Kopf des Tages

Die Frau, die Bulgariens Image retten will

Vessela Vladkova, 19. Jänner 2010, 18:53
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    foto: world bank/fedor savintsev

    Kristalina Georgiewa, neue Kandidatin Bulgariens für die EU-Kommission.

Kristalina Georgieva ist die einzige Osteuropäerin, die es in der Weltbank so weit nach oben geschafft hat. Nun wird sie nach Brüssel geschickt

Auch wenn das Image ihres Landes im Keller ist, Frau Georgieva glaubt an die Bulgaren. "Die bulgarischen Mitarbeiter arbeiten emsig und energisch und finden zu jedem Problem eine Lösung" , lobte die Vizepräsidentin der Weltbank, Kristalina Georgieva ihre rund 100 Landsleute, die in der Weltbankzentrale in Washington arbeiten. Georgieva ist die einzige Osteuropäerin, die es in der Weltbank so weit nach oben geschafft hat. Nun wird sie nach Brüssel geschickt, nachdem die EU-Parlamentarier die bulgarische Kandidatin für die EU-Kommission, Rumiana Jeleva nicht goutiert hatten.

Georgieva kam 1993 zur Weltbank in die Abteilung Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung, später spezialisierte sie sich auf Zentralasien und Russland. 2008 wurde sie Vize-präsidentin. Die Karriere der 57-Jährigen begann an der Wirtschaftsuniversität in Sofia, wo sie nach ihrem Studium der politischen Ökonomie 14 Jahre lang unterrichtete. Es folgten Lehraufträge an den US-Universitäten Yale und Harvard sowie an der London School of Economics.

In Bulgarien war Georgieva lange nur wenig bekannt. Ihr Name tauchte erst im Wahlkampf im vergangenen Sommer auf. Georgieva wurde damals sogar als mögliche neue Premierministerin gehandelt. Noch vor einer Woche, am Tag der skandalösen Anhörung von Jeleva wies Georgieva Mutmaßungen in der bulgarischen Presse zurück, sie könne den Posten übernehmen.

Allerdings vermuteten bulgarische Journalisten, dass Georgieva als Finanzministerin nach Sofia zurückkehren würde, um den in die Kritik geratenen Simeon Djankov abzulösen. Nun soll die beste Personalreserve aus Bulgarien doch EU-Kommissarin für internationale Entwicklung und humanitäre Hilfe werden.

Georgieva gilt als enge Vertraute des bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borissov. Sie erlaubte es sich mehrmals, der neuen Regierung in Sofia Empfehlungen zu geben. "Es ist besonders wichtig, das Ansehen Bulgariens im Ausland zu verbessern. Die Verbrechens- und Korruptionsbekämpfung ist der Anfang, dann muss Bulgarien nachhaltig beweisen, dass es ein Rechtstaat ist" , hatte Georgieva nach den Wahlen betont.

Bulgarien solle sich nicht nur in Europa als vertrauenswürdiger Partner durchsetzen, sondern sich auch für die Schwellenländer Indien und China öffnen, denn das Land habe das Potenzial, das östliche Tor der EU zu werden, meinte sie. (Vessela Vladkova, DER STANDARD, Printausgabe 20.1.2010)

Dreistein
 
21
19.1.2010, 15:01
In welchem Land sind die Politiker am korruptesten?

Wer macht nun den Vicepresident bei der Weltbank? Der Scheuch oder vielleicht doch der Dörfler? Aber nein, doch nicht aus Österreich. Dort sind die Politiker ja korrupt.

So könnte sich das bald in internationalen Kreisen anhören, wenn über Österreich gesprochen wird.

Theodor Schule
11
20.1.2010, 08:57
Das hab ich auch geglaubt....

Ich habe ein halbes Jahr in enger Zusammenarbeit mit zwei bulgarischen Ministerien verbracht und war auch mehrmals in Sofia. Und glauben Sie mir - die Korruption, Freunderlwirtschaft und Kleptokratie ist nicht im Ansatz vergleichbar mit Österreich. "Unvorstellbar" trifft die Lage am besten. Man kann sichs nämlich wirklich nicht vorstellen, WAS alles schief gehen kann.

Verbringen Sie mal einige Zeit in Osteuropa oder lassen Sie sich zumindest was von einem Einheimischen erzählen. Österreich ist sicher nicht perfekt - aber es ist im Vergleich zur bulgarischen Kloake ein goldenes Klo wo manchmal ein bisserl danebengepinkelt wird.

Dreistein
 
00
21.1.2010, 17:56

Sprechen Sie nun von Österreich oder von Kärnten? Ich denke, da müssen Sie unterscheiden.

Die Ente Lippens
00
19.1.2010, 21:35
Sie waren wohl noch nie in osteuropa, dort ist eine andere liga als das Dörflerland

1116er
00
20.1.2010, 09:27
die wissen vermutlich, wie man erfolgreich korrupt ist.

und sich nicht so tölpelhaft wie scheuch dabei erwischen lässt!

sadfjklöaglsjkfga
07
19.1.2010, 14:11

kompetenter & sympathischer als diese Jeleva. bravo, parlament!

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