CSSR-Geheimdienst half offenbar Roten Brigaden

22. Jänner 2010 11:28

Möglicherweise an Entführung Aldo Moros beteiligt - Rote Brigaden könnten in Tschechien trainiert worden sein

Prag - Der tschechoslowakische kommunistische Geheimdienst (StB) war möglicherweise an der Vorbereitung der spektakulären Entführung des ehemaligen italienischen Regierungschef Aldo Moro beteiligt, der 1978 von der linksextremistischen Untergrundbewegung Rote Brigaden ermordet wurde. Mit dieser Hypothese befasst sich nach Angaben der tschechischen Tageszeitung "Hospodarske noviny" (Freitag-Ausgabe) derzeit die tschechische Polizei.

"Wir überprüfen die Version, dass die Mitglieder der Roten Brigaden in einem geheimen Zentrum bei Karlovy Vary (Karlsbad) trainiert wurden", sagte Eva Michalkova von der tschechischen Behörde für die Ermittlung der Verbrechen des Kommunismus (UDV). Die bestätigte, dass sich in 1970er Jahren eine ganze Reihe von bedeutenden Angehörigen der Roten Brigaden auf dem tschechoslowakischen Territorium aufgehalten habe. "Sogar ihr Gründer Renato Curcio ist hier aufgetaucht", so Michalkova.

Zwar habe UDV keine Anhaltspunkte zu irgendeinem Trainingslager gefunden, allerdings sei dies nicht überraschend. "Falls es wirklich eine Übung gegeben hätte, hätte davon nur ein sehr enger Kreis von Leuten gewusst, die außerdem mit Schweigepflicht belegt worden wären", sagte weiters Michalkova.

Die Roten Brigaden werden in Italien für tausende Attentate in den 70er und 80er Jahren verantwortlich gemacht. Als ihre spektakulärste Aktion gilt die Entführung des damaligen christdemokratischen Parteichefs Aldo Moro. Am 16. März 1978 war Moro von den Roten Brigaden entführt und nach 55 Tagen am 9. Mai 1978 ermordet worden, nachdem die Staatsorgane die Bedingungen der Terroristen nicht akzeptiert hatten. Moro hatte zuvor zweimal an der Spitze der italienischen Regierung gestanden - von 1963 bis 1968 und von 1974 bis 1976. (APA)

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Perynt
23.01.2010 10:26
Langsam, aber unaufhaltsam, kommt die Wahrheit ans Licht. Das ist doch sehr zu begrüßen, angesichts der Verklärung der linken Vergangenheit, auch wenn es oft einigen unverbesserlichen Linken, (die meisten sind eh übergewechselt) nicht passt.

Ich kann Kritik und Geschichtsverdrehungen oft nicht verstehen. Es gibt eben keine "glorreiche linke" Vergangenheit, das ist alles Illusion. Aber die Wahrheit wird endlich durch mutige westliche Journalisten, aufgedeckt. Nach und nach kommt eben heraus, dass hinter all den Anschlägen die Kommunisten stecken. Erst war es der Ohnesorg Attentäter (DDR), nun Aldo Moro, bald wird auch herauskommen, dass der Bologna Anschlag, das Herrhausen, das Möllemann Attentat, Barschel, die Titanic und der Untergang Roms durch östliche Geheimdienste initiiert wurden. Danke an die mutigen Journalisten, an die westlichen freien und unzensierten Medien. Danke auch an den CIA, der die Rosenholz Akten noch mal gründlich (10 Jahre lang) überarbeitet hat.

Ernst Guevara
23.01.2010 16:06
ja richtig,

Sie haben jedoch vergessen, das urknall-attentat und das meteor-attentat auf die dinosaurier mit aufzuzählen!

Fans fordern: Red-Bull-Verbot in Fußball-Stadien !
23.01.2010 09:11
schweig still du pochend herz ...

ach waren das zeiten, als der volkswiderstand noch waffen und geld bekam ...

und das volk den faschisten nicht schutzlos ausgeliefert war ...

mfg

Fritz Wunderlich
22.01.2010 19:50

eine mögliche erklärung wäre die strategie, den vom sowjetblock unterstellten faschistischen charakter der demokratischen staaten durch terror sich zum erkennengeben zu zwingen, worauf dann die unterdrückten massen, .. und so weiter und so fort

a las barricadas
22.01.2010 18:49
da haben sich die totengräber der demokratie getroffen

der cssr geheimdient hat den roten brigaden geholfen. der cssr geheimdienst hat zilk im sold gehabt. ergo ipso hat zilk den roten brigaden geholfen.

Fritz Wunderlich
23.01.2010 13:38

ergo kann bei falschen schlüssen nicht helfen, hehe
das ist eine freie assoziation von fakten und spekulationen

Unzeit-gemäß
22.01.2010 16:10
Die Westeuropa-Politik der Ostblock-Kommunisten

ging seit Stalins Zeiten aus von der Annahme, dass mit einem Umsturz nach dem Modell 'Petrograd 1917' in den mehr oder weniger wohlhabenden westlichen Ländern nicht in absehbarer Zeit zu rechnen war.

Daher setzte man zur Zeit des Kalten Krieges in Moskau nicht auf die Unterstützung von Terroristen, sondern auf nahestehende Parteien, Gewerkschaften, Journalisten und Prominente, v. a. um die Außenpolitik der westeuropäischen Länder in eine neutralistische Richtung zu beeinflussen.

Wenn es Kontakte zwischen CSSR und Roten Brigaden gab, dann wohl eher "für den Fall" (für den Fall eines Ost-West-Krieges oder eines - damals, nach Griechenland '67, befürchteten - Militärputsches in Italien).

Fritz Wunderlich
08.02.2010 20:25

in der cssr gab es eine starke griechen-community aus dem bürgerkrieg

Fritz Wunderlich
22.01.2010 15:08

mich würde die flugroute interessieren, von italien in die cssr, wenn es direkt war, dann muss jemand in der pci vermittelt haben, in einem der kommunistischen besuchs- und austauschprogramme zwischen den friedlichen völkern

zar1
22.01.2010 13:00
Gladio: NATO-"Geheimarmee"

Das erstaunt mich nun aber schon ein bisschen.
Ich dachte, die "Gladio"-Organisation wurde vor allem von westlichen Geheimdiensten (CIA etc.) getragen.
Siehe hierzu Dr. Daniele Gansers (ETH Zürich) Ausführungen zu den NATO-Geheimarmeen ("Gladio"):

http://www.danieleganser.ch/NATO_Gehe... 10734.html

http://video.google.com/videoplay... 012617100#

Fritz Wunderlich
22.01.2010 15:02

die italienischen gladio-einheiten haben wiederum keine personellen überschneidungen mit den br, die ganze verschwörungsthese zwischen gladio und br geht auf eine schreibmaschine des italienischen gd zurück, wenn ich mich richtig erinnere
und auf schwere pannen der rivalisierenden dienste bei der suche nach aldo moro
richtig aber ist, dass im zuge der aufarbeitung die moro-papiere aus dem gefängnis, die angeblich nach jahrzehnten dort gefunden wurden, den anstoss zur italienischen gladio-untersuchung gaben, weil andreotti einen kapitalen fehler begang, in reaktion auf diese papiere

Fritz Wunderlich
22.01.2010 14:57

1. daniel ist ein mann, nicht daniele
2. das ostblockgeheimdienste das gladio-netzwerk, vor allem das italienische, unterwandern konnten, ist schon seit den südtirol-attentaten bekannt
3. das deutsch netzwerk war dem mfs sehr gut bekannt, dank seiner sekretärinnenspezialistinnen
4. dh, die meisten gds wußten bescheid, nur die demokratische öffentlichkeit nicht
5. ganser hat auch einiges abgeschrieben, ohne diese quellen immer auszuweisen, vor allem zwei fallen mir da ein, in denen sind diese ostblockzusammenhänge behandelt

zar1
22.01.2010 15:05

Zu 1: Er heißt Daniele und ist ein Mann.
Zu 2: Woher ist das bekannt? Quelle?
Zu 3: " "
Zu 4: " "
Zu 5: Sie sind offenbar gut in der Materie drin. Gansers Buch wurde in der Mehrzahl positiv aufgenommen.

Fritz Wunderlich
22.01.2010 20:08

ganser hat alle quellen dazu als erster kompiliert, und detailliert beschrieben, insofern sehr verdienstvoll, und einiges neues gefunden, aber nichts, was nicht vorher schon in seinen umrissen bekannt war, was strategie anbelangt, auch die politische kontextualisierung ist nicht gelungen
und die durchdringung durch gds des ostblockes war auch nicht seins, was aber allen vorher in dem gebiet arbeitenden bekannt war -
das führt zu einer gewissen immunisierung gegen verschwörungswahn, was ihm offensichtlich abging, denn mittlerweile hat er sich ordentlich diskreditiert, 9/11 etc.

Fritz Wunderlich
22.01.2010 15:21

1. du hast recht, aber ich bin mir nicht sicher, ob er sich nicht vor zehn jahren noch einfach daniel genannt hat, ich denke schon
2.+3.+4.
leo maier, gladio, war meines wissens, das erste buch dazu in deutscher sprache; so um 1992
es muss nicht immer gladio sein - eine broschüre, die in österreich erschienen ist, aber das ist auch lange her, und ob es die noch gibt??
La notte dei gladiatori, omissioni e silenzi della Repubblica. Edito da Calusca Edizioni, Padova, 1991
die müsste ich noch haben, irgendwo
5. na weil die rezensenten die alten bücher dazu nicht kennen

maboco
22.01.2010 14:05

Was meinst Du damit? Oder, wo genau siehst Du den Zusammenhang Deines Postings mit diesem Artikel?

zar1
22.01.2010 14:58
Moro und die Roten Brigaden

Moros Ermordung war Teil / Resultat der Strategie der Spannung, "eine Reihe inszenierter terroristischer Aktivitäten von italienischen Geheimdiensten, Rechtsextremisten, der NATO/CIA-Geheimorganisation Gladio und der Geheimloge Propaganda Due (P2). Diese hatten das Ziel, die öffentliche Meinung zu Ungunsten der politischen Linken zu manipulieren, insbesondere der Kommunistischen Partei Italiens."

http://de.wikipedia.org/wiki/Stra... _(Italien)

Gerhard Feldbauer: Agenten, Terror, Staatskomplott. Der Mord an Aldo Moro, Rote Brigaden und CIA. Köln 2000

Daniele Ganser: Nato's Secret Armies: Operation Gladio and Terrorism in Western Europe. London 2005

Fritz Wunderlich
22.01.2010 15:22

der feldbauer ist ein ganz üble quelle

dekorhippe
22.01.2010 16:36
naja

historiker halt, die ihren ideologischen hintergrund massiv in die bewertung historischer ereignisse mit einfließen lassen und ihre eigenen schlüsse ziehen damit die eigene ideologie gut weg kommt... eigentlich nichts neues, aber immer wieder traurig wieviele leute das dann als tatsachen hinstellen.

hatte vor kurzem das zweifelhafte vergnügen eine ähnliche geschichte von "der anderen seite" zu lesen. da wurden thatcher und co als die retter der welt hingestellt und das ganze als neutrale historische aufarbeitung des kalten krieges hingestellt ...

da vertrau ich lieber historikerkomissionen die direkten zugriff auf die entsprechenden archive der beteiligten haben und zieh die schlüsse selbst.

Fritz Wunderlich
22.01.2010 20:12

außerdem hat der mfs in südtirol mitgemischt,
mal von österreichern abgesehen -
dafür hat der italienische gd auch ein paar rechtsextreme bei uns aufmunitioniert

Fritz Wunderlich
22.01.2010 19:57

naja, feldbauer ist mehr ideologe als historiker

diamant
 
22.01.2010 13:42
ist das nicht endeutig Themenverfehlung, was sie hier betreiben?

Reden sie auch auf der 'Apfelseite' immer von Birnen?

Aber was solls, schon vor dem 'runterscrollen' wusste ich das hier dieses Posting auftauchen wuerde....

obers
22.01.2010 15:33
"Aldo Moro, ein Opfer von Gladio?, in: Zeit-Fragen, Nr.24 vom 9.6.2008

"Am 16. März 1978 wurde Aldo Moro auf seiner Fahrt zum Parlament entführt und 55 Tage später in Rom im Kofferraum eines Autos tot aufgefunden. Die Empörung über diese hinterhältige Bluttat, die den Roten Brigaden angelastet wurde, war gross. Die italienische Linke geriet massiv unter Druck und verlor in der westlichen Welt viele Sympathien.
Zum Fall Aldo Moro hat [der von mir erwähnte Daniele] Ganser viele Indizien zusammengetragen, die auf eine «false flag operation» von Gladio hindeuten. Seit 1972 hatte Aldo Moro immer wieder versucht, die italienische Linke entsprechend ihrem Stimmenanteil bei den Wahlen an der Regierung zu beteiligen. [...]"

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2605

Fritz Wunderlich
22.01.2010 15:57

auch eine unseriöse site

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