Grüne wollen eigenes Gesetz für Praktika

21. Jänner 2010, 12:56
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    foto: derstandard.at/screenshot

    Heute Abend wird eine Jury entscheiden, wer den unbezahlten Praktikantenjob bei Vizekanzler Pröll machen darf.

Arbeitnehmersprecherin Schatz: "ÖVP macht sich über Probleme der Generation Praktikum lustig"

Wien - Anlässlich des heutigen Finales der ÖVP-Superpraktikanten-Show haben die Grünen ein Ende der "Ausbeutung" von Praktikanten gefordert. Arbeitnehmersprecherin Birgit Schatz legte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag entsprechende Vorschläge vor und forderte die Regierung auf, endlich in diesem Bereich tätig zu werden. "Die ÖVP macht sich über die Probleme der Generation Praktikum lustig" anstatt sie zu lösen, kritisierte Schatz.

Statistische Erhebungen über die Zahl der "Praktikanten" gebe es nicht, die Erfahrung zeige aber, dass sie "in den Himmel wächst" und mittlerweile ein eigener "Praktikantenarbeitsmarkt" entstanden sei, so Schatz. Laut einer Umfrage der Plattform "Generation Praktikum" absolvieren die Hälfte der Befragten nach ihrer Ausbildung im Schnitt sogar 2,7 Praktika. Ein Drittel dieser "Arbeitsverhältnisse" war unbezahlt, 40 Prozent verdienten zwischen 100 und 700 Euro, nur ein Viertel mehr als 700 Euro.

Praktikumsgesetz gefordert

Die Gründe für die steigende Zahl an Praktikanten seien die Pflichtpraktika an Hochschulen, die schwierige Arbeitsmarktlage und die Zunahme der missbräuchlichen Nutzung und Zweckentfremdung von Praktika durch Arbeitgeber. Dem stünde zudem eine mangelnde und nicht mehr zeitgemäße gesetzliche Regulierung gegenüber, so Schatz.

Die Grünen fordern daher ein Praktikumsgesetz, das vorgeschriebene Praktika rechtlich klar regelt, was Arbeitszeit, Mindestentgelt, Arbeitsvertrag, Bildungsziele und der gleichen betrifft. Ausbildungsinstitutionen, die Pflichtpraktika vorschreiben, sollen zudem in die Pflicht genommen werden und sich auch darum kümmern, dass die entsprechenden Rahmenbedingungen stimmen, etwas durch Kooperationen mit Praktikumsanbietern und Datenbanken zur Dokumentation der Qualität von absolvierten Praktika.

Stipendien für NGO-Bereich

Außerdem sollen die Kollektivverträge angepasst und eine Verwendungsgruppe "Praktikanten" geschaffen sowie ein Stipendiensystem für Ausbildungspraktika im NGO-Bereich eingeführt werden. Schließlich fordern die Grünen mehr Unterstützung für Jung-Akademiker durch das AMS, etwa mit speziellen Programmen. (APA)

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11 Postings
metalwoman
00
22.3.2010, 21:38
ein Beispiel...

Der Mindestlohn für Praktikanten in der Landwirtschaft ist 330 Euro pro Monat (meist + Kost und Logis). Ich kenne auch keinen, der mehr zahlt...
Ich habe 2007 14 Wochen gearbeitet (eigentlich 10-12 h am Tag, 6 Tage die Woche) und 1200€ verdient (inkl. Trinkgelder).
2008 verdiente ich in einer Firma der Privatwirtschaft das gleiche in 4 Wochen...

anton anton
20
22.1.2010, 11:18
alles vergesetzlichen

und dann wundern wenn niemand mehr praktikanten ausbildet

Veronika Lenz
01
23.1.2010, 18:13

rein rechtlich gibt es entweder Volariate oder normale Arbeitsverträge--das, was derzeit gang und gäbe ist --unbezahlte Praktikas ist schlicht und einfach gesetzeswidriges Handeln von einfach gestrickten Leuten, die entweder Mitleid mit jungen Leuten haben, die ein Praktikum für ihre Ausbildung benötigen oder pure Ausbeutung von denen, die es auf gratis Arbeitskräfte abgesehen haben
eines bleibt es jedenfalls--verantwortungslos

eze eze
 
00
23.1.2010, 12:29

Warum sollte bei uns nicht klappen, was in Deutschland klappt? Dort kommen die Betreffenden auch eher zu ihrem Recht.

good old europe
00
22.1.2010, 11:11
unnötig

die Anwendung bestehender Gesetze würde reichen. Es ist nur niemand da, der sie durchsetzt.

luke90
30
21.1.2010, 16:30

"40 Prozent verdienten zwischen 100 und 700 Euro"

stellt sich nur die frage wie lange sie praktiziert haben, 1 woche? oder doch 2 monate?

eze eze
 
01
23.1.2010, 12:30

Nicht selten 6 Monate.

jeannebaptiste
 
04
21.1.2010, 16:45

Für 3 Monate arbeiten wie ein normaler Mitarbeiter kaum mehr als 500 netto pro Monat. Und das auch nur wegen dem Kollektivvertrag, da gibts ne Menge Leute, die gar nichts oder nur Taschengeld bekommen.

Zinnmo
 
10
21.1.2010, 22:37

Was studiert man da bitte? Für 300 Euro arbeitet ein Technikstudent nicht mal eine Woche, und das ist dann ein schlechtbezahltes Praktikum.

Round'n'round it goes
02
22.1.2010, 09:50

Da studiert man so ziemlich alles, was grad nicht "in" ist: BWL, Jus, SoWi allgemein, Medizin, Informatik. Geisteswissenschafter (zumindest Sprach- und Literaturstudenten) werden meiner Erfahrung nach allerdings nicht so schlecht bezahlt. Dafür gibt es aber auch nur eine beschränkte Anzahl an Praktikumsplätzen für diese Leuten.

Einen BWL-Praktikanten stellt jeder mal gern ein zum Kopieren, Inventur machen oder auch als Ersatz für einen vollwertigen Mitarbeiter.

alex nowak
05
21.1.2010, 13:39
Zeit wirds!!!

aber wahrscheinlich auch nicht mehr als Schall und Rauch wie in Deutschland!!

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