Niedrigverdienende sind in der Mitte der Gesellschaft

25. Jänner 2010, 12:53

Pichler: Die Ungleichverteilung von Einkommen, Vermögen und gesellschaftlicher Macht wächst

Salzburg - Armutsgefährdung findet nicht mehr nur am Rande der Gesellschaft statt, sie ist mitten drinnen. Das ergibt eine Studie, die von Birgit Buchinger im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) Salzburg erstellt wurde. "Das Ergebnis ist bestürzend. Nicht nur ungeschützte Arbeitsverhältnisse, sondern auch viele normale Arbeitsverhältnisse bringen den Beschäftigen nur Einkommen im Niedriglohnbereich", stellte Salzburgs AK-Präsident Siegfried Pichler am Montag bei der Präsentation der Studie fest.

Zwei Drittel Frauen

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten - nämlich 52 Prozent - in Salzburg verdient weniger als 1.500 Euro brutto im Monat. Das sind 117.186 Personen, davon exakt zwei Drittel Frauen. "Die Niedrigverdienenden sind in der Mitte der Gesellschaft und kein Randphänomen. Mehr als 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdienen so wenig, dass sie keine Steuern zahlen. Geringe Einkommen verteilen sich über unterschiedliche Gruppen von Beschäftigten - dazu zählen Geringfügige und freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, Praktikanten und Leiharbeiter, kurzfristige Minijobs, aber auch zunehmend Normalarbeitsverhältnisse - und sind überwiegend Frauensache", fasste Pichler zusammen. Mit dieser Entwicklung stehe man in Salzburg nicht alleine da, sondern sie sei in allen mitteleuropäischen Industriestaaten zu beobachten. "Die Verteilung der Einkommen wird immer ungerechter", so der AK-Präsident.

"Ein Drittel der Niedrigverdienerinnen ist zwischen 36 und 45 Jahren alt, sie sind sowohl Arbeiterinnen als auch Angestellte", erläuterte Studienautorin Buchinger. "Das sind Wiedereinsteigerinnen, die klassischen Zuverdienerinnen in Teilzeitarbeit, und es besteht hier die Vermutung, dass der Niedriglohnsektor keine Durchgangsphase darstellt, sondern die Beschäftigten Gefahr laufen, verfestigt arm zu werden." Zwei Drittel der niedrigverdienenden Frauen verteilen sich auf die Branchen Dienstleistung, Handel und Tourismus.

Befragung vor der Krise

Die Studie basierte auf Befragungen von Ende 2008, also noch vor der Krise. "Was zu befürchten ist, sind die Auswirkungen der Krise wie Jobverluste, Kurzarbeit und Anstieg der Arbeitslosigkeit, die rasch den oft recht fragilen Lebensstandard von Niedrigverdienenden und ihren Haushalten aus dem Gleichgewicht bringen können", meinte Pichler. "Wenn dazu noch private Ereignisse wie Trennung, Scheidung, Krankheit oder Schwangerschaften kommen, kann es für die Betroffenen rasch eng werden und ihre Existenz bedrohen", betonte der AK-Präsident. "Das Bild, das die Studie zeigt, geht weitgehend von der klassischen Rollenverteilung aus. Krisensituationen können hier schnell zum Wegfall eines Teils der Sicherungssysteme führen. Die befragten Niedrigverdiener kommen nur über die Runden, weil sie in soziale Systeme eingebunden sind."

In Salzburg befänden sich mehr als die Hälfte der Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnsystem - das heißt, dass immer mehr Beschäftigte von der Prosperität und von Wachstumsgewinnen abgehängt werden. "Die Ungleichverteilung von Einkommen, Vermögen und gesellschaftlicher Macht wächst., Wenn die Niedrigverdienste zunehmen, fehlt der Wirtschaft die Konsumnachfrage und die Finanzierungsnöte der sozialen Sicherungssysteme wie Kranken- und Pensionsversicherung wachsen. Das Zurückdrängen des Niedriglohnsektors und forcierte Bildungspolitik führen zu Wachstum und verhindern Armut", so der AK-Präsident. (APA)

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kotttan
00
Einfache Lösung............

Es wird derzeit versteuert um den Einheitswert (sprich nix), Umstellung auf Versteuerung des Verkehrswertes (so wie es z.B. die Immofinanz usw. kalkuliert haben), und diese Differenz prozentmäßig als Steuer, und der Staat hat VIELE Milliarden zur Verfügung, denn der Einheitswert ist eine einzige Gaunerei und korrupte Schweinerei.

buff flyer
00
was genau

wird zum einheitswert versteuert?

auf der basis läuft - ausser irgendwelchen landwirtschafts-sondergschichtln - nur die grundsteuer. und wenns die "anpassen", schnalzt das 1:1 in die wohnkosten.

wird sicher der absolute heuler am wählermarkt.

James T. Kirk
13
Kurzer Blick auf die abgeschaffte Erbschaftssteuer

Die SPÖ hat der Lösung, die durch ein VfGH-Urteil notwendig wurde, die Erbschafts- und Schenkungssteuer abzuschaffen zugestimmt, nur damit die Hausbesitzer nicht mehr Grundsteuer zahlen müssen, weil der lächerlich niedrige Einheitswert politisch motiviert nicht angehoben sollte. 300 Mill € wurden als Bagatellsteuer bezeichnet, während die Folgen heute von der SPÖ krokodilsbetränt werden: Die immer weiter aufgehende Schere zwischen den Besitzenden und Arbeitenden. Während man als Mittelständler bereits bis zum 18. August nur für den Staat arbeitet, bekommt man das Erbe nun steuerfrei, weil dies - so die lächerliche Begründung - schon einmal besteuert worden sei. Daher möchte ich meinen Lohn auch mit dem Steuersatz aus dem Jahre Schnee.

PostIt
10
"Während man als Mittelständler bereits bis zum 18. August nur für den Staat arbeitet"

da sind doch sicher pensions und versicherungsbeiträge drin, oder?

onduras
04

ich finde es irgendwie lustig was die gier aus diesem planeten macht, bleibt nur zu hoffen das nach dem unvermeidlichen crash(und ich meine nicht das lüftchen vor einem jahr sonderen weltweites chaos+ verteilungskrige) ein umdenken stattfindet
ich fürchte die zeche zahlen wieder die normalos, eliten werden es sich immer richten

Christian S
00
16.2.2010, 23:26
eliten werden es sich immer richten

Genau so ist es.

Peter Cash
10
elite nwerden es sich immer richten

richtig - deswegen sind sie ja Eliten. (heute Geld-Adel, dass irgend wer (in der Familie?) ja durch Leistung verdient hat, und nun durch Lobby oder indirekte Machtausübung versucht dies zu halten oder zu mehren;
so wie früher der Land-Adel, der durch (brutalerer) Machtausübung seine Pfründe (die oft durch Raub entstanden sind) zu sichern und mehren.
Otto Normalverbraucher - ist eben "normal", aber es ist dem "Normalen" noch nie so (lange) so gut gegangen - dass dies nicht ewig dauern wird, lässt sich aus den Geschichtsbüchern ableiten, wir sind einfach zu viele auf der Welt - nur wer geht freiwillig:; wir verbrauchen zu viel Ressourcen - nur wer verzichtet freiwillig. Also (gut)Leben und warten?? !!

pacatianus
 
02

Ich sehe von berufswegen mehrmals pro Woche weinende Männer. Eingesparte, abgeschaffte, umverteilte Menschen, die sich nie in ihrem Leben etwas zu Schulden kommen ließen aber jetzt Schulden haben. Menschen die von der Industrie ausgebeutet von den Banken ausgeplündert und von der Politik verraten wurden. Es wird kein Lüftchen wehen, wenn die Politiker weiterhin die Realität verweigern. Es wird ein Sturm und dann wird es keine Ausschüße mehr geben die Entscheidungen so lange wie möglich verzögern sondern Einschüsse in Köpfen

Peter Cash
30
weinende Männer

mehrmals die Woche??? - ohne Polemik - Scheissberuf!

Ist das ein positiv? " .. nie mal was zu Schulde kommen ließen ?" Für mich heißt das, nie was versucht, nie was riskiert, - vielleicht aber auch nie was gemacht haben.
Scheitern ist keine Schande, aber Liegenbleiben!

Natürlich gibt es schlimme Schicksale, natürlich gibt es Leute ohne Chance - die wirklich Pech haben, aber nicht halb so viele, wie sich darob selber bemitleiden!

Von der Industrie ausgebeutet?
Von den "Banken" ausgeplündert?
Von der Natur überrollt?
Vom Leben gezeichnet!!!
Und DIE sollen stürmen?

Ich würde lieber auf die setzten, die Fehler machen, dich schimpfen, protestieren, sich wehren und was verändern.
Lieber schlecht gemacht als gar nicht !





pacatianus
 
04

Schön für Sie, wenn sie an die Hurrageschichten aus dem Fundus der Jungmanagermotivationsliteratur glauben können und dabei Erfolg haben. Tatsache ist, dass in Österreich 2,55 Millionen Menschen Menschen keine Steuern zahlen weil sie so wenig verdienen. Sollen die Ihrer Meinung nach alle Unternehmer werden?

wir sind heiser
14
damit der spalt größer wird

dafür sorgt schon die övp
menschen die viel arbeiten und wenige lohn bekommen belustigen die christliche volksvertreter...

Bissig
22
Der Hr. Betriebsrat hat schon zu viele Betriebe ruiniert, jetzt müssen die Kleinverdiener die Betriebe retten!

Es wird gerne übersehen, daß tüchtigste Leute um geringes Entgeld viel Leistung erbringen.

Passier ausschließlich im Privatbereich.

Schaut man sich den öffentlichen Dienst an, wid dort hoch prämiert Zeit geschunden - 609 Arbeitsstunden an der Schule und 15 Wochen Urlaub plus 2 Wochen Krankenstand sind normal.

Hr. Betriebstast deckt das. Jede Arbeitsstunde hat nur 50 Minuten und Beamte habe bezahlte Pausen und doppelt hohe Pensionen als ASVG.

Manchmal denke ich, solange die Mehrheit Grokonelle wählt, wird diese kollektive Bereicherung weitergehen.

buff flyer
00
betriebsräte haben schon viele unternehmen ruiniert

unter einer voraussetzung stimmt das: der eigentümer muss der staat sein.

gibts die "politische" schiene nicht, einigt man sich so, dass nix kaputt wird.

im gegenteil: die betriebsräte in der privatwirtschaft sind in österreich nicht die dümmsten, weder vom fachwissen noch von ihrer vorgehensweise.

drum machen die auch oft das gegenteil von dem was die zentrale der gewerkschaft ideologiegeschwängert schwätzt.

victor lazlo
03
Nicht der Betriebsrat, sondern das Management ...

... ist für 90% der Unternehmenspleiten verantwortlich.

Das im Schulbereich Protektion für eine bestimmte politische Gruppe betrieben wird, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass sich die Mehrheit der jüngeren Lehrkräfte in prekären Arbeitssituationen befinden.

Peter Cash
00
nicht der Betreibsrat ist verantwortlich

Völlig richtig ABER das Management ist für 100% aller Firmengründungen, aller Arbeitsplätze, allem Wohlstand verantwortlich.
Ein (guter) Betriebsrat - auch die gibt es aus Arbeitergebersicht - kann sehr wohl positiv bei der Unternehmensentwicklung mitwirken, in Krisenzeiten bewirkt er aber leider viel zu oft - warum auch immer - ein qualvolles Ende (qualvoll meist für die MA!) des Unternehmens.

pacatianus
 
01

Es ist kein größeres Verdienst eine Firma zu gründen als in dieser Firma zu arbeiten. Jeder kann ein Firma gründen und es tun auch unzählige Leute mit den verschiedensten Ideen. Manche haben Glück oder sond gerissen genug, oder brutal genug um sich durchzusetzen und Leute zu finden die die Arbeit für sie machen, die gelten in der Wirtschaft dann als große Helden Der Rest macht ohne viel aufhebens Konkurs. Was bitte ist da so Besonderss das sie glauben macht, dass Unternehmer für 100 % des Wohlstandes verantwortlich sind? Das sind doch wohl die die die Arbeit machen. Größenwahn oder was?

Peter Cash
10
Unternemer sind was Besonderes !

Sie haben eindeutig noch kein (erfolgreiches) Unternehmen gegründet! -
Das ist auch nicht Voraussetzung für den allgemeinen Wohlstand und in ihrem Fall - vielleicht - für diesen sogar dienlich.
Natürlich sind Unternehmer Verantwortlich für den Wohlstand - sich schaffen durch HIRN, Entrepreneurship und Innovationsgeist die Voraussetzungen für Wohlstand (u.a. die Arbeitsplätze)
Natürlich sind auch (gute) Mitarbeiter ein essentieller Teil einer positiven Gesamtheit - aber es geht um die Wegbereiter und Vordenker und das sind nun Mal die Unternehmer = die Helden der Wirtschaft!
Wenn dies so einfach ist - warum gibt es so wenige und warum sind Sie keiner?
Glück hat auf Dauer nur der Tüchtige!
Gerissen ist nicht negativ.

pacatianus
 
01
iCH HATTE NUR DAS gLÜCK; DASS MEINE eLTERN iHRE bEDÜRFNISSE ZURÜCKGESTELLT HABEN UND

Bevor Sie jetzt vollkommen die Bodenhaftung verlieren: Ich bin Unternehmer und erfolgreich, aber kein Held. Ich hatte nur das Glück, dass meine Eltern Ihre Bedürfnisse zurückgestellt haben und mir eine gute Ausbildung ermöglicht haben.
Kommen Sie mir jezt aber nicht mit der Tellerwäscher zum Millionär Geschichte, die ist eher die Ausnahme.

victor lazlo
00
Es sind ja nicht alle Unternehmen gleich, ...

... aber Verantwortung zu tragen, heißt ja nicht unbedingt Verantwortung zu übernehmen!

Aber gerade Manager (nicht Unternehmer) tragen gar keine persönliche Verantwortung, sie haben ein Angestelltenverhältnis und werden, wie jeder andere schlimmstenfalls entlassen.

Der BR hat die Aufgabe sich um die Interessen der MitarbeiterInnen zu kümmern, er MUSS logischer Weise genauso hart sein wie die Vertreter der Aktionäre sonst ist er ein schlechter BR.

Ein Unternehmen das auf Kosten der Mitarbeiter produziert ist schlechter als ein Unternehmen, das in Konkurs geht.

Peter Cash
00
Unternemer <> Manager

Das haben sie recht!
Im (echten!) Privatbereich sehr oft noch das selbe, oder zumindest sehr synonym verwendbar, je öffentlicher, desto mehr recht haben Sie!

BR- richtig - ein harter, guter BR ist gut für jede Unternehmung, weil er - im Ideal(Erfolgsfall- motivierte, engagierte und "Ganzheitssichtige" Mitarbeiter fördert, es gibt aber leider zu viele Betonschädel - "Nürnbergermodelle", denen politische Grundeinstellung, Systemerhalt (linkskonservativ - koste es was es wolle) und "mir san mir" Gesinnung vor jeder wirtschaftlichen Einsicht kommt. Klassenkampf bis der Lohn aus dem Insolvenz-Ausfallsgeld-Fond bezahlt wird, aber wir haben uns durchgesetzt!

victor lazlo
00
"linkskonservativ" finde ich lustig ;-)

Bei "Betriebsrat" und "Betonschädel" fällt mir eigentlich nur der Hr. Nürnberger ein. Aber stimmt schon, in manchen privilegierten Branchen gibt es so etwas auch im SP-Umfeld.

buff flyer
00
haberzettl wär auch ein kandidat

oder die beamtentruppe rund um den guternährten lehrer, dessen name mir partout nicht einfallen will.

Nashwin_Fuller
 
84
29.1.2010, 08:04
Wenn man denn dieser "Studie" glauben soll, muss man sich doch ernsthaft fragen,..

..was denn nun eigentlich Jahrzehnte sozialistischer Umverteilungspolitik (aller Regierungsparteien) in Österreich gebracht haben.

Anscheinend schafft es der Vollkasko- und Fürsorgestaat nicht einmal bei einer Staatsquote von mehr als 50% Armut zu erfolgreich zu bekämpfen.

Von dem, was mein Arbeitgeber für mich zahlt, nimmt mir der Staat fast 70% weg. Wo landet denn dieses Geld?

Abgesehen davon ist die "Studie" ein schlechter Scherz.
Zuerst fordert man Steuerbefreiungen für immer höhere Einkommen und mehr Menschen. Und dann definiert man die, die steuerbefreit sind, als "armutsgefährdet", um noch mehr Steuerbefreiung zu fordern.

Da beißt sich die sozialistische Katze in den Schwanz..

victor lazlo
15
Die Frage muss eher lauten ...

... was hat ein Jahrzehnt ÖVP Regierung wieder zerstört.

Die Armut in den 80er Jahren war wesentlich geringer als heute!
Dank EU, freien Markt und Wettbewerbsideologie reichen die nicht protegierten Löhne heute nicht mehr zum Leben!

Peter Cash
11
Armut geringer in den 80ern

- relativ gesehen, vielleicht.
Aber damals hatte wir von allem weniger,
- weniger Güter
- weniger Einwohner
- vor allem WENIGER Regelungen!!
= daher größerer Bedarf, größere Nachfrage, größere Freiheit, freieres Unternehmertum, größeres Wirtschafts- und Wohlstandswachstum,
allerdings auch mehr Fehlentwicklungen, brutalere Zusammenbrüche (ohne "soziale"Abfederung" - meist nicht so bekannt, weil weniger Medienecho.

Die Armut ist nicht mehr geworden, die Ansprüche sind gewachsen, heute zählt man - laut Studie - mit € 1500 brutto EK (bei uns!!) zu den Armutsgefährdeten, alles ist eben relativ.


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