Drogenbosse sollen nicht mehr besungen werden

22. Jänner 2010, 15:07
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    foto: ap/matt sayles

    "Narcocorrido"-Legende Los Tigres del Norte bei den Grammy Awards 2008

Vorstoß im Parlament gegen gewaltverherrlichende Lieder und Filme

Mexiko-Stadt - Im Kampf gegen die ausufernde Drogenkriminalität will die mexikanische Regierung neue Wege beschreiten. So soll künftig die Verherrlichung von Schmugglerbanden in Liedern oder Filmen unter Strafe gestellt werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf legte die regierende Nationale Aktionspartei (PAN) von Präsident Felipe Calderón dem Parlament vor. Die Gesellschaft betrachte die als "Narcocorridos" bekannten Drogenballaden als nett und harmlos, "aber sie sind genau das Gegenteil", sagte der Abgeordnete Oscar Martin Arce am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

In diesen Balladen werden oftmals Drogenhandel und Gewalt besungen und glorifiziert sowie die US-Grenzpolizei verhöhnt. Mexikanische Radiostationen haben die Lieder unter anderem auf Wunsch der US-Botschaft aus dem Programm genommen, trotzdem erfreuen sich die oft als Raubkopien vertriebenen "Narcocorridos" großer Beliebtheit.

Der Vorstoß seiner Partei richte sich auch gegen billige Filme, in denen Drogenbosse verherrlicht werden, sagte der PAN-Abgeordnete. Solche Dinge dürften nicht als Normalität hingenommen werden. Martin verwahrte sich gegen Vorwürfe, die Regierung wolle die Meinungsfreiheit beschneiden. Es gehe darum, Anstiftung zur Gewalt zu stoppen.

Los Tigres del Norte: "La Camioneta Gris"

Quelle: Youtube

Arce nannte als Beispiel den 24-jährigen Mörder Victor Javier Serrano, bekannt als "El G1", der bei seiner Festnahme angab, er habe sich zu einer Verbrecherkarriere entschlossen, weil ihm "die Corridos immer schon gefallen" hätten und er davon geträumt habe, dass ein solches Lied über ihn geschrieben werde. Serrano war bei seiner Festnahme mit einem 12,7-Millimeter-Maschinengewehr des US-Herstellers Barret bewaffnet und gab an, er habe damit Polizeihubschrauber abschießen wollen. Mittlerweile hat die Gruppe "Los Incomparables de Tijuana" ein Lied über ihn veröffentlicht.

Der Gesetzentwurf sieht für die Aufführung oder Produktion solcher Lieder und Filme Haftstrafen bis zu drei Jahren vor. Wann das Parlament darüber abstimmt, steht noch nicht fest. Präsident Calderón hat nach seinem Amtsantritt im Jahr 2006 eine Offensive gegen den Rauschgifthandel gestartet. Dafür wurden mehr als 45.000 Soldaten abgestellt. Seit Beginn der Offensive haben mehr als 14.000 Menschen im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen ihr Leben verloren. (bed/APA/apn)

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21 Postings
Sheriff Jack Mauer
00

So schauts aus wenn ein Land in die Anarchie gleitet.

Mexico ist eigentlich nur mehr eine klassische Scheindemokratie.In Wirklichkeit beherrschen Mafia und die Drogenkartelle das Land.

Popel
00
25.1.2010, 18:26
Der österreichische Weg - bei Korruption darf nicht gesungen werden;-)

Mad_Professor
10
23.1.2010, 23:39
Der Waffenhersteller heißt Barrett, nicht Barret.

Gigi Amoroso
12
22.1.2010, 17:39
Los Tigres del Norte

sind eine ganz normale norteno-gruppe. das ist volksmusik für die mexikanischen gscherten.
die gruppe, die eigentlich gemeint ist, sind die "Tigres del Narco". die covern nummern der "Tigres del Norte" und texten dabei im sinne der narcotraficantes.
wäre schön, wenn auch der STANDARD den unterschied begreifen würde.

heast helga!
00
14.2.2010, 21:50
"Tigres del Narco"????

nie gehört! wo findet man die?

Servus nach Österreich
02
23.1.2010, 13:38
In Bezug auf die Situation heutzutage

mögen sie Recht haben, aber groß geworden sind die Tigres neben ihren Schnulzen mit Nummern wie der Camelia-Serie oder den diversen "carros", und wenn das keine Narcocorridos sind ...

moribundo
03
22.1.2010, 21:48

Schon klar, dass die Tigres mehr machen (und auch gesellschaftskritisches wie el circo) als narcocorridos, aber eben auch narcocorridos und
waren dabei eine der ersten die das populär gemacht haben.

oder wie soll man das nennen:
http://tinyurl.com/yfjvqs6
http://tinyurl.com/ykahbgj (für Amado Carrillo Fuentes)
http://tinyurl.com/d3redo

Im Grunde die Väter des Narcocorrido

Ava Tar
30
22.1.2010, 16:13

Du Terrorzustimmer du! Das gibt 2 Jahre bei der Blonden!

Pete Outlaw
12
22.1.2010, 11:20
..und die gewaltverherrlichenden Kriegshelden-Filme?

Was ist dann mit den gewaltverherrlichenden Kriegsfilmen die "unsere" tapferen Soldaten (tschuldigung HELDEN) im Krieg zeigen wie sie selbstlos böse Schurkenstaaten und deren terroristische Bevölkerung niedermähen .. alles im Namen Gottes - völlig gerechtfertigt (ja, zwingend notwendig!) - zum Wohle unserer Gesellschaft natürlich .. Nur solche Filme und Baladen brauchen wir!

franz kurt
00
31.1.2010, 11:51

was meinen sie mit "unsere"?

Eiffel LaTour
00
22.1.2010, 17:56
Reiz --> Reaktion

Zu klassisch, zu vorhersehbar.

Chien de Pique
00
22.1.2010, 14:25

Was für Filme meinen Sie?

lamda
02
22.1.2010, 10:17

auch mexikanische printmedien sollten einer zensur ihres zur schau gestellten bildmaterials unterzogen werden. wer schon mal in el d.f. auf den strassen war und zeitungen unter die lupe nahm würde sich wahrscheinlich auch etwas mehr schwarze balken und weniger makroaufnahmen von hinzugefügten körperöffnungen wünschen.
drogenkrieg ist eben auch nur krieg, und in diesem sinne wird er auch angetrieben.

naihoit
110
22.1.2010, 08:41
Als würde man Blattläuse mit Steinschleudern bekämpfen.

Solange es Menschen gibt, die nichts haben, also auch nichts verlieren können, wird sich immer wieder jemand finden, der für viel Geld alles riskiert.
Verbote haben lediglich die Preise erhöht, aber noch niemals ein Problem gelöst.
Und davon profitieren gerade die, die man bekämpft.
Eine Legalisierung und kontrollierte Freigabe wie z.B. bei Alkohol oder Tabak würde die Preise ins Bodenlose fallen lassen und die Märkte trocken legen, weil kein Süchtiger Abnehmer rekrutieren müßte, um seinen Bedarf zu finanzieren.
Und Information sowie "Anschauungsunterricht", z.B. Exkursionen von Schulklassen in Entzugskliniken entzieht dem Markt den Nachwuchs.
Wer jemals einen "Junkie" auf Entzug erlebte ist bleibend immun.

In Verbindun

mistvieh666
 
00
23.1.2010, 21:06

und wennst dann so ein land hast wie oesterreich, bei dem eigentlich jeder gut leben kann und es keinen wirklichen anreiz gibt kriminell zu werden - ja, dann sind halt irgendwann 1/2 der gefaengnisinsassen auslaender.

insertnamehere
 
00
23.1.2010, 00:06
Cool! Mach ma beim illegalen Waffenhandel am besten auch gleich!

Und dann beim Menschenhandel!

Manchmal funktionieren Verbote meiner Meinung nach DOCH.

Im übrigen hab ich persönlich ja nicht so den Eindruck, dass die bodenlosen Preise für Alkohol und Tabak sonderlich viel zur Prävention beitragen würden.

pez derflotte
21
22.1.2010, 11:20
unsinn

das würde vielleicht bei uns funktionieren, in mexiko ist es dafür längst zu spät. erst einmal muss man die drogenhändler schnappen, samt ihrem geld, ihren immobilien und ihren waffen. DANACH kann man mit prävention etc anfangen.

PS: warum glauben eigentlich immer alle, niedrige preise für drogen würden schlecht für die mafia sein? es geht um drogen, da gilt das gesetz von angebot und nachfrage nur dann, wenn es gut für die verkäufer ist (kennt man ja vom ölpreis, etc.).

im iran zb kostet heroin fast nichts. ergebnis: millionen süchtige arme teufel. je billiger, desto mehr süchtige, also kein verlust für die mafia.

NONE
01
22.1.2010, 16:01

Nein, das ist ein Blödsinn.

Die "Immobilien" kann man nicht wegnehmen da sind ein Teil des Korruptionsnetzes sind.

Wie stellen sie sich vor das man "DANACH" mit Prävention vorgehen sollte? Wissen Sie nicht wie Korruption funktioniert?

Der Poster zuvor hat vollkommen Recht.

8uddh48r0t
01
22.1.2010, 14:33

gut für die Mafia ist vorallem, dass Drogen illegal sind und sie somit das uneingeschränkte Monopol im Handel mit selbigen besitzen und natürlich sind hohe Preise besser für sie als niedrige

yomellamo
11
22.1.2010, 09:37

... das ist in Mexico aber schon lang einen grossen schritt weiter.

Hier geht es nicht mehr um "die menschen die nichts verlieren koennen", sondern hier gehts um ein paar die sehr viel zu verlieren haben. Naemlich alle Drogenbosse und deren Kumpanen. Die haben ziemlich viel zu verlieren und sind zu allem bereit es zu verteidigen und so gut wie moeglich auszubauen und abzusichern.

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