrittsschreiben sprechen Sie häufig von "Valleyism". Was meinen Sie damit?

Matthew Hoh: "Valleyism" ist im Grunde eine kleinteiligere Spielart von Nationalismus. Die meisten Menschen in Afghanistan wohnen traditionell in Tälern, entweder an Flüssen oder zwischen Bergen. Es ist sehr schwierig, sich dort zu bewegen, weswegen erstens große Isolation und zweitens Ressourcenknappheit herrscht. Deshalb haben die Bewohner kein Interesse daran, dass Fremde ins Tal kommen und womöglich auch noch die wenigen Ressourcen wegnehmen. Gerade die paschtunische Kultur, die auch aus Dingen wie Rache und Gastfreundschaft besteht, schätzt den Wert der persönlichen Ehre und des persönlichen Besitzes sehr hoch ein.

Paschtunische Männer wollen keine Fremden im Tal, die ihnen Befehle erteilen. Sie gehen aber auch nicht ins nächste Tal, um es zu erobern. Darum kann effektives Regieren nur im kleinstmöglichen Bereich funktionieren. Die ländlichen Paschtunen, die im Süden und Osten die westlichen Truppen bekämpfen, tun das nicht, weil sie sich ideologisch mit den Taliban verbunden fühlen. Sie kämpfen gegen uns, weil sie uns nicht in ihrem Tal haben wollen. Wir sprechen von sehr armen Menschen, die eine Lebenserwartung von 44 Jahren haben. Ein Mensch, dessen Leben so schwierig ist, hat nur seine Traditionen, seine Ehre, seine Familie.

derStandard.at: Kürzlich sagten Sie in der TV-Sendung News Hour with Jim Lehrer, Al Kaida existiere in Afghanistan nicht. Warum glauben Sie das?

Matthew Hoh: Natürlich war Afghanistan bis 2001 ein sicherer Rückzugsort für Al Kaida. Aber heute gibt es kaum Berührungspunkte zwischen den Taliban und Al Kaida. Al Kaida ist eine weltweit operierende Terrorgruppe, die ein Kalifat etablieren will. Die Taliban sind eine lokale Gruppe, vor allem im Süden und Osten Afghanistans, die weder die gleichen Visionen noch die gleichen Ziele wie Al Kaida haben.

Klar, die Al Kaida-Führer waren in Afghanistan, es wurde dort trainiert und Geldströme an Al Kaida gingen von Afghanistan aus, aber man darf auch nicht vergessen, dass die Mehrheit der 9/11-Attentäter ihre Taten in Europa vorbereitet und Flugschulen in Florida besucht haben. Die Idee, dass Al Kaida Gebiete wie etwa den Süden Afghanistans zur Durchführung ihrer Aktionen will oder braucht, ist falsch.

derStandard.at: Sondern?

Matthew Hoh: Al Kaida braucht für ihren Terror ein Haus etwa so groß wie meines, vielleicht noch mit einem Garten dabei. Das Problem ist, dass die USA und die NATO nun 40.000 weitere Soldaten nach Afghanistan schicken, um zu verhindern, dass die Al Kaida das Land wieder übernehmen. Und was ist die Antwort der Al Kaida? Sie schickt einen Nigerianer, der in London lebte, über zwei verschiedene Flughäfen mit Sprengstoff in der Unterhose in Richtung USA. Wir tun unseren Soldaten keinen Gefallen, wenn wir sie in einen Krieg schicken, der keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Menschen im Westen hat. (Florian Niederndorfer/derStandard.at, 25.1.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 166
1 2 3 4
Der Alte vom Berge
11
27.1.2010, 22:50
Die Bereitschaft zur Verhandlungslösung...

...begründet sich für den "Westen" weder durch millitärische noch durch politische Dominanz, sie wird durch das Prinzip der Mächtigen getragen nichts Auszuschliessen das Nachhaltigkeit der eigenen Position von Nutzen ist ohne gefährlich zu Werden.


Sämtliche Möglichkeiten welche westlichen Demokratien zur Verfügung stehen Kriege zu Gewinnen sind Ausgeschöpft, ja Überschritten.


Hinzu kömmt das die CIA auf sämtlichen Feldern als Geschlagen betrachtet werden darf, verlor die "Firma" doch durch den Anschlag in Khost nicht nur ein über Jahrzehnte aufgebautes Spezialistenteam sowie wertvolle Daten sondern ebenso technische Einrichtungen welche als Schlüsselposition im Drohnenkrieg gelten Dürfen.



Der "Westen" MUSS Verhandeln. ^^

trestigres
 
13
28.1.2010, 11:03
Sie wissen also, dass "der Westen" verhandeln muss - und zwar im Sinne der Taliban. Suggeriert wird in diesen Tagen, rund um die Afghanistan-Konferenz, so manches. Wir werden bald die Abschlusserklärung sehen. Darin erwarte ich weder die Meldung über

einen raschen Abzug, noch die Ankündigung grosser Verhandlungen mit den Taliban. Ein Angebot für ausstiegswillige Gotteskrieger ist keine Kapitulationserklärung, auch wenn dies einige gern so interpretiert sehen wollen. Tatsächlich werden ihre Rückzugsräume im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet weiter beschnitten. Gleichzeitig hat "der Westen" dafür zu sorgen, dass die eigene Korruption, noch vor der afghanischen, bei der Wiederaufbauhilfe abgestellt wird. Da sollten sich Westerwelle und Merkel mal selbst an die Nase fassen. Die Taliban können, so lange die Truppen in Afghanistan sind, das Land militärisch nicht zurückerobern. Man kann sie aber stark machen, indem ein Afghanistan-Nihilismus gepflegt wird.

Der Alte vom Berge
12
28.1.2010, 22:59
Meine Unwürdigkeit...

...weiss über Zuvieles Zuwenig, über Weniges Zuviel, doch Genug im Allgemeinen.

Ein bewaffneter Konflikt welcher als Krieg bezeichnet werden darf der millitärisch wie Nachrichtendienstlich nicht gewonnen werden kann ist also als Verloren zu Bezeichnen.

Die asymmetrisch auftretenden Kräfte benötigen Aufgrund ihrer flexiblen Gefechtsführung sowie durch Rückhalt in der Bevölkerung und topographische Verhältnisse keine "Aufmarschräume" sich neu zu Gliedern sondern Operieren grenzüberschreitend aus der Bewegung.

Beispielhaft.

Über die Thematik "Korruption" lässt sich Übereinstimmung finden, sind doch Quellen wie Verteiler nicht Einheimische, Berlin als Einauge König unter den Blinden.

Madamè Mims Ansprache war mehr als Seicht. ^^

Der Alte vom Berge
12
27.1.2010, 23:01
Interessante Entwicklung,...

...denn so Mancher "Hardliner" der Position Washingtons sieht sich mit der Tatsache Konfontiert das bisher als dogmatisch zu Verstehende Sprachregelungen wie Linienstandpunkte der Argumentation sich Umkehrten, die als "Taleban" bezeichnete Kräftegruppe plötzlich, quasi über Nacht, differenzierter Betrachtet wird um nach acht Jahren des Schlachtens politisch Ansätze zu gebären
neue Wege zu Beschreiten.

Die bisherige Pro-Americanische Leseart wie Wiedergabeform von Information ist im Wandel.

Es sollte so manchem Dogmatiker Schwerfallen die Kürsänderung Mitzutragen ohne sich Selbst über eigene [Linientreue] Aussagen zur Thematik in der Vergangenheit in die neu geschaffene Tatsächlichkeit glaubwürdig Hinüberzuretten.


Ned wahr ? ^^

Der Alte vom Berge
12
27.1.2010, 23:15
Das "Haus der Neuen Ordnung"...

...täte gut Daran raschest Zusammenzufinden sich rasch Abzustimmen,der selbst ernannten Trilateralität entgleitet zusehends die Möglichkeit auf die angestrebte Verankerung der globalen Interdependenz Einfluss zu Nehmen.

Big "Z"...

http://www.google.at/url?q=htt... iZrILbuOzQ

...irrt Sich über Basis wie Möglichkeit den dritten Anlauf entgegn Widerständen der arabischen Welt, welche sich über den kleinsten gemeinsamen Teiler Koran,die "Herrschaft des Buches",sich zwischen Mauretanien und Malaisya zu Vereinen im Begriff Steht,zu Verhindern.

Es ist bereits Geschehen.

an kog
33
27.1.2010, 15:09
Wie auch immer...



Heute im Weltjournal:
Frau Rados berichtet aus Afghanistan.
Afghanistan-Frauen auf der Todesliste.
Die Taliban sind zurück-und wer das am stärksten zu spüren bekommt, sind Afghanistans Frauen.

(so fürs Gesamtbild)


ORF 2, 22.30 Uhr.

fan of MASKULIST.de
11
22.2.2010, 09:55

Dann sollen sich die Frauen doch endlich mal am Kampf gegen die Taliban beteiligen.
Oder ist das den verwöhnten Prinzessinen nicht zuzumuten?

DieBo
23
27.1.2010, 19:45
Kapieren sie eigentlich das Frauen auch Menschen und keine Idioten sind? Wer erzieht unsere Kinder und auch Talibankinder in der Mehrzahl?

an kog
23
27.1.2010, 21:52

Ich kann mir schon vorstellen, dass ihnen solche Berichte weh tun.
Nachdem Sie ja denken die Frauen würden sich gerne so behandeln lassen, wie sie es von den Taliban werden.

Aber das ist Ihr Problem. Damit müssen Sie ganz alleine fertig werden.

trestigres
 
33
27.1.2010, 12:41
"Die haben halt eine andere Kultur" - "Rechtstaatlichkeit u. Demokratie ist dort nicht möglich" und die Bekämpfung des nihilistischen Kerns der totalitären Islamisten müsse schliesslich den afghanischen Sicherheitskräften überantwortet werden - wenn

diese stark genug sind oder dann halt vorher. Vorbei die Zeit, als die Idee des Nation Building, des Aufbaus eines Rechtsstaats, ganz oben auf der Tagesordnung stand. Weshalb? Weil an Stelle eines Rechtsstaates die Einschüchterung durch Terror ihren Erfolg feiert, zumindest im Westen. Im zukünftigen Afghanistan könnte es zwar höchst schmutzig zugehen. Aber wenigstens kann man das dann außerhalb Afghanistans nicht sehen. Eine pragmatische Exit-Strategie. Für all jene die eine andere Vorstellung zur Zukunft in Afghanistan haben bleibt nur zu hoffen, dass die Idee eines Nation Building nicht vollends einer politisch opportunen Tages- und Wahlagenda oder einem naiven Afghanistan-Nihilismus geopfert wird.

living reef
35
27.1.2010, 10:43
nicht korrekt gerechnet!

"Die von uns installierte afghanische Regierung schließt ein Drittel der Bevölkerung von vornherein von der Mitsprache aus"...? nein! wenn es sich um die männliche bevölkerung handelt, dann mag das möglicherweise stimmen, es werden aber so gut wie 100% der frauen an mitsprache ausgeschlossen! diese massive unterdrückung der frauen kann nicht hingenommen werden. die talibans handeln extrem frauenfeindlich. für sie gibt es offenbar nicht einmal einen hauch von akzeptanz das frauen auch so etwas wie menschenrechte besitzen. was soll man aber erwarten, wenn sich die männer gegenseitig umbringen, mit hass verfolgen und das in einer gegend, die offenbar außer rauschgiftanbau nichts produktiveres bietet.

Shanajio
03
27.1.2010, 14:34

Laut Matthew Hoh ist diese Frauenunterdrückung Teil der Kultur der Paschtunen. Wenn das so stimmt, glaubt jeder(!!!!) Mann in den Paschtunenregionen, dass das Wegsperren von Frauen mit 12 ok ist. Wie wollen Sie das schnell (<5 Jahre) ändern? Umerziehung ist wahrscheinlich schwierig, Ethnische Säuberung keine Lösung ...

Wenn Afghanistan wieder ein stabiler Staat ist, werden die Männer in den Westen kommen und sehen, dass das Leben auch funktioniert wenn Frauen gleichberechtigt sind. Die werden dann vielleicht wieder zurückgehen und langsam wird sich die Situation der Frauen verbessern. Irgendwann gibt es dann eine kritische Masse und ab dann geht es dann relativ schnell.

fan of MASKULIST.de
74
27.1.2010, 11:19

Dann sollen doch Frauen Waffen nehmen und ihren Krieg selber führen.

a b1
21
27.1.2010, 17:30
Ansonsten sollen die USA auch in Österreich einmarschieren

Denn auch hier gibt es, obwohl vor dem Gesetz alle fast gleich sind, noch Millionen von Sexisten, welche die Frauen zu Hause unterdrücken und nur als Koch-, Sex- und Gebärmaschine ansehen.

fan of MASKULIST.de
21
28.1.2010, 11:33

Und Männer, die vom Gesetz zum Bankomaten degradiert werden.

peace & love
35
27.1.2010, 10:39
'Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat der Westen klug reagiert, die Invasion in Afghanistan war der richtige Schritt'


schon disqualifiziert. das war damals schon eine hau-drauf aktion mit fragwürdigem hintergrund. um das geld, das dieser krieg bis jetzt gekostet hat, hätte man locker 10 neue wtc's bauen können.

Malkaye
00
30.6.2010, 23:50
allein der irak krieg kostet seit jahren über 170 milliarden pro jahr.

ich tippe eher auf 10 WTC's pro monat...

Vorax
 
02
27.1.2010, 12:19
...

... nur 10? ;)

P.H.
30
27.1.2010, 11:47
Naja ...


... man hat schon jede Menge Infrastruktur wie Ausbildungslager usw. zerstört und auch jede Menge Al Qaida Leute gefangen genommen ... man hätte sich dann halt wieder zurückziehen müssen und sich nicht mit der Nordallianz verbünden dürfen ... so sind nur noch mehr Waffen und noch mehr Geld nach Afghanistan gekommen und die vernünftigen gemäßigten Kräfte wurden durch die mehr oder weniger aufgezwungene Zusammenarbeit mit den USA in den Augen der (vor allem ländlichen) Bevölkerung für die nächsten Jahrzehnte diskreditiert.

peace & love
12
27.1.2010, 13:37
erstaunlich,


dass Sie diesen müll noch immer nachbeten.

ceterum censeo faymanem esse d...
27
27.1.2010, 09:51
"Taliban müssen wieder in die Regierung" - Das "Appeasement" Politik a la Chamberlain!


Im Gegensatz zu Hitler allerdings haben die Taliban es bereits jetzt nicht einmal mehr nötig, Ihre menschenverachtende Gesinnung zu verbergen.
Sie machen auch aus ihren Zielen kein Geheimnis: die "Ungläubigen" mit allen Mitteln (Terror) zu vernichten und die Menschen im Namen Allahs zu unterdrücken.

Der Versuch, so jemand unter Kontrolle zu bekommen, indem man ihm Macht gibt, führt zwangsläufig zu einem noch schlimmeren Desaster!

Sieht das denn niemand?

Shanajio
12
27.1.2010, 14:37

Haben Sie das Interview gelesen? Die Taliban sind zu den Paschtunen wie die FPÖ zu den Österreichern. Einfach nur der extreme Ausdruck einer vorherrschenden Grundströmung.

Wenn das stimmt kann man die Taliban nicht besiegen. Es geht nicht (Außer man bringt sie alle um).

Sternchen100
67
27.1.2010, 09:27

Zusammengefasst sagt er, ihm sind die Frauen und ihr Leid durch diese religiös-bösartigen Verrückten wurscht. Sind ja nur 50% aller Einwohner - das sind wieviele Millionen Menschenleben? Ah so, nur weibliche Menschenleben.

Außerdem vergisst er, dass die Taliban wie ein Krebsgeschwür wuchern, wo immer sie sich mit ihrer negativen Ideologie festbeißen. Wenn sie wieder an die Macht kommen (Obwohl sie nur eine Minderheit sind!) verspritzen sie ihr ideologisches Gift noch ungehemmter als jetzt. Ein Beispiel, wie eine kleine Minderheit mit Grausamkeit, Terror und religiöser Massensuggestion die Macht übernehmen können und keiner wagt es aufzumucken. (Auch nicht die Paschtunen.)

philidor85
25
27.1.2010, 12:15

zusammenfassung fehlgeschlagen - ungenügend

setzen und noch mal lesen

Com Pirx
10
27.1.2010, 11:20

Interessanterweise sind es vor allem Männer, die dafür sterben und sterben sollen, damit es anders wird.

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