Fischbestände erholen sich wegen Piraterie

24. Jänner 2010, 18:01
  • Guter Fang: Somalischer Fischer in der Nähe von Mogadischu. Das Bild wurde am 19. Jänner aufgenommen.
    foto: reuters/ ismail taxta

    Guter Fang: Somalischer Fischer in der Nähe von Mogadischu. Das Bild wurde am 19. Jänner aufgenommen.

Kommerzielle Fischerboote wagen sich nicht mehr in Küstengewässer vor, melden afrikanische Fischer

Laut Angaben des Fischereiverbandes der kenianischen Küstenstadt Malindi waren im vergangenen Jahr die Fänge besser als in den Jahren zuvor. Athan Seif, der Vorsitzende des Verbandes, führt die im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP darauf zurück, dass sich ausländische Fischkutter wegen der Piratengefahr nicht mehr in küstennahe Gewässer wagen.

Über alle Fischarten hinweg gebe es eine erhebliche Vergrößerung der Bestände, erklärte der Inhaber des Unternehmens Kenya Deep Sea Fishing, Howard Lawrence-Brown. "Wir hatten im vergangenen Jahr die beste Speerfisch-Saison, die es je gab."

Fisch wird billiger

Auf dem Fischmarkt der somalischen Hauptstadt Mogadischu hat das gestiegene Angebot laut AP sogar einen Preisverfall ausgelöst, weswegen sich die Händler über größere Umsatzzahlen freuen können.

Eine 2009 veröffentlichte Studie der singapurischen Rajaratnam School of International Studies geht davon aus, dass vor der Küste Somalias jedes Jahr Fisch für 90 bis 300 Millionen Dollar illegal gefangen wird. Diese Menge entspricht laut FAO mehr Proteinen, als die internationale Gemeinschaft in Form von Hilfslieferungen ins Land bringt. Ein Drittel der zehn Millionen Somalier ist auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

700 Schiffe aus aller Welt

Insgesamt sind laut Angaben der UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO 700 Schiffe aus aller Welt beteiligt, die in mehreren Fällen einheimische Fischer mit Hochdruckschläuchen, kochendem Wasser und sogar Schusswaffen abgedrängt haben.

Clive Schofield, der Verfasser der Studie, sieht "eine besondere Ironie" darin, dass sich unter den Ländern, die Kriegsschiffe für die Piratenbekämpfung abstellen, auch Staaten befinden, deren Fischereiflotten an der Plünderung der somalischen Küstengewässer beteiligt sind. Dies rechtfertige keinesfalls Überfälle auf ausländische Schiffe. Die illegale Fischerei sei aber einer der Gründe für den Anstieg der Piraterie in den letzten Jahren.

"Nicht die einzigen Piraten"

Ohne Gewaltakte auf hoher See gutzuheißen, müsse man festhalten, dass die Somalier "nicht die einzigen Piraten, die in diesen Gewässern operieren" seien. Wenn man gegen die illegale Fischerei vorgehe, so Schofield, würde die die Legitimation der Piraten schwächen und zu einer besseren Ernährung der somalischen Bevölkerung beitragen.

Auf ein schnelles Ende der Piratenüberfälle kann man laut Schofield trotzdem nicht hoffen: mit der Seeräuberei verdienen die Kriminellen, die derzeit über zehn Schiffe und 200 Seeleute in ihrer Gewalt haben, mehr, als sie mit geregelter Arbeit verdienen könnten. Solange es nicht gelinge, Frieden, Stabilität und Sicherheit in Somalia zu garantieren, werde es Überfälle geben. (bed/derStandard.at)

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nadelstreif

die wirklichen kriminellen tragen nadelstreif und sind hoch angesehene mitglieder unserer gesellschaft! und wer ißt den fisch, der den afrikanerInnen zum blanken überleben abgeht?

die

rettung fuer die mur huchn ?

"...Kommerzielle Fischerboote wagen sich nicht mehr in Küstengewässer vor, melden afrikanische Fischer..."

Das stimmt so nicht ganz, denn es sind Fischer, die nun Pirat spielen in dem Wissen, dass die westlichen Ländern ihnen nichts antun werden...

Symptome

ja es sind ehem. Fischer die mit der Piraterie ihren Lebensunterhalt verdienen. Haben sie sich mal gefragt weswegen Fischer zu Piraten werden? Wenn ihnen ganze Fischereiflotten vor der Nase ihre Fischbestände rauben und sie nichts dagegen tun können, da es keine Küstenwache gibt, greifen sie zu anderen Mitteln. Die Lebensgrundlage der Heimischen rauben und dann verwundert sein, dass plötzlich Piraterie auftaucht. Zumindest haben sich jetzt die Fischbestände wieder erholt und der Fischmarkt kann an den Küsten Somalias wieder zu neuem erblühen. Anstatt man versucht hat, das Problem an der Wurzel zu packen, hat man damit begonnen die Symptome zu bekämpfen und Kriegsschiffe entsendet.

welche fischereiflotten? die in deinem kopf schwimmen?

Das AMS könnte die Arbeitslosen doch statt zum Heer zu schicken, zu Piraten umschulen(Certified Pirat) lassen.

Gibt's schon, nur nennt man diese Personen hierzulande nicht "Piraten", obwohl sie im Auftrag der Schottermitzi und unter dem Vorwand der Hebung der Verkehrssicherheit bei Schönwetter und an Stellen geringstmöglichen Risikos als Wegelagerer Geld kassieren.
Die Piraten-Queen sitzt also im Finanzministerium - obwohl die gleichnamige Partei leider nicht von vielen gewählt wurde. ;-)

Ob es einen AMS Kurs gibt, um sich zum Verkehrspolizisten umschulen zu lassen, weiss ich allerdings nicht.

(P.S.: ich kenne viele sympathische und hilfsbereite Cops, aber zum Job gehört eben auch die "Erwirtschaftung" von zusätzlichen Beiträgen zum Budget - und nur wenige der Sicherheitskräfte haben damit große Freude, zu sowas missbraucht zu werden)

Na bitte!

Das sind gar keine Piraten sondern verkappte
Umweltschützer. Womit die Verbindung zwischen
Global 2000 und dem Terrorismus hergestellt wäre...

Mit DIESEM Namen...

...einen solchen Unsinn zu schreiben, tut fast schon weh...

FYI: Das war ein Scherz.

Es ist ja eine Ironie der Geschichte, dass die karibischen Piraten einst den Artenschutz erfunden haben. (Einschränkung der Wildschweinjagd, damit diese noch ausreichend vorhanden sind, wenn sich die Piraten mal im Landesinneren verstecken müssen)
Übrigens: Spekulanten sind auch großartige Umweltschützer, weil sie dafür sorgen das der Benzinpreis höher ist.
So kompliziert ist die Welt.

irgendwie erinnert mich diese nachricht

an jene vom grünstreifen entlang des ehemaligen eisernen vorhangs, in dem sich allerlei getier und gepflanz friedlich zurückziehen konnte.

daraus beschleicht mich wiederum das gefühl, der planet würde laut aufatmen, wenn wir zweibeinigen schlauköpfe uns irgendwie ganz wegdarwinisieren würden; - oder endlich den nächsten entwicklungsschritt vollziehen.

Es würde schon reichen, das Dogma vom ewigen quantitativen Wachstum (auf einem kleinen, begrenzten Planeten) endlich ad acta zu legen, und auf qualitatives Wachstum umzusteigen.

Dann mit konsequenter "1 Kind Politik" wieder auf unter 1 Mrd. Homo Mehroderwenger-Sapiens runter und man könnte diesen nachhaltig einen Lebensstandard bieten, wie sie die Besserverdiener heute in Europa haben.

Zw. 500 Mio. und 1 Mrd. Humans verträgt die Biosphäre schon - nur alles was mehr ist, stellt ein Problem dar, wenn diese mit hoher Lebensqualität leben wollen.

gute nachrichten


von piraten haben alle was:

- die piraten selbst lösegeld
- die fische, die sich vermehren können :o)
- die militärs, die wieder eine aufgabe mehr haben
- die versicherungen, die ihre beiträge erhöhen können
- die medien, die bericht erstatten dürfen

--> fazit: weiter so! und "im namen des fisches" fordern wir forellen eine ausweitung der piraterie auf die donau !!!!

...UND!...

...laut der bekannten Statistik sinkt mit der zunahme der Piraterie auch wieder die Klimaerwärmung.

Piraten auf der Donau gibt es längst wieder.
http://www.nachrichten.at/nachricht... rt17,81069

und steigende Kosten, weil die Reeder die ...

... gestiegenen Versicherungskosten an den Kunden und dieser wiederum an den Konsumenten weitergeben.

betrifft nur importgüter

also stärkt es die regionale produktion und den binnenhandel.

Piracy for green peace! ... yeah!!!

... wenn das nicht eine erfolgsmeldung für die losen haufen da unten ist :)

Piraten auch gegen illegalen Gift- und Atommüll vor Somalia!

Warum fast alle EU-Dokumente, die Militäreinsätze gegen somalische Piraten betreffen, für die gemeine Bürger_in gesperrt sind, erklärt sich wohl mit folgender Meldung, die bei projectcensored.org auf Platz 3 der 25 meistzensierten Themen 2009 steht:
"Toxic Waste Behind Somali Pirates" - "Giftmüll (steckt) hinter Somalischen Piraten"

http://tinyurl.com/yz5mgwm

(Mal sehen, ob das dieses Jahr durch Haiti überholt wird: "Ein französischer Fotograf in Port-au-Prince sagte, er habe beobachtet, wie US-Soldaten einen haitianischen Demonstranten bei einer Lebensmittelverteilung zusammengeschlagen hätten. "Anschließend kam der Soldat zu mir und sagte: Du hast das hoffentlich nicht fotografiert".
http://tinyurl.com/ylgod7n )

die simpsons

rulen einfach überall..

@t-shirt

Wir brauchen einfach mehr Piraten !!!!

Damit sich die Fischbestände erholen,
Damit weniger Verkehr passiert,
etc.

Inwiefern wirken sich, in größerem Maßstab betrachtet, Piraten negativ auf das Sexualleben aus?

Meine Piraten-Gedanken....

1) Bevor ich verhungere, werd ich auch Pirat. Zumal man an Land in Somalia nicht einmal mehr mit Prostitution und Diebstahl überleben zu können scheint.

2) Dass Fischbestände steigen und illegaler Fischraub der Industrienationen abnimmt, werte ich als positiv.

3) Dass Versicherungssummen für Handelsschiffe steigen, könnte auch positiv sein. Vielleicht gibt das in der EU einen Anstieg an Arbeitsplätzen, wenn Waren aus Billigländern teurer werden.

4) Unterm Strich aber: Hilfe zur Selbsthilfe für Somalia ist längst überfällig. Schuldenerlass. Waffenhandelsverbote. Kontrolle der illegalen Fischfangflotten...ah gleich platz ich

nix gegen Dynamit-Fischer

Die haben schliesslich einen Krieg zwischen Griechenland und Türkei verhindert. Imia-Krise 1996, offiziell hat der Botschafter der Vereinigten Illegalen Staaten vermittelt aber in Wirklichkeit hatte die griechische Regierung nur Bammel, daß raus kommt, daß Imia ein Depot der Dynamitfischer ist. Womit hinreichend erklärt ist, wieweit die Macht reicht, denn üblicherweise kommen Dynamitfischer aus den Gebieten, die nie von den Osmanen besetzt waren.
Aber da hier niemand weiß, daß Sirtaki kein echter Tanz ist und daß Alexis Zorbas kein Kreter war, ist das wohl auch egal. Nachdem der griechische Dezember historisch nur mit Machno vergleichbar wurde, helfen wir den gr. Anarchisten: FÜR DIE GRIECHISCHE REVOLUTION!

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