Warum Asiaten nur wenig Alkohol vertragen

20. Jänner 2010 17:50

Die Unverträglichkeit ist aufgrund einer früh entwickelten Reiskonservierungsmethode entstanden

Peking - Symptome wie Magenbeschwerden, errötetes Gesicht oder ein erhöhter Puls treten bei Europäern im Normalfall erst auf, wenn sie ziemlich viel Alkohol zu sich genommen haben. Viele Asiaten hingegen haben schon bei wesentlich geringerem Alkoholkonsum mit den unangenehmen Folgen zu kämpfen.

Was von vielen Asiaten womöglich als Nachteil betrachtet wird, dürfte ihren Vorfahren das Leben gerettet haben, wie die Forscher um Bing Su von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften im Fachblatt "BMC Evolutionary Biology" schreiben.

Die Forscher haben untersucht, ob und wie sich die Alkoholunverträglichkeit in den letzten Jahrtausenden im Erbgut der Asiaten niedergeschlagen hat und verfolgten die geografische und zeitliche Verbreitung zurück bis zu ihrem Ursprung, wofür die DNA von 2275 Menschen aus 38 asiatischen Volksgruppen analysiert wurde.

Die Genetiker kamen zum Schluss, dass die Alkoholintoleranz vor 7000 bis 10.000 Jahren entstanden ist - eben zu jener Zeit, da im südlichen China auch der Ackerbau, genauer der Reisanbau, entstand. Und genau darin liegt des Rätsels Lösung: Der Reis wurde damals nämlich mit Hefepilzen fermentiert, da der beim Gärprozess entstehende Alkohol eine konservierende Wirkung hat.

Intoleranz als Leberschutz

Das bedeutet nichts anderes, als dass die alten Chinesen mit ihrer Nahrung auch regelmäßig Alkohol zu sich nahmen. Da aber Alkohol zahlreiche Organe, allen voran die Leber, schädigt, dürfte sich eine Unverträglichkeit als eine Art Schutzmechanismus vorteilhaft ausgewirkt und damit auf Dauer auch in der Erbsubstanz niedergeschlagen haben.

Mit anderen Worten und in der Sprache der Evolutionsbiologie: Wer Alkohol nicht verträgt, nimmt weniger alkoholhaltige Nahrungsmittel zu sich, lebt dadurch länger und kann sich häufiger fortpflanzen, weshalb die Unverträglichkeit heute fest im Erbgut verankert ist. (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Printausgabe, 21. 1. 2010)

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russiaTV
30.01.2010 19:49
aus dem selben grund sind uns die asiaten intellektuell weit überlegen

weil sie nicht saufen.
der österreicher säuft sich schon in jungen jahren den verstand weg, anders kann man die zustände bei uns nicht erklären

der Zacharias
26.01.2010 18:30
Ich halte diese Hypothese für unsinnig.

1) Gerade WENN man mit Alkohol konfrontiert ist, ist eher eine Toleranz von Vorteil als eine Intoleranz.
2) Das Alter, in dem sich ein Leberschaden auf die Sterbewahrscheinlichkeit auswirkt, ist weit jenseits von dem Alter, in dem man sich fortpflanzt.
3) In Europa hat sich die Verwendung von Bier und Wein (die ursprünglich wesentlich saurer/herber und weniger alkoholhältig waren) in der Jungsteinzeit herausgebildet, als die Menschen sesshaft wurden und das - stehende - Brunnenwasser meistens zu stark kontaminiert war, geringe Mengen Alkohol und Säuren reduzieren die Keimzahl extrem, Wein und Bier waren daher gesündere Alltagsgetränke als Wasser.

Günther Hase
 
01.02.2010 16:30
Zustimmung

Die Hypothese ist absolut schwachsinnig. Wenn es keine trifftigen Gründe gehabt hätte den Reis zu fermentieren, hätten sie es wohl nicht gemacht.

Als nächstes wollen sie uns weismachen, dass die Lactoseintoleranz daher kommt, dass die Einwohner Asiens durch den Milch(produkt)konsum dermaßen fett geworden sind, dass nur noch diejenigen mit einer Intoleranz fähig waren sich zu reproduzieren ;-)

Johann van der Smut
23.01.2010 14:27
Warum ist es nicht einfacher Alkoholtoleranz auszubilden?

Darauf würde ich eine Antwort erwarten. Es gibt genug Vierbeiner die das draufhaben.

bösartigster Schlechtmensch
22.01.2010 11:05
Saufen isch geil.

russiaTV
30.01.2010 19:49
ja, bei den bewohnern südlich des alpenvorlandes gar der einzige lebenszweck

herois
24.01.2010 15:47

konn lei an tiroler saga

Nick Tameer
21.01.2010 21:53

Eigentlich seltsam, welch unterschiedliche Wege die Evolution geht. In Asien hat man vor einigen tausend Jahren eine Methode erfunden, um Reis zu konservieren, die zu einer Alkoholunverträglichkeit in weiten Teilen der Bevölkerung geführt hat. Vermutlich irgendwo im Mittelmeergebiet hat man ebenfalls in wohl prähistorischer Zeit eine sehr gute Methode zur Konservierung von Traubensaft gefunden, ohne dass dies zu ähnlichen Effekten geführt hätte.

Fritz Wunderlich
22.01.2010 20:22

wein wurde extrem verdünnt getrunken, da giftig, eher bier

Nick Tameer
23.01.2010 03:02

Die wirklich langfristige Konservierung jener häufig als "flüssiges Brot" bezeichneten Substanz ("Lager", im Gegensatz zu sog. "sauer Bier", dessen schlechte Vermarktungschancen sprichwörtlich geworden sind) ist historisch zu rezent, um bereits signifikante evolutionäre Auswirkungen zu zeigen.

Fritz Wunderlich
23.01.2010 13:33

gut, der begriff bier ist hier etwas extensiv angelegt, wird aber so gebraucht, wenn auch damals nicht so gebraut

Frohsinns dicke Katze
 
22.01.2010 15:27

moeglicherweise weil: reis = grundnahrungsmittel und wein = wohl eher luxusgut (vor allem damals).

Herb All
24.01.2010 01:52
soweit ich weiss..

hat man "damals" fast ausschließlich wein getrunken, weil wasser ein grosses seuchenrisiko darbot!?

Stonefred
27.01.2010 01:49

sie spielen auf die rolle des bieres im mittelalter an. damals hat man das wasser vorm brauen gekocht. welch wunder: die nitrate verschwanden!

Mathias
 
25.01.2010 22:06
Bier & Wein

Zwei recht gute Artikel und weiterführende Links lassen sich hier finden:

( http://de.wikipedia.org/wiki/Gesc... des_Bieres )

( http://de.wikipedia.org/wiki/Gesc... des_Weines )


Mit dieser Thematik gibt es schon einige tolle Berichte und Ausgaben im "Karfunkel" :-)

ChesneyB
22.01.2010 11:18

Der Unterschied läßt sich aber leicht erklären: der Reis ist Lebensmittel, der vergorene Traubensaft Genußmittel. Das heißt, daß man letzteren nicht regelmäßig genossen hat.

Jane Lane
 
22.01.2010 11:43
Is jetzt historisch so nicht ganz richtig:

vergorener Traubensaft war nicht immer ein "reines Genusmittel" in dem Sinne was wir heute darunter verstehen.

"Von Bauern bis zum Adeligen tranken alle Stände Wein in großen Mengen. Pro Person wurden am Tag ca. 1-2 Liter getrunken."

Den Jungs wurde schon im Kinderalter Wein zu trinken gegeben, damit sie nicht "schwächlich" werden.

Die Qualität& Beschaffenheit vom früher üblichen Hauswein und dem was wir heut beim Wein & co kaufen, war auch völlig anders.

Herb All
24.01.2010 01:54
hab nich weitergelesen!

und gesehn dass jane es ja schon ziemlich gut auf den punkt gebracht hat. ^^

Nick Tameer
22.01.2010 19:46

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ein Großteil des mittelalterlichen Weins in der Tat kein Genussmittel war. Mir sind aus deutschen Weinanbaugebieten spitznamenartige Bezeichnungen für Weine bekannt, die der Winzer - so die damit verbundene Vorstellung - gern dem Gesinde überließ (wie überhaupt traditionell folkloristische Weinwitze).

shadow on the wall
22.01.2010 09:15

Gut auf den Punkt gebracht! :-)

Zenon
21.01.2010 20:19
Forsetzung

Die andere Möglichkeit wäre, dass das Gen schon älter ist und vor langer Zeit die Menschen in Europa auch keinen Alkohol vertragen haben. In Europa sind sie ausgestorben, als erstmals Alkohol auf den Markt kam.

Aber dieser Version scheint das Paper ja widersprechen zu wollen.

Zenon
21.01.2010 20:12
Ist das ein Paper aus dem 19. Jahrhundert?

Wie entstand die Alkohol-Intoleranz? Durch ZUFÄLLIGE Mutation.

Warum in Asien? Durch ZUFALL!

Warum ist diese Mutation nicht ausgestorben, bzw. selten? Weil in der Zwischenzeit keinen signifikanten reproduktiven Nachteil dargestellt hat, auf Alkohol verzichten zu müssen. (Das gilt in Europa möglicherweise nicht: ohne Alkohol kein Sex, insb. ungeschützt.)

Ich gehe davon aus, dass die Autoren des Papers das wissen. Kann mich bitte jemand aufklären, was ich hier falsch verstanden habe?

rudolf schladming
21.01.2010 21:20

das sind spitzfindigkeiten. die fragestellung ist: "warum ist es so?" also warum war es ein selektionsvorteil? und das geht aus dem artikel hervor (leberschutz usw.). das die konkrete mutation die übergeblieben ist nicht durch irgendeinen theleologischen fingerschnipser entstanden ist, wird der autor wohl vorrausgesetzt haben.

wobei: vielleicht hat der intelligente designer einfach den asiaten ein bissl reinscheissen wollen und sie am feiern hindern... ;)

Zenon
22.01.2010 20:27

Der Artikel suggeriert einen Zusammenhang zwischen dem Beginn(!) des Reisanbaus und der Entstehung(!) eine Genvariante. Das Bedarf zumindest einer ausführlicheren Erklärung. So ein Zusammenhang kann nicht durch einen Selektionsvorteil durch die Genvariante (also nach deren Entstehung) erklärt werden.

Das ist keine Spitzfindigkeit. Was hat man nun tatsächlich festgestellt?

werner b.
22.01.2010 00:02

Ja und kleine Zumpferl hat er den Asiaten auch gleich gegeben. Echt gehässig vom intelligenten Designer ;-))

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