Konzertsaal-Gegner: "Hoffen auf Mediationsverfahren"

22. Jänner 2010 16:28
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    Raja Schwahn-Reichmann (links) vom Josefinischen Erlustigungskomitee und Eva Hottenroth vom Verein Freunde des Augartens.

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    Das Zelt der Konzertsaal-Gegner am Augartenspitz ist rund um die Uhr besetzt.

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    Die Bauhütte, auf dem Areal, auf dem der Konzertsaal errichtet werden soll.

Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton unterstützt Augarten-Bürgerinitiativen - Konflikt ist auch Gegenstand von "Bürgeranwalt"

Wien - Sie sind noch immer da: Auch bei Minusgraden harren die Gegner des geplanten Sängerknaben-Konzertsaals am Augartenspitz aus. Zwar ist es noch nicht zur gewünschten direkten Begegnung mit Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) gekommen. Aber man habe jetzt "einen Draht ins Rathaus", erklärt Eva Hottenroth vom Verein Freunde des Augartens am Freitag bei einer Pressekonferenz in einem Zelt gegenüber dem Österreichischen Filmarchiv, das den Baugegnern rund um die Uhr als Stützpunkt dient. "Wir haben die Hoffnung, dass es ein Mediationsverfahren mit den Sängerknaben und dem Wirtschaftsministerium gibt", so Hottenroth.

Tilda Swinton als prominente Unterstützerin

Erstmals miteinander am Verhandlungstisch gesessen sind die Konfliktparteien für die ORF-Sendung "Bürgeranwalt", die am Samstag, 23. Jänner, ausgestrahlt wird. Für Hottenroth "ein erster Beginn". Die Sängerknaben wurden bei dieser Begegnung von deren künstlerischen Leiter Gerald Wirth vertreten, die Anliegen der Bürgerinitiativen vertritt Volksanwältin Terezija Stoisits (Grüne). Prominente Unterstützung für die Baugegner kommt auch von Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton, die die Petition unterzeichnet habe, "nachdem sie umfassend über die Sachlage informiert" worden sei, wie es seitens der Bürgerinitiativen heißt.

Von Volksanwältin Stoisitis geprüft wird derzeit der Bescheid des Bundeskenkmalamts. Laut den Bürgerinitiativen sind wurde unter anderem auch eine Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof hinsichtlich der Flächenwidmung eingereicht. 

"Nicht die Sängerknaben sind die Gegner"

Investor Peter Pühringer, der den geplanten Konzertsaal finanziert, opfere das "Juwel Augartenspitz" seinen eigenen Interessen, kritisiert Raja Schwahn-Reichmann vom "Josefinischen Erlustigungskomitee". Es gebe zahlreiche andere Orte, die für einen Sängerknaben-Bau in Frage kommen würden. Zudem habe es keine öffentliche Ausschreibung gegeben, sondern ein Pühringer nahe stehendes Architektenbüro sei mit dem Projekt beauftragt worden. Schwahn-Reichmann weiter: "Nicht die Sängerknaben sind unsere Gegner, sondern jene, die sie instrumentalisieren." (glicka, derStandard.at, 22. Jänner 2010)

 

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Posting 1 bis 25 von 37
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Zukunftsoptimist
12.02.2010 21:37
Der Skandal ist:

Die Präsidentin des Denkmalamtes muss den Kopf hinhalten,
den ihr ihre Ministerin gründlich gewaschen hat,
weil ein Landeshauptmann und Bürgermeister für das Projekt ist,
um einem Investor aus der ehemaligen DDR einen Dienst zu erweisen.
Die Meinung der Bevölkerung ist ihm da wurscht, es geht ja weder um Hunde, Autoabcashen oder U-Bahnnächte, sondern um Kulturgüter.
Und da haben die Behörden, Gesetz hin, Gesetz her, zu parieren, sonst...

Augartenspitz
 
22.02.2010 22:28
Genehmigungsverfahren ist positiv abgeschlossen!

In den letzten Jahren ist dieses Projekt trotz massiver Behinderungsversuche und großer Publizität von ALLEN Instanzen positv beurteilt worden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Politiker oder Beamter auch nur irgend einen Beistrich genehmigen wuerde wenn da was faul wäre. Aussen den lokalen Grünen (die im übrigen der Umwandlung in Bauland zugestimmt haben) sind alle politischen Parteien für das Projekt. Einige wenige können also in unser Demokratie viel Wirbel machen. Das ist auch gut so. Aber irgendwann muss der Rechtsstaat auch sein Recht bekommen!

super cat
07.06.2010 06:52

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Politiker oder Beamter auch nur irgend einen Beistrich genehmigen wuerde wenn da was faul wäre...
Sie sind sehr naiv.

Zukunftsoptimist
23.02.2010 22:36
Wenn Sie sich das nicht vorstellen können,

dann ist das entweder völlige Unkenntnis österreichischer Verwaltungspraxis bis hinauf zum VwGH nach dem Morgenstern-Prinzip "Weil nicht sein kann was nicht sein darf" oder kein nicht vorstellen können, sondern ein nicht vorstellen wollen. Lesen Sie den BDA-Bescheid oder den Kommentar dazu auf www.aktion21.at und in anderen Denkmalschutzpublikationen und warten Sie die zu erwartende Missbrauchsfeststellung der Volksanwaltschaft ab. Die wäre ja völlig unnötig, wenn die Beamten nach Ihren Vorstellungen handeln würden. Die Realität ist leider eine ganz andere.

Augartenspitz
 
24.02.2010 00:54
ist das Absicht!

ich kann ihnen nicht folgen!? Was wollen sie damit sagen? Ich weiss nur eines ALLE notwendigen Bescheide für dieses Projekt sind positiv eingelangt.

Zukunftsoptimist
24.02.2010 19:35
Diese Argumentation ist mir zu schwach,

wenn der entscheidende Bescheid vor Rechtswidrigkeiten nur so strotzt und von denen, die daran nicht interessiert sind, nicht anfechtbar ist. Diese Art der Berufung auf formelle Rechtswirksamkeit ist mir aus totalitären Staaten nur allzu bekannt. Sie ist eines Staates, der sich als Rechtsstaat verstehen will, unwürdig.

Augartenspitz
 
24.02.2010 22:33
Ich kann die Enttäuschung nachvollziehen!

Aber bringt doch nichts immer wieder die gleichen Thesen und schon beantworteten Fragen aufzuwerfen. Irgendwann muss doch auch der letzte einsehen, dass es schoen langsam Zeit wird über Plan B nachzudenken.

Zukunftsoptimist
25.02.2010 11:58
Danke für den Trost

an die falsche Adresse, ich bin kein Augartner. Aber ich bin Demokrat, dem der Rechtsstaat ein Anliegen ist und immer sein wird und der nicht zur Kaste der Resignierenden gehört, die sich mit dem Unrechtsstaat de facto zumindest mental arrangieren und ins unvermeidliche Schicksal ergeben. Dazu brauche ich keinen Plan B, sondern aufrechte Gesinnung und eine gewisse Furchtlosigkeit. Die Freude über die Existenz Gleichgesinnter, egal aus welcher Ecke sie kommen, lass ich mir dabei nicht nehmen.

Augartenspitz
 
25.02.2010 21:50
Klingt ja gut..

aber leider haben sie sich die falschen Gegner ausgesucht.

Zukunftsoptimist
26.02.2010 20:57
Dass die Gegner, die ich mir nicht

"ausgesucht" habe, sondern die für mich und für uns alle aufrechten Demokraten eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen, falsch sind, darin stimme ich Ihnen vollinhaltlich zu!

Augartenspitz
 
26.02.2010 21:16
Dieses Kompliment geben ich

gerne vollinhaltlich zurueck!

Zukunftsoptimist
27.02.2010 22:12
Wollten Sie nicht schreiben:

diesen Kompliment geben ich ..? :-)

...baba und foi ned!
22.02.2010 23:21
Sie Meister des Multipostings

Wie gesagt, das kann ich auch.
Irgendwann ist dieses Projekt dank der massiven Publizität des Bauwerbers durch alle Behörden gedrückt worden und das heißt dann Demokratie.

Alle Parteien einschließlich der Grünen,
haben unterschrieben, dass im Augartenspitz keine Konzerthalle gebaut werden soll.
http://www.flickr.com/photos/le... 490641526/
http://www.flickr.com/photos/le... 732660885/

Augartenspitz
 
24.02.2010 22:35
Danke für das Kompliment, gebe ich gerne zurück!

Ich meinte natuerlich den einstimmigen Gemeinderatsbeschluss!

christine sturm
25.01.2010 17:49
Die Sängerknaben sollten einfach im Flakturm singen...da hört man wenigstens nix raus.

Zartberg
12.02.2010 18:26

beziehungsweise die sängerknaben sollen im flakturm ihre musik abspielen und lippenbewegungen dazu üben

cannery row
24.01.2010 19:48
interessant war gestern beim bürgeranwalt..

die leiterin des denkmalamtes vehement auf der seite der bauwerber zu sehen. und das im wissen um die pläne, welchen den bau der mauer der halle in handbreitabstand zum historischen gemäuer vorsieht... normalerweise ist so etwas UNDENKBAR und würde niemals genehmigt. das ist nur eine dieser unglaublichkeiten im zusammenhang mir diesem durchwink-projekt.

it's a strange and beautiful world
24.01.2010 20:06
wie könnte sie dagegen sein?

sie hats ja genehmigt...
abgesehen davon: die filmarchiv-geschichte ist ja gut als vergleich: die wollten mal ein briefkasterl (!) an die augartenmauer anbringen lassen. wurde vom denkmalamt nicht genehmigt. weil der augarten denkmalgeschützt ist. :-)

cannery row
25.01.2010 13:41
die begründung..

gegen das brieflastl hätte ich gerne gesehen.. sowas hätte man in der sendung bringen sollen.

Gilgamesh
24.01.2010 12:44

Wann stellt man das Bauvorhaben für Eltern, die sich nur über ihre Kinder definieren können und diese in ein Sängerknabeninternat schicken, ein??

Keiner will den Dreck, ausser die Sängerknaben.
Wenn die keinen Plazu haben, über der Donau gibt es noch genug Baufläche, man muss keinen Park zerstören, weil man sonst kein Ego hat....

baumfreund
26.01.2010 11:28
so wie ich das sehe, werden die sängerknaben nur vorgeschoben

um dort eine "eventhalle" zu bauen, in der dann auch ein bisschen die sängerknaben üben und auftreten sollen. aber was soll denn dort noch so alles stattfinden?? da die sängerknaben in wien so etwas wie eine heilige kuh sind, werden sie einfach für dieses projekt geschickt missbraucht. (als übungssaal allein könnte man sicher in dem areal eine andere stelle finden, in der manufaktur zb)

joko_pat
22.01.2010 23:43

Cool wusste gar nicht das die Tilda Swinton im 2. wohnt.

it's a strange and beautiful world
24.01.2010 11:19
NOCH nicht

aber wie holender so treffend erwähnt: "wir sind doch ALLE irgendwie anrainer!"

it's a strange and beautiful world
24.01.2010 11:18

NOCH nicht

Proconsul
24.01.2010 18:38

Aber ich hab sie da schon mal beim Billa gesehen?

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