STANDARD-Interview

"Die ÖVP hat überhaupt keinen Genierer"

22. Jänner 2010, 18:30
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    foto: standard/cremer

    Eva Glawischnig teilt aus: an die ÖVP, die keine Distanz zur FPÖ wahrt, aber auch an die SPÖ, die im Wettstreit des Rechtspopulismus fleißig mitmischt.

Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig wirft ÖVP-Chef Josef Pröll vor, eine Koalition mit der FPÖ vorzubereiten

Standard: Man hat den Eindruck, dass man von den Grünen nichts hört und sieht. Woran liegt das?

Glawischnig: Das ist ein sehr subjektiver Eindruck. Wir sind mit dem Pakt gegen Armut sehr offensiv ins neue Jahr gestartet. Es ist ein Politritual, dass bei "Licht ins Dunkel" vom Bundespräsidenten abwärts alle die schreckliche Situation beklagen. Nach Weihnachten ist das dann ad acta gelegt. Wir machen das nicht, wir machen konkrete Vorschläge. Wer innerhalb von wenigen Stunden 700 Millionen Euro in die Hand nehmen kann, um die Hypo zu retten, kann auch dieselbe Summe in die Hand nehmen, um die Armut in Österreich abzuschaffen. Das spielt sich in derselben Größenordnung ab. Das Problem ließe sich also lösen, würde man es ernsthaft in Angriff nehmen.

Standard: Noch einmal zu den Grünen: Gibt es ein Problem in der Darstellung? Finden Sie selbst, dass die Grünen sehr präsent sind?

Glawischnig: Bei der Diskussion um Eberau haben wir uns bewusst anders positioniert. Da wollten wir keine Sachantwort geben, obwohl wir das auch könnten. Wir wollten darauf hinweisen, wie verrottet die politische Kultur ist. Es geht nur darum, wer der ärgere Rechtspopulist ist. Wer geht härter gegen die Schwächsten in der Gesellschaft vor, wer redet schlechter über Asylwerber. Darauf wollten wir aufmerksam machen. Wo sind wir mit der politischen Kultur angelangt? Wir können sofort jedes Integrationskonzept erläutern. Eberau ist komplett unvernünftig. Aber das Problem in der Debatte ist der Stil. SPÖ und ÖVP überbieten sich mit den Rechten in Rechtspopulismus.

Standard: Sehen Sie einen Unterschied zwischen SPÖ und ÖVP?

Glawischnig: Nur mehr graduell. Hans Niessl im Burgenland war immer schon ein Rechtsausleger. Aber dass der Kanzler hergeht und prüfen lassen will, wie man eine verfassungskonforme Lösung für ein Anhaltelager finden kann, das schlägt dem Fass den Boden aus! Menschen ohne Grund einzusperren kann nicht menschenrechtskonform sein. Da gibt es keine verfassungskonforme Variante.

Standard: Die Regierung hat einen nationalen Aktionsplan zur Integration beschlossen. Gibt es darin etwas, das die Grünen gut finden?

Glawischnig: Es finden sich in dem Plan nicht nur Verschärfungen, sondern auch positive Dinge. Aber die sind ohne Finanzierung, ohne Zeitplan, ohne Verbindlichkeit. Was konkret ist, das sind Zwang und Verschlechterungen. Die Deutschprüfungen vor der Einreise sind Quatsch. Wie viele Goethe-Institute gibt es denn weltweit?

Standard: Ungefähr 120.

Glawischnig: Jedenfalls eine überschaubare Größe. Bei der Grünen Wirtschaft sind viele Menschen mit Migrationshintergrund dabei, die im klassischen Wirtschaftsleben integriert sind. Wir haben einen türkischen Bestattungsunternehmer, der für uns kandidiert. Das ist ein ganz anderes Integrationsbild, wenn man sich auf das Positive konzentriert. Die Innenministerin interpretiert in jeden Asylsuchenden einen Schwerstkriminellen hinein.

Standard: Die Grünen sind in Oberösterreich, in Graz und in Bregenz in einer Koalition mit der ÖVP. Kann man aus dieser Zusammenarbeit allgemeine Erfahrungswerte ziehen?

Glawischnig: Die ÖVP hat durch diese Zusammenarbeit sicher ein modernes Image bekommen - eigentlich zu Unrecht. Die innovativen Projekte in Oberösterreich waren nur mit viel Mühe durchzusetzen.

Standard: Besteht umgekehrt die Gefahr, dass die Grünen ein Image bekommen, das sie nicht wollen?

Glawischnig: In Oberösterreich haben die Grünen dazugewonnen.

Standard: Minimalst.

Glawischnig: Dennoch: Ein Plus ist ein Plus. Das ist ein absoluter Erfolg. Das liegt auch an den ambitionierten Projekten.

Standard: In Kärnten gibt es eine Koalition der ÖVP mit den Freiheitlichen. Da hat man den Eindruck, für die ÖVP ist der Koalitionspartner recht beliebig.

Glawischnig: Ja, das ist bemerkenswert. Josef Pröll ist mit Strache in einer Koalition. Und Pröll findet es nicht wert, sich dazu zu äußern. Wir wollen wissen, wie es die ÖVP mit der FPÖ hält. Kommt in der Steiermark jetzt auch eine schwarz-blaue Koalition? Was ist auf Bundesebene? Eine Koalition Strache/Pröll? Das muss der Vizekanzler erklären. Pröll ist mit einem der übelsten Ausleger dieser rechten Parteien mit der FPK in einer Koalition. Mit einem Parteichef, der mit beiden Füßen im Kriminal steht. Die ÖVP hat überhaupt keinen Genierer, sie hält nicht einmal mehr den Anschein von Anstand aufrecht. Das deutet darauf hin, dass Pröll in Zukunft sehr wohl mit Strache koalieren wird, wenn es ihm passt.

Standard: Wie schaut es in Wien aus? Streben die Grünen eine Koalition mit der SPÖ an?

Glawischnig: Absolut. Weniger um der Koalition willen. Aber Wien braucht Innovation. Die SPÖ wird die absolute Mehrheit mit Sicherheit verlieren, dann kann sie sich entscheiden: Macht sie etwas mit der ÖVP oder mit den Grünen. Strache wird ja mit Sicherheit nicht Vizebürgermeister sein.

Standard: Was macht Sie da so sicher, dass die SPÖ nicht mit der FPÖ koalieren wird?

Glawischnig: Dann müsste die Wiener SPÖ alle ihre Grundsätze über Bord werfen. Es gibt in der Wiener SPÖ sicher eine große Gruppe von Menschen, die eine Koalition mit der FPÖ nicht akzeptieren würden. Ich glaube, die Wähler würden es auch nicht akzeptieren.

Standard: Wird es einen grünen Kandidaten oder eine Kandidatin zur Präsidentenwahl geben?

Glawischnig: Wir haben das noch nicht entschieden. Was dafür spricht: Grüne Diskussionsbeiträge bei einer solchen Wahlauseinandersetzung sind wichtig. Wir haben mittlerweile ein Monopol auf gewisse Themen: Menschenrechte, Umweltschutz. Wir stehen für gewisse moralische Standards. Ein Monopol der Vernunft. Das wäre schade, wenn das in einer Wahldebatte nicht vorkommt. Andererseits stehen drei Landtagswahlen und die Wirtschaftskammerwahl bevor, das ist auch wichtig. Wenn nicht wichtiger. (Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2010)

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wwwtom
10
11.2.2010, 23:09
Die F und die Volkspartei stehen sich inhaltlich sehr nahe.

Damit wäre es doch logisch, wenn die wieder miteinander packeln und das Land weiter aussaugen.

purzl
 
00
BlauSchwarz wird's...

...als ob das jemanden wundern würde.Mir graut jetzt schon.

pauko
15
31.1.2010, 17:13

meiner meinung nach hat dieses interview null inhalt
....glawischnig schimpft über alles und jeden und vermischt das mit ein paar vorschlägen ihrer partei.....in wirklichkeit ist diese frau einfach nur bedauerlich... vielleicht sollten die grünen auch einmal versuchen in die regierung zu kommen und versuchen "einiges besser zu machen".... eine koalition wäre ja mit schüssel möglich gewesen....aber nein...das geht natürlich nicht weil die grünen sind ja gegen alles und jeden und sowieso viel zu fein um kompromisse einzugehen...da ist ein misstrauensantrag ja viel besser....

Hafner
11
28.1.2010, 13:22
Sie könnte uns ja auch interessante Fragen beantworten.

Z.B. : Wo bleibt die Erderwärmung die letzten 10 Jahre?
Wohl der gleiche Flop wie das Waldsterbern, der Club of Rome ...

leonardodavinci1
11
28.1.2010, 19:14

1. Zum Waldsterben: Das wurde verhindert, indem man aufgrund der Warnungen mit entsprechenden Masnahmen reagiert hat (Schwefekreduktion etc.).

2. Zum Klimawandel: Das CO2 einen Treibhauseffekt bewirkt ist Tatsache. Das sich eine Änderung nicht immer linear darstellt auch. Es gibt verschiedene Zyklen unterschiedliche Frequenz die einander überlagern. Da kann es schon einmal kälter werden, obwohl der Trend langfristig nach oben geht.

3. Was sollen diese Anwürfe gegenüber verantwortungsbewussten Wissenschaftlern?

erinnye
 
22
28.1.2010, 23:27
falsch

CO2 bewirkt keinen sogenannten Treibhauseffekt!

sognidgscheit
 
01
11.2.2010, 23:23
Mr.Bush? Sie im Standardforum? Ist es angenehm kühl in Texas?

leonardodavinci1
03
29.1.2010, 21:41

Fragen sie doch ihren Physikprofessor. Der Effekt funktioniert so: Das Sonnenlicht erwärmt die Erdoberfläche. Ein Teil der Wärme wird in form von langwelligen elektromagnetischen Strahlen wieder in den Weltraum abgestrahlt. Ganz ohne CO2 würde dann die Durchschnittstemperatur ca. -38°C betragen. Das CO2 absorbiert einen Teil dieser Strahlung und somit erwärmt sich die Atmosphäre. Das ist so wie bei der Gaschromatographie, wo bestimmte Elemente bestimmte Wellenlängen des Lichts absorbieren. Je nach Konzentration der Treibhausgase stellt sich dann ein bestimmtes Temperaturniveau ein. Aktuell ist die Geschwindigkeit des CO2 Zuwachses höher als er je in der Erdgeschichte war. So schauts aus. Schade um Venedig.

erinnye
 
31
29.1.2010, 22:46
vielleicht könnten Sie auch noch mit Ihrem Prof sprechen?

1) der Anteil von CO2 in der Athmosphäre ist von 0,027 auf 0,038 Prozent gestiegen, nur 3% davon sind durch den Menschen mit seinen Aktivitäten verursacht
2) CO2 ist schwerer als Luft, es kann also nicht "oben" sein
3) CO2 ist farblos, der Absorptionskoeffizient des Ggases ist so gering, dass es kein Licht (und damit Wärme)zurückhalten kann
4) Versuchen Sie selbst zu denken, glauben Sie bitte nicht alles, was Ihnen die von diversen Interessensvertretern gesteuerte Presse vorkaut.
lg

leonardodavinci1
14
31.1.2010, 00:26

1) Das wäre eine Steigerung um 41% - kein Bröserl.
2) Luft ist ein Gemisch von verschiedenen Gasen und das trennt sich nicht nach Gewicht auf. Sonst hätten wir ja auch keinen Sauerstoff an der Oberfläche. Ausserdem ist es wurscht, ob die Wärmestrahlung in Bodennähe oder weiter oben absorbiert wird.
3) Es ist aber erwiesen, dass CO2 Wärmestrahlen absorbiert.
4) Haben Sie Ihre Behauptungen aus eigener Forschung belegt, oder wiederholen Sie nur das, was Sie irgendwo in diversen Foren gelesen haben und das Ihnen besser in den Kram passt?
Da könnten auch handfeste Interessen dahinterstehen. Der nächste Quartalsgewinn ist wichtiger als die Zukunft unserer Kinder. Hinter uns die Sintflut -im wahrsten Sinn des Wortes!

leonardodavinci1
13
31.1.2010, 00:41

Ich glaube Ihnen ja, dass sie wirklich überzeugt sind, dass die Klimageschichte ein Hype ist. Aber Ihre Argumente habe ich schon öfter gehört und sie sind für mich nicht überzeugend. Besonders das Argument "CO2 ist schwerer als Luft" finde ich total "aus der Luft gegriffen" ;-))
Luft ist ja ein Gemisch aus Stickstoff, Sauerstoff, CO2 und Edelgasen, welches ja nicht in Schichten je nach Gewicht über der Erdoberfläche schwebt. Dann würden wir ja wirklich nur das Schwerste Gas an der Oberfläche haben und wenn das nicht Sauerstoff ist würden wir ersticken. Wenn es aber Sauerstoff ist, würden wir verbrennen, weil dann der Stickstoff fehlt, welcher das verhindert.
Wenn alle ihre Argumente so Stichhaltig sind?

Trotzdem - auch liebe Grüße.

erinnye
 
00
31.1.2010, 10:41
Nachtrag 2

Um Venedig wäre es wirklichh schade, nur die Stadt wird nicht üerschwemmt wegen steigender Meeresspiegel, sondern sie versinkt. Es gibt meines Wissens nach nicht die geringste Evidenz, dass der Spiegel der Adria gestiegen ist.

leonardodavinci1
03

Das war auch nicht behauptet. Er wird aber steigen, wenn sich nichts ändert.
Ich verstehe immer noch nicht die Motive jener, welche den Treibhauseffekt leugnen.

erinnye
 
00
31.1.2010, 10:38
Nachtrag

wir haben wirklich das schwerste Gas am Boden, das CO2, sonst gäbe es ja keine Unfälle mit CO2 in Senken, Klärgruben usw. Nur normalerweise ist die Konzentration so gering, dzt. 380 ppm, dass dies nichts ausmacht.
Übrigens bin ich wie jeder vernünftige Mensch für absoluten Schutz der Ressourcen, welche wir haben.
Nur, man kann dies nicht auf einer CO2 Lüge aufbauen. (Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Lüge über das Gletscherverhalten im Himalaja - Der Spiegel)
Das wirkliche Gas welches entscheidend ist für die für die stattgehabte Erwärmung (jetzt sinken die Temp. ja eher wieder) ist der Wasserdampf - ist auch logisch wenn Sie die Wolken sehen - die können wirklich Wärme zurück halten.

leonardodavinci1
00

Nur weil vielleicht einige Forscher übertrieben haben ist nicht alles Lüge.

leonardodavinci1
00

Aber es gibt auch auf den Bergen CO2 - also nicht nur am Boden.

erinnye
 
00
natürlich

an der Erdoberfläche, auch in größeren Höhen, aber dementsprechend weniger.
Ist ja nebenbei auch logisch, da die Pflanzen CO2 brauchen.

leonardodavinci1
00

Ich weiss nicht, wer diese "CO2 am Boden Theorie" aufgebracht hat. Das gilt in einem Weinkeller, aber nicht in der Atmosphäre. Das ist so wie ein "Caffe Latte Macchiato". Wenn er serviert wird ist unten die Milch und oben der Kaffee. Das ändert sich vorerst nicht. Wenn aber umgerührt wird, vermischen sich die Bestandteile und trennen sich nicht wieder.
Die Luft ist auch andauernd in Bewegung und damit vermischen sich die Bestandteile. Es ist nicht Richtig zu sagen: "CO2 ist schwerer als Luft", weil CO2 ja ein Bestandteil der Luft ist. Auch in 10000 m Höhe.
Ansonst müsste es ja Schichten geben mit CO2, Stickstoff, Sauerstoff etc. Dann würde uns am Boden ja der Sauerstoff ausgehen.
Das ist keine neue Religion sondern nachprüfbare Tatsache.

erinnye
 
00
31.1.2010, 10:27
dann

sollten die Physikbücher umgeschrieben werden. Die Argumente stammen übrugens nicht von mir, sondern aus einem Vortrag eines prominenten Geophysikers einer österr. Uni., fern jeglicher Verschwörungstheorie, nur Physiker.
Schönen Tag.

leonardodavinci1
00

Dazu passt "Intelligent Design" und "die Erde ist eine Scheibe".

erinnye
 
00
echt nicht

habe naturwissenschaftliche Ausbildung, im Gegenteil, mich ärgert wie hier eine neue Religion geboren wird. Man muss nur die fakten vorurteilsfrei prüfen. Ich weiß nicht ob ich richtig liege, nur das was das IPPC verkauft ist fragwürdig.

Hafner
11
28.1.2010, 13:18
" Wir wollen wissen, wie es die ÖVP mit der FPÖ hält."

Ganz einfach:
Lieber tot als rot.

sognidgscheit
 
00
11.2.2010, 23:34
lieber tot als rot? naja

dazu fältt mir nur ein, dass man gesunde Menschen erst würgen muss damit sie blau werden...

Hafner
04
28.1.2010, 13:16
"Da wollten wir keine Sachantwort geben"

So schauen die Grünen auch aus.

ich bin's
25
27.1.2010, 23:05
wie lange nervt uns die glawischnig noch...

die ist so nutzlos. nur "das ist scheisse", "das wollen wir nicht", "da sind wir dagegen"...
ich frag mich wenn die grünen mal was sinnvolles rauslassen?!

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