Vorratsdatenspeicherung: Grüne warnen vor weitreichendem Zugriff

Andreas Proschofsky, 25. Jänner 2010, 12:30
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    grafik: archiv

Justizministerin wolle Strafrahmen von einem Jahr zur Grenze machen - Österreich solle "zivilen Ungehorsam" leisten

Auch wenn viel Fragen der konkreten Implementierung derzeit noch unklar sind, will die österreichische Bundesregierung die umstrittene Vorratsdatenspeicherung schon bald vom Parlament absegnen lassen. Eine Regelung, die einen massiven Eingriff in die Grundrechte der BürgerInnen bedeuten würde, wie sich die Grüne Europaabgeordnete Eva Lichtenberger und ihr Parteikollege Justizsprecher Albert Steinhauser im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag überzeugt zeigten.

Überwachung

Immerhin würden durch die Abspeicherung sämtlicher Verbindungsdaten von Internet- und Telekommunikationszugriffen alle BürgerInnen unter eine Art Generalverdacht gestellt. Auch dem Missbrauch würde so Tür und Tor geöffnet, ließen sich mit den Vorratsdaten doch komplette Bewegungs- und Kommunikationsprofile über einzelne Personen erstellen, so der Grüne Justizsprecher.

Forderung

Starke Kritik äußert Steinhauser dabei an der konkreten Vorgehensweise der österreichischen Bundesregierung: Im aktuellen Entwurf fehlen bis jetzt sämtliche Details zu den Rahmenbedingungen, entscheidend vor allem die Frage, was alles unter den recht schwammig formulierten Begriff "schwere Straftaten" fallen soll - immerhin soll eine solche die Bedingung für den Zugriff auf die Vorratsdaten sein. Es sei an der Zeit, dass sich Justizministerin Bandion-Ortner öffentlich zu dieser Frage festlege, um sich dann einer entsprechenden Diskussion zu stellen.

Begrifflichkeiten

Steinhauser selbst befürchtet in dieser Hinsicht jedenfalls eine sehr weitreichende Auslegung: So habe er die Justizministerin unlängst am Rande des Menschenrechtsausschusses zu einer näheren Definition des Begriffs befragt, worauf diese die Grenze bei Straftaten, die mit mehr als einem Jahr Haft bedroht sind, festgemacht habe. Ein Rahmen, der einen äußerst weitreichenden Zugriff für die Behörden zulassen und wohl kaum mit der öffentlichen Wahrnehmung einer "schweren Straftat" korrelieren würde.

Ungehorsam

Die Grünen fordern freilich keine Detailkorrekturen sondern eine vollständige Absage der Regierung zur Vorratsdatenspeicherung, man solle es auf eine Klage ankommen lassen. Diese wäre ein wichtiger Akt des "zivilen Ungehorsams", der zur Folge hätte, dass das Thema vor dem Europäischen Gerichtshof verhandelt werden könne , wodurch man wiederum auf eine neue Diskussion auf europäischer Ebene hofft. Dabei sei wichtig herauszustreichen, dass eine Ablehnung der Umsetzung der Richtlinie keinerlei negative Konsequenzen für Österreich habe, erst wenn man die Richtlinie nach einer theoretischen Verurteilung nicht umsetze, würden Strafzahlungen anstehen, versichert Steinhauser.

Umdenken

Auf die Diskussion auf europäischer Ebene hofft man bei den Grünen auch aufgrund von aktuellen Entwicklungen, ortet Lichtenberger hier doch ein Umdenken der bisherigen Positionen. Bemerkenswert seien dabei vor allem die Befragungen der neuen EU-Kommissarinnen Neelie Kroess und Viviane Reding, deren künftige Agenden die Vorratsdatenspeicherung berühren. So habe etwa Kroess in ihrer Befragung mit der Bemerkung aufhorchen lassen, dass die Data-Retention-Richtlinie - die die Grundlage der lokalen Gesetzgebungen zur Vorratsdatenspeicherung ist - heute wohl kaum mehr so beschlossen würde.

Kippen

Doch auch sonst will Lichtenberger eine höhere Sensibilität bei den anderen Fraktionen im EU-Parlament geortet haben, wo man früher mit Argumenten zum Schutz der Privatsphäre an inhaltliche Wände gelaufen wäre, gebe es nun zunehmendes Interesse. Eine Umsetzung in Österreich wäre zum jetzigen Zeitpunkt aber auch aus einem anderen Grund unsinnig: Immerhin steht in Deutschland in den nächsten Wochen ein höchstgerichtliches Urteil zur Vorratsdatenspeicherung an, wird diese dabei nur teilweise gekippt, könnten dies mittelfristig Auswirkungen auf Österreich haben - und eine neue Anpassung nötig machen. (apo, derStandard.at, 25.01.10)

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Posting 1 bis 25 von 68
1 2
Verzweifelnd
00
28.1.2010, 15:11

Was kommt als Nächstes:

Wer wem wann einen Brief geschickt hat?
Wer wem wann etwas gesagt hat?
Wer mit wem wann Sex hatte?

etc.

ü-strichal
00
26.1.2010, 08:21

schön langsam wirds mal zeit, sich mit proxies und vpn-verbindungen zu beschäftigen ...

hat irgendwer tipps oder empfehlungen ??

si non e vero e ben trovato
00
26.1.2010, 16:27
JonDo

http://anonymous-proxy-servers.net/de/jondo/download

reicht wahrscheinlich für den Anfang, ist kostenfrei und leicht zu installieren. Gibts für Mac, PC und Unix

Den Namen find ich übrigens sehr gut gewählt :)

karakal
00
26.1.2010, 11:35
Tor

Ansonsten hilft eine VPN-Verbindung auch net, außer sie haben Gateways in Staaten, die nicht überwachen...

Claus_W
00
26.1.2010, 09:29
Noch was...

...Sie können noch einen guten Hard Ware Router zwischen Internet und Ihren PC stecken (bitte ordentlich Konfigurieren bzw. von einem Profi erklären lassen)

Für Windows würde ich noch folgende Sicherheitstools empfehlen

Secunia PSI

Spybot Search and Destroy

Software Firewall (separat zur Hard Ware Firewall)

Antivirus Tool (Kaspersky-Kostenpflichtig oder Avast-Gratis)

Ad-Aware

CClean

Viel Spaß!

peace & love
01
26.1.2010, 10:46
also,


mit diesen tipps geht man rasch baden.

Claus_W
00
26.1.2010, 10:53

Irgendwelche Begründungen für diese Aussage?

Oder wollen ma einfach nur mal eine Aussage in den Raum stellen?

peace & love
00
26.1.2010, 10:58
bissi denken.


es geht um die dinge die Sie im web anstellen. and was immer Sie in Ihren browser eingeben, es landet bei Ihrem ISP: und genau DAS wird gespeichert. da wird Ihnen eine firewall nix helfen, genauso wenig wie ein antivirus-programm. verschlüsselte vpn zu einem proxy in tonga wäre ein besserer tip, vielleicht sogar ein geschäftsmodell.

Claus_W
00
26.1.2010, 11:06
Bissi Lesen...

... ich habe in einem anderen Post in diesem Artikel (unter Ihrem) geschrieben das er sich nach Anonymiserungstools erkunden soll (Vidalia / TOR) nachdem ich den Post abgeschickt habe ist mir das andere auch noch eingefallen (da es sich sehr nach einem DAU) post angehört hat.

Also net gleich motzen sondern Augen aufmachen.

Dies habe ich auch angedeutet durch die Wörter "Noch was..."

LG

ü-strichal
00
26.1.2010, 13:14

11. gebot ... du sollst dich nicht täuschen (was den dau betrifft)

bis jetzt gabs halt noch keine notwendigkeit proxies oder vpn's zu verwenden ... daher meine frage.
mir gehts primär um erfahrungswerte

peace & love
00
26.1.2010, 11:16
lieber freund,


mit anonymisierungstools gehen Sie genauso baden.

Claus_W
00
26.1.2010, 11:19
Besser

als in plain text jedem mitzuteilen wohin man surft is es auf jeden fall.

Sie sagen ja auch net jedes mal Ihrer Mami bescheid um welche Uhrzeit Sie schlafen gehen oder? Es reicht ja das Sie weiß das Sie schlafengehen.

Also Sinnlos is es sicher nicht, das es nicht zu 100% schützt müssen Sie mir nicht erklären.

peace & love
00
26.1.2010, 11:28
es schützt ...


... sicher gar nicht vor 'vorratsdatenspeicherung', um die es letztlich hier geht.

noch was : lassen Sie bitte meine mutter aus dem spiel, sie ist leider vor 12 jahren gestorben.

pietätslos.

Claus_W
00
26.1.2010, 11:35

Dafür mein Beileit.
War eher als "Beispiel" gedacht und nicht so ernst gemeint.

Vor der Vorratsdatenspeicherung schützt es natürlich nicht (is ja Logisch) aber was machen die Behörden mit Haufenweiße Datenmüll?

peace & love
00
26.1.2010, 11:42
die können recht wirksam filtern,


was sie nicht interessiert. sie können profiler laufen lassen, die abweichler schnellstens identifizieren. professionelle kriminelle eher weniger, denn die sind naturgemäss immer eine spur schneller als das gesetz.

letztlich ein klarer bruch von grundrechten, diese 'vorratsdatenspeicherung'.

Claus_W
00
26.1.2010, 11:48

Sie können aber nur so lange Filtern so lange es genug Leute gibt die KEINE Anonymisierungstools benutzen.

Definitiv ganz klar ein Verfassungsbruch. Absolut richtig.

Claus_W
00
26.1.2010, 09:26
Erkundigen...

...Sie sich nach Anonymisierungstools.

Benutze selber Vidalia / Tor

dann können Sie noch zusätzlich ein anonymisierungstool für den Browser installieren.

LG

*Fuzzy Logic*
00
26.1.2010, 09:05

Unter Firefox - FoxyProxy (Add-On), wie man konfoguriert gibts auf Youtube und co und z.B. hier was aussuchen: http://www.xroxy.com/proxy-port.htm

eugene
00
26.1.2010, 08:41
https://www.ipredator.se/

Ups, jetzt bin ich verdächtig!!

si non e vero e ben trovato
05
26.1.2010, 06:58
in dubio pro reo

Aber Leute, wie soll denn der Staat sonst zu Beweisen kommen, die es ihm möglich machen gegen ansonsten unbescholtene Bürger, die nicht systemkonform funktionieren etwas zu unternehmen.

"Der Staat, das bin ich!" - hat schon mehrmals nicht funktioniert, wenn doch, dann immer nur in einem totalitären Regime, also Augen auf und Gehirn einschalten bei Neuwahlen, auch wenn sie an einem Sonntag stattfinden und auch hingehen, obwohl eine Formel-1-Liveübertragung, eine Abfahrt oder ein Fußballspiel stattfindet.

Jeder, der "1984" und "Fahrenheit 451" gelesen hat, der sollte auch die Zeichen der Zeit erkennen können und sie zu deuten wissen.

werwolfi
02
26.1.2010, 04:08

weg damit, so rasch und gründlich wie möglich!

und jeder, der mir jetzt mit "wer nicht's (sic!) zu verbergen hat..." zu kommen gedenkt, möge sich das sparen und sich bitte ersatzweise brausen gehen, danke - ich kann dieses blödsinnige argument echt nicht mehr hören...

iohui
06
26.1.2010, 00:08
sehr erfreulich, dass wenigstens eine parlamentspartei zu dem thema stellung bezieht.

und das sogar im interesse der bevölkerung und des rechtsstaats.

wie viele stimmen braucht man um dieses unrecht endlich ein für alle mal vom tisch zu fegen?

NO : ID
 
00
25.1.2010, 23:10
damit es sich auszahlt

Jede Sure beginnt deshalb mit der Formel "im Namen Allahs des Allbarmherzigen". Nur die 9. Sure, die vom Aufruf zum Heiligen Krieg handelt, trägt diese Einleitungsformel nicht.

russiaTV
06
25.1.2010, 22:54
die grünen scheinen eine gespaltene partei zu sein

die eine hälfte meint es durchaus ernst.
beim thema datenschutz sind die grünen die einzigen wachen.
die ÖVP-aristokraten sind eine demokratiepolitisch sehr gefährliche gruppe, die wollen eine kombination aus aristokratie totalitärer kontrolle.

Mathias
 
03
26.1.2010, 15:33
die wollen eine kombination aus aristokratie totalitärer kontrolle

Darum bezeichne ich die ÖVP seit vielen Jahren schon als Dollfuß-ÖVP.. weil die ÖVP dank Schüssel wieder in diese menschlichen Abgründe abgetaucht ist ...

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