Zelaya willigt in Ausreise ein

24. Jänner 2010, 08:35

Wird in der Dominikanischen Republik aufgenommen - Rückkehr komme erst nach einer nationalen Aussöhnung in Frage

Tegucigalpa - Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya hat am Samstag eingewilligt, in die Dominikanische Republik auszureisen. Damit nahm der seit vier Monaten in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa festsitzende Politiker ein Angebot an, das sein gewählter Nachfolger, Porfirio Lobo, und der dominikanische Präsident Leonel Fernández, am Mittwoch ausgehandelt hatten. Lobo hatte in einer Vereinbarung mit Fernández zugesichert, dass er gleich nach seiner Amtseinführung am kommenden Mittwoch Zelaya freies Geleit zusichern werde. Fernández bot Zelaya sowie dessen Familie und engen Mitarbeitern einen privilegierten Status an.

"Heimatland als normaler Bürger verlassen"

Zelaya betonte im Gespräch mit dem Radiosender Globo, er werde sein Heimatland "dank der Vereinbarung (zwischen Lobo und Fernández) als normaler Bürger" verlassen. Eine Rückkehr komme erst nach einer nationalen Aussöhnung in Frage, fügte er hinzu. Damit spielte er auf eine Amnestie an. Nur sie könnte den gegen Zelaya bestehenden Haftbefehl wieder aus der Welt bringen. Die Justiz von Honduras wirft ihm Hochverrat und Amtsmissbrauch vor, weil er versucht hatte, eine Volksbefragung über eine eventuelle Verfassungsreform anzusetzen. Sie sollte seine Wiederwahl ermöglichen.

Staatskrise nach Putsch im Juni

Zelaya war am 28. Juni gestürzt und vom Militär in einer Nacht- und Nebelaktion nach Costa Rica gebracht worden. Der Putsch löste eine Staatskrise aus, die das ohnehin verarmte mittelamerikanische Land in einen zermürbenden Machtkampf riss und international isolierte. Zelaya blieb der einzige international anerkannte Staatschef von Honduras und kehrte im September heimlich nach Honduras zurück. Seitdem sitzt er wegen des Haftbefehls in der brasilianischen Botschaft fest, wo ihm nach seiner heimlichen Rückkehr nach Honduras Zuflucht gewährt wurde. Von dort kämpfte er vergeblich für seine Wiedereinsetzung als gewählter Präsident.

Ende Oktober wählten die Honduraner jedoch in einer umstrittenen Abstimmung den Konservativen Lobo zum neuen Präsidenten. Der nach wie vor international nicht anerkannte Putsch-Präsident Roberto Micheletti will sein Amt bis zum 27. Januar ausüben und sich dann ins Privatleben zurückziehen. (APA)

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11 Postings
nAK
00
25.1.2010, 18:03
1:0 für Folter-Obama und Putsch-Hillary

Die nächsten Putschversuche der beiden werden nicht lange auf sich warten lassen.

Ernst Guevara
11
26.1.2010, 09:32
ja sicher,

die primitiven wilden in südamerika sind zu blöd um selber zu putschen, gell? ohne obama/clinton wäre alles harmonisch dort, nicht wahr, denn die wilden sind nicht nur primitiv, sondern sie sind auch edel wie winnetou und alles böse kann nur von aussen kommen. nAK, rassismus bleibt rassismus, auch wenn er im antiimperialistischen gewand daherkommt.

nAK
01
26.1.2010, 17:32

Sie wussten die Hilfe der USA zumindest zu schätzen:
http://mindrouting.de/forum/vie... f=66&t=403

Aber man kann ja bekanntlich in US-Militärstützpunkte einfach so reinmarschieren, wie bei uns in die Dorf-Disko. Dass der verschleppte Präsident über den Militärstützpunkt ausgeflogen wurde ist reiner Zufall.

Genauso ist es reiner Zufall, dass der persönliche Anwalt und enger Freund der Clintons der PR-Beauftragte der Putschisten in USA wurde.

Alles Zufall. Die USA haben damit natürlich nichts zu tun.

I. Kant:"Aufklärung ist die Befreiung des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit. [...] Selbstverschuldet ist diese, wenn sie nich an Mangel der Fähigkeit, sondern an Mangel an Mutes erfolgt."

NONE
00
25.1.2010, 10:13

Schande auf das Haupt der USA, der EU und einiger anderer Staaten bzw Unionen.

Das Beispiel des kleinen Landes Honduras zeigt das äussere Länder nach wie vor einen zu grossen Einfluss haben.

Student der Magie
27
24.1.2010, 23:51
die neue - leider anerkannte - Demokratie in Honduras: ein Präsident,

der die Rechte der Menschen stärken will, wird geputscht und muss ins Exil in ein anderes Land, also weit weg von den Menschen, für die er mehr Rechte erreichen wollte.
Aus einer Putschregierung wurde schnell die Übergangsregierung und es folgte kurz darauf die neue, legitime Regierung.
Die USA, Vorreiter der Demokratie und von Werten wie Freíheit, die sie mit Bomben, Folter, Drohnen und MP in die Welt verbreitet, und über deren Militärflughafen Zelaya zum ersten Mal außer Landes gebracht wurde, anerkennen genauso wie die EU diesen militärischen Eingriff in die Demokratie und die Freiheit der Menschen.
Militärbasen in Kolumbien, eine US-freundliche (Putsch)Regierung in Honduras, Kriegsschiffe vor und mehr als 10 000 Soldaten in Haiti;(

Der Neue Mensch
82
25.1.2010, 00:15

Lieber Herr Magie-Student, wenn Sie schon die honduranische Demokratie so defekt finden, was halten Sie dann von der kubanischen? Dort gab es 1948 die letzten regulären freien Wahlen. Ihre diesbezügliche Kritik hält sich nach meiner Kenntnis leider in engen Grenzen... ;-(

Freigeist78
00
25.1.2010, 11:04

Netter Versuch, nur funktioniert cum hoc ergo propter hoc nicht.

Es sagt mehr über Sie selbst aus. Ich gehe mal davon aus Ihre Kritik an faschistoiden Diktaturen in Lateinamerika hält sich auch in Grenzen...

Der Neue Mensch
30
25.1.2010, 12:06

Nö hält sie sich nicht. Ich bin weder Freund rechter noch linker Diktaturen.

NONE
11
25.1.2010, 10:14

Was hat Kuba mit Honduras zu tun?

In Kuba wurde ja nicht geputscht. Zudem war Honduras schon beträchtlich weiter zur Demokratie als Kuba, also bitte was soll ihr Vergleich?

Was jetzt gemacht wird ist das alte Friedman-Modell des Turbokapitalismus.

Der Neue Mensch
40
25.1.2010, 12:06
Was hat Kuba mit Honduras zu tun?

Ich war zur Zeit der Honduras-Wahl in Kuba und fand extrem lustig, wie sich Kuba, das Land mit dem demokratischsten Wahlsystem der Welt nach Nordkorea, über die angebliche Wahl-Farce in Honduras mokierte.

Kuba hat soviel mit Honduras zu tun, wie die vom Zauberlehrling erwähnten US-Militärs in Haiti.

eva adam1
 
514
24.1.2010, 10:30
Hinterhofputsch nach Art Obama

Öffenliche Aufregung über die Putschisten und hintherum, wie es sich bei Hinterhöfen so gehört, heimliche Unterstützung der Putschisten.

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