Arbeitnehmersprecherin Schatz: "ÖVP macht sich über Probleme der Generation Praktikum lustig"
Wien - Anlässlich des heutigen Finales der
ÖVP-Superpraktikanten-Show haben die Grünen ein Ende der "Ausbeutung"
von Praktikanten gefordert. Arbeitnehmersprecherin Birgit Schatz
legte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag entsprechende
Vorschläge vor und forderte die Regierung auf, endlich in diesem
Bereich tätig zu werden. "Die ÖVP macht sich über die Probleme der
Generation Praktikum lustig" anstatt sie zu lösen, kritisierte
Schatz.
Statistische Erhebungen über die Zahl der "Praktikanten" gebe es
nicht, die Erfahrung zeige aber, dass sie "in den Himmel wächst" und
mittlerweile ein eigener "Praktikantenarbeitsmarkt" entstanden sei,
so Schatz. Laut einer Umfrage der Plattform "Generation Praktikum"
absolvieren die Hälfte der Befragten nach ihrer Ausbildung im Schnitt
sogar 2,7 Praktika. Ein Drittel dieser "Arbeitsverhältnisse" war
unbezahlt, 40 Prozent verdienten zwischen 100 und 700 Euro, nur ein
Viertel mehr als 700 Euro.
Praktikumsgesetz gefordert
Die Gründe für die steigende Zahl an Praktikanten seien die
Pflichtpraktika an Hochschulen, die schwierige Arbeitsmarktlage und
die Zunahme der missbräuchlichen Nutzung und Zweckentfremdung von
Praktika durch Arbeitgeber. Dem stünde zudem eine mangelnde und nicht
mehr zeitgemäße gesetzliche Regulierung gegenüber, so Schatz.
Die Grünen fordern daher ein Praktikumsgesetz, das vorgeschriebene
Praktika rechtlich klar regelt, was Arbeitszeit, Mindestentgelt,
Arbeitsvertrag, Bildungsziele und der gleichen betrifft.
Ausbildungsinstitutionen, die Pflichtpraktika vorschreiben, sollen
zudem in die Pflicht genommen werden und sich auch darum kümmern,
dass die entsprechenden Rahmenbedingungen stimmen, etwas durch
Kooperationen mit Praktikumsanbietern und Datenbanken zur
Dokumentation der Qualität von absolvierten Praktika.
Stipendien für NGO-Bereich
Außerdem sollen die Kollektivverträge angepasst und eine
Verwendungsgruppe "Praktikanten" geschaffen sowie ein
Stipendiensystem für Ausbildungspraktika im NGO-Bereich eingeführt
werden. Schließlich fordern die Grünen mehr Unterstützung für
Jung-Akademiker durch das AMS, etwa mit speziellen Programmen. (APA)