Entwicklungsminister Charles Michel will Europäische Union mit Vorfall befassen - Vize-Außenminister Ayalon: Besuche helfen nur Hamas
Jerusalem - Die israelische Regierung hat dem belgischen
Entwicklungsminister Charles Michel die Einreise in den Gazastreifen
untersagt. Zur Begründung erklärte der israelische Vize-Außenminister
Danny Ayalon am Sonntag, derartige Besuche könnten lediglich die im
Gazastreifen herrschende radikal-islamische Palästinenser-Bewegung
Hamas stärken und aufwerten. Israel genehmige für den Gazastreifen
humanitäre Hilfe - Nahrungsmittel und Medikamente - aber "keine
politischen Besuche".
Michel nannte das Verhalten Israel laut einem Bericht des
belgischen Fernsehsenders RTL-TVI "unannehmbar" und kündigte an, dass
er die Europäische Union damit befassen werde. Belgien hat Fonds zur
Unterstützung des UNO-Hilfwerks für palästinensische Flüchtlinge
(UNRWA) für den Bau von Schulen im Gazastreifen freigemacht. Wegen
der israelischen Blockade des Palästinenser-Gebiets konnte mit dem
Bau jedoch nicht begonnen werden. Die Menschenrechtsorganisation
Amnesty International hatte die hermetische Abriegelung des
Gazastreifens vergangene Woche als "kollektive Bestrafung" der fast
1,5 Millionen dort lebenden Palästinenser bezeichnet. (APA)