Positive Gehaltsentwicklung für Projektmanager

22. Jänner 2010 17:03

Projektmanager sind laut einer neuen Gehaltsstudie überdurchschnittlich gut bezahlt, leisten dafür aber auch überdurchschnittlich viele Arbeitsstunden, sagt die Branchenvertretung

67.664 Euro brutto verdient ein durchschnittlicher Projektmanager in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz (D-A-CH). Auf den heimischen Markt reduziert, kann sich die Branche immerhin noch über ein Jahresgehalt von 55.967 Euro freuen, wie die aktuelle "Karriere- und Gehaltsstudie für Projektpersonal" herausfand.

Drei Viertel der Projektmanagerinnen und Projektmanager liegen mit einem Verdienst von bis zu 63.350 Euro jährlich deutlich über dem Schnitt, rund die Hälfte kommt mit 53.200 Euro immerhin fast an diese Summe heran. Lediglich ein Viertel muss sich mit höchstens 47.325 Euro per anno begnügen.

Gut dotierte Branche

Dass das Projektmanagement in Österreich schlechter bezahlt ist, als es der D-A-CH-Schnitt vermuten lassen würde, liegt laut Brigitte Schaden, Vorstandsvorsitzende der Vereinigung Projekt Management Austria (pma) und amtierende Präsidentin der International Project Management Association (IPMA), unter anderem an einem niedrigeren Altersdurchschnitt. Dieser liege bei 36,5 Jahren und damit um 1,8 Jahre unter dem Gesamtdurchschnitt.

Des weiteren seien österreichische Projektmanager seltener auf der höher entlohnten Vorstands- und Bereichsleiterebene zu finden. Die Branche biete aber "jedenfalls auch in Österreich gut dotierte, über dem allgemeinen Verdienstdurchschnitt liegende Jobs" , so Schaden.

Dafür werde allerdings auch eine überdurchschnittliche Leistung verlangt. Die reale Arbeitszeit liege meist über der vertraglich vereinbarten: Statt der durchschnittlich vereinbarten 39,8 Wochenarbeitsstunden seien 47,21 Stunden abzuleisten. Wieder gibt es Spitzenausreißer, 45 Stunden seien jedoch üblich.

Weitere Faktoren für einen höheren Jahresverdienst: Berufserfahrung und Ausbildungs- und Zertifizierungsgrad. Insbesondere zwei positive Einflüsse macht Schaden aus: eine akademische Projektmanagement-Ausbildung sowie die Projektmanagement-Ebene, auf der sich der Einzelne befindet.

Insgesamt 680 Personen haben an der Online-Befragung teilgenommen, die vom Institut für Marktanalysen und Umfrageforschung der FH Gießen-Friedberg im Vorjahr durchgeführt worden ist. In Österreich half Projekt Management Austria mit.

Fast drei Viertel der Projektmanager verfügen über eine akademische Ausbildung, rund 30 Prozent durchliefen ein technisches Studium, etwa ein Fünftel schloss ein Wirtschaftsstudium ab. In den vergangenen fünf Jahren gewannen spezialisierte Aus- und Weiterbildungen an Bedeutung. 7,5 Prozent der Befragten gaben an, ein Projektmanagement-Masterstudium oder eine Zusatzausbildung zum Diplom-Projektmanager absolviert zu haben.

46,1 Prozent verfügen über eine IPMA-Zertifizierung. Präsidentin Schaden: "Die Bedeutung von Zertifizierungen für die Karriere- und Gehaltsentwicklung scheint erkannt. Neben der unverändert starken Nachfrage nach Level-D-Zertifizierungen ist seit einiger Zeit auch das Interesse an höheren Ebenen gestiegen." Österreichweit seien rund eine Million Personen in Projekten beschäftigt, davon 20.000 ausgebildete Projektmanager. (mad, DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.1.2010)

schreibmalwieder
24.01.2010 20:26

"Die Bedeutung von [IPMA] Zertifizierungen für die Karriere- und Gehaltsentwicklung scheint erkannt."

sagt (natürlich völlig unbefangen und frei von Eigennutz):

"Brigitte Schaden, Vorstandsvorsitzende der Vereinigung Projekt Management Austria (pma) und amtierende Präsidentin der International Project Management Association (IPMA)"

Na ja, bei dieser speziellen Art von Artikeln habe ich mich schon selbst zum genauen Lesen und der entsprechenden Vorsicht erzogen. Der informative Wert solcher "redaktioneller" Artikel scheint mir doch sehr beschränkt zu sein...

timbuktu
25.01.2010 15:55
PMI...

Ich hätte auch lieber einen umfassenderen Bericht gesehen.... wenn schon IPMA, dann zumindest auch PMI dazunehmen. Auch in DE-AT-CH gibt es nach PMI zertifitierte PMs.

Waxolunist
24.01.2010 23:12

Das Problem ist nur, dass wenn ich 65k€ in der Schweiz verdiene, bleiben mir nach Abzug von Steuern und KV etwa 47k€ über in Österreich gerade mal 30k€ wenns gut geht.

Volksfront von Judäa
29.01.2010 15:45
Völlig sinnloses Posting, wenn man nicht einmal bereit ist zu recherchieren...

Es kostet genau 30 Sekunden Zeit, einen Brutto-Netto-Rechner aufzumachen und den österr. Wert zu recherchieren.

Ergebnis übrigens 39,5k.

Waxolunist
29.01.2010 21:54

Nehmens halt den Rechner vom Finanzamt.
Da z.B. in der Schweiz der Dienstgeberanteil viel niedriger ist, müssen sie diese eigentlich in den Bruttobetrag mitreinnehmen.
Ergebnis: 3500 brutto monatlich = 49000 brutto
Dazu kommen ca. 15300 Dienstgeberanteil
Ergebnis: bisschen mehr als 31000 netto.
Also bitte, das kostet nicht einmal 30 Sekunden.

timbuktu
23.01.2010 19:05
dreiviertel + hälfte = gesamt?

.) "heimischer Markt ... Jahresgehalt von 55.967 Euro"
.) "Drei Viertel der Projektmanagerinnen und Projektmanager liegen mit einem Verdienst von bis zu 63.350 Euro jährlich deutlich über dem Schnitt"

damit liegen meiner Ansicht nach 1/4 unter 55.967 Euro, aber jetzt kommt noch folgende Aussage:
.) "rund die Hälfte kommt mit 53.200 Euro immerhin fast an diese Summe heran"

also wie jetzt?

timbuktu
25.01.2010 15:56
Studie

inzwischen habe ich diese Studie gefunden, und es wird dort auch klarer beschrieben, wie diese Werte zu verstehen sind. Hier im Standard wurde nicht alles erklärt, deswegen sieht es nach einer unsinnigen Rechnung aus.

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