Nachlese

Stadt Rom siedelt Roma um

20. Jänner 2010, 12:57

Neue Siedlung kann nur mit Identitätskarte betreten werden - Alte Siedlung mit Baggern zerstört

Rom  - Italiens größtes und ältestes Roma-Behelfslager, in dem circa 650 Menschen leben, in Rom wird abgerissen. Am Dienstag wurden die ersten Baracken von Baggern zerstört. 50 Personen, vor allem Bosnier, Serben und Mazedonier, mussten die Behelfsunterkünfte verlassen und wurden in eine neue von der Gemeinde errichtete Siedlung gebracht. Andere Roma sollen in den nächsten Tagen folgen. 

"Die Schande löschen"

Die seit 40 Jahren bestehende Siedlung wird komplett abgerissen. "Unser Ziel ist, bis Ende dieses Jahres alle illegalen Roma-Siedlungen in Rom abzureißen. Alle Roma sollen eine Wohnung haben. Wir wollen ihnen eine konkrete Möglichkeit geben, eine Arbeit zu finden und sich zu integrieren. Wir wollen die Schande der Behelfssiedlungen ohne Wasser, Strom und voller Müll löschen", erklärte Bürgermeister Gianni Alemanno von Berlusconis Partei "Popolo delle Libertà".

Die Bewohner der neuen Siedlungen erhalten Identitätskarten, ohne die sie keinen Zutrittsberechtigung zur Siedlung haben. Roma ohne Aufenthaltsgenehmigung erhalten keinen Zugang. Eltern sind gezwungen, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Wer die Regeln verletzt, kann das Fürsorgerecht für die Kinder verlieren und aus der Siedlung entfernt werden.

2008 wurde in ganz Italien eine umstrittene Zählung der Roma durchgeführt. Die meisten von ihnen leben in Rom. (APA)

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    Posting 1 bis 25 von 86
    1 2 3
    philo_sophia
     
    00
    mangelnde Anpassungsfähigkeit/-willigkeit

    ... ich frage mich, worauf die Ursachen dieser mangelnden Anpassungsfähigkeit der Romas (von den Kindern spreche ich nicht) zurückzuführen ist?

    Hat es damit zu tun, dass es sich um ein gesellschaftliches Phänomen handelt, dass bei Großgruppen der Segregationswille größer ist als bei kleineren Gruppen?

    Die Romas waren immer schon ortunabhängig und wollen diese Unabhängigkeit nicht aufgeben, auch um den Preis sich nirgends zur Sesshaftigkeit zu bekennen (die prekären Unterkünfte - Notsiedlungen zeigen ja auch auf, dass es sich um keinen dauerhaften Zustand von vornherein handeln soll - sie wollen die Option auf Wanderschaft nicht aufgeben) und ihre Kinder von "Staatserziehung" fernzuhalten. Angst vor Identitätsverlust, Kulturverlust?

    Sternchen100
    00
    20.8.2010, 12:18

    Klingt doch vernünftig.

    . Diogenes
    00
    26.1.2010, 16:37
    Schlampig gelesen

    Ich habe gelesen "Stadt Rom siedelt Römer um"
    DAS wäre eine Herausforderung gewesen...

    Die dritte Seite der Medaille
    30
    26.1.2010, 11:31

    Das ist natürlich eine schwierige Sache. Einerseits ist es gut, dass die Menschen und sanitäre Anlagen, Wasser, Strom und so haben.. Vor allen für die Kinder, die dank Schulversuch lernen, in dem Land, in dem sie leben, auch wirklich so leben können, wie sie es wollen, und nicht "bloß" so, wie es schon ihre Eltern getan haben.
    Bildung und Integration ermöglicht Wahlfreiheit, und das ist zu begrüßen.

    Andererseits ist es natürlich schlimm, wenn Menschen einfach so, weils die Leute als "hässlich" empfinden, ihr Häuser abzureissen, sie zwangsumzusiedeln- und, was ich persönlich am Schlimmsten finde- in den neuen Wohnungen quasi wie Gefangene registrieren lassen. Das ist schon ein ganz offensichtliches Ghetto, so mit Mauern drum und so...

    Sternchen100
    00
    20.8.2010, 12:25

    Manchmal muss man Sandler und Streuner "teilentmündigen", um einen sich seit Ewigkeiten fortsetzenden Kreislauf aus Armut - Bildungslosigkeit - sozialer Verwahrlosung zu durchbrechen. Ohne Umstellung ist den Leuten nicht zu helfen, und viele WOLLEN sich nicht umstellen, sie sind völlig uneinsichtig.

    Nun, wenn sie als Erwachsene nur ihr eigenes Leben ruinieren - aber warum soll jede Generation auch die Zukunft der Kinder mit ihrer eigenen Sturheit ruinieren?

    Bei uns leben schon lange angepasste integrierte und arbeitende Roma und Sinti, und der erste Schritt dazu war BILDUNG und ERZIEHUNG. Nur so kommt man aus der Armut raus.

    super cat
    02
    31.1.2010, 22:49

    Anders kann man das wahrscheinlich nicht lösen.
    Die bisherigen Unterkünfte waren ohne Wasser, ohne Strom, vermüllt.
    In den Wohnungen sind sie registriert (bei uns gibt es auch eine Meldepflicht).
    Durch die Meldepflicht ist die Schulpflicht der Kinder auch kontrollierbar.
    Den Menschen gibt man eine Chance auf ein besseres Leben. In Eigenregie kommt kaum jemand aus dem Elend raus.

    liebenfels
    11

    wie lange es wohl dauert bis diese Leute sogar die schönste Cottagevilla vermüllen und devastieren würden?

    belgma
     
    00
    29.1.2010, 15:48

    das ist der unterschied zwischen chancengleichheit und zwangsbeglückung.

    Die dritte Seite der Medaille
    03
    31.1.2010, 23:00

    Aber werden nicht auch die Kinder durch ihre Eltern gezwungen, nie die Fähigkeiten zu bekommen, von alleine aus dem Slum rauszukkommen?

    Jürgen Rembremerding
    01
    22.1.2010, 11:55
    Erst Roma, dann Lazio!

    Der Freund Deiner Frau
    20
    22.1.2010, 09:47
    Were there's a music

    shall be comin out of every car.
    There is a silence all over downtown.
    Where community celebrates shall be aroused,
    I walk these sterile gardens where life is on pause.

    No can do this
    no can do that
    what the hell can you do my friend
    in this place that you call your town?

    (GOGOL BORDELLO)

    Seria
    317
    21.1.2010, 11:57

    wer die Vorteile einer westl gesellschaft nutzen will soll sich integrieren, wer das nicht will..?

    belgma
     
    51
    29.1.2010, 15:54

    die roma sind seit dem 14. jahrhundert in mitteleuropa beheimatet und somit teil der westlichen gesellschaft!

    westliche gesellschaft heißt nicht nur das, was SIE darunter verstehen, sondern besteht aus den unterschiedlichsten ethnien!

    ganz abgesehen davon, dass die roma überhaupt nicht gefragt wurden, ob sie die "vorteile" der westlichen gesellschaft - wie immer sie diese definieren wollen - überhaupt genießen wollen. hier geht's um zwangsumsiedelungen ohne entscheidungsfreiheit für eine bevölkerungsgruppe, die seit jahrhunderten verfolgt wird und über die genau so viele schauermärchen verbreitet werden wie über die jüdische weltverschwörung!

    franz tabei
    51
    26.1.2010, 22:40
    westliche gesellschaft...

    ...ist wohl das ergebnis von röm reich, kreuzzügen, bauernkriegen, hexenverbrennung, inquisition, kollonialismus, bis hin zu konzentrationslager.
    prächtig gelungene umerziehung, so wie es ausschaut.
    denn erst heute werden die letzten reste von selbstbestimmung ausgemerzt. nicht mal die schäbigen hütten gönnt man den menschen von Helsinki über Kopenhagen bis Rom. in Indien, oder anderswo gehts übrigens auch so zu...

    Mathias
     
    00
    28.1.2010, 13:56
    in Indien, oder anderswo gehts übrigens auch so zu...

    Das erinnert schon an die "gesellschaftlichen Zustände" rund um den Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Antisemitismus hat damals wieder so richtig begonnen. Heute sind es nun andere "Minderheiten".

    franz tabei
    00
    30.1.2010, 02:04
    ausländer und arbeitslose

    die nazis haben von ausländern und arbeitslosen geredet und das waren damals eben oft juden, die aus dem osten geflüchtet waren und keine arbeit in Wien fanden.
    http://www.youtube.com/watch?v=kRCt0vkDKfY

    es findet ein krieg gegen die menschen statt. leider finden sich genug entfremdete menschen, die bereit sind diesen im namen des systems zu führen. aber sie täuschen sich: am ende werden ALLE opfer sein, weil ALLE sind und bleiben menschen!

    schnarchikowsky
    72
    21.1.2010, 16:12
    für mich ist lesen schwer. da stand doch tatsächlich:

    wer die Vorurteile einer westl gesellschaft nutzen will soll sich integrieren, wer das nicht will..?

    der innere neugebauer
    00
    21.1.2010, 10:49

    hoffentlich benennt sich die stadt auch um.

    Nope
    02
    21.1.2010, 07:46

    auch wenn das natürlich eine traurige Sache ist, aber die Überschrift: "Rom siedelt Roma um" hätt ich schon gern gelesen :-)

    Señor Mascarenas
    329
    21.1.2010, 02:59
    Netter Versuch.

    Ich weiss wie es in der Siedlung in 2-3 Jahren aussehen wird.

    Sternchen100
    00
    20.8.2010, 12:32

    Aber die meisten Kinder werden es besser haben.

    liebenfels
    00

    Sie meinen zwei, drei Monate

    der ohne grossbuchstaben auskommt
    31
    21.1.2010, 08:39

    erzähl, bitte!!!!

    Kontrahent1
    012
    21.1.2010, 13:19
    Wie in Südafrika,

    wenn in einem Township ein Viertel mit brandneuen Häusern eröffnet wurde.- Wenige Jahre später wussten Sie nicht mehr, wo das 'neue' Viertel anfing und wo es aufhörte. NUr der Teil von Sowetho, wo Winnie Mandela und Desmond Tutu wohnten war gepflegt, chic und von amerikanischen wohlhabenden Vierteln nicht zu unterscheiden.

    franz tabei
    315
    21.1.2010, 02:17
    europäische erfolgsstory?

    geschichte scheint überhaupt eine schwachstelle zu sein. die ältesten vormenschen sind 3-4 mio jahre alt. diese lange zeit hat es keine schulen gegeben. kinder waren bei ihrer mutter, die natur im gleichgewicht. ein paar jahre europäischer unkultur haben sich mit dem kolonialismus über die welt verbreitet und diese an den rand des abgrundes gebracht.
    wenn man in der sackgasse steckt, bitte nicht mit dem kopf gegen die wand rennen! UMKEHR ist gefragt. die Roma sind da, weil IHR von IHNEN was lernen könnt. die baracken mögen nicht ideal sein, aber sie sind 100x besser als die zumutungen eurer kasernierung in schulen, gemeindebauten und arbeitsplätzen. ps: ich kenn kein (nicht Roma) kind, das gern in die schule geht, aber das merkt ja keineR-

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    Posting 1 bis 25 von 86
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