Säugetiere kamen auf natürlichen Flößen nach Madagaskar
20. Jänner 2010, 21:21
Wissenschafter weisen Veränderung der Meeresströmungen nach
Paris - Die einzigartigen Säugetierarten auf Madagaskar haben die
Insel im Indischen Ozean neuen Studienergebnissen zufolge vermutlich auf
natürlichen Flößen erreicht. Lemuren und andere nur auf Madagaskar lebende Tiere
könnten durch Meeresströmungen vom afrikanischen Festland auf die Insel
getrieben worden sein, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der
Wissenschafter Matthew Huber von der Purdue Universität im US-Staat Indiana und
Jason Ali von der Universität in Hongkong hervorgeht.
Die ersten Lemuren (früher "Halbaffen") tauchten vor 60 bis 50 Millionen
Jahren auf Madagaskar auf, die Tenreks, kleine Verwandte des Igels, gibt es dort
seit 42 bis 25 Millionen Jahren. Später kamen erste Fleischfresser und Nagetiere
hinzu. Die These, dass die Tiere zum Beispiel auf Treibholz über das Meer vom
430 Kilometer entfernten afrikanischen Festland nach Madagaskar gelangten, ist
bereits rund 70 Jahre alt. Es gab jedoch immer wieder Zweifel, weil es die
Meeresströmungen um Madagaskar eigentlich unmöglich machen, die Insel schwimmend
so zu erreichen.
Andere Wissenschafter vermuteten deshalb, dass die Tiere die Insel über eine
mittlerweile verschwundene Landbrücke erreichten. Gegen diese Theorie spricht,
dass letztlich nur einige wenige Tierarten nach Madagaskar kamen.
Huber und Ali wiesen nun anhand von Computersimulationen nach, dass die
Meeresströmungen zwischen Afrika und Madagaskar heute ganz anders verlaufen als
früher. Ihren Berechnungen zufolge gab es zwischen dem Festland und der Insel in
der Vergangenheit auch Strömungen nach Osten, die zur Insel hinführten. Außerdem
hätten sich die beiden Landmassen in den vergangenen 60 Millionen Jahren rund
1.600 Kilometer nach Norden bewegt, erklärten die Wissenschafter. Diese
Plattenverschiebung habe die Meeresströmungen vermutlich verändert. (APA)
Wahrlich enttaeuschend. Denke dass Fossas in echt viel cooler sind.
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