Audimax

Studenten wollen "den Herrschenden die Bologna-Feier versauen"

20. Jänner 2010 11:39
  • Artikelbild
    Foto: apa/neubauer

    Die Proteste gegen die Herrschenden sollen sie wiederholen. Studenten planen Aufstand im März.

Streik, Blockaden und Gegengipfel - 50 Personen mit Vorbereitung beschäftigt

Wien - Die Studentenprotestbewegung, die wochenlang Hörsäle an mehreren Universitäten besetzt hatte, plant für März ein Comeback: Anlässlich der Jubiläumskonferenz zum Abschluss des Bologna-Prozesses in Wien sind Streikaktionen, Blockaden und ein Gegengipfel angedacht. "Wir wollen den Herrschenden die Bologna-Feier versauen. Auf welche Art ist aber noch unklar", so einer der rund 50 mit den Planungsarbeiten beschäftigten Studenten am Dienstagabend bei einem "Streiktreffen" am Uni-Campus im Alten AKH (Wien-Alsergrund).

Derzeit werde noch diskutiert, auf welchen Aktionen der Schwerpunkt liegen soll. "Eine Demo wird es aber auf jeden Fall geben", zeigte sich einer der Mitorganisatoren trotz der nur noch kleinen Zahl aktiv an den Protesten Beteiligter optimistisch. Bei Institutsversammlungen am Montagabend zur Vorbereitung des "Streiktreffens" hätten immerhin etwa 250 Personen teilgenommen. Und von seinen Kommilitonen an der Uni Wien und der Technischen Uni (TU) Wien bekomme er ebenfalls sehr positive Reaktionen auf sein Engagement.

Dass die "Bewegung" derzeit nur wenige Mitstreiter findet, führt der Mitorganisator u.a. auf die Prüfungszeit zurück. Er selbst habe das Glück, dass seine Eltern seine Entscheidung unterstützen, zugunsten der Proteste ein "Freisemester" einzulegen. Andere Studenten müssten aber ausreichend Semesterstunden nachweisen, um nicht ihr Stipendium oder Beihilfen zu verlieren. Für die Aktionen zur Bologna-Feier rechnet er allerdings wieder mit reger Beteiligung anderer Studenten. Immerhin seien die Missstände, die zu den Hörsaal-Besetzungen geführt hätten, "nach wie vor da. Wieso sollten die Leute also nicht demonstrieren?"

Die Jubiläumskonferenz zum zehnjährigen Bestehen des Bologna-Prozesses, die gleichzeitig den Abschluss der ersten Phase zur Schaffung eines europäischen Hochschulraumes markiert, wird gemeinsam von Österreich und Ungarn ausgerichtet. Am 11. März werden die Wissenschaftsminister aus den 46 am Bologna-Prozess beteiligten Staaten im Parlament in Budapest tagen, am 12. März in der Wiener Hofburg. Im Mittelpunkt der Tagung soll die Diskussion einer Studie zum Bologna-Prozess stehen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
Hagen Arnheim
25.01.2010 20:44
Bätschelar abschaffen!!!

Bologna-Prozess aussetzen!

Katrinchen
22.01.2010 06:56
Altmodisch

Ich merke, wie ich älter und damit auch altmodisch werde. Ich bin frustriert angesichts des Slogans, man wolle, die Bologna-Feier "versauen". Ebenso wie die bei Lichte betrachtet reichlich menschenverachtende Aufforderung, der Hahn gehörte "gerupft" (Namen zu verballhornen ist übrigens ein antisemitischer Klassiker), zeugt die Aufforderung zum "Versauen" schlicht von schlechten Manieren. Ist den selbsterklärt anders Denkenden, die sich der freien Bildung verschrieben haben, wirklich nichts anderes eingefallenen? *Kopfschüttel*

Ain't got no how watchamacallit
24.01.2010 18:52

üblicherweise dauerts ein bissal länger bis in foren der nazivergleich kommt, aber du beginnst schon damit, ned schlecht! studierende und sogenannter uni-mittelbau haben KEIN mitspracherecht, auf welcher ebene auch immer… vielleicht ein paar sitzungen in denen pro forma auch ein paar "vertreter" rumhocken dürfen… die initiatoren des bologna prozesses haben die unis des humboldtschen bildungsideals verraten und an die industrie verkauft, mangels rückgrat und wahrscheinlich haben sie nichtmal eine ahnung was sie da getan haben… aber keine sorge, die österreichischen studenten werden wohl auch beim versauen brav bleiben… keine randale, kein feuer, keine rektor-geiselnahmen, uns geht´s ja gut so wie´s ist!

Katrinchen
24.01.2010 20:57
das war kein "nazivergleich"

ich habe ausschließlich darauf hingewiesen, dass das herabwürdigende bis demütigende spiel mit den namen ein antisemitischer klassiker ist. vor einigen jahren hat man sich zurecht darüber aufgeregt, was haider mit ariel muzikants vornamen aufgeführt hat.

Ain't got no how watchamacallit
24.01.2010 21:32

na tschuldigung, was ist man als namensverballhorner wenn namen zu verballhornen ein antisemitischer klassiker ist? der hahn gehört gerupft ist ausserdem was anderes als ariel der dreck am stecken hat… der haider war ja in diesem fall kein protestierender betroffener sondern ein provokateur und aggressor, ausserdem ein politiker, ich weiss schon, in ö heisst das zwar nichts, nichtmal der schüssel hat manieren (der da, das ist eine richtige s**), aber dann ist das doch irgendwie was anderes als eine plakative (get it? steht auf plakaten!) catchphrase bei einer demo! das hält der hahn schon aus, politiker haben nämlich einen charakter wie eine s**, der hat schon schlimmeres ertragen müssen! jetzt verdient er 14.000 pro monat und freut sich!

Kuehlschrank .
 
22.01.2010 22:38

Dann leg dich hin zum Sterben.

Katrinchen
23.01.2010 13:56
Das ist billige Polemik

Damit können Sie jemand wie mich nicht überzeugen. Aber das ist sicher auch nicht Ihre Absicht.

Kuehlschrank .
 
24.01.2010 09:31

Lieb sein, den Dialog suchen, nicht aufmucken.

Andre Mainung
24.01.2010 11:02

Dialog suchen? wie soll denn das gehen, wenn man gerade vorher aufgefordert wurde sich zum sterben hin zu legen? :-)

Kuehlschrank .
 
24.01.2010 21:21

Sachlich bleiben! - wie konnte ich bloß darauf vergessen.

Sinfioetli
22.01.2010 16:47

Wir können auch ein Teekränzchen führen...

Zoltan K.
22.01.2010 00:10
Ich habe ein Video zum Thema erstellt und würde mich sehr über konstruktive Kritik freuen!

Bitte bei Gelegenheit anschauen und bewerten.
Die Kritik darf ruhig hart ausfallen, solange sie konstruktiv ist ;)
http://www.youtube.com/watch?v=xjRBmE3VT_o

Ain't got no how watchamacallit
24.01.2010 20:44

super, weiter so! nieder mit bologna, rettet humboldt! weg mit ausbildung, her mit bildung!

Zoltan K.
23.01.2010 01:51
Gerhard Grabner
20.01.2010 17:34
Recht so!

HagenvonTronje
20.01.2010 16:44
etwas spätq

wo waren die Proteste, als es noch Sinn gemacht hätte?

Langp
20.01.2010 18:51

Es gab schon Bedenken, aber die wurden weggewischt, auch von denen, die jetzt unglücklich sind...

MundMs
20.01.2010 18:07
SIe meinen bevor die Beschlüsse in die Tat umgesetzt wurden?

da hätten Proteste noch weniger genutzt, da ja bekanntlich eine adequate Umsetzung garantiert wird.

Jetzt musste diese adequate Umsetzung jedoch, den idealisitischen Schein der abstrakten Undefiniertheit abgeben, indem sie von einer spürbaren, weltlichen Ausprägung abgelöst wurde.

In einer Gesellschaft, in der Effizienz das unantastbar Gute darstellt (Stichwort Gewinnmaximierung, die ja nicht verurteilt werden kann), muss einfach gezeigt werden, dass die derzeitige Auffassung von demokratischen Praktiken (imperalisitisch entscheiden und auf Proteste warten), eine komplett ineffiziente Gangart darstellt.

Deswegen gibt es auch keinen anderen "richtigeren" Zeitpunkt für diese Protestaktionen und Demonstrationen als jetzt.

Andre Mainung
20.01.2010 17:14

da waren wohl die Folgen noch nicht so deutlich zu sehen.

Und das man Probleme erst erkennt, wenn man die Folgen zu spüren bekommt ist leider menschlich.

Da hilft nur Lagavulin!
20.01.2010 14:09
die sollen einfach ihr studium beenden. so wie generationen vor ihnen. und dann höchste ämter im bildungswesen durch leistung erklimmen und die sache besser machen!

Tycho Brahe
21.01.2010 09:21
Der war gut, Lagavulin, prost :-)

sumpf des ostens
21.01.2010 04:32
hat ja bis jetzt immer funktioniert...

...solche leute haben uns zum missstand geführt

champagne
20.01.2010 16:01

wieso warten?

Andre Mainung
20.01.2010 14:57

nur leider sind die probleme jetzt da, und bis einer in so einer Position ist, wird es sicher 20 jahre dauern - viel zu lange ;-(

Matrix_Engine
 
20.01.2010 12:32
"große pläne, brauchen gute planung"

das vorhaben zum bevorstehenden bologna-gipfel-treffen in wien und budapest, wird nicht nur für die minister der teilnehmenden länder, sondern auch für die vielen engagierten studenten, arbeiter, arbeitslosen, lehrende, lernende und viele andere eine große herausforderung. ich wünsche allen dabei das beste und möge es auf jeden fall eine friedliche kundgebung auf beiden seiten sein...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.