Netanjahu bekräftigt Anspruch auf Westjordanland

24. Jänner 2010, 16:48

"Wir bleiben hier" - Rückschlag für US-Diplomatie

Jerusalem/Kairo - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat den Anspruch seines Landes auf Teile des Westjordanlands bekräftigt. "Wir bleiben hier, wir bauen hier, dieser Ort wird für immer ein untrennbarer Teil des Staates Israel sein", sagte Netanyahu am Sonntag während einer Baumpflanzzeremonie in einer jüdischen Siedlung südlich von Jerusalem.

Netanyahus Äußerungen wurden von den Palästinensern als "inakzeptabel" zurückgewiesen. Eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit Israel in absehbarer Zeit sei unwahrscheinlich, sagte Nabil Abu Rudeineh, ein Berater des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas.

Rückschlag für Mitchell

Dies bedeutet einen Rückschlag für den US-Diplomaten George Mitchell, der sich bemüht, Israelis und Palästinenser doch noch an einen Verhandlungstisch zu bringen. Der Sondergesandte von Präsident Barack Obama kam am Sonntag erneut mit Netanyahu zusammen. Die palästinensische Autonomiebehörde fordert einen völligen Baustopp bei jüdischen Siedlungen im Westjordanland und in Ostjerusalem. Netanyahu hat sich bisher lediglich bereiterklärt, den Siedlungsbau im Westjordanland zu drosseln.

Die israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen wurden vor mehr als einem Jahr abgebrochen.

Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak verteidigte unterdessen die derzeit im Bau befindlichen Sperranlage zwischen seinem Land und dem Gazastreifen. "Die Befestigungen entlang unserer östlichen Grenze sind eine souveräne ägyptische Angelegenheit", sagte er am Sonntag bei einer Feier anlässlich des "Tages des Polizisten" in Kairo. "Wir sind nicht bereit, mit irgendjemandem auch nur darüber zu diskutieren", fügte er hinzu.

Die neue Grenzanlage soll nach Medienberichten aus Stahl sein und bis in eine Tiefe von 18 Metern in den Untergrund reichen. Damit sollen Hunderte Tunnels abgeschnitten werden, die derzeit vom palästinensischen Gazastreifen zur ägyptischen Halbinsel Sinai verlaufen. Über die Tunnels werden Güter des täglichen Bedarfs, aber auch Waffen in den von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen geschmuggelt.

Israel und Ägypten blockieren alle Grenzübergänge zu dem 40 Kilometer langen Mittelmeerstreifen, seitdem die Hamas dort 2007 die Macht an sich gerissen hat. Israel lässt lediglich ein Minimum an humanitärer Hilfe passieren. Güter wie Baumaterialien, Werkzeuge, Kfz-Ersatzteile oder Zigaretten gelangen nur über die Tunnels in den Gazastreifen. Die Hamas hat die von Ägypten geplante Sperranlage als "Mauer des Todes" kritisiert. (APA/apn/dpa)

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18 Postings
Gegenstimme1
00
27.1.2010, 18:31
Siedlungstaktik

Das ganze wird einmal in die Geschichte eingehen. Wie erobert man ein Land. In dem man eine Beton Siedlung nach der anderen auf fremden Eigentum platziert.
Noch dazu sowas von schiach, was ein schwacher Trost ist.
Wurde das Spiel "Die Siedler" in der Wüste Negev entwickelt?

Ava Tar
24
25.1.2010, 13:24
Der Irak wird Kuweit räumen müssen

Guthaben in den USA und Europa einfrieren und geht schon. Keinem ein Haar krümmen. Aber wenn geltendes Recht nicht umgesetzt wird, dann muß es irgendwann durchgesetzt werden.

Dani B.
51
25.1.2010, 18:34

"Aber wenn geltendes Recht nicht umgesetzt wird, dann muß es irgendwann durchgesetzt werden."

dann schau doch bitte, dass geltendes recht in kärnten durchgesetzt wird, das ist deine augenhöhe, und halt dich aus dingen raus, die du nicht verstehst.

Fetz Pepi
29
25.1.2010, 12:37
Zensur

10 Postings zu diesem Thema kann ich mir nur so erklären, dass wiederum in bewährter Standardmanier 200 für israel peinliche Postings in den Papierkorb wanderten

Carlito336
01
26.1.2010, 18:43
ist es denn ein wunder?


das gros der einschlägigen artikel schreibt nach wie vor ben segenreich. und der schreibt wie der leibhaftige pressesprecher all der schlächter von sharon bis netanyahu.
was sind menschenrechte wert, wenn es zionistische staatsinteressen zu verteidigen gilt?

René Herndl
49
25.1.2010, 06:51
Warum sagt kein Politiker des Westens ...

... den Israelis, dass sie bestenfalls Anspruch auf rund 50 Prozent Palästinas erheben können,dass sie das WJL wie auch Jerusalem bedingungslos zu räumen hätten und ihr Verhalten völker- und menschenrechtwidrig ist?
Durch die israelische Besatzunh wird der Konflikt immer weiter angeheizt und Frieden unmöglich.

gustl
 
49
24.1.2010, 19:44
Ich verstehe die Israelische politik nicht ganz.

"Ich will Frieden mit dir, aber zuerst besetze ich dein Wohnzimmer, baue eine Mauer zwischen der Couch und dem Fernseher und gehe nicht mehr raus".

Wie kann so ein Verhalten zu Frieden führen?

Andererseits verstehe ich die Palästinenser auch nicht. Schießen militärisch unwirksame Raketen aus Wohngebieten auf Israelische Städte ab, und wundern sich, wenn die Israelis wieder einmal einmarschieren. Das macht doch keinen Sinn.

DieBo
25
24.1.2010, 18:37
Passend dazu hat Ossama Ben Ladin Netanjahu mit seiner echten Tonbandaufzeichnung den Rücken gestärkt.

AntiFa201
315
24.1.2010, 18:37
und wann kommen die sanktionen?? der iran wäre schon längst mit sanktionen torpediert worden...

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
215
24.1.2010, 18:37

Jaja Israelischer Faschismus ist auch nicht besser als jeder andere Faschismus.

karl radek1
316
24.1.2010, 18:33
Für einen Beobachter der Nahostpolitik der letzten Jahrzehnte kann diese ansagew ja nicht weiter überraschend sein


Wenn Israel Frieden wollte, würde es die Grenzen von 1967 respektieren.
Aber der latente Kriegszustand bringt auch enorme politische Vorteile. Wenn es innenpolitisch haarig wird, reicht ein leichtes Zündeln und der Zionismus, der koloniale Nationalismus umklammert die Gesellschaft, übertüncht die internen Konflikte.

Andreas S.
51
25.1.2010, 11:10

'Grenzen von 1967' gerne ;-)

genaugenommen sind es keine grenzen sondern waffenstillstands linien.

Du meinst wohl die waffenstillstands linie von 1949 und nicht die von 1967.

Bei der von 1967 gehoerte gaza, ostjerusalem, wjl, sinai und der golan zu israel.

btw. die waffenstillstands linien 1949 zu aegypten und jordanien sind grenzen geworden (bilateral anerkannt (1979, 1993)).

Gerda Soros
216
24.1.2010, 18:28

was hat Netanyahu den Palästinensern denn als Friedensangebot zu bieten? Dass sie nicht geschlagen werden, wenn sie sich friedlich und dauerhaft bestehlen lassen? Netanyahu und Liebermann zählen zu den widerwärtigsten Erscheinungen der internationalen Politik, rassistisch und verlogen durch und durch.

joh_14
81
24.1.2010, 22:00
wenn Sie sowas posten ...

... dann würde ich Sie bitten ein paar Lügen aufzulisten. Sie verurteilen pauschal und populistisch.

Schade, dass in diesen Foren immer wieder generelle Verurteilungen stattfinden und weinge bis keine SACHargumente genannt werden.

Dani B.
113
24.1.2010, 18:20

"Eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit Israel in absehbarer Zeit sei unwahrscheinlich, sagte Nabil Abu Rudeineh"

israel soll sich unilateral von der westbank minus den siedlungsblöcken trennen und tschüss. dann kann sich nabil abu rudeineh tränenreich äussern zu den friedensgesprächen die nie stattgefunden haben. too late, my friend. irgendwann geht doch jede geschichte mal ihrem ende zu.

Wabadoo
21
25.1.2010, 13:19

Sie sind sich aber schon bewusst, dass unilateral keine Aussicht auf Frieden herrscht - und Israel nie in Sicherheit sein würde? Ob es dies mit einem Rückzug und einem bilateralen Friedensschluss wäre, sei dahingestellt, doch nur so gibt es eine Chance auf Frieden. Und da sich die Araber schneller vermehren spielt die Zeit gegen Israel und wäre es im Interesse Israels einen bilateralen (oder multilateralen) Frieden zu schliessen!

Waldgaenger
13
25.1.2010, 18:52
so ist das nicht

Israel hat sich auf fremdem Grund und Boden niedergelassen, in einer Kolonie, oder auch Mandatsgebiet, von der Kolonialmacht und er Unovollversammlung beschenkt, aber nicht vom Eigentümer

Makronaut
20
26.1.2010, 13:50

und der angebliche "eigentümer" war genau wer?

und bevor sie hier wieder in aller öffentlichkeit fehlleisten, beachten sie bitte: privater grundbesitz != staatsgebiet.

welcher staat hatte also anspruch auf das gebiet, auf dem isr gegründet wurde?

wir sind sehr gespannt ^_^

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