Putsch in Honduras

Präsident Zelaya reist aus

21. Jänner 2010, 15:43

Gestürztes Staatsoberhaupt darf in die Dominikanische Republik

Santo Domingo/Tegucigalpa - Der im Juni gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya, der seit vier Monaten in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa festsitzt, darf in die Dominikanische Republik ausreisen. Das teilte der Präsident der Dominikanische Republik, Leonel Fernandez, am Mittwoch (Ortszeit) in der Hauptstadt Santo Domingo bei einem Besuch des gewählten honduranischen Präsidenten Porfirio Lobo mit. Zugleich kündigte er an, er werde Lobo als verfassungsmäßigen Präsidenten von Honduras anerkennen.

Zelaya ist einverstanden

Am 27. Jänner werde er zur Amtseinführung von Lobo nach Tegucigalpa reisen und mit Zelaya zurückkehren, fügte Fernandez hinzu. Lobo habe ihm zugesagt, er werde als eine der ersten Amtshandlungen Zelaya freies Geleit zusichern. Zelaya sei einverstanden, fügte Fernandez hinzu. Zelaya bezeichnete die Ankündigung freien Geleits in einer ersten Reaktion als "gute Geste" Lobos. Bisher besteht gegen Zelaya Haftbefehl wegen des Vorwurfs des Hochverrats und Amtsmissbrauchs, weil er versucht hatte, eine Volksbefragung über eine eventuelle Verfassungsreform anzusetzen.

Zelaya war am 28. Juni gestürzt und in einer Nacht- und Nebelaktion nach Costa Rica gebracht und dort in San Jose abgesetzt worden. Der Staatsstreich löste eine Staatskrise aus, die das ohnehin verarmte mittelamerikanische Land in einen zermürbenden Machtkampf riss. Zelaya kehrte im September heimlich nach Honduras zurück und sitzt seitdem in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa fest, wo ihm Zuflucht gewährt wurde. Von dort kämpfte er für seine Wiedereinsetzung als Präsident.

Ende Oktober wählten die Honduraner jedoch Lobo zum neuen Präsidenten. Der nach wie vor international nicht anerkannte Putsch-Präsident Roberto Micheletti will sein Amt bis zum 27. Jänner ausüben und sich dann ins Privatleben zurückziehen. (APA)

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11 Postings
NONE
08
21.1.2010, 12:41

Tja, 1:0 für die Putschisten.

Davon kann man lernen - erst einmal an der Macht, wird man diese Kerle nicht mehr los. Vor allem dann nicht wenn die USA Putschisten unterstützen.

Voz de Hugo
02
21.1.2010, 16:29
1:0

für den OPUS Dei, ein Land mehr unter Kontrolle

Der Neue Mensch
92
21.1.2010, 14:00

Nur zur Info: Nach dem Putsch gab es Wahlen zu denen Zelaya ob mit oder ohne Putsch nicht mehr antreten durfte. Also erkennt Zelaya nur die demokratische Realität an.

Gilgamesch
04
21.1.2010, 13:34

diese mangelnde unterstützung hat mich auch an obama zweifeln lassen. wäre er wirklich ein politiker neuen zuschnitts, hätte er den putsch durch wirtschaftliche maßnahmen (embargos) zum scheitern bringen können und müssen. er hats nicht getan ...

permobil
40
21.1.2010, 16:03

... überall wo sich die USA einmischen hagelt es Kritik. Wenn sie sich nicht einmischen ebenfalls.

christoph hofbaur
00
21.1.2010, 14:05

dafuer haben sich die europaeer besonders hervorgetan in der sache..

Gilgamesch
01
21.1.2010, 21:16

die europäer haben nicht so viel einfluß auf mittelamerika, das nicht umsonst hinterhof der usa genannt wird!

Gilgamesch
00
22.1.2010, 10:00

an den email-schreiber: bei kuba funktioniert das embargo ja auch, vom iran möchte ich gar nicht reden.
wäre der politische wille vorhanden, würde man auch ein embargo für honduras zustande bringen können. ob gewaltenteilung oder nicht.

christoph hofbaur
00
21.1.2010, 22:12

ok, ist richtig. ABER: hat der obama nicht schon genug sachen zu richten, in der weiten welt und bei ihm zuhause? wenn zb in copenhagen die chinesen blockieren, war das auch die schuld vom obama? ist er persoenlich fuer alles was irgendwo am planeten nicht rund laeuft verantwortlich?

schlussendlich ist das so wie mit einer to-do liste, da gibt's prioritaeten und verschiedene ansichten dazu..

Student der Magie
00
24.1.2010, 03:57
Obama hat mit seinen glorreichen Reden und Versprechen

viele Erwartungen in den Menschen geweckt. Daran ist wenigstens auch er schuld.
Er hat einen Wechsel in der Politik versprochen, dieser Wechsel ist aber nur rethorísch zu merken. An den Handlungen erkennt man eine Fortführung der Bush-Politik, was Süd und Mittelamerika betrifft, sogar radikaler, ja sogar was Staatsverschuldung und Kriegsbudget betrifft, so ist er radikaler als Bush, bei explodieren Arbeitslosenzahlen, immer noch keinen Schranken in der Finanzwelt, sogar Fed Leute in der Regierung, Folter, Ausdehnung der Kriege,...

die Wort täuschen nicht mehr darüber hinweg, dass die desaströse Bushpolitik seine Fortsetzung findet;(

Satthaber
00
21.1.2010, 10:54
Wieso?

was ist da los? wer hat den nutzen?

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