Eurobarometer

Österreicher verbinden EU mit Schlechtem

20. Jänner 2010, 19:35

Es sinkt zwar der EU-Frust - dennoch assoziieren die Österreicher viel Negatives mit der Union: Sie denken an "mehr Kriminalität" und "Geldverschwendung"

Wien - Die gute Nachricht lautet: 42 Prozent der Österreicher sehen die EU-Mitgliedschaft mittlerweile wieder als "eine gute Sache" an. Damit ist der Tiefpunkt der trüben Stimmung gegenüber der Union vom Frühjahr 2008 - damals sackte dieser Wert nach einer Kampagne der Kronen Zeitung gegen den Vertrag von Lissabon auf mickrige 36 Prozent ab - anscheinend überwunden.

"Es gibt nun eine stabile Tendenz, und der leichte Aufwärtstrend setzt sich erfreulicherweise fort", erklärte der Leiter der Kommissionsvertretung in Wien, Richard Kühnel, am Mittwoch im Haus der Europäischen Union.

Die weniger zufriedenstellende Analyse aus der jüngsten Eurobarometer-Umfrage, im Zuge derer über 1000 Personen von Ende Oktober bis Mitte November vom Institut Gallup abgefragt wurden, ergibt allerdings: Mit 42 Prozent Zustimmung zur EU liegt das Land zwar nicht mehr weit abgeschlagen hinter optimistischeren Mitgliedsstaaten, befindet sich aber immer noch im kritischen Mittelfeld, denn: Insgesamt halten 53 Prozent der EU-Bürger die Union für "eine gute Sache".

Dazu kommt, dass die Österreicher die EU mit einer Reihe Negativa assoziieren. Der Euro und die Mobilität finden sich mit 65 beziehungsweise 55 Prozent zwar an oberster Stelle, danach drängen sich aber gleich der Hälfte der Landsleute bereits Gedanken an "mehr Kriminalität" auf (der Europadurchschnitt liegt bei 16 Prozent). 44 Prozent denken an "Bürokratie", 43 Prozent an "Geldverschwendung" und 41 Prozent an "zu wenig Grenzkontrollen". Zum Vergleich: EU-weit beunruhigen nur 14 Prozent die Kontrollen an den Außengrenzen.

Das alte hehre Ziel der Gemeinschaft, die Wahrung des Friedens, assoziieren nicht einmal mehr ein Drittel der Österreicher (32 Prozent) mit der EU. "Mitsprache in der Welt" und "Demokratie" landeten auf den hintersten Plätzen.

Bezeichnend auch, was die Befragten als "zukünftige Aufgaben der EU" definieren: 41 Prozent nannten den "Kampf gegen die Kriminalität" als oberste Priorität, nur 39 Prozent möchte, dass die Union "Wirtschaftsfragen" angeht.

"Föderale Mentalität"

Außerdem förderten einige Fragen der Umfrage die "föderale Mentalität" der Österreicher (Kühnel) zutage: So haben immer noch 69 Prozent vor allem Vertrauen in die regionalen und öffentlichen Behörden und 67 Prozent in die heimische Justiz und das nationale Rechtssystem sowie 55 Prozent in das nationale Parlament. Auf die Europäische Union vertrauen hingegen bloß 47 Prozent. Auch lehne die Bevölkerung weiterhin die Erweiterung ab, erklärte Kühnel, und sei sehr globalisierungskritisch. Harald Pitters wiederum, Mitautor der Studie, führt die "Erweiterungsmüdigkeit" auf die Diskussionen um einen möglichen Beitritt der Türkei zurück.

Immerhin: Zum Euro als Gemeinschaftswährung stehen 71 Prozent der Befragten und damit mehr als der Europadurchschnitt (60 Prozent). Dazu glauben 55 Prozent, dass der Euro in der Wirtschaftskrise besser stützt, als es der Schilling vermocht hätte. Zu dieser Einstellung passt auch, welcher europäischen Institution die Österreicher am meisten vertrauen: 58 Prozent nannten da die Zentralbank. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 21.1.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 612
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
zimbo
 
00
23.2.2010, 11:48
Wer sollte so einer Umfrage glauben.

derpradler
11
23.1.2010, 10:49
Die EU

ist eine Wirtschaftsgemeinschaft gemanagt von den Banken, Militärs und Konzernen. Was Schlimmeres als die EU hätte uns nicht passieren können!

zimbo
 
00
23.2.2010, 11:49
Ein Pyramidenspiel der USA.

Die Verelendung der Menschen auch schon ziemlich weit fortgeschritten.

Schlitzohr
00
21.1.2010, 17:11
Taugt ma wias eich auf die „krumman Gurken“ hauts. I merk ma de EU-Bleedheiten ja net alle, de uns da mit scheena Regelmäßigkeit auftischt wean. Is owa goa net notwendig, wäu dounn kummt ma eh ES (…).

Owa jetzt amoi im Volksidiom an die kritisch-genialen IQ-Poster dieses Forums. Ihr seids sowas von wehleidig, wenn ma nur mit an sachten Widerstandsposting den Brüsseler Wichtigmocha-Verein (alle Jahre eine kuriose Steigerung der Tollhaus-Verwaltungskosten) amoi die Leviten liest. Tricks, Mauscheleien und unlautere Vorteilsnahmen, sind bei denen dort an der Tagesordnung. Die involvierte Intelligenzija: „Ja, kaan Bahöö!“ Stumm, wider besserem Wissen, is, selbst für uns einfache!!! Menschen, vorsätzliche Bös-artigkeit (Malignität). Der Veitstanz um den randvollen Futtertrog ist ungesetzliche Vorteilsnahme AUF kOSTEN ALLER. WEGSCHAUN; JO NET HINSCHAUN; BEIM FENSTA AUSSISCHAUN! Des san unsare staatstragenden Obergscheitln? Rachiterln sans…

auchnixzusagen
03
21.1.2010, 17:53

Interessante Argumentation: Den anderen Postern Wehleidigkeit vorwerfen und dann ein wehleidiges Posting schreiben.

"Tricks, Mauscheleien und unlautere Vorteilsnahmen sind bei denen dort an der Tagesordnung":
a) Wo nicht?
b) Ihnen ist es sicher lieber, wenn das nur die heimischen Politiker machen? Wenn schon Hunde, dann die meinen.

Schlitzohr
00
21.1.2010, 19:24
Auch Sie haben recht!!! Bitte vielleicht tu ich jemandem Unrecht-ich entschuldige mich dafür

Wolfgang Lederbauer1
01
21.1.2010, 13:04
"Mitsprache in der Welt" und "Demokratie" auf den hintersten Plätzen.

Viele kritische Bemerkungen zur EU mögen durchaus berechtigt sein. Man sollte aber nicht Problemstellungen übersehen, die offensichtlich nur durch die EU zu lösen sind. Dazu gehören zweifellos die "Menschenrechte", genauer gesagt die " Durchsetzung von Menschenrechten".

Kommt es zu Verstössen gegen Menschenrechte kann ein Beschwerdeführer den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) oder den UN Menschenrechtsausschuss ( UN MRA) anrufen: Die Probleme: Ein Urteil des EGMR ändert nichts am innerstaatlichen Urteil (ausser in Strafsachen), die Entscheidungen des UN MRA werden in Österreich nicht anerkannt. Diese Probleme könnten auf der EU Ebene behandelt werden.
http://so-for-humanity.com2000.at SFH-0982, SFH-0983, SFH-1115

Poldi Fesch
00
21.1.2010, 18:29
nicht einmal in

Strafsachen

Baer8
02
21.1.2010, 12:29
58 % vertrauen der Zentralbank...

Ich denke eher, daß 99,99 % (einschließlich mir) keine Ahnung davon haben was die Zentralbank macht.

Der Ursprung
00
22.1.2010, 10:03
Was die Zentralbank ist und macht - dies sollte in die Pisa-Studie

aufgenommen werden, damit sich auch die Allgemeinbildung in Ö hebt.

Fonoti
36
21.1.2010, 12:22
Wenn man weiss dass die Hälfte der Österreicher

Boulevardblätter "liest" und sich damit täglich Hetzparolen reinzieht, eigentlich ein sehr gutes Umfrageergebnis

zimbo
 
00
23.2.2010, 11:50
Glaubt ja auch keiner.

Der Ursprung
00
22.1.2010, 10:04
heute ist heute

und wird auch gern gelesen.

bösartigster Schlechtmensch
11
21.1.2010, 13:24

Welche Boulevardmedien meinen Sie?
Das linke News?

Kriti Kaster
01
22.1.2010, 15:48
Dieses Magazin

ist nicht links oder rechts, sondern unten.

diamant
00
22.1.2010, 12:13
Na die 'Neue Post' natuerlich!

Geeeh biiittte!

bösartigster Schlechtmensch
00
22.1.2010, 12:56

Ist die links oder rechts?

skip it
11
21.1.2010, 15:59
net amal des wissen s'?...

...arm, eigentlich.

sie sind ein guter oesterreicher.

Alex Meinunger
 
00
21.1.2010, 11:23

Es is halt nicht mehr sehr aussagekräftig seit dem der Pitters das nimmer macht. Der hatte seine Hand ja noch wirklich am EU-Puls der Leute...

Sophist1
11
21.1.2010, 11:22
Das ist unsere Mentalität, unser Fehlverhalten nicht zu sehen und...

...andere als Schuldige auszumachen. Der Grund ist unsere Affinität zu Lebenslügen.

bösartigster Schlechtmensch
01
21.1.2010, 11:06

Und wieso bitte steht am Ende des Berichts:
Wetter in der Türkei.
Was hat das zu bedeuten?

Gerald H
00
21.1.2010, 13:08
Fass dich wieder ...

... steht eh schon "Lissabon"!

psst der Führer kommt
04
21.1.2010, 11:03
ein beispiel

kaum wem ist folgende wissenschaftliche zeitung bekannt welche dem PM magazin und ähnlichem
um nichts nachhinkt.

nur von der EU ist sie und gratis kommt sie ins Haus:
http://ec.europa.eu/research/... ex_de.html

natürlich fangen unsere mitbürger von RECHTS damit nichts an, ihren kindern sollten auch diese art mensch die zukunft nicht verbauen.

natürlich kann man jetzt sagen, was - eine zeitschrift---

steht im betr: ein beispiel

awien
01
21.1.2010, 12:23
Wäre ja was für Schulen!

Danke für den Link.

bundesstraße127
01
21.1.2010, 11:56

Super - danke für Info und Link, habe ich mir gleich bestellt :-).

lg

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 612
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.