Curium erschüttert Basis der Altersbestimmung unseres Sonnensystems

19. Jänner 2010, 17:19
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    foto: nasa

    Die Akkretionsscheibe rund um die junge Sonne vor rund 4,57 Milliarden Jahren. Neue Analysen der Uran-Isotopenverteilung in Meteoriten deuten darauf hin, dass das Alter des Sonnensystems doch nicht so klar bestimmt ist, wie bisher angenommen.

Verhältnis der Uran-Isotope in Meteoriten deutet auf ein niedrigeres Alter hin

Frankfurt - Das zurzeit allgemein anerkannte Alter unseres Sonnensystems beträgt 4,567 Milliarden Jahre. Ermittelt wurde es 2002 von Forschern anhand des radioaktiven Zerfalls von Uran zu Blei, dem Goldstandard der Altersbestimmung in den Geo- und Planetenwissenschaften.

Um diese radioaktive Uhr präzise anwenden zu können, muss man das Verhältnis der beiden langlebigen Uranisotope 238U/235U genau kennen. Bisher dachte man, dass dieses Verhältnis konstant sei; die darauf basierende Altersbestimmung mit einer Genauigkeit von rund zwei Millionen Jahren galt als fix. Doch nun haben Frankfurter Geowissenschaftler gemeinsam mit Kollegen von der Arizona State University gezeigt, dass es gerade in dem ältesten Material des Sonnensystems, den Meteoriten, erhebliche Variationen in der Uranisotopie gibt.

Hätte man die jüngst untersuchten Kalzium-Aluminium-reichen Einschlüsse (CAIs) einiger Meteoriten zur Altersbestimmung herangezogen, wäre das Sonnensystem bis zu fünf Millionen Jahre zu alt datiert worden. Das berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science.

Um zu verstehen, wie die Variationen in der Uranisotopie zustande kommen, muss man wissen, dass unser Sonnensystem aus Material von Sternen entstanden, die einige Millionen oder sogar Milliarden Jahre vor der Geburt unseres Sonnensystems explodierten. Bei solchen Supernova-Explosionen wurden die schweren Elemente erzeugt, unter ihnen auch Uran.

Trans-Uran-Element Curium

Die Wissenschaftler um Stefan Weyer konnten nun nachweisen, dass bei der Geburt unseres Sonnensystems noch ein sogenanntes Trans-Uran - das Element Curium - existierte. Dieses nach der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie benannte Element (beziehungsweise das Isotop 247Cm), zerfällt mit einer Halbwertszeit von circa 15 Millionen Jahren in eines der beiden noch existierenden Uranisotope (235U). Auf diese Weise verschiebt sich das Verhältnis der Uran-Isotope zugunsten des 235U.

Das bisher bei der Uran-Isotopie von Meteoriten nicht berücksichtigte Curium stammt nach Berechnungen der Forscher aus einer Sternenexplosion, die etwa 100 Millionen Jahre vor der Geburt unseres Sonnensystems stattfand. Für die Astronomie kann diese neu entdeckte Supernova als ein wichtiger Bezugspunkt zur Datierung kosmologischer Ereignisse herangezogen werden.

Das Alter des Sonnensystems muss trotz dieses Fundes aber nicht völlig revidiert werden. "Ganz so gravierend ist die Lage wahrscheinlich nicht", so Stefan Weyer, der das Forschungsprojekt während seiner Zeit an der Goethe-Universität betreute. Das Probenmaterial lieferten die Sammlung der Arizona State University und die Meteoritenforscherin Jutta Zipfel vom Senckenberg Institut. Wie der inzwischen an der Universität Köln arbeitende Weyer erklärt, gab es auch Altersbestimmungen an anderen Materialien aus dem frühen Sonnensystem, die sich nur kurz nach den Kalzium-Aluminium-reichen Einschlüssen (CAIs) in den Meteoriten gebildet haben.

Glück gehabt bei der Altersbestimmung

In diesen Materialien war vermutlich auch deutlich weniger Curium, so dass nur geringere Abweichungen von der bekannten Uran-Isotopie vorlagen. "Vermutlich haben also die Altersbestimmer Glück gehabt und bei ihren Datierungen keine CAIs erwischt, die allzu sehr vom Curiumzerfall betroffen waren". Um allerdings zukünftig das Alter des Sonnensystems besser bestimmen zu können, will Weyer in einem neuen Forschungsprojekt die Uran-Blei Uhr von CAIs - dem ältesten Material unseres Sonnensystems - mit exakten Uranisotopenmessungen kombinieren. (red)

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da Maier
00
zuerst plutonium...

...und jetzt gilt curium auch schon als natürliches element. dachte ich mir doch immer schon, dass bei 92 nicht schluss ist.

eugene
00
25.1.2010, 23:21
wo kann man darüber lernen?

gibt es faszinierendere dinge?

aeff
00
21.1.2010, 11:52
Was bingst? 1 Promile Fehler macht doch nicht, oder doch?

Die Änderung des Wertes scheint unerheblich zu sein, bei den Toleranzen und Ungenauigkeiten die man sonst in der Astronomie gewöhnt ist. Aber!!! Man muss bedenken, dass es gerade bei der Entstehung des Sosys es sehr darauf angekommen ist, was gerade war, und was dann letztlich heraus kommt.
Z.B. die Bildung von Planetisimalen in Mondgrösse hat nach neueren Rechnungn gerade mal 10 Mio Jahre gebraucht. Wenn dann in dieser Phase in der Nachbarschaft gerade eine SN statt fand, dann kann dieser Prozess durch "wegblasens" des Staubs je beendet worden sein.
Und darum gehts. Die nicht homogene Isotopen Verteilung bei den Meteroitien, weisst darauf hin, dass es in der Frühphase des Sosys so was gegeben hat.

aeff
00
21.1.2010, 12:20

Vor allem ist es noch mehr ein Hinweis, dass unser Sosys nicht da entstanden ist, wo es jetzt ist (damit ist jetzt die Entfernung zum Galaktischen Zentrum gemeint) Die Region wo es entstanden ist, war um einiges aktiver, als da wo wir jetzt sind. Denn dort hat es offen bar 500 000 Jahre vor der Entstehung eine SN gegeben, die erst die Kontraktion unserer Urwolke initiert hat, und dann gab es dann noch mindestens die eine später.

Armtir
21
20.1.2010, 16:51
was mich ja besonders interessiert

ist die fachliche Meinung von FS3, ach wo ist sie denn?
Naja die wird wohl nicht lange auf sich warten lassen :)

der bunte faschist
00
20.1.2010, 17:28

möglicherweise hat die altersbestimmung nichts mit plasma und elektrodynamik zu tun ...

Raubkopierer
00
22.1.2010, 06:15

aber ALLES hat doch was mi plasma zu tun?

Nick Tameer
00
24.1.2010, 16:28

Wir wissen, dass Plasmablitze überall Kernfusionen bewirken und so die Verbreitung schlicht jeder Art von Isotopen in beliebigen Proportionen erklären können. Das besagt also nichts und die Vorstellung vom Erbrüten von Elementen durch Kernfusion im -LOL!- Inneren von Sternen ist eh elende Wisseng'schaftlerei. Das Sonnensystem dürfte deshalb praktisch genau so alt wie das Universum sein, d.h. seit Ewigkeiten, nur ein bisschen weniger, bestehen.

Raubkopierer
00
24.1.2010, 19:20

also alles.

ma-cher
 
00
20.1.2010, 16:27
Das ändert aber jetzt alles.

Thomas Gummibaer
00
20.1.2010, 15:27
5 milionen zu 5 milliarden.

ein tausendstel.

KomaPoster
00
20.1.2010, 15:08
6000 Jahre is es alt. Das weiß doch jeder Katholik!

momodeluxe
01
20.1.2010, 13:27
ALLES NICHT WAHR. SONNENSYSTEM IST GAR NICHT SO ALT

schlage obigen ersatz für den artikeltitel vor. mit beliebig vielen rufzeichen.

beim alter von sternen und planeten um 1 promille daneben zu liegen, "erschüttert" wohl niemanden.

ritter sperber1
03
20.1.2010, 12:49

vielleicht weist meine urin-isoptenuntersuchung auch auf eine varianz meines alters hin ...

Sepp Seppi
00
20.1.2010, 12:19
naja

das geht ja noch. is ned so arg

Schnapphahn
04
20.1.2010, 11:57
Bei 4,5 Milliarden Jahren,

spielen zumindest für mich 5 Millionen Jahre hin oder her nicht die entscheidende Rolle.

der bunte faschist
02
20.1.2010, 17:29

und ich plage mich seit ca 24 stunden mit dem problem! WIE KÖNNEN SIE ÜBERHAUPT SCHLAFEN!?

vanessa79
00
20.1.2010, 11:50

Somit ergibt das eine Korrektur von ca. 1,09 Promille. Das ist nicht so schlimm :-)

pommfritz
03
20.1.2010, 14:16

erst ab 1,8 wird's gefährlich.

A Voice
00
25.1.2010, 14:15
kommt auf die

Geschwindigkeit an.

Berber
135
20.1.2010, 11:38
Es zeigt sich wieder, dass wir in Wirklichkeit Nichts wissen

Alles Annahmen, die kurz darauf revidiert werden müssen, weil neues "Wissen" auftaucht. In Wirklichkeit wissen wir nichts, aber alle glauben fest daran.

Student der Magie
01
23.1.2010, 15:20
es heißt:

Wissen ist nur der jeweilige letzte Stand des Unwissens;)

masterjo
01
22.1.2010, 15:53

glauben müssen sie nur an die zukunft, durch wissen bzw. wissenschaft können wir die vergangenheit erschließen.
in ihrem ersten satz findet sich eine zwar verkürzte aber durchaus pointierte definition von wissenschaft!
der zweite satz ist halt das schicksal mancher menschen, die sofort die antworte auf alles für immer brauchen. dafür gibts zwar auch ein paar konstrukte und institutionen, die darauf aufbauen, davon rate ich allerdings ab.
YMMV

Raubkopierer
00
21.1.2010, 06:14

sie haben schon verstanden dass man sich "bloß" um einen komischen augeblick verrechnet hat?

A Voice
00
25.1.2010, 14:16
Ich schenke Ihnen

ein s sonst wirkt's a bissl komisch ;-)

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