Toyota fährt voll auf Lithium ab

Martin Kölling, 20. Jänner 2010, 17:37

Um sich für den erhofften Ansturm auf Elektroautos zu rüsten, hat sich Toyota in Argentinien eine eigene Lithiumquelle gesichert

Um sich für den erhofften Ansturm auf Elektroautos zu rüsten, hat sich Toyota in Argentinien eine eigene Lithiumquelle gesichert. Den Grundstoff für Lithium-Ionen-Batterien liefert ein australisches Bergbauunternehmen.

***

Tokio - Als erstes japanisches Unternehmen hat sich der Autohersteller Toyota über sein Handelshaus Toyota Tsusho eine eigene Lithiumquelle in Argentinien gesichert. Damit will sich der weltgrößte Autobauer den wichtigsten Rohstoff für Lithium-Ionen-Akkus sichern, die unabdingbar für die neue Generation von Hybrid- und vor allem Elektroautos ist.

Ab 2012 soll ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen Toyota Tsusho mit dem australischen Bergbauunternehmen Orocobre am Salzsee Salar de Olaroz die Produktion von Lithium beginnen. Ziel ist, ab 2014 rund 15.000 Tonnen Lithium zu gewinnen, was den Bedarf für drei Millionen Hybridauto-Batterien decken würde. Mit finanzieller Hilfe des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti) plant Toyota Tsusho, dessen Hauptaktionär Toyota ist, 25 Prozent des mit 40 Millionen US-Dollar kapitalisierten Joint Ventures zu übernehmen.

Die Japaner treibt die Sorge vor einem Engpass in der Lithiumversorgung, wenn der Markt für Elektroautos stärker boomen sollte als erwartet. Zwar reichen die bekannten Lithiumreserven nach einer Analyse des Experten Keith Evans aus dem Jahr 2008 auf Jahrzehnte aus, die Nachfrage zu decken. Allerdings könnte es zu Lieferengpässen des Rohstoffs kommen, wenn die Produzenten die Lithiumproduktion nicht schnell genug erweitern sollten.

Als abschreckende Beispiel dient die Solarindustrie, die wegen des Booms in Europa jahrelang unter einer Knappheit von produktionfähigem Silizium litt, obwohl Silizium wortwörtlich wie Sand am Meer verfügbar ist. Gleiches könnte sich bei Lithium-Ionen-Akkus wiederholen, deren Markt nach einer Vorhersage des Marktforschungsunternehmens Fuji Keizai bis 2014 um das 90-fache auf 2250 Mrd. Yen (17,5 Mrd. Euro) wachsen soll.

Asiatische Konzerne bemühen sich seit Jahren, Lieferquellen zu sichern. Besonders aktiv sind - sehr zum Leidwesen der Japaner - Chinas Staatskonzerne, die global Rohstoffquellen erwerben. Bei seltenen Erden, die für viele grüne Techniken bisher unentbehrlich sind, ist es dem Land spektakulär gelungen, andere Anbieter durch Niedrigpreispolitik vom Weltmarkt zu fegen. Inzwischen kontrolliert China nach einigen Schätzungen bis 97 Prozent der Produktion dieser Metalle.

Um nicht durch Engpässe im Aufbau einer Massenproduktion behindert zu werden, haben Toyota und Erzrivale Nissan die Batterieherstellung als strategisches Geschäftsfeld definiert. Und: Sie produzieren Batterien in Eigenregie, anstatt sich darauf zu verlassen, dass die rasch wachsende Zahl von Akku-Herstellern rechtzeitig liefert.

Darüber hinaus haben neben Big Players wie Panasonic (Toyotas Verbündeter, der Sanyo im Boot hat) und Nec (Partner von Nissan) sowie kleinere Anbieter wie GS Yuasa (Mitsubishi Motors) auch die Elektronikriesen Toshiba, Hitachi und Sony Vorstöße ins Geschäft mit Auto-Akkus begonnen oder angekündigt. Die Robert Bosch GmbH hat mit Südkoreas Elektronikkonzern Samsung 2008 das Gemeinschaftsunternehmen SB LiMotive gegründet, das 2011 die Großserienproduktion aufnehmen soll. Erste Abnehmer sind BMW und nach jüngsten Informationen General Motors. (Martin Kölling, Tokio, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.01.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2
nodiesop
00
21.1.2010, 13:54
die sollten sich keine Lithiumquelle sichern

sondern sich an Standards bei den Batterien halten... dann brauchens auch keine "Quelle"

W. Müller
 
01
21.1.2010, 13:23
Ich erfinde ein E-Auto ohne Akku.

Es wird von einem Windgenerator angetrieben, der sich im Fahrtwind dreht.

;-)

aaronthebaron
01
21.1.2010, 12:17
Lithium ist das geringste Problem

bei Li-Batterien. Wieder mal ein Standard-Bericht auf Krone-Niveau..

Lappe ohne Rentier
00
21.1.2010, 09:53
Toyota fährt voll auf Lithium ab - ist Toyota manisch geworden?


Herzelichst
Ihr Lappe

crazzta zasta
00
21.1.2010, 09:22

ausgesprochen übrigens wie die Lithographie oder der Monolith, nicht wie in der Werbung, um mal kurz neunmalklug zu sein.

Oscar W
00
20.1.2010, 22:50
korrektur

VW ist der weltgrößter autobauer

Toyota ist der weltgrößter autobauer von der EIGENEN marke, sonst ist VW durch die übernahme von Porsche und die anteilnahme an suzuki ist VW größer als toyota

Blutarsky
00
21.1.2010, 08:32
Quelle?

Blutarsky
00
21.1.2010, 09:56
Alt und falsch...

Oscar W
00
21.1.2010, 10:51
beweise?

Blutarsky
00
21.1.2010, 12:04
Folgen demnächst in den Medien ;-)

wg 1980
00
21.1.2010, 18:44
da gings doch nicht um ein ganzes jahr oder?

E. Laserstrahl
20
20.1.2010, 20:49
Lithium der Stoff aus dem...

die Träume sind. "Zukunft Elektroauto" beschreibt die Lithium-Akku-Technik und wie das Elektroauto dadurch neue Impulse bekommt...

Prof. Bazon Brock
131
20.1.2010, 18:40
E-Auto Wahnsinn

Die Herstellungkosten dieser E-Autos und speziell Hybridautos und deren anschließende Entsorgungskosten sind wirklich sinnvoll eingesetzt ?

Eine Kreatur
10
21.1.2010, 08:00
"prof"? wenn, dann bestenfalls an irgendeiner humanistischen, geisteswissenschaftlichen einrichtung ..

denn von technik dürften sie recht wenig ahnung haben ..

zum thema hybridautos - die gehören eindeutig verboten, evtl. ausgenommen lkw und schwerfahrzeuge .. den müll redet uns die automobilindustrie ein, die mehr geld mit alten konzepten verdienen will ..

und ihre "herstellungskosten" .. da brauchen sie sich keine sorge machen, die ersten verbrennungsmotoren waren auch recht teuer ..

lustig, dass jetzt leute mit "herstellkosten" kommen und die TCO wieder mal ausblenden .. ihnen ist schon klar, dass die automobilindustrie (verbrennungsmotore) eigentlich über service, wartung und ersatzteile verdient? elektromotore sind dagegen viel wartungsärmer, vor allem weil sie wesentlich weniger bewegliche teile haben ..

elderstatesman
01
21.1.2010, 11:14
Elektomotore wären besser, keine Frage

das hat schon Ferdinand Porsche vor fast hundert Jahren gewußt, als er den Radnabenmotor erfand, der dann auch im 1.Weltkrieg bei Geschützlafetten Anwendung fand. Das Problem ist nicht der Motor, sondern der Akku. Inzwischen ist fast ein Jahrhundert vergangen und es ist noch immer nicht gelungen, einen für Fahzeugantriebe ausreichenden Akku zu entwickeln. Die Energiedichte ist auch bei LiIonen-Akkus viel zu gering. Auch die Entwicklung der Brennstoffzelle kommt nicht recht vom Fleck. Ich empfehle die Lektüre von http://de.wikipedia.org/wiki/Akkumulator.

Heavyweather
00
21.1.2010, 17:44

Der Verbrennungsmotor hat sich aber im selben Zeitraum mit Tausendfachen an R&D Budget auch nicht sehr weit entwickelt.

Die LiFePos von BYD schaffen schon 400km.
Andere Firmen arbeiten an supercaps die möglicherweise auch bald eingesetzt werde.
http://en.wikipedia.org/wiki/EEStor

Heavyweather
00
20.1.2010, 22:55

Die Batterien von BYD sind z.B. zu 100% recyclebar. Der Chef trinkt sogar die Batterieflüssigkeit.
http://bit.ly/jSiKE

ja...Elektroautos sind gscheiter als Verbrenner...

W. Müller
 
00
21.1.2010, 12:36
In der Stadt sicher Super !

- Wenn die Infrastruktur (Lademöglichkeit vorhanden).
- Wenn der Ladestrom nicht von 'schmutzigen' Kraftwerken kommt.

Wer von Salzburg nach Wien will, muß einige Stunden des Nachladens einplanen. Von Innsbruck geht sich's vielleicht knapp aus, der Bre3genzer benötigt mindestens zwei solcher 'Tank'stops.

Unbrauchbar.

ottoli
 
00
22.1.2010, 08:17

von wien nach salzbur fährt man mit dem zug.

W. Müller
 
00
22.1.2010, 10:18
In der Regel - JA.

Im Ausnahmefall (viel zu schleppen, ungünstiger Termin, ..) - nein.

Heavyweather
00
21.1.2010, 12:48
Warum 1h?

Wenn du mit der Kiste von Salzburg nach Wien fährst wirst du sie hoffentlich vorher voll geladen haben.
Dann kommst du schon mal 400km (sagen wir 300.)
Der Akku des E6 ist in 10min zu 50% geladen.
Nach der Pinkelpause setzt du dich in die Karre und fährst nocheinmal 150-200km und bist über Wien schon fast in Graz.
Der Bregenzer sollte bei über 5h Fahrt sowieso lieber 2x 10Min Pause machen ;)

W. Müller
 
00
21.1.2010, 13:45
10 Min. ?

Vielleicht unter Laborbedingungen (Kühlung) und ohne Rücksicht auf Ladeverluste und vor Allem Lebensdauer des Akku.

In der Praxis würden solchermaßen malträtierte Akkus wohl nur einen einstelligen Prozentsatz der sonst üblichen Ladezyklen überleben.

ad Reichweite :
In der Praxis sind derzeit mehr als 250km kaum zu erreichen.

Heavyweather
00
21.1.2010, 21:19
Wenn man sich nicht auskennt kann man sich auch informieren.

Welche Naturgesetze werden denn beim Laden gebrochen?
Klar kann ich einen LiFePo4 mit Ladeströmen um die 10C laden. Warum sollte da der Akku explodieren?
Altairnano schafft es auch seine Packs mit 10C in 5Minuten auf 50% der Kapazität zu laden. Du brauchst übrigens noch mehr Saft weil du die Verlustleistung nicht eingerechnet hast.

Wie weit soll dich denn ein Akku bringen? Auch wenn es nicht 2000 Zyklen sind...mir reichen eigentlich auch 500 Zyklen. Dann verkauf ich die Karre nach 200.000km und der Gebrauchtkäufer wird auch mit 150km Reichweite zufrieden sein. Wenn nicht wird er in ca. 10 Jahren schon was passendes neues zum einbauen bekommen.

W. Müller
 
00
22.1.2010, 09:01
"Wenn man sich nicht .." Richtig!

Ich empfehle :

http://www.bzu.ch/CMS4.ASPX?NID=723

http://www.bzu.ch/CMS4.ASPX?NID=720

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.