Ein eigener Zettel für Hu Jintao

22. Jänner 2010, 18:06
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    foto: apa/jäger

    Heinz Fischer besichtigt die verbotene Stadt

Heinz Fischer kann sich in China offene Worte leisten

Österreich ist für die kommende Großmacht China weder wirtschaftlich noch politisch der wichtigste Partner, aber mit Sicherheit einer der wenigen, wo die persönliche Chemie der Staatschefs untereinander besser stimmt als jene zwischen Chinas Führern und anderen Staats- und Regierungschefs Europas.

Das erlebte Bundespräsident Heinz Fischer auf seinem nun achten Chinabesuch seit 1974. Die Sonderrolle erlaubte ihm, offene Worte zu sagen. Sie trübten nicht im Geringsten die Atmosphäre. Schon zum Auftakttreffen mit dem bei Staatsbesuchen keine Regung zeigenden Staatschef Hu Jintao kam das zum Vorschein.

Hu fühlte sich in Gesellschaft Fischers offenbar so wohl, dass ihn die Delegation beim späteren Essen, als die Kapelle auch noch den Radetzky-Marsch und Fischers Lieblingssong von der Wonderful World spielte, schallend lachen hörte. Und das, obwohl Fischer zuvor den weltweit kritisierten Umgang Pekings mit den Menschenrechten zur Sprache gebracht und den Fall des zu elf Jahren Haft verurteilten Dissidenten Liu Xiaobo erwähnt hatte. Die meisten Politiker aus der EU sind zu feige, um im direkten Gespräch mit Chinas Führern über Menschenrechte zu sprechen. Sie lassen die heikle Aufgabe im Vorfeld durch Mitarbeiter erledigen, die Listen an untergeordnete Funktionäre übergeben. Fischer hatte sich seinen Zettel selbst geschrieben. Echte Antworten konnte er nicht erwarten. Hu wich unter Verweis auf Chinas "unabhängige Gerichte" einer Diskussion aus. Aber er hatte den Namen gehört. (Johnny Erling aus Schanghai/DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2010)

Kommentar posten
12 Postings
zimbo
 
00
10.2.2010, 08:47
Kommende Großmacht ?

Nr.2 der Welt, jeder 4.te Mensch spricht chinesisch.

Kritifaxe
00
25.2.2010, 11:39

außer Zimbo

gilles extrem
 
00
19.2.2010, 16:06

Worin ist China die Nr. 2?

Ich finde die Vorstellung lustig, dass es für ein Land oder die Menschen in einem Land wichtig ist wie viele Menschen in einem Land leben.

Das einzige was für mich als Mensch zählt ist die Lebensqualität in einem Land und da ist China sicher nicht die Nr. 2.

cenare in animo habeo
12
25.1.2010, 14:15
Sehr wahrscheinlich,

dass die Wirtschaft des 21.Jhds. unmittelbar von den Chinesen abhängt, aber ich für meinen Teil bin lieber arm, als vor fetten, stinkenden Chinesen den Diener zu machen.

Papageninho
01
25.1.2010, 04:55
Ni hao, liebe Landsleute, ich grüsse Euch aus China,

wo ich den Besuch unseres HBP mitverfolgen konnte und bei allen meinen Gesprächspartnern nur ausserordentlich freundlichen Kommentare hören konnte, vor allem aber Hochachtung vor dem kleinen Österreich und seinen Bewohnern.

Man soll ja nicht und taub sein gegenüber jeder negativen und oft auch böswilligen Kritik, besonders hier im Standard, aber wir sollten uns auch einmal freuen, wenn wir geachtet und als Freunde angesehen werden.

Die Kritik an den verletzten Menschenrechten ist zu einer heuchlerischen Pflichtübung geworden. Brav ist scheint's nur, wer andere böse schimpft.

Wir sollten vor unserer eigenen Türe kehren, der Dreck ist dort leichter zu bewältigen, als der von 1,3-1,5 Mrd. [zB. das Binnen-I beseitigen :)]

Träume sind Schäume.
21
31.1.2010, 17:10
Das Binnen I ist nur

eine Kreation von wahrscheinlich sexuell frustrierten Wohlstansbobos.

Abgesehen davon lässt's sich's hier doch ganz gut leben, zumiendest muss man nicht fürchten wegem jedem blöden Blog Eintrag die Stasi vor der Tür zu haben.

Aber eines stimmt wohl.
Trotz allem waren die Chinesen in ihrer Geschichte wohl NIEMALS so frei und wohlhabend wie heute.

Muss gewürdigt werden, Grüße ins verschneite Peking ;)

sixela
00
23.1.2010, 09:48
Wow

"Er hatte den Namen gehört"!!!


Sollen wir jetzt alle vor Bewunderung über den Mut unseres HBP niederknien?

opti
00
21.2.2010, 10:44
mut

@wow
es geht nicht um "mut" oder vielleicht sogar tapferkeit und ehre ..
es geht darum die dinge beim richtigen namen zu nennen ohne zu kriechen und ohne auf der rosinante daher zu kommen
eine solche klare linie wird auch von china anerkannt und könnte vielleicht einige stunden früher zur verwirklichung der menschnrechte führen.
das ist die kunst des möglichen

heavenmaster
00
23.1.2010, 03:39

http://www.fmprc.gov.cn/eng/wjb/z... 3271/3273/

ja die chinesen nehmen uns wirklich ernst, zeile 3 !

deiml
00
25.1.2010, 01:03

mit verlaub, die neueste meldung dieses links stammt vom oktober 2008.

Panda123
12
23.1.2010, 01:38
"Hu fühlte sich in Gesellschaft Fischers offenbar so wohl, dass ihn die Delegation beim späteren Essen [...] schallend lachen hörte.

Und das, obwohl Fischer zuvor den weltweit kritisierten Umgang Pekings mit den Menschenrechten zur Sprache gebracht und den Fall des zu elf Jahren Haft verurteilten Dissidenten Liu Xiaobo erwähnt hatte."

Nicht "obwohl" ... nicht "obwohl" ...

mister moster
01
23.1.2010, 01:25
Sehr brav, Heinz :)

Ich nehme zwar an, dass Österreich nicht so wichtig ist, als andere "global player" und Hu Jintao die Kommentare vielleicht nicht sehr ernst genommen hat, aber immerhin.

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