Barry Eichengreen

"Obamas Bankenpläne sind Wunschdenken"

Andreas Schnauder, 22. Jänner 2010, 18:02
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    Den Schumpeter-Preis hat er in der Tasche, auf eine umfassende Finanzregulierung wartet er noch. Barry Eichengreen verlangt dabei einen umfassenden Zugang statt Stückwerk.

Ökonom Barry Eichengreen fordert im Interview eine umfassende Regulierung statt Stückwerk

Ökonom Barry Eichengreen fordert eine umfassende Regulierung statt Stückwerk. Er rechnet mit einer neuen US-Rezession und der Rettung Griechenlands durch EU und IWF. Andreas Schnauder fragte nach.

***

STANDARD: Sie haben diese Woche den Schumpeter-Preis erhalten. Hätte Schumpeter die Institute nicht im Sinne der kreativen Zerstörung fallengelassen?

Eichengreen:  Ja. Schumpeter war in der Großen Depression gegen die Rettung von Banken. Aber er hat auch erkannt, dass die Lage außer Kontrolle geriet und dass der Kollaps des Finanzsystems zu viel Leid verursachen würde. Letztlich hat er das keynesianische Argument der Intervention verstanden.

STANDARD: Doch seit Lehman werden die Banken aufgefangen. Ist das nicht ein Blankoscheck für die Institute?

Eichengreen: Das ist ein Problem. Das erklärt, warum die Finanzwirtschaft seither wieder größere Risiken eingeht. Daher: Die Banken dürfen nicht so groß werden, dass sie ein systemisches Risiko darstellen und somit nicht fallengelassen werden können. Ebenso wichtig ist das Problem der Counterparty-Risiken: Lehman Brothers musste wegen der Credit Default Swaps (zur Absicherung von Risiken, Anm.) gerettet werden, die andere Banken hielten. Diese Papiere sollten über Clearing-Häuser geregelt werden.

STANDARD: Die EU hat zudem beschlossen, einen Selbstbehalt einzuführen, wenn diese Derivate weitergegeben werden.

Eichengreen: Das hilft ein bisschen, reicht aber nicht. Wir benötigen höheres Eigenkapital, eine Untergrenze für Liquidität, eine Obergrenze für die Verschuldung, die Reform der Vergütungen.

STANDARD: Und wie stehen Sie zu einer Bankensteuer?

Eichengreen: Steuern abhängig von der Bilanzsumme einer Bank, damit sie nicht zu groß werden, sind vernünftig. Der Vorschlag Obamas geht in die richtige Richtung. Aber die Steuer ist zu gering, um eine Kerbe zu schlagen.

STANDARD: Was halten Sie von der ebenfalls angekündigten Kastration der Banken?

Eichengreen: Dass Obama das Too-big-to-fail-Problem angeht, ist vielversprechend. Aber der Zugang macht mir Kopfzerbrechen. Die Frage stellt sich, ob mit Größenlimits und Verbot des Eigenhandels das Geschäft nicht außerhalb der Bilanzen verlagert wird. War das Schattenbankensystem nicht die Wurzel der Finanzkrise? Ich betrachte die Pläne als Wunschdenken. Wir brauchen eine umfassende Herangehensweise an das Problem, die ich derzeit nicht erkennen kann, und kein Stückwerk.

STANDARD: Werden die Bemühungen auf internationaler Ebene weit genug gehen?

Eichengreen: Werden sie nicht. Lediglich die Basel-Vorschläge für Eigenkapitalanforderungen an Banken gehen weit genug. Doch die USA haben schon Basel II mitverhandelt aber nicht umgesetzt. So stellt sich die Frage: Werden sie die jetzige Reform übernehmen? Ich bin mir nicht sicher.

STANDARD: Ist der Höhepunkt der Krise überschritten?

Eichengreen: Ich befürchte, dass das Schlimmste nicht überwunden ist. Die Konsumnachfrage in den USA dürfte durch die steigende Arbeitslosigkeit wieder geschwächt werden. Dazu kommt die anhaltende Schwäche am Immobilienmarkt. Ich befürchte eine Double-Dip-Entwicklung.

STANDARD: Wie geht es mit dem Dollar weiter?

Eichengreen: Der Dollar wird wahrscheinlich weiter nachgeben, weil die USA mehr exportieren müssen. Er wird aber eine Weltwährung bleiben, allerdings gemeinsam mit dem Euro und - in zehn Jahren - mit dem Yuan.

STANDARD: Wird Osteuropa an die Boomzeiten anschließen?

Eichengreen: Das wird unmöglich sein. Das hohe Wachstum war nicht nachhaltig. Ein großes Problem ist, dass viele Länder ihre Wechselkurse nicht anpassen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen können. Das gilt übrigens auch für Griechenland.

STANDARD: Wird Griechenland den Euro ernsthaft gefährden?

Eichengreen: Die logische Lösung ist eine Lösung, bei der der Währungsfonds die Bedingungen vorgibt und die EU den größten Teil der Finanzhilfe beisteuert.

STANDARD: Das ist bei Euro-Mitgliedern aber eigentlich nicht möglich.

Eichengreen: Alle Alternativen - dass Griechenland das Problem selbst löst oder pleitegeht - können wir eliminieren.  (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24.1.2010)

Zur Person

Barry Eichengreen (57) ist Ökonomieprofessor an der Universität von Kalifornien, Berkeley. Er forscht über Finanzkrisen und Währungen.

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Takis
02
23.1.2010, 18:56

Wie funktioniert Geld?

Einfach 15 min Zeit nehmen und anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ

pace e bene
14
23.1.2010, 10:02
Zinsverbot

Das Geld ist für den Tausch entstanden, der Zins aber weist ihm die Bestimmung an, sich durch sich selbst zu vermehren. Daher widerstreitet auch diese Erwerbsweise unter allen am weitesten dem Naturrecht.Aristoteles (*384 v.Chr., †322 v.Chr.), griech. Philosoph

Wer Zins nimmt, lebt auf Kosten der Arbeit anderer, ohne ihnen für diese Arbeit irgendeine Gegenleistung zu geben. Durch den Zins wird der Gleichwertgrundsatz in schwerster Weise verletzt. Christentum und Zins sind unvereinbar.Johannes Ude (*1874, †1965), Dekan der kath.-theol. Fakultät Graz

Marcus Frischherz
00
23.1.2010, 11:53
das stimmt nicht,

denn es gibt sehr wohl eine Gegenleistung: der Gläubiger übernimmt das Risiko, dass der Schuldner nicht zurückzahlen kann. Der Zins ist doch nichts anderes, als eine Risikopämie. Aber das heißt im Umkehrschluss auch, es kann eben mal eine Bank pleitegehen, und die Verluste, die auch der kleine Sparer damit erleidet, wurden durch die vorangegangenen Zinszahlungen ausgeglichen.

Ohne Zins würde ja niemand Geld herleihen, wozu denn auch? Außer man macht eine Steuer auf Bargeldbesitz, also so was wie das mittelalterliche Pfennigverrufen. Aber ob das heute durchgezogen werden könnte?

also dann ...
03
23.1.2010, 16:35
da unterliegen sie einem denkfehler : welches risiko denn ?

die meisten ... kredite werden ohne sicherheiten
(grund, immobilie, verpfändung des einkommens, sonstige sicherheiten usw.) kaum vergeben
- an die k o n s u m e n t e n !
deshalb zieht ihr argument nicht.

anders ist dies bei unternehmen/im eigenhandel :
dort wird (mit dem geld der spare + des staates)
ein sehr hohes risiko genommen - weil im verlustfalle und nachdem alle die boni kassierten...
eh der steuerzahler die zeche blecht !

und wofür sich der staat bei den PRIVAT-banken
verschuldet - ist nichts al eine umverteilung von den steuerzahlern an (wenige) private finanzinstitute.
würde der staat das geld selbst drucken, könnte er sich viel an zinsen an die bank_S_ter... sparen.

zinsen haben mit risiko wenig zu tun.


Markus Wagner
00
24.1.2010, 11:49

Auch die Sicherheiten sind ein Risiko, sieht man ja auch gerade, nehmen Sie die Häuserpreise.

Die Frage des Vorposters war aber berechtigt? Wer wird noch sein Geld herleihen wenn er keine Zinsen dafür bekommt?

derbrain
00
25.1.2010, 01:55

Warum nicht herleihen? Vielleicht braucht mans ja nicht. Noch nie einem Freund was geliehen? Oder verlangen Sie von denen auch Zinsen?
Die Frage ist ja eher, wieso hortet man Geld überhaupt, welches man gar nicht braucht? Meistens, um noch mehr Geld zu bekommen, welches man auch nicht braucht. Verkehrte Welt...

Markus Wagner
00

Warum man Geld hortet?! Also bitte, das ist ja wohl eine ganz leicht zu beantwortende Frage, denn die Frage ist gleichbedeutend mit "Warum spart man?". Sollte eigentlich einleuchtend sein, warum man nicht sofort immer alles ausgeben will: Zukunftssicherheit, Ansparen auf große Investitionen, etc.

Daher hortet man Geld und wenn ich von diesem Geld etwas herleihe, gehe ich damit nunmal ein Risiko ein, das ist nicht schwer zu verstehen. Dafür gibt es Zinsen, das ist ja nur Angebot und Nachfrage. Gäbe es keine Zinsen, würde man wohl wirklich nur an gute Freunde oder in der Familie verleihen, sicher keinem Unbekannten und das ist auch nicht asozial sondern ganz einfach vorsichtiges Verhalten.

derbrain
00

Über Zinsen an sich kann man diskutieren, aber die Zinsen, die Sie von der Bank erhalten, sind Augenauswischerei: Wenn Sie wenig Geld haben, fressen Inflation und Bankspesen die Zinsen locker wieder auf. Wenn Sie viel haben, wird es schon etwas interessanter, aber dann werden Sie ohnehin zusätzlich auch in Aktien etc. investieren. Richtig interessant sind Zinsen nur für die Banken selbst, die massigst Gewinne damit einstreichen, dass sie Geld (mehrfach) verleihen, das ihnen nicht einmal gehört. Solche verbrecherischen Machenschaften gelingen nur, wenn man bereits richtig viel hat. Leistung und Wachstum sind dabei nur Schlagworte, um gutgläubige Liberale zu überzeugen. Richtig viel Geld macht man aber nicht mit Leistung, sondern mit Geld.

Markus Wagner
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Na eh, man darf durchaus wachsam sein was so im Finanzsektor passiert. Da ist für mich aber nicht der Zins (der Banken) das Problem, sondern vielmehr die Möglichkeit der Geldschöpfung, die zwar Vorteile hat, die aber auch fatal sein kann (und wohl auch nicht wirklich gerecht sag ich mal).

Dass die Banken natürlich weniger Zinsen geben als sie nehmen, ist klar, wie solls denn sonst gehen? Es muss ja auch niemand über eine Bank gehen! Sie können Ihr überschüssiges Geld gerne selber investieren oder verleihen, tragen dabei aber auch alleine das Risiko. Banken haben schon den Vorteil, dass sie eben auch Risiko bündeln können und damit Zinsen "garantieren" können, auch wenn im Hintergrund manche Investitionen schieflaufen. Anders gehts nicht!

derbrain
00

Naja, Zins ist insofern ein Problem, als dass heute zwei Drittel von allem was wir ausgeben für Zinsen draufgehen (oder so ähnlich, ich weiß die Quelle nicht mehr).
Das Problem bei Banken ist, dass sie über die Zinsdifferenz UND über die Geldschöpfung verdienen können. Und dann wollen sie für jeden Beistrich noch Gebühren, weil das ja eine Dienstleistung ist.
Was sie ansprechen war genau mein Kritikpunkt: Nein, ich muss nicht über eine Bank investieren. Das gilt aber erst ab einer bestimmten Summe. Wenn mir von meinem Gehalt am Monatsende gerade mal 200€ übrig bleiben werd ich die kaum in Aktien investieren. Wie gesagt: Interessant wird es erst dann, wenn man schon viel hat.

Markus Wagner
00
12.2.2010, 20:23

Richtig, damit haben Sie den Sinn einer Bank verstanden und deswegen ist es auch rechtmäßig, dass sie dafür etwas bekommt. Denn wenn jeder selbst mit 200€ investieren müsste, wäre das Risiko enorm. Diese Dienstleistung bekommen Sie von einer Bank und deshalb kostet Sie das was.

Die Geldschöpfung ist wieder was anderes, wobei die Bank durch die Schöpfung selbst noch kein Geld verdient (wenn ichs richtig verstehe), sondern einfach nur dadurch, dass sie mit dem selbstvermehrten Geld wieder Zinsen nehmen kann.

Ich denke aber sowieso, dass wir uns einig sind, dass da vieles im Argen liegt. Der Zins AN SICH ist es aber meiner Meinung nach nicht, den gabs schon bevors das Wort Finanzsystem gab oder ein sinnvolles Geldsystem.

derbrain
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Ansparen auf große Investitionen etc. ist ja ok, ich habe auch von Geld gesprochen, das man NICHT braucht. Nach der x-ten Immobilie kann mir keiner erzählen, er braucht das Haus als Alterswohnsitz oder dergleichen. Es gibt Menschen, die haben mehr Geld, als sie jemals ausgeben werden. Sie investieren es in Sachen, die sie selbst nicht brauchen, sondern die das Geld ganz einfach vermehren. OHNE Leistung oder Verzicht. Sie werden einfach reicher, weil sie bereits reich sind. Mit gewöhnlicher Arbeit ist so viel Geld niemals erreichbar. Und das hat mit Leistung und Gegenleistung nichts mehr zu tun.

Markus Wagner
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Also einerseits finde ich es moralisch nicht gerechtfertigt zu sagen: "Der braucht das ja gar nicht", "Der hat mehr als er ausgeben kann". Prinzipiell: Wenn jemand soviel verdient, dann soll er sich auch Dinge kaufen können, die sein Vermögen vermehren, warum denn nicht?! Für die Umverteilung gibts eh Steuern (die z.B. auf Vermögen deutlich höher sein sollten). Und zweitens ist es auch so, dass wenn sich der Betreffende ein Haus kauft ja auch wieder jemand profitiert, der eben das Haus verkauft. Da wird ja auch nichts dem Kreislauf vorenthalten. Ich sehe hier kein prinzipielles Problem.

Man soll schon Geld herleihen wenn man zuviel hat, passiert ja auch, aber es ist nicht unmoralisch hier Sicherheiten zu verlangen oder Zinsen.

derbrain
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Leider greift die Vermögenssteuer aber nicht immer. Angenommen, ein Student hat reiche Eltern, die ihm für die Zeit des Studiums eine Wohnung kaufen und sie nachher wieder verkaufen. Je nach Marktlage wird das Ganze leichten Gewinn oder leichten Verlust bedeuten. Holt er sich noch einen Mitbewohner, der Miete zahlt, ist der Gewinn praktisch garantiert.
Ein Student ohne reiche Eltern muss die Wohnung mieten. Sämtliches Geld, das er in die Wohnung investiert, ist verloren. Ist er der genannte Mitbewohner des reichen Studenten, finanziert er diesen außerdem sogar direkt. Umverteilung von unten nach oben.
Wie kann dieses Dilemma gelöst werden? Leasing von Wohnungen? Startkapital vom Staat mit 18? Ganz fair wird es vermutlich sie sein können.

Markus Wagner
00
12.2.2010, 20:15

Ich weiß nicht, ich kann da gar nicht mit. Ist es nur fair wenn es gleich ist? Warum ist es Umverteilung von unten nach oben wenn jemand Miete zahlt? Man bekommt ja was dafür: Man kann in einer Wohnung leben, die einem nicht gehört. Natürlich kostet das irgendwie Geld. Und natürlich sinds üblicherweise reichere Leute, die Wohnung haben und relativ gesehen ärmere, die mieten. Na und?! Ich seh hier das moralische Problem einfach nicht, da sind wir wohl zu verschieden.

derbrain
00

Natürlich will ich niemandem vorschreiben, ob und wie er sein Geld ausgibt. Es geht mir eher um die Anreize. Geld ist etwas sehr praktisches, um den Menschen und der Wirtschaft zu dienen, aber derzeit ist es umgekehrt. Geld zu haben wird zum Selbstzweck. Es ist wichtiger was man hat, als was man kann oder ist.
Dass sie für Vermögenssteuern sind, überrascht mich jetzt. Da stimme ich ihnen zu. Ich wäre durchaus für einen Freibetrag von einer oder vielleicht auch 5 Millionen. Darüber hinaus gehört aber saftig besteuert, und zwar alles: Barvermögen, Immobilien, Firmenanteile, Fonds, was es halt so alles gibt. Man könnte auch die Mehrwertsteuer deutlich erhöhen, bei Abschaffung sämtlicher anderer Steuern durchaus auch auf 100%.

Markus Wagner
00
12.2.2010, 20:17

Stimme Ihnen grundsätzlich zu, außer bei der Mehrwertsteuer. Diese macht doch bei ärmeren Haushalten den größten Prozentsatz an bezahlten Steuern aus. Den zu erhöhen, trifft relativ gesehen also wohl genau die Unterschicht am meisten (die in Österreich eh selten überhaupt noch groß Lohnsteuer zahlt).

derbrain
00
12.2.2010, 20:59

Nun ja, Lohnsteuer ist an sich ein Problem, weil sie Arbeit von Menschen teuer macht. Daher werden Jobs abgebaut, in Billiglohnländer verlagert oder von Maschinen erledigt. Dies alles wird steuerlich quasi subventioniert.
Um die "soziale Komponente" in die Mehrwertsteuer reinzubringen, müsste ein bedingungsloses Grundeinkommen her. Wenn der Anreiz zu sparen weg ist, wird mehr konsumiert, was für die Wirtschaft gut ist. Bei 100% Mehrwertsteuer gehen 50% des Grundeinkommens ohnehin zurück an den Staat. Ich glaube auch nicht, dass die Leute dann nicht mehr arbeiten würden, außer jenen, die das heute auch nicht tun (nicht nur Sozialhilfeempfänger, sondern auch Sesselwärmer, die innerlich bereits gekündigt haben).

Markus Wagner
00
12.2.2010, 21:48

Stop, stop, stop!

1.) Dass Arbeit von Maschinen erledigt wird, ist absolut positiv. Natürlich gehen kurzfristig Jobs verloren, aber langfristig ist das die einzige Möglichkeit auf Wohlstand.

2.) Konsum ist nicht per se gut für die Wirtschaft, denn Sparen ist es auch, weil damit Investitionen möglich werden. Hier ist gerade ein Mittelweg der richtige.

3.) Wenn 50% des Grundeinkommens wieder an den Staat gehen, was bringt es dann? Oder umgekehrt gesagt: Wenn Sie die Mehrwertsteuer auf 100% setzen, dann brauchen Sie ungefähr das doppelte Grundeinkommen damit Sie sich auch wieder das kaufen können wie mit dem Grundeinkommen, das Ihnen heute vorschwebt.

derbrain
00
13.2.2010, 00:19

Natürlich ist es gut wenn wir weniger arbeiten müssen. Insofern ist es auch gut, wenn man nicht auf Arbeit angewiesen ist, um leben zu können.

Das Grundeinkommen kann man als ausbezahlten Steuerfreibetrag sehen. Es ist ja nicht so, dass keiner mehr arbeitet, oder dass man für Arbeit kein Geld mehr kriegt. Wenn die Mehrwertsteuer alle anderen Steuern ablöst (abgesehen von gezielten Steuern wie Ökosteuern etc.), dann bleiben viele Preise gleich. Den Konsum kann man über den Mehrwertsteuersatz dann recht gezielt steuern.

Es ist auch keine keine staatliche Pension, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kindergeld, Stipendien etc. mehr nötig. Also auch viel weniger Verwaltungsaufwand.

also dann ...
00
24.1.2010, 19:25
welches geld ? es gibt ja kein geld - sonder nur schulden ...

Markus Wagner
00

Ganz einfache Antwort: Nein, definitiv nicht!

R. M.
03
23.1.2010, 16:07
Durchziehen...

Es ist eine Intelligenzfrage, ob wir eine Umlaufsicherung für Geld einführen oder nicht.
Denn folgendes ist Fakt:
Zins nehmen bedeutet: Mehr nehmen als man gibt. Das ist nichts weniger als eine Aufkündigung der Fairness in der Gemeinschaft. Die Folgen sind Ausbeutung von Mitmenschen, ständig wachsende wirtschaftliche Unterschiede und soziale Konflikte. Bis jetzt war die letzte Konsequenz immer: Krieg. Zinsen und sozialer Frieden schließen sich gegenseitig aus!
Das Geld, welches den Zins bezahlen soll, existiert nicht. Es ist eine unumstößliche Tatsache, daß es in diesem System unmöglich ist, daß alle Kreditnehmer ihre Schulden plus Zinsen zurückzahlen können.

Markus Wagner
01
24.1.2010, 11:52

Ich glaube nicht, dass man mehr nimmt als man gibt. Wenn ich heute mein Geld jemandem gebe und es dann erst (hoffentlich) in 3 Jahren wieder hergebe, dann habe ich mehr hergegeben als einfach nur den Geldwert. Ich verzichte damit ja auf heute möglichen Konsum und außerdem trage ich das Risiko, dass der Schuldner es nicht mehr zurückzahlen kann.

Die Frage des Vorposters war berechtigt: Wer leiht noch Geld wenn er keinen Vorteil daraus zieht? Das mag für Sie eine "Aufkündigung der Fairness" sein, ich halte dagegen, dass es sowas sowieso noch nie gab. Unsere Welt beruht nunmal zu einem großen Teil auf Leistung und Gegenleistung (die Basis unseres Wohlstands) und nicht auf purer Solidarität.

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